Kantate an den Finanzminister Graf Stadion Sei uns willkommen, freudige Stunde, Sei uns willkommen, herrlicher Tag! Denn du vergönnst zu gestehen dem Munde, Was sonst schweigend im Herzen nur lag. Brechet die Schranken, Stille Gedanken! Und aus des Busens engendem Haus Tretet als feurige Wünsche heraus! Preiset ihn! Preiset ihn! Preiset den Mann, Der Großes will, der Großes kann! Sopran Hofft ihr mit eurem Dank zu seinem Ohr zu dringen, So laut auch euer Lied aus vollem Busen schwoll? Dem täglich Tausende des Jubels Opfer bringen – Nicht achten wird er unsrer Freude schwachen Zoll! Und doch – von süßer Hoffnung ist mein Busen voll. Rings umhüllt von dichten Zweigen, Sitzt ein Vöglein still und stumm, Furcht gebietet ihm zu schweigen, Denn so laut ists rings herum; Darum, während Hymnen steigen, Sitzt das Vöglein still und stumm. Laß dich nicht von Angst betören! Er, der waltet in dem All, Trotz dem Hall von Jubelchören, Mitten durch der Hymnen Schall, Durch den Donnerklang der Sphären Hört er auch die Nachtigall. Bass Und kann er zürnen? Nein! die süße Pflicht zu danken, Sie gibt zu danken auch ein heilig Recht! Und ich wills tun, will laut auch aus es sprechen, Was hier im Innern flammenatmend wallt: Heil ihm! Der mitten in des Lebens Mühn und Drängen Ein Auge noch behielt, ein Vateraug der Kunst; Der mit derselben Hand, die erst noch Rechte wog Und Sicherheit vermählte dem Besitz, Den hingesunknen Dolch gab Melpomenen, Die Flöte wieder legte in Euterpes Hand, Den Fuß entfesselte der jüngsten der Kamönen, Und Saiten wieder in Thaliens Leier band. Duett Schön ist die herrliche Tat! Völker, die zischende Schlangen Markverzehrend umfangen, Preisen, befreiet, die Tat. Aber auch schön ist das Lied! Schmerzdurchstochene Busen Heilen die helfenden Musen, Heilt das versöhnende Lied. Das Gute beut herrliche Kronen! Das Schöne strahlt himmlischen Glanz! Dem Recht sind demantene Thronen! Den Musen ein ewiger Kranz! Drum Heil dem Erdensohne, Dem beide die Kränze geweiht; Des Guten und Schönen Krone Spottet der siegenden Zeit! Tenor Was segnend unsre Lippen auch gesprochen, Es ist ein Hauch, die Winde tragens hin. Doch einer hörts, der nie die Treu gebrochen Der Brust, die ihre Schulden stellt auf ihn; Er hörts, bewahrt es fest und wirds erfüllen, Um unsers Wunsches und um deines Wertes willen. Hoch die Augen empor Und die Hände gehoben! Dem großen Vergelter dort oben Ruf euer flehender Chor! Hoch die Augen empor Und die Hände gehoben! Dem großen Vergelter dort oben Ruf euer flehender Chor! Du, der hoch am Himmelszelt Der Geschicke ehrne Wage Über unsern Häuptern hält, Segne des Geliebten Tage! Mach sie schön wie seine Güte, Wie sein Geist, so kräftig frei; Mach sie reich wie sein Gemüte, Wandellos wie seine Treu! Segne des Geliebten Tage! Mach sie schön wie seine Güte, Wie sein Geist, so kräftig frei, Mach sie reich wie sein Gemüte, Wandellos wie seine Treu! Und nun entschwebe, flüchtige Stunde, Geh zur Ruh, entschlummernder Tag, Der du gewährtest zu sagen dem Munde, Was sonst schweigend im Herzen nur lag. Gebrochen die Schranken Unsrer Gedanken, Aus des Busens engendem Haus Bracht ihr als feurige Wünsche heraus. Preis ihm! Preis ihm! Preis dem Mann, Der Großes gewollt, der Großes getan!