73. Leere einen Becher Weines Der ein volles Men enthält, Und du reissest mit der Wurzel Aus dem Herzen was dich quält. Dieses Herz, erhalt' es offen, Gleich dem Becher voll mit Wein! Wird dein Haupt noch lang verschlossen, Ähnlich einem Kruge, sein? Trinkest du nur erst ein Ritel Aus des Selbstvergessens Krug, Prahl'st du sicherlich dann nimmer Mit des Dünkels Selbstbetrug. Lass dich treten, gleich den Steinen, Doch Gewässern gleiche nie, Denn sie tragen bunte Farben Und am Saum durchnässt sind sie. Binde deines Herzens Fäden An den Wein, und jedenfalls Brich, als Mann, der falschen Tugend Und der Gleissnerei den Hals. Auf denn, und, Hafisen ähnlich, Strebe nur nach dem Genuss, In Ergebung hinzusinken An des Vielgeliebten Fuss!