69. Berauscht bin ich vom Glas der Liebe: Darum, o Schenke, bringe Wein, Und füll' das Glas, denn die Gesellschaft Kann ohne Wein nicht glänzend sein! Die Liebe für sein Mondesantlitz Sei von des Vorhangs Hülle frei Du Sänger, lass ein Lied ertönen, Du Schenke, schaffe Wein herbei! Zum Thorring ist mein Wuchs geworden, Auf dass dein Wächter mich hiefür Von diesem Thore fort nicht sende An irgend eine and're Thür. Erwart' ich dein Gesicht zu schauen, Geb' ich nur leerer Hoffnung Raum, Und will ich mich mit dir vereinen, Täuscht mich ein Wahnbild nur, ein Traum. Berauscht bin ich durch jene Augen Doch frägst du jemals wohl nach mir? Erkrankt bin ich durch jene Lippen; Doch wird mir Antwort je von dir? Hafis, wie magst dein Herz du setzen An eines Schönen Wahngebild? Hat je der Glanz des Wasserscheines Den Durst des Durstigen gestillt?