10. Der du in dem Gau der Schenke Ein bestimmtes Plätzchen hast, Bist der Dschem der eig'nen Zeiten Hast den Becher du erfasst. Der du Tag und Nacht verbringest Mit des Freundes Wang' und Haar, Freue dich: schön ist dein Morgen Und dein Abend schön fürwahr! Du auch der bei'm Herzgeliebten Dir erkohrst die Einsamkeit, Nütze den Moment, den kurzen, Der was du gewünscht, dir beut! Ostwind, die Verbrannten fragen, Harrend an des Weges Rand, Ob vom Freunde, dem verreis'ten, Kunde ward durch dich gesandt? Sag' ihm: »Wenn zur Zeit der Treue Du auch nimmer standhaft bliebst, Will ich dankbar doch erkennen Dass du treulich Härte üb'st.« Ein gar schönes Korn der Wonne Ist dein grünes Maal; allein Was, ach, hast du denn für Netze Dort an seinem Wiesenrain? Aus des Glases Lächelmunde Weht ein Seelenduft mich an: Saug' auch du ihn ein, o Meister, Hast du ein Geruchsorgan. Wenn ein Fremder einen Namen Von dir wünscht, wird's unrecht sein? Hast in dieser Stadt doch heute Einen Namen du allein. Schützen wird es deine Seele Betest viel am Morgen du: Bringt ja auch Hafis, dein Sclave, Wachend seine Nächte zu.