Das Wiedersehen Du heimatliches Tal, Mir wird so wohl und wehe, Daß ich dich nun einmal, Ersehntes! wiedersehe. Weinberg, sei mir gegrüßt! Noch grünen deine Reben, Womit du oft versüßt Ein herbes Menschenleben; Viel Herbste schwanden dir, Die deine Trauben reiften, Und die vom Herzen mir So manche Hoffnung streiften. Noch kenn ich jeden Baum, Wo ich vor so viel Jahren Gehegt den Jugendtraum, Der scheu dahingefahren. Noch kenn ich jedes Haus; Doch andre Menschen schreiten Geschäftig ein und aus, Als wie zu meinen Zeiten. Ich frage dort und hier Nach einem Freund mit Zagen Und Furcht, ich könnte schier Nach einem Toten fragen. Es ist nur noch der Ort, Wo wir gefreut uns haben, Die Lieben all sind fort, Verreiset und begraben. Drum bleib ich hier nicht lang, Mich fühlend zu verlassen, Und tu auch keinen Gang Bei Tag mehr durch die Straßen. Erst wenn es worden Nacht Und schläft des Tags Gebrause, Schleich ich heran mich sacht Zu manchem Freundeshause. Die süße Träumerei Such ich dann festzuhalten, Als ob doch alles sei Geblieben hier beim alten. Zum Fenster dann empor Blick ich und lausch und grüße, Ob mich, den ich verlor, Der Freund erblicken müsse; Ich lausch und scheide nicht, Bis ich zu schauen meine Sein liebes Angesicht Im wirren Mondenscheine.