Die Glockenhöhle Ich weiß mir eine Grotte, Gewölbt mit Bergkristalle, Die ist von einem Gotte Begabt mit seltnem Halle: Was jemand sprach, was jemand sang, Das wird in ihr zu Glockenklang. Dort tauschen zwei Beglückte, Bewegt von gleichem Triebe, Was längst die Herzen drückte, Das erste Ja der Liebe; Ein leises Glöcklein stimmt so rein Zu einem lautern, vollern ein. Dort lassen lust'ge Zecher Sich auf der Felsbank nieder, Sie schwingen volle Becher Und singen trunkne Lieder; Nie klang die Grotte so wie heut Von Feuerlärm und Sturmgeläut. Zween Männer, ernst und sinnig, Vereint durch heil'ge Bande, Sie reden dort so innig Vom deutschen Vaterlande; Da tönt die tiefste Kluft entlang Ein dumpfer Grabesglockenklang.