[Ich hatte mir zwei Pforten] Ich hatte mir zwei Pforten Am Hause gemacht, Und glaubt' an allen Orten Mich trefflich bedacht. Verschlossen war die eine, Die andere nicht, Und recht verschlossen keine, Besehn beim Licht. Zur offnen Pforte flogen Die Freuden hinaus, Ein zur verschloßnen zogen Die Sorgen ins Haus. Die hatt' ich nicht verschlossen, Durch die sie entflohn, Was wußt' ich, daß verdrossen Sie wollten davon? Die hatt' ich wohl versiegelt, Was hilfts, da sie nahn? Sie haben sie entriegelt Und weit aufgethan. Nun mögen offen bleiben Zwei Pforten am Haus; Sie lassen doch sich treiben Zu keiner hinaus. Sie halten hier verschlungen Im Mondschein den Tanz, Wo aus Erinnerungen Sie flechten den Kranz. Man merket kaum im Hause Die schwebende Schaar, So still ist's, wo vom Brause So laut einst es war. Ihr weiten Räume schienet So voll, nun so leer, Seit euch zur Füllung dienet Von Schatten ein Heer.