Die Perle Nimm, o Freundin, dieser Perlen, Dieser Silbertropfen Band! Denn die Göttin stiller Anmuth Hat Dir selbst sie zuerkannt. Als sie aus des Meeres Wellen Wie ein Traum der Liebe stieg, Kam demüthig eine Muschel, Die sie trug und sittsam schwieg. Wellen hüpften um die Göttin, Weste buhlten um sie her; Aber die gefällig-gute Dienerin gefiel ihr mehr. »Womit soll ich Dich belohnen?« Sprach sie, und vom Silberglanz Ihrer Glieder schwamm die Muschel Silbern schon im Wellentanz. »Nimm den Tropfen meines Haares, Künftig nur der Unschuld Schmuck!« Und der Tropfen ward zur Perle In der Muschel, die sie trug. Ewig jetzt ein Schmuck der Unschuld, Stiller Anmuth selbst ein Bild, Ohne Gaukelei der Farben In bescheidnen Reiz gehüllt, Sehnet sie sich aus der Krone Des Monarchen in das Band, Das der Unschuld Haar umschlinget, Einer Göttin Haar entwandt.