Endziel Wein schöner Süd! ein fremder Gast Bin ich zu dir gekommen, Allein mit Freundesarmen hast Du mild mich aufgenommen. Je länger ich bei dir verweilt So heller ward mein Sinnen, Du hast die wunde Brust geheilt Und alle Schmerzen drinnen. Aus ihrer dumpfen Grabesruh Erwecktest du die Lieder Und als ich schied, riefst du mir zu: »O kehre baldigst wieder!« Mein schöner Süd! du bist der Stern, Dem zustrebt mein Verlangen, Doch hält mich hier im Norden fern Des Müssens Bann gefangen. Den theuern, köstlichen Ertrag Von deinen Liebesspenden, Den muß ich jetzo Tag für Tag Vergeuden und verschwenden! Doch wenn ich einst den Sieg gewann, Die Wirren all geschlichtet, Dann flüchte ich zu dir, wie man Zu einem Freunde flüchtet. – Um mir an deinem Blüthenscherz, An deinen Sonnenblicken Den müden Geist, das müde Herz Auf's neue zu erquicken.