Adonis Als Phöbos Apollon dich sah, Adonis, Ergriff seine Seele ein seliger Schmerz. Nicht freute ihn der Gesang der Mysten Und nicht das Opfer im ragenden Heiligtum. Er trat als Bettler staubig vor die Sibylle, Die weissagende, Und sprach: Sage mir das Geschick des Knaben Adonis! Die heiligen Nebel wallten, Die süssen Düfte strömten, Die Pythia sprach: Der Knabe Adonis wird sterben An Liebe, die zu heftig liebt. Da ging der Gott und ging durch die seufzenden Fluren Und schritt in seinen Tempel Unerkannt Und setzte sich auf die steinernen Stufen Und weinte Das bärtige Gesicht wie ein Igel Im Strauchwerk der Hände versteckt. Als er das Antlitz hob, Waren seine Hände Voller Perlen. Hephästos reihte sie Zu einer Kette. Die brachte Hermes dem Knaben, Als er die Ziegen weidete am Taygetos, Und hing sie ihm um den Hals, Die Tränen des Gottes.