5. Tragt mir die Schale fort mit Walderdbeeren! So schmerzlich süße Bilder wecken sie, Daß ich der Tränen kaum mich kann erwehren. Saß nicht beim Nachtisch stets auf meinem Knie Das liebe Kind, mit ungeduld'ger Bitte, Bis ich der Schmeichlerin den Teller lieh? Und dann mit spitzen Fingern aus der Mitte Die schönsten Beeren lesend, immer zwei Für sich erwählte sie, für mich die dritte. Oft zweifelt' ich bei mir, was röter sei, Die Waldfrucht oder meines Kindes Lippen; Was süßer, wußt' ich wohl. Das ist vorbei. Nie wirst du mehr aus meinem Glase nippen, Nie mehr von einem Teller mit mir naschen, Nie mehr, Bachstelzchen, auf dem Schoß mir wippen. Von meiner Zunge nicht hinwegzuwaschen Ist dieser bittre Schmack. Die Süßigkeit Der Welt wird mir im Mund zu Salz und Aschen. Denn wenn ein Mahl begann in Fröhlichkeit, Zum Nachtisch schleicht ein kleiner Gast ins Zimmer Und stellt sich leise bittend mir zur Seit', Und Nacht umdunkelt jeden Freudenschimmer.