Auf der Reise Auf Wiesen, in Wäldern, An Strömen, auf Feldern Quillt glühendes Leben, Die Bäume sie streben Zum Himmel hinan. Es fliehen mit Eilen Die Quellen von steilen Gebirgen und suchen sich ebene Bahn, Durch Dornengesträuche, Vorüber der Eiche, Dem Wurzelgeflecht; Und rund um die Quelle Besieht sich in jeder fortschreitenden Welle Der kindischen Blumen neugierig Geschlecht. In Steinklüften suchen Die hellgrünen Buchen Genügsamen Raum, Sie zittern und nicken Und rauschen und schmücken Den felsigen Saum. So findet die Quelle Der Baum sein Stelle Und treibet sich's recht: So dauert, geneset Und stirbt und verweset Zufrieden so manches gebohrne Geschlecht. – Nur der Mensch geht in der Irre, Will heut hier seyn, morgen dort, Alle Sinne im Gewirre Sucht er stets den fernen Ort. Will nicht in der Heimath dauern Weithin dehnt er seinen Blick, Wandert unter Regenschauern Und sieht dann mit bangem Trauern Nach dem erst verschmähten Glück. Wie in monderhellten Hainen Wolken durch den Himmel fliehn, Bald die Bäume glänzend scheinen, Schatten wieder abwärts ziehn: Also auch des Menschen Seele, Daß er durch sein ganzes Leben Rastlos auf und ab sich quäle, Ward die Sehnsucht ihm gegeben. – Doch wohl mir, ich fühle Zerreissen dies Band! Ich nahe dem Ziele Das fern und ferner seit lange mir schwand. Das bängliche Schwanken, Das nüchterne Kranken, Vorüber an mir! – Wie soll ich dir danken? O Liebste! o sprich, wie vergilt' ich es dir?