72. Die süße Einsamkeit Mel.: Gott des Himmels und ... oder: Liebe, die du mich zum Bilde ... 1. Komm, mein Freund, und nimm mich wieder Vom Geräusch mit dir allein, Setz mich mit Maria nieder, Eingekehrt zu harren dein! Wahre Still' und Einsamkeit Führt zur Gottgemeinsamkeit. 2. Wie verwirrt und wie gefährlich Geht's nicht bei den Leuten zu! Lebt nicht mancher recht beschwerlich, Dem nichts fehlt als Gott und Ruh? Manche Seel' ersticket fast Unter vieler Sorgenlast. 3. Wohl dem, der frei vom Getümmel Und vom Umgang dieser Welt Sich mit Herz und Geist im Himmel, Mit dem Körper einsam hält, Übet das Geschäfte nun, Das er ewig wünscht zu tun! 4. Bäume an dem Wasser grünen, Wir, wenn wir zum Herren nahn, Ihm im Geist und Wahrheit dienen, Lieben, schaun und beten an. Ein Zerstreuter kennt das nicht, Was in Einsamkeit geschicht, 5. Was ein einsam Herz genießet Von den Kräften jener Welt, Wenn sich's dem Geschöpf verschließet Und dem Schöpfer offen hält; Da deckt Gott uns bei sich zu, O der tief verborgnen Ruh! 6. Du vollkommner Gott warst einsam In dir selbst vor aller Zeit; Selig, wer mit dir gemeinsam Lebt in deiner Ewigkeit! In die Wüste lock mich ein, Einsam so in dir zu sein!