Schäferfeste Pantomime Pierrot, der so ungleich Clitander, Langt zu und vertilgt nacheinander Ohne Zaudern Pastete und Wein. Cassander seh' ich dort stehen, Eine Träne im Grund der Alleen Dem enterbten Neffen zu weihn. Zur Entführung von Colombine Macht der Schelm von Harlekin Miene, Der sein Rad hier viermal schlägt. Colombine staunt, dass im Winde Ein Herz sie träumend empfinde, Und ihr Herz ein Flüstern bewegt. Mondschein Wie eine seltne Gegend ist dein Herz, Wo Masken, die mit Bergamasken schreiten, Zum Tanze spielen voll geheimem Schmerz Im Truggewand, mit dem sie bunt sich kleiden. Obgleich in weichem Ton sie singen, wie Der Liebe Sieg dem Lebensglück sich eine, So glauben doch nicht an die Freude sie, Und ihr Gesang fliesst hin im Mondenscheine. Im kalten Mondenschein, des trübe Pracht Die Vögel träumen lässt auf ihren Zweigen, Und der die Wasserstrahlen weinen macht, Die schlank aus weissen Marmorschalen steigen. Auf dem Rasen Der Abbé schwärmt. – Und Euch Marquis Sitzt die Perücke der Quere. Wenn der Cyperwein so leuchtend wie Euer Nacken, Camargo, wäre! – Meine Holde! – Do, mi, sol, la, si. – O Abbé! Du schwarze Seele! Dass mich, meine Schönen, – wenn ich für Sie Keinen Stern vom Himmel stehle! Ein kleines Hündlein wär' ich gern! Umarmt und küsst um die Wette Die Schäferinnen. – Wie, meine Herrn? Do, mi, sol – He Mond! Geh' zu Bette! Cythere Ein Gartenhaus in stiller Sonne Birgt sanft und zärtlich unsre Wonne, Umweht von lieber Rosen Luft. Der Rosen Atem süss und linde Mischt sich im leichten Sommerwinde Mit ihres Haares holdem Duft. Ihr Blick war ihrer Kühnheit Pfand, Es gab mir ihrer Lippen Blüte Ein Fieber, das betörend glühte. Da Liebe nicht den Hunger bannt, So muß Sorbet mit süssen Dingen Erquickung uns, den Müden, bringen. Im Kahn Zitternd wie durch feuchte Schleier Schwimmt der Abendstern im Weiher, Und der Fischer zündet Feuer. Heute oder nie ist's Zeit, Dass Ihr Herrn verwegen seid, Lustig wag' ich jeden Streit. Auf der Laute klimpert Lieder Athis und blickt glühend nieder Zu der spröden Chloris Mieder. Eglé beichtet dem Abbé Allzugern ihr Liebesweh, Und der Graf ist toll wie je. Mondlicht blinkt schon in den Räumen, Und der Kahn streicht ohne Säumen Durch der Wasser stilles Träumen. In der Stille In Waldes Dämmerschein Lass unter Zweig und Strauch Uns tief durchdrungen sein Von dieses Schweigens Hauch. Dass unsrer Herzen Drang Hinschmilzt und zärtlich schweigt Im Duft, der sehnsuchtsbang Von Busch und Fichte steigt. Schliess' deine Augen du, Die Händ' kreuz' auf der Brust, Aus deines Herzens Ruh Vertreibe Leid und Lust. Die Seelen neigen wir Dem Weh'n, das lind sich regt Und sanft zu Füssen dir Das braune Gras bewegt. Und wenn der Abend kam Und schwarz von Bäumen sinkt Leiht Stimme unserm Gram Die Nachtigall – und singt. An Clymene Geheime Gondelsänge, Wortlose Liederklänge, Weil mir dein Auge nur Licht wie Azur. Weil deiner Stimme Milde Gleich wie ein fremd Gebilde Verstörend mir gebannt Sinn und Verstand. Weil deine holden Glieder Blass wie des Schwans Gefieder, Dein Atem, der ein Hauch Vom Blütenstrauch. Ach! Weil dein ganzes Wesen, Das mir Musik gewesen Aus eines Engels Gruft, Wohlklang und Duft, Mit seligem Verlangen Sanft schwebend mir umfangen Mein Herz in zartem Schein, Soll's also sein. Wehmütiges Zwiegespräch Im alten Park, der einsam und verschneit, Sah ich zwei Schatten gehn in Dunkelheit. Tot ist ihr Aug', von welken Lippen beben Die leisen Worte, die in Nacht entschweben: Der alte Park ist einsam und verschneit, Zwei Schatten wecken die Vergangenheit. – Gedenkst du noch der Wonne einst'ger Liebe? – Wie willst du, dass mir die Erinn'rung bliebe? – Schlägt immer noch dein Herz für mich allein? Kommt meine Seel' im Traume zu dir? – Nein. – O sel'ges Glück in jenen hellen Tagen, Da Mund auf Mund geruht! – Wer kann es sagen? Blau war der Himmel, gross der Hoffnung Macht! – Die Hoffnung floh besiegt in schwarze Nacht. So schritten sie durchs Gras den Pfad, den schlimmen, Und nur die Nacht erlauschte ihre Stimmen. Mandoline Sie, die klimpern auf den Saiten, Und die Schönen, welche lauschen, Tauschen matte Höflichkeiten, Wo die grünen Zweige rauschen. Tircis und Aminte sind es, Auch Clitander darf nicht fehlen. Damis, um manch spröden Kindes Herz mit zartem Reim zu stehlen. Ihrer langen Schleppen Seide, Ihre Westen, ihre glatten, Ihre Feinheit, ihre Freude, Ihre weichen, blauen Schatten Wirbeln, wo der Mond verdüstert Ros'ger bald erscheint, bald grauer, Und die Mandoline flüstert In des Abendwindes Schauer. Der Faun Dreist lacht in grünem Parkesgrunde Ein Satyr aus gebranntem Ton, Für künftig uns mit schlimmer Kunde Nach jenem heitern Tag zu drohn, Der mich geführt mit dir im Bunde Bis heut, da leichten Fluges schon Uns trüben Pilgern diese Stunde Beim Klang des Tamburins entflohn.