[Friede, Friede!] Die an ihro kayserl. Majestät bey denen den 17., 18. und 25. Sept. von der Schuljugend vor Schweidniz vorgestellten Dramatibus abgesungene unterthänigste Gratulation. Friede, Friede! Die Losung ist nun allgemein. Europa steckt die Schwerdter ein, Die Helden sind des Schlagens müde; Drum ruft man in Germanien, Drum schallt es in Italien: Friede, Friede! Fort, Deutschland, dencke stracks auf neue Siegeslieder! Dein Carl, dein Kayser, bringt die göldnen Zeiten wieder, Dein Carl, dein Kayser, schleust nach der erlangten Ruh Noch fester als August des Janus Tempel zu. Ihr Feinde, bücket euch! Der Held von Österreich Führt meine Donnerkeile, Sein Arm regiert den Bliz, Weil ich der Gottheit Siz Mit seiner Herrschaft theile. Mein Carl vermag auf einen Streich Aus Vollmacht von den Göttern Die Feinde zu zerschmettern; Ihr Feinde, bücket euch! Der Adler macht sich zu der Sonne, Wohin der wohlberupfte Hahn Ihm nun und nimmer folgen kan. In Deutschland schwimmt ein Meer voll Wonne, Carl läst sein väterliches Wien An lauter Friedenspforten bauen; Drum soll die Schönheit meiner Pfauen Auch seinen Siegeswagen ziehn. Lebe wohl, Werthes Deutschland, lebe wohl! Nun das Schwerd zur Sichel worden, Nun bey dir das Element Meiner Gottheit nicht mehr brennt, Steht mein nechster Weg nach Norden, Wo ich triumphieren soll; Lebe wohl, Werthes Deutschland, lebe wohl! Was der Vater angefangen, Was der Bruder weit gebracht, Hat der Bruder ausgemacht; Schild und Helm ist aufgehangen. Steigt, ihr Künste, steigt empor! Kommt, ihr Künste, kommt doch wieder! Schlug euch Mavors Wut darnieder, Ach, so zieht euch Carl hervor, Ach, so bringt euch Carl in Flor. Bliz, Donner, Hagel, Rauch und Flammen Verlezt nicht mehr mein Aug und Ohr. Mein Triton reckt das Haupt empor Und ruft der Nymphen Schaar zusammen. Der allgemeine Jubelthon Von hunderttausend Friedenszungen Hat auch mein naßes Reich durchdrungen; Drum schickt sich Amphitrite schon, Zur Danckbarkeit den stolzen Rücken Vor unserm Carl zu bücken. Vergrabt die dickgesäten Leichen, Die man auf meiner Schoos erschlug! Nunmehro soll der sichre Pflug Die Felder ungestört bestreichen. Flieht, eisernen Jahre, flieht eilends davon, Denn unser Saturnus ist Leopolds Sohn. Fort, Deutschland, dencke stracks auf neue Siegeslieder! Dein Carl, dein Kayser, bringt die göldnen Zeiten wieder, Dein Carl, dein Kayser, schleust nach der erlangten Ruh Noch fester als August des Janus Tempel zu. Elysien, das Glücke geht dich an, Das viele Länder jezt genießen, Indem man auf den schnellen Füßen Der Bothen, die am Berge springen, Der Bothen, die vom Friede singen, Die frohe Zeitung lesen kan. Das starcke Feldgeschrey Der donnernden Carthaunen, Der klingenden Posaunen Geht, streicht und fliegt vorbey. Die Lanzen freuen sich, den Reben Pfahl und Stüzen abzugeben, Da der abgedanckte Schild Nichts mehr gilt; Und weil die Trommeln schweigen, So lehrt der Degen müßig gehn, So muß der Degen sich verstehn, Den Schnittern einen Dienst zu zeigen. Fort, Deutschland, dencke stracks auf neue Siegeslieder! Dein Carl, dein Kayser, bringt die göldnen Zeiten wieder, Dein Carl, dein Kayser, schleust nach der erlangten Ruh Noch fester als August des Janus Tempel zu. Ihr Unterthanen, fragt nur nicht, Wer euch dies Lachen zugericht, Wer euch die Ruhe wiedergiebet! Ein Fürst, der euch die Herzen stiehlt, Ein Herr, der euch im Scherz befiehlt, Ein Carl, der euch als Vater liebet. Auf, Schäfer, sammlet eure Schaar, Die bey der Furcht des Krieges flüchtig war, Belägert die verwaisten Hügel, Weil euch kein Feind mehr schröckt, Weil euch des Adlers Gnadenflügel, Weil euch die Sicherheit bedeckt. Weckt, Hirten, weckt die stummen Flöthen Von ihrer Faulheit auf! Last euren Wüntschen freyen Lauf! Verkündigt den Sudeten Den neuen Friedensschluß Und lehret die beredten Wälder Und lehret die betretnen Felder Den Nahmen und den Ruhm Des tapfern Carolus! Fort, Deutschland, dencke stracks auf neue Siegeslieder! Dein Carl, dein Kayser, bringt die göldnen Zeiten wieder, Dein Carl, dein Kayser, schleust nach der erlangten Ruh Noch fester als August des Janus Tempel zu. So viel mein Donner Bliz erregt, So viel mein Vogel Augen trägt, So viel der Rheinstrom Blut gesofen, So viel mein Oelbaum Knospen treibt, So viel mein Strafschwerd Länder stäupt, So viel mein Acker Frucht zu hofen, So vieles Wohlergehn, so vieles Glück und Seegen Soll unsern Carl erfreun, soll unsern Kayser pflegen! Friede, Friede! Die Losung ist nun allgemein. Europa steckt die Schwerdter ein, Die Helden sind des Schlagens müde; Drum ruft man in Germanien, Drum schallt es in Italien: Friede, Friede!