Intime Liturgien Juni Monat der Liebe, Monat Jesu, gold und rot, O Juni, dir entfaltet sich in lichtem Scheine Der Seele Blume und das Herz, das flammend loht Wie bräutlicher Gesang und Düfte süsser Reine. Du Fest des heil'gen Herzens, o Fronleichnamstag, Durch göttlich echtes Blut und Fleisch geweihte Zeiten! Im Sieg des Sommers lacht der üpp'ge grüne Hag, Und es erstickt der Lolch in korndurchwogten Weiten. Und uns die Sünder, uns die ganz Verlornen weiht Von neuem die Allgegenwart, die göttlich hehre. Wir fühlen uns gestärkt zu neuem, hartem Streit Mit Satan und zu neuer, sieggekrönter Ehre. Und uns bewacht vom Himmel her und vom Altar Die angebetete, die reine, blut'ge Liebe. In schmerzensvoller Brust fühlt Hoffnung zart und klar Das Herz, das glüh'nde Herz, durchbebt vom heil'gen Triebe, Die Unseren zu retten, gnadenreiche Macht Der Güte, die für uns den Sieg errang im Kampfe. Und mystisch steigt der Weihrauch tiefer Sommerpracht Glorreich zum Himmel auf in stillem Opferdampfe. Sanctus Geheiligt ist der Mensch, wenn nun getauft das kleine Und schwache Kindlein ist, das kaum erst saugt alleine, Und das so rein ist, dass es selbst die höchste Reine. Geheiligt ist der Mensch nach der geweihten Speise, Der Leib des Herrn erfüllt geheimnisvoller Weise Den irdischen, mit Kraft und Demut, Gott zum Preise. Geheiligt ist der Mensch, des müde Fahrt sich endet, Wenn ihm Verzeihn und Glück die heil'ge Ölung spendet Und endlich sich sein Flug zur sel'gen Ruhe wendet. Herr, deine Glorie strahlt in ew'gen Himmelsphären, Lass dein Gedächtnis sich auf Erden stets verklären! Gelobt sei, der da kommt im Namen, den wir ehren. Hosianna tönt's durch Erd und Himmel nah und fern; Zwiefach Hosianna dir, Mensch, prangend wie ein Stern, Dreifach Hosianna ihm, dem gnadenreichen Herrn!