7. O Zipresse spröder Schönheit, Deren Gang so reizend ist! Liebende mit hundert Bitten Nahen dir zu jeder Frist. Dich beglücke deiner Schönheit Ehrenkleid; – seit ew'ger Zeit Wurde dir, Zipressenschlanker, Angepasst der Reize Kleid. Wen die Sehnsucht nach dem Dufte Deines Ambrahaar's beschlich, Brenne wie die Aloe brennet, Aber stelle heiter sich. Durch des Nebenbuhlers Lästern Nimmt mein inn'rer Werth nicht ab, Wenn man auch dem Mund der Scheere Gleich dem Gold mich übergab. Es verbrennt das Herz des Falters, Nahet er dem Kerzenlicht, Und das meine schmilzt, erblick' ich Deine lichte Wange nicht. Dieses Herz, das kreisen lernte Um die Ka'ba deines Gau's, Will nicht nach Hědschās und sehnet Sich nach deinem heil'gen Haus. Frommt es mir, wasch' ich beständig Mich mit Herzensblute rein? Nur in deiner Brauen Nische Kann mein Beten giltig sein. Jener Ssofi, der da gestern Fern von dir den Wein verschwor, Brach sein Wort, sobald er wieder Offen sah der Schenke Thor. Fröhlich naht Hafis dem Kruge, Händeklatschend und berauscht, Weil dem Bechermund er Abends Ein Geheimniss abgelauscht.