Sarpedon Zeus liebte seinen Sohn Den Sohn der Laodamia: Sarpedon: Wie ein Geliebter den Geliebten. Heimlich zuweilen In der Gestalt einer Schlange Lag er bei ihm. Eines Tags begegneten einander Sarpedon und Hyakinthos, Schöne Hirten. Zwischen sie trat Aphrodite Lüstern beider. In den Händen ihre Brüste tragend wie zwei Teller Voll von Früchten. Da stiessen die Jünglinge gegeneinander Wie Geier Mit ihren Lanzen und strohenen Schilden. Auf seinem gläsernen Stuhl Schloss Zeus die Augen, Und eine Träne tropfte aus den Wimpern. Denn keine Macht er hatte über Ananke, Das Schicksal Und den Tod. Die Träne tropfte Sarpedon ins Auge Und machte ihn blind, Dass er der Deckung vergass. Da traf ihn der wütige Feind Ins Zwerchfell, Dass er stürzte Wie eine Fichte am Bergbach. Rot floss der Bach. Tief auf seufzte Zeus, Dass die Erde bebte Und die Sonnenscheibe wie ein Zinnteller Klirrte. Hyakinthos aber umarmte über der Leiche Die girrende Göttin. Am Abend flog Apollon hernieder Und schlug den Leichnam in seinen flatternden Mantel. Er trug ihn an die Gestade des Meeres Und wusch ihn rein von Blut und Staub Und salbte ihn mit Ambrosia. Da nahten flügelrauschend zwei Tauben Schwarz und weiss. Die schwarze Taube setzte sich auf die Schulter de Toten, Die weisse auf den Helm des schimmernden Gottes, Der auf Wolken zum Olympos stieg.