c. In einem Gehölze östlich von Großenkneten steht eine Eiche, welche der Schwedtbaum genannt wird. Vor alters war zu Großenkneten ein Holzwärter namens Schwedtmann, der strenge auf den Dienst hielt und manchen Schäfer, der auf Holzgründen weidete, ertappte und zur Bestrafung brachte. Zwei Schäfer, die er auch mehrmals seine Strenge hatte fühlen lassen, faßten den Entschluß, ihn umzubringen. Eines Tages war einer dieser Schäfer in der Kirche und auch der Holzwärter, der aber unter der Predigt wegging, um zu sehen, ob auch der andere Schäfer in den Fuhren hüte. Dieser war richtig im Forst, sah aber den Holzwart kommen und beschloß, den Mord sofort auszuführen. Er fiel den Holzwärter unversehens an und schnitt ihm die Kehle ab, aber sein Messer war so stumpf, daß er mitten in der Blutarbeit absetzen und das Messer auf seinem Holzschuh schleifen mußte. Nachmittags brachten beide Schäfer den Leichnam nach Amelhausen und warfen ihn in die Hunte, halb unters Eis. Die Tat ward verraten, beide Mörder mußten fliehen und entkamen nach Holland; einer von ihnen soll später mit den Russen wieder hier gewesen sein. Der Baum, unter welchem Schwedtmann ermordet wurde, heißt nach ihm der Schwedtbaum.