PRINZ INDRA DIE HEIMKEHR Nach den toren von Golkonda Geht ein buntbewegter zug · Aufgeschmückt im festeskleide Wie zum hoffnungsfrohen streite Führen ihn des Rajahs krieger Und wie siegesmelodien Klingts aus pauken und aus flöten Aus fanfaren und drommeten. In der mitte thront erhaben Überm dichten volksgewühl Zwischen schützenden trabanten Auf dem weissen elefanten Er der herrscher von Golkonda In dem fürstlichen ornat · Eine reihe langer jahre Bleichte seine lockenhaare Und das diadem der väter Ruht ihm würdig auf dem haupt. Neben thront zu seiner linken Hehr ein jüngling: freudig blinken Seine dunklen träumeraugen Und in vollem jugendglanz Glühen ihm die schönen wangen Und der mund noch unbefangen. Als der sohn des greisenalters War prinz Indra ganz allein Aus dem frohen kreis der sieben Dem beherrscher nur geblieben. Heute kehrte er zur heimat Aus dem heiligen büsserwald Wo er schon seit frühster jugend Sich geübt in jeder tugend An der hand des frommen siedlers Dem der vater ihn vertraut. Früh riss ihn die alte sitte Schon aus des palastes mitte Ihn ins niedre haus zu senden Zu dem weisen heiligen mann · Dieser lehrt ihn gutes stiften Und der Veden alte schriften Zu verstehn und zu ergründen · Macht mit allem ihn vertraut Was von not war zu erwerben Für den künftigen throneserben. In des jünglings hellem sinne Trug der same reiche frucht. Der gedanken ruhnde geister Weckte früh der kluge meister Und dem prinzen wurden manche Dinge zeitig offenbar ... Da ward er zurückgerufen Zu des höchsten thrones stufen Von dem Rajah dem allmählich Lästig ward der krone druck. Von dem frieden jenes waldes Des so süssen aufenthaltes Von dem teuern lehrer musste Er sich trennen immerdar. Schmerzlich traf ihn erst die kunde Bitter war die abschiedstunde Wogte ihm auch hoffnungsfreudig Tatenstolz die junge brust Die nur glanz und glück und ehren Sich vom schicksal lässt bescheren. Von des heiligen waldes grenze Führt in festlich grossem zug Selbst der vater und gebieter Seinen einzigen sprossen wieder Zu dem heimatlichen hause Zu dem fürstlichen palast · Und das festliche geleite Auf dem thron an vaters seite Sollte ehrend ihn erklären Zu dem künftigen landesherrn. Freudig blickt er auf die menge Und das farbige gedränge An den vater angelehnet · Wie ein frischgepflückter strauss Bunter blumen anzuschauen Neben einem gelblich grauen Reifen ährenbüschel. Glücklich Blickt der vater auf den sohn Der so herrlich sich gestaltet Und der greis die hände faltet. Lauter mischt des volkes jauchzen Hörner und drommetenklang Sich zu Einem jubelchore Und der zug geht durch die tore.