Bey einer vertrauten Compagnie in Brieg Drey gelehrt- und treue Brüder Hielten ein Collegium, Sungen frohe Jugendlieder, Gaben Hand und Glas herum Und beklagten ohngefehr, Wie vergänglich alles wär. Was sonst auf den hohen Schulen Fleiß und Müh und Ernst versüßt Und bey Schwermen, Trunck und Buhlen Freyer Geister Handwerck ist, Überlegten sie mit Gram, Weil die Zeit nicht wieder kam. Brüder, sagte darauf einer, Was verloren ist, sey hin! Ist gleich jezt die Freyheit kleiner, Bleibt uns dennoch der Gewinn, Daß man ihr beliebt Confect Durch drey Jahre schon geschmeckt. Freylich beißt es in dem Herzen, Daß uns Zwang und Pöbel quält, Daß die Thoren mit uns scherzen Und das Unglück Pfeile stählt, Ja daß unsre Treu und Fleiß Nirgends Brodt zu finden weis. Aber ach, was will man machen? Das Verhängnüß hat hier Schuld; Last die Ignoranten lachen, Schmiert die Wüntsche mit Gedult Und erwarthet von der Zeit Wohlstand und Zufriedenheit. Unterdes thut der am besten, Wer zu Troz der tollen Welt Bey vergnügt- und klugen Gästen Lustig mit den Fingern schnellt Und sich vor der lezten Nacht Selber gute Tage macht. Haben wir doch nichts zu hofen Als den Tod, das Vatertheil; Unser Grab steht allzeit ofen Und entreißt uns oft in Eil, Und hier sieht man, lernt's verstehn, Keine Stufe rückwärts gehn. Selten bleibt man stets beysammen, Und wir werden auch zerstreut. Niemand wird die Lust verdammen, Die uns dieser Abend beuth; Singt und raucht und denckt daran, Was uns Brieg wohl Guts gethan.