22 Ich fahre mit den Winden, Die fächelnd vor dem Sommer wehn; Wo Klang und Duft sich finden, Kann man mich immer sehn! Des Lebens süßes Schmeicheln Gewann mich neu in seinen Bund, Und nimmer mag ich heucheln: Ich fühle mich gesund. Durch fremde Städt und Auen Trag ich mein Herz voll Sang und Klang; Die Blumen und die Frauen Blühn mir den Weg entlang. Die Blumen brech ich gerne, Sooft mir's eine angetan; Doch sicher aus der Ferne Schau ich die Frauen an. Ich lieb sie insgemeine Wie einen vollen Rosenkranz, 's wär schade, wenn ich eine Entzöge solchem Glanz! Doch fallen hin und wieder Im Wind den Rosen Blätter ab, Die sinken in mich nieder Auf ein verborgen Grab. Da liegt von welkem Schimmer Und Blütenschutt ein dichter Flor, Draus ragt das Grabmal immer Und lieblicher hervor!