Epigrammatische Spaziergänge Zweiter Gang 1. Die zerbrochene Leier Ich schlug zu Stücken meine Leier, ergrimmt auf diese tolle Welt. Doch bald empfand ich lange Weile, und eine neue ward bestellt. Indessen klimpr' ich auf der Saite, die an der alte hängen blieb: So lange nehmt, geneigte Leser, mit kleinen Reimen auch vorlieb. 2. Bav und Mav Bav oder Mav! Es schüttle sich, wen's traf. Zeichne sie zum Kennen, Brauchst sie nicht zu nennen. 3. Verschiedene Wege zu einem Ziele Viele breite Wege führen in das Land der Narrenzunft, Doch die Allermeisten wählen sich den engen der Vernunft, Quälen sich hinauf, hinunter, keuchen, schwitzen Tag und Nacht, Während im Spazierengehen Harlekin die Reise macht. 4. Beschwerliche Weisheit Wie der Esel Säcke Goldes, trägst du deiner Weisheit Last. Ach, wie wohl wirst du dich fühlen, wenn du abgeladen hast! 5. Wo gehört er hin? Wenn ein Narr zum Weisen wird, läßt ihn Narr und Weiser stehn. Wenn der Weise wird ein Narr, ist er beiden gern gesehn. 6. Narrenstolz O sagt, warum die stolzen Narren so mürrisch durch die Straßen gehn, Warum sie bald erboßt zu Boden, und bald ergrimmt gen Himmel sehn? »Dort will das Pflaster sich vor ihnen noch nicht erheben mit Respekt, Und oben bleiben alle Thürme mit ihren Hüten gar bedeckt.« 7. Der beste Narr Narren giebt's überall auf der Welt, Doch Jedem sein eigner am besten gefällt. 8. Der Nadler Mein Narr will fein und spitzig sein: O sperrt ihn bei dem Nadler ein! Da kann er, ohne zu betrüben, Sein niedliches Talentchen üben. 9. Mir, wie Dir Wer sich nicht selbst verspotten kann, Der fang' es nicht mit Andern an. Narr, hudle nur den eignen Herrn, So haben dich die Gäste gern. 10. Alles gilt, wo es zu Hause ist Manches arme Närrchen würde reich und klug zu Hause sein, Aber ach, es findet nimmer sich in's eigne Haus hinein. 11. Kaufprobe Wie kömmt es, daß dir deine Braut In schönen Kleidern wird getraut? So wird nach langer Werbung Qual Die hohe Weisheit dein Gemahl. Und hast du sie in deinem Haus, So ziehst du ihr die Kleider aus. Dann sieht der Doktor ohne Frist, Wie viel er hat, wie viel er ist. 12. Alles zu seiner Zeit Ach, wie treiben's doch die Narren mit den Weisen hier auf Erden! Weiser, lern' zu rechter Zeit auch einmal ein Narr zu werden. 13. Einer und Zwei Ein Narr und ein Weiser in Verein Die wissen mehr als ein Weiser allein. 14. Narrheit und Vorsicht Zu Pfingsten möchte mancher Narr gern auf dem Eise stehn, Doch keiner will zur Weihnachtzeit im Flusse baden gehn. 15. Die Narrenschuhe Es muß auf Erden jeder Mensch sein Pärchen Narrenschuh' vertragen, Doch mancher läßt die Sohlen sich mit Eisen um und um beschlagen. 16. Rückwirkung Warum sterben doch so viele alte Narren hier auf Erden? Weil so viele weise Kinder eben da geboren werden. 17. Wahl Viel lieber mit alten Narren verkehren, Als weise Kinder predigen hören! Die Einen treiben's nicht weiter auf Erden, Ach, aber was kann aus den Kindern noch werden? 18. Die glücklichen Wunderknaben Glücklich preis' ich auf der Welt alle Wunderknaben, Werden sie als Wunder noch wunderbar begraben. Tragen sie auf ihrem Haupt erst einmal Perrücken, Kann mit Puppen sich nicht mehr ihre Weisheit schmücken. 19. Leer lärmt am meisten Stößt du an ein leeres Faß, dröhnend wälzt sich's um und um; Ist mit Wein es angefüllt, bleibt es liegen fest und stumm. 20. Die Schwätzer Hast ein Schatzhaus du gesehn Ohne Schloß und Riegel stehn? Freund, ein immer offner Mund Giebt nur leere Scheuern kund. 21. Die helle Stirn In dem Bach sind wenig Fische, welcher immer klar und licht. Stirn, die immer heiter lächelt, viel Gedanken hast du nicht. 22. Die finstre Stirn Frösche wohl, doch keine Fische, wohnen in dem schwarzen Moor. Stirn, die immer finster brütet, laß nur nichts aus dir hervor! 23. Flachheit und Dunkelheit Wenn Alles, was dunkel ist, tief auch wär', So stieße sich Keiner im Dunkeln mehr. Und guckst du bei Nacht zum Fenster hinaus, Der Schornstein sieht schwarz wie der Himmel aus. 24. Triumph der Dunkelheit Er hat es weit im Denken gebracht, Er versteht schon halb, was er selber gedacht, Und was er versteht, halb kann er's dir sagen, Mit den Worten magst du dich weiter plagen. 25. Eselstrab Vor dem forcirten Schwärmer sei nicht bange. Ein Eselstrab der dauert selten lange. 26. Kleine Geister, große Bücher Männchen mit dem kleinen Geiste, deine Bücher wie so groß! Nicht im Kopfe, such' im Bauche meiner Kinder Mutterschooß. 27. Die Wiederkäuer Ein Dichter, der nur dichten kann, nachdem er erst sich voll gelesen, Ist wie ein wiederkäuend Thier, das in der fremden Saat gewesen. 28. Reißender Absatz Haderlumpen! Haderlumpen! – Was die deutschen Dichter laufen! Jeder will ein neues Röckchen sich aus fremden Lumpen kaufen. Von der Seine, von der Themse, wie viel Fuhren groß und schwer! – Haderlumpen! Haderlumpen! – Still, wir haben keine mehr. 29. Reisegelegenheit Wie schnell und leicht durchreist sich jetzt die Welt! Drum reitet auch die Kunst schon als Kurier. Wer sich an ihres Pferdes Schweife hält, Reist frei mit ihr als blinder Passagier. 30. Die Unsterblichen unter sich Ihr schmückt euch freundlich und zufrieden mit grünen Lorbeerkränzen aus, Und dürft ihr draußen nicht sie tragen, so bleiben sie für euer Haus. Wollt ihr auf Erden schon genießen den Vorschmack der Unsterblichkeit, Werft euern Lorbeer in die Suppe und schluckt hinein die Ewigkeit. 31. Der Pfingstochse Seh' ich diesen Dichterling also stolz mit Kränzen prangen, Mein' ich, solch ein Wunderthier sei zum Schlachten eingefangen. In dem bunten Schmuck der Pfingsten zieht es in das Thor herein, Und die Schlächterin, die Nachwelt, mit dem Beile hinterdrein. 32. Das größte Wunder der Dichtkunst Orpheus hat so Wunderbares nicht im Dichten ausgerichtet, Als ihr Reimer, die ihr dichtend euch zu Dichtern selber dichtet. 33. Die metrische Übersetzung Wer heißt euch Fell und Federn der Nachtigall zerfetzen? Wir wollen ihre Lieder nur metrisch übersetzen. 34. Versäum's nicht Wenn du willst ein Frommer werden, Weil es Mode wird auf Erden, Fang' es heute lieber an, Morgen kann es Jedermann. 35. Fromme Politik Warum wollt ihr in's Kloster gehn? Weil draußen so viele Galgen stehn. 36. Gläubige und Gläubiger Was hilft's, daß reich vor Gott ich bin, hab' ich auf Erden Schulden? Hier muß der Gläubige das Recht des Gläubigers erdulden. 37. Leichte Bekehrung Der Jude meint, er sei ein Christ, Wenn er nur Schweinebraten ißt. Er sieht von Christi Wunderlehr' An vielen Christen auch nicht mehr. 38. Die bequemste Rückkehr Wer sich auf der Sünderwiese seinen Fußsteg erst getreten, Lernt, um selbst nicht umzukehren, ein Gebetchen rückwärts beten. 39. Belehren und Bekehren O Bruder, wolle mich belehren! Halt still! ich muß dich erst bekehren. 40. Höllenerweiterung Wenn die Menschen werden gescheiter, Macht der Teufel die Hölle weiter. 41. Empfindlichkeit Ziehe dem Himmel ein schiefes Gesicht, Gott und die Engel bemerken's nicht. Lach' einmal in die Hölle hinein, Was da wird für ein Zischen sein! 42. Die Kammerherrn An des Himmels Pforte stehn keine Kammerherrn, Jeder König öffnet sie ohne Diener gern. Aber an der Hölle Thor wird dem Bettelmann Gleich ein Kammerherr bestellt, klopft er selbst nicht an. 43. Brautbett und Sterbebett Im Brautbett und im Sterbebett giebt's keine lange Weile, Und mit dem Schlafe hier und dort hat's eben auch nicht Eile. 44. Gott bewahre den Himmel! Wenn die Kopfhänger all' in den Himmel kommen, Erbarme dich, Gott, der fröhlichen Frommen! Sie desertiren aus deinem Saal Vor langer Weil' in die Höllenqual. 45. Der gute Mann Er ist ein guter Mann, Er läßt, was er nicht kann: Trinkt nie aus einer leeren Flasche Und steckt keinen Kirchthurm in die Tasche. 46. Verdienstlose Tugend O prahle mit deiner Tugend nicht! Das Sündigen wird dir sauer. Wer keine Beine zum Gehen hat, der springt nicht über die Mauer. 47. Die Beter nach der Mode Das nenn' ich mir doch Heilige! Sie beten ohne Rast und Ruh', Und wenn sie Christum kreuzigen, sie beten Kyrie dazu. 48. Wie die Arbeit, so der Lohn Der Frevler, der im Todeskampfe noch lernt ein Kreuz der Reue schlagen, Der wird zum Lohn dafür von Engeln bis vor der Hölle Thor getragen. 49. Bequeme Frömmigkeit Das Frommsein macht dem Mann nicht viel zu schaffen, Der mager ist und beichtet fetten Pfaffen. 50. Die Stolze Adelstolz sitzt auf hölzernem Pferde, Bauerstolz wälzt sich auf der Erde, Bürgerstolz geht auf hohen Hacken, Geldstolz steht auf gelben Schlacken, Dichterstolz fliegt in den Himmel hinein. Wo mag der stolzeste Stolz wohl sein? 51. Vornehmer Geschmack Das heiß' ich mir doch einen vornehmen Mann! Sein Pferd rührt kein bezahltes Futter an. 52. Hungrige Behaglichkeit Ein kleiner Pfennig, ein kleiner Sinn, Ein Wappenmantel mit großen Falten: Man kann so nobel bequem darin, Wie Mäus' im leeren Sacke, schalten. 53. Der Geadelte Als Bürger ging ich gestern schlafen und schnarcht' als Bürger durch die Nacht, Und heute früh bin ich geadelt aus meinem Bürgertraum erwacht. Da fühlt' ich grob und plump im Magen mein bürgerliches Abendbrot: So hat man mit dem Bürgerwesen im Adel seine liebe Noth! 54. Die Taufe von ungefähr Der Jude fiel in's Wasser und wollte schier ersaufen, Da schrieen böse Spötter: Er hat sich lassen taufen. Wie der getaufte Jude geworden ist ein Christ, So wird Unedel Edel, wenn es geadelt ist. 55. Adelsinstinkt Wappen ließ die edle Dame in des Säuglings Windeln nähen, Und das Kind starb an Verstopfung, eh' es noch sein Schild gesehen. Lernt daraus, wie viel es heiße, adelig geboren sein! Nur aus noblem Bauchinstinkte hielt das Kind den Adel rein. 56. Geschenkte Ahnen Ahnen kann der Kaiser geben. Sag', wo mag er her sie nehmen? Von den umgetauften Söhnen, die sich ihrer Väter schämen. 57. Vornehmer Pöbel Lieber dem Bettler den Brotsack tragen, Als mit dem vornehmen Pöbel sich plagen! Besser riecht verschimmeltes Brot, Als der raffinirte Koth. 58. Bauer und Edelmann Wenn der Bauer wird ein Edelmann, So guckt er den Pflug mit Brillen an. 59. Der alte Adel Jüngst sprach zu mir ein faules Holz: Ich bin des Pfirsichstammes Sohn, Der viel der edlen Früchte trug vor mehr als tausend Jahren schon. Ich warf es lachend in's Kamin. Was thu' ich mit dem leeren Wicht, Der prahlerisch zu seinem Ruhm von alter Ahnen Thaten spricht? 60. Geadelte Geister Wer die edlen Geister edler durch den Adel machen kann, Dieser stell' als Kammerjunker auch die Engel Gottes an. 61. Haltet's fest! Die, so außer ihrem Adel haben weiter nichts als Tadel, Sind mit Recht am meisten eitel auf den tadellosen Adel. 62. Titel ohne Mittel Wer nur ein falsches Hellerchen besitzt, Der reibt und putzt daran, bis daß es blitzt. So machen es mit ihrem Titel Die Ehrenmännchen ohne Mittel. 63. Geldstolz Es ist kein Stolz so erdentoll, wie der auf deines Beutels Last. Speis' alle Bettler heut', und sieh, was für das Geld du morgen hast! 64. Der Ehrenplatz Auf dem hohen Schneeberg brüstet sich das Kind mit Stolz und Trutz, Doch die Sonne schmelzt den Gipfel, und der Knabe liegt im Schmuz. Eitler Thor, so prangst du thronend auf der Ehre lockerm Stuhl! Deck' ihn vor der Wahrheit Strahlen, oder er versinkt im Pfuhl. 65. Petrus und die Höflinge Als Petrus nur in den Hof gerochen, Da hat er Gott die Treu' gebrochen. Dem Höfling, der's den Menschen thut, Giebt Petri Beispiel hohen Muth. 66. Hofordnung Wo der Pavian ist König, kommen Affen nur zu Ehren. Löwe, willst Minister werden, laß dir Affentänze lehren! 67. Der beste Posten in Hungersnoth Sag', wer wird zum letzten mager, wann im Land ist Hungersnoth? Spitz, der Hund der Fürstenküche, denn er frißt nur Zuckerbrot. 68. Der Selbstherrscher Wenn der König hat den Schnupfen, kann für ihn kein Schranze nießen. Daß sie doch auch ohne Schnupfen ihm die eigne Nase ließen! 69. Wohl bekomm's! An des Königs Ehrentafel schmeckt auch Essig süß dem Gast, Aber beim Nachhausegehen fühlst du, was im Bauch du hast. 70. Wer giebt die Haare dazu? Wenn die großen Herrn sich raufen und verlieren Schopf und Zopf, Preise glücklich sich der Bürger, welcher hat den kahlsten Kopf. 71. Wir müssen's alle tragen Gegen den Löwen und Elephanten Sind zu brauchen die Leibtrabanten; Aber der Mücke wehren sie's nicht, Daß sie des Königs Nase zersticht. 72. Die Zünfte und die Zunftlose Handwerk, Kunst und Wissenschaft, Alles sucht sich seine Zunft. Eine freie Meisterin kenn' ich noch – sie heißt Vernunft. 73. Die Rechte und das Rechte Viele Recht' und Rechtchen fechten um das Rechte hier auf Erden. Ach, wann wird doch allen Rechtlern endlich recht das Rechte werden? 74. Hat's doch den Namen Daß vorn ihr lebt, fällt hinten euch nicht ein, Und heißt doch Leben, heißt doch Menschen sein! 75. Der Friedensheld Ein Soldätchen, das im Frieden mit dem langen Säbel klirrt, Gleicht der Windmühl', deren Flügel ohne Korn im Steine schwirrt. 76. Haar und Bart Held Simson hatte seine Kraft in seines Hauptes Haaren, Den neuen Helden ist sie nun in ihren Bart gefahren. Und wer Reißaus sie nehmen sieht vor Messern und Raseuren, Wer weiß, ob Simson tapfrer wär' im Kampfe mit Friseuren? 77. Gesellige Talente Im Bürgerklubb ist der zu brauchen, Der Bier kann trinken und Tabak rauchen; Der gehört in die höhere Societät, Der sich in Thee zu berauschen versteht. 78. Gesellige Liebenswürdigkeit Willst du der Leute Liebling sein, Sei scharmant und sei gemein. Was sie nicht können und was sie nicht fassen, Sie werden's verspotten oder hassen. 79. Nicht Alles auf einmal Willst du wiederkommen zum Schmaus, Singe beim ersten dein Lied nicht aus. 80. Das Unersetzliche Wie kann das Lob der weiten Welt dem todten Sokrates vergelten, Daß lebend er von seiner Frau sich ließ im eignen Hause schelten? 81. Weibchen und Männchen Das Weibchen weint, so oft es will, und lacht, so oft es kann, Und will es nicht und kann es nicht, so muß der liebe Mann. 82. Der Dichter und der Ehemann Der Dichter und der Ehemann, wie das sich reimen soll! Ein Weibchen für den Ehemann, neun Mädchen für Apoll. 83. Das böse Weib Nur ein einziges böses Weib lebt noch unter der Sonnen, Aber jeder Ehemann meint, er hab's gewonnen. 84. Das Element Setz' einen Frosch auf einen weißen Stuhl, Er hüpft doch wieder in den schwarzen Pfuhl. 85. Die Natur siegt Kitzle kein gewaschenes Schwein, 'S legt sich in den Koth hinein. Kitzl' ein bestäubtes Vögelein, 'S putzt sich gleich die Federn rein. 86. Ein Trost in drei Nöthen Wenn morsche Bäume anfangen zu brennen, Wenn faule Pferde anfangen zu rennen, Wenn alte Weiber anfangen zu lieben, Gott Lob, noch Keines hat's lange getrieben! 87. Man sieht's ihm nicht an der Nase an An dem umgekehrten Besen Sieh, wozu er nutz gewesen. Gäben's doch so deutlich kund Menschenhand und Menschenmund! 88. Zwerge und Riesen Die Zwerge, die auf Stelzen gehn, Meinen den Riesen zu übersehn. Aber stürzen sie in den Graben, Möchten sie doch seine Beine haben. 89. Die Eule und ihr Junges Wo giebt's eine Eul' auf dieser Welt, Die nicht für schön ihr Junges hält? 90. Gewöhnung ohne Geschick Auch die links gewöhnten Knaben Eine gute Rechte haben. Wüßte Jeder, was er kann, Dummkopf fing' es klüger an. 91. Arbeitsregel Faulenz' und schrei', Du bekömmst für zwei. Arbeit' und schweige, Dir bleibt die Neige. 92. Neue Diener Die neuen Diener können gar viel, Sie treffen zehn Kegel in jedem Spiel. 93. Die schlechteste Waare Nichts ist auf Erden so schlecht, Einer bezahlt es dir. Mach' ich's Allen recht, Keiner dankt es mir. 94. Der Sand Jedes Land Hat seinen Sand. Sieh nur zu, Daß er nicht lauf' in deine Schuh'! 95. Der Beruf Wer geboren ist zum Stehlen, Kann sich selbst einen Galgen wählen. Aber der unberufene Mann Muß den ersten besten hinan. 96. Einer nach dem Andern Laßt sie nur sagen, Wir müssen's tragen. Laßt sie nur machen, Dann wollen wir auch einmal lachen. 97. Schweigen und Denken Schweigen und Denken Wird Keinen kränken. Unbedacht Sagen, Wer wollt' es verklagen? 98. Zu Wenig und zu Viel Zu Wenig und zu Viel Ist nur ein Narrenspiel. Und sind wir, wie wir sollen, Wir haben, was wir wollen. 99. Kommandowort Geht es schlecht, so laß es gehen, Geht es gut, so heiß' es stehen! 100. Das Sprüchwort Der Gedanke trügt, Kein Sprüchwort lügt; Von Mund zu Mund Läuft's rein und rund, Und nennen's hundert Weise dumm, Es klingt und schiert sich nichts darum.