Um Beständigkeit Liebster Heiland, dencke doch, Satan kommt mit neuen Stricken. Erstlich suchte mich sein Joch Durch die Wollust zu berücken, Da die List nichts richten kan, Sezt er mit Verzweiflung an. Mein Gewißen weckt er auf, Läst sich alle Sünd erzehlen, Will mich durch den Lebenslauf Der begangnen Thorheit quälen Und verstärckt mit Höll und Tod Die Gefahr der lezten Noth. Wein und schrey dich stumm und blind! Also schwazt der Seelengeyer. »Vor ein solch verruchtes Kind Hält dein Gott seyn Blut zu theuer, Buße, Beßrung und Gebeth Sind jezt Ohnmacht und zu spät. Doch, mein Heiland, dencke nicht, Daß er unsre Liebe scheide; Meines Glaubens Zuversicht Trozt in deinem Unschuldskleide Satan, Hölle, Tod und Welt, Wenn auch alles bricht und fällt. Wär auch meine Schuld so groß Als des ganzen Volcks zusammen, Sündigt ich auf Gnade los, Hülf ich dich in Tod verdammen, Ja begieng ich noch zur Zeit Aller Laster Mögligkeit, Dennoch suchten Ernst und Reu Dich, du Vorspruch aller Armen, Und versprächen sich dabey Ein gewaltiges Erbarmen. Dein Verdienst gilt ewiglich, Und in dieses hüll ich mich. Klopft die lezte Botschaft an, Geh ich freudig von der Erden; Wenn dein Wort nicht lügen kan, Muß mir Heil und Himmel werden. Kämen auch nur zween hinein, Will ich doch der andre seyn.