ZEICHNUNGEN IN GRAU FRIEDE Der abend umflattert mich mit schweigsamem flügel Der tag ist hin mit dem heftigen wirbel Dem wilden und unersättlichen treiben. In schneller und planloser jagd Stürzten sich meine gedanken in fülle Die einen die andren verschlingend. Ich seufzte: wann wird der augenblick kommen Dass ich über dieses und jenes noch sinne? Der abend ist eingetreten – stille. Ich bin für mich und ungestört. Nun bieten sich mir reichlich die stunden Doch steh ich da magnetisch gebannt Die augen heftend nach der lampe Die draussen unbestimmt zurückstrahlt Im dunklen spiegel der nacht. Ich will nicht mehr denken .. ich kann nicht mehr: Ich möchte nur meine kniee beugen Gar nichts denken – beinah beten. GELBE ROSE Im warmen von gerüchen zitternden luftkreis Im silbernen licht eines falschen tages Hauchte sie von gelbem glanz umgossen Ganz gehüllt in gelbe seide. Nur lässt sie bestimmte formen ahnen Wenn sich ihr mund zu sterbendem lächeln verzieht Und ihre schulter ihr busen zu leichtem zucken. Göttin geheimnisvoll vom Brahmaputra vom Ganges! Du schienest aus wachs geschaffen und seelenlos Ohne dein dichtbeschattetes auge Wenn es der ruhe müde sich plötzlich hob. DAS BILD Ich wache auf erschreckt in der nacht .. Ich sehe wolken schwarz und riesengross Beständig sich zerfetzen und vereinen Und während eine schar von larven Unsichtbar doch wol zu fühlen Meine erregte lippe zittern lässt Erscheint mir das bild: Heute streift ich es unter vielen .. Im augenblick hat es so tief mich bewegt Von sehnen durchbohrt mich verlassen. Hernach vergass ichs .. die träume selbst Vermochten nicht es aufzuerwecken. Rächend sich und sein recht verlangend Kam es in den ängsten der nacht Mächtig sich noch einmal aufzudrängen. PRIESTER Mit der nebel verschwinden eilen sie Mit dem tag der den deckenden schleier hebt. Beide zeigen untrügliche spuren Von freuden über maass genossen – Zeigen weisen die schnell verraten Wahnsinnigen kuss und umarmung. Priester die selber zum opfer sich bringen Ohne klugen rückhalt sich liefern Den orgien die zerstören und töten! Ihre stirnen spiegel der begierden! Mit jener unleugbaren hässlichkeit Die des lasters majestät ist. Doch sind sie gerechtfertigt beide Denn sie haben ja beide noch Jugendlich haltung und gang .. Unter Ihren langen augenbrauen Brennen noch ungestillte wünsche Um Seine lippen zuckt noch Das lächeln der seligen. GIFT DER NACHT Ich kehre wieder. Die nahe glocke Mit ihren am längsten hallenden schlägen Entlässt den alten tag. Müde sink ich zurück doch ohne schlaf – Träumend allein. Und ich sehe mich wieder als knaben Der die strafe nicht kennt Für wilde gelüste Der hässliche falten nicht kennt Und augen von finsterem glanz .. Mit dem unberührten samt Kindlicher wangen noch! Knabe über das alter hinaus Seltsam bewahrt In frische und jugend Durch der kerzen dampf Und des weihrauchs duft! Und so wollt ich finden Die weise Lasterreiche Mit zerstörenden künsten: Wollte mit offenen armen In mein unheil rennen Wie ein rasender lieben Mich ganz verderben Und bald des todes sein. EIN SONNENAUFGANG Vor kurzem entzündete sich Auf dunklem ofen des himmels Nach kalter winternacht Die neue sonne. Nun zeigt sie sich im ersten leuchten Sie schimmert still. Mit den wolken die sie umflattern Die ihren glanz widerspiegeln Erhellet sie spärlich Die morgendämmerung. Schnell verstärkt sie sich Und die farbigen vorhänge Die ihr zu nah kommen Erfasst und sengt sie. Darauf erfüllt sich Die ganze luft mit grauem Undurchdringlichem rauch. Es wächst und wächst wärme und licht Bis endlich alles – wolken und nebel In unendlicher feuersbrunst Lohend verschlungen werden Und ohne fremde nahrung Durch eigene kraft allein Die flammende scheibe strahlt. WECHSEL Ich sah sie zum erstenmal .. sie gefiel mir nicht: Es ist an ihr nichts schönes Als ihre schwarzen schwarzen haare. Mein mund berührte sie flüchtig eines tags Und sehr gefielen mir ihre haare Und auch ihre hand .. Es ist an ihr nichts schönes Als ihre haare – ja – und ihre feine hand. Ich drückte sie etwas wärmer eines tags Und sehr gefiel mir ihre hand Und auch ihr mund. Heute ist nichts mehr an ihr Was mir nicht sehr gefiele Was ich nicht glühend anbetete. EINER SKLAVIN Da nun das göttliche ziel verschwindet Und des augenblicks flamme Ein bild von lehm verklärt: Da lebhafte schatten von schönem Lang gesammelt und bewahrt Das einst verworfene opfer fordern: Werd ich ihr sagen: schweig! Damit nicht süsser ruf und widerruf Der rede sich entweihe! Dass nicht törichte niedre worte Aus künstlichem himmel mich reissen Zur abwesenheit des heiligen Den ekel fügen .. ich werde sagen: Öffne nie den mund Ausser für küsse und seufzer .. Schweig so wie ich schweigen werde. IN DER GALERIE In der welt der farben beschloss ich Vom staub des alltags mich zu befreien. Ich trete ein. Du gehst die beim ersten anblick Durch deine stirn mir hohes wissen offenbartest Und tiefes urteil durch deine augen. Mit welcher lust hätt ich an deiner seite Die weiten säle durchwandern mögen Unwissend lachen stumpfe blicke Und leeres reden der menge verachtend Und aus den vielen formen bauen mögen Eine einzige mauer von auserlesnem .. Ach warum gehst du? du kennst mich nicht. Ich streife umher unfähig zu geniessen .. In dem weiten hinguss Von fleisch und blau und grün Find ich dein antlitz nicht. LEGENDEN I ERKENNTNIS Es quellen die bäume in sommerahnung. Im wogengehöhlten bette rinnen Nur schmale güsse auf schlängelndem pfade. Hier stürzen im lauf sie von felsen sich nieder Dort einen sie sich in strudelndem bad. Am ufer jugendliche glieder sich dehnen Jungfräuliche blumen danach schmachten Von ihnen geknickt und getötet zu werden. Das haupt des efeben berührt den boden Nur leise stüzt es sein ruhender arm. Sein auge folgt müde dem kieselstein Den reiner beständiger fluten spiel In leuchtenden alabaster schleift. Das luftmeer über der dämmerzone Wo tod und keimbegierde ringen Zu ruh und trägem schlummer stimmt. Mann des glückes! bereits verzweifelnd Fandest du in dem weltengetöse Die Erträumte die Göttliche. Niederem kreis entrissest du sie. Willig in diese einsamkeit Die von wonnen übergossen Und durch fehldinge heilig ist: Zog sie mit dir vereinigt aus Ohne orakel und fluchesgeleit. In deiner hütte wo dich kein wesen Lästigen ansinnen überliefert Kein profanes auge dich reizt Hast du sie ganz – von dir nur geschaut – Dir nur blüht sie und lächelt sie zu. O herber schmerz! grausame enttäuschung! Im paradies das zu pflanzen ich glaubte Erwächst mir unkraut und dornen-gestrüpp. Warum von allem anbeginn schon Wo lusterwartung das sinnen ersticken Und grübelnde blicke blenden sollte Ist mir das widrige denkbild erschienen Das niemals mir zu verwischen gelang? Wie kann ich frieden und lust mich ergeben Wenn unwissend noch zu erfahren ich dürste Ob sie als reine priesterin kam? Denn unerbittlich mit göttinneneifer Verwerf ich sie wenn vor anderem altar Sie opfernd je auf den knieen schon lag. Leise kommt sie den weg erratend Gierig nach seiner nähe zauber Ungesehen von ihm sich vermeinend Der sie gar wol sah und nicht benötet Gleichgültig gebaren zu heucheln. Unschuldig kniet sie zur seite ihm nieder Streift seine haare in flüchtigem kuss. Er emporfahrend: rief ich dich weib? Nahe dich nur wenn ich deiner bedarf!.. Sie erhebt sich – ohne erwidrung – Denn wozu? wenn der lange blick Von verzweiflung vorwurf und scham Ihn nicht rührt. Sie geht hinweg Schmerzhafte mutter aus freudennot. Indessen ich in qualen mich winde Will leichter mühe sie mich erobern .. Sie stellt sich ob meines zornes betrübt Vielleicht auch ist sies weil ihre betörung An mir nicht so leicht wie an andern gelingt. Ja grade die zärtlich schmeichelnden weisen Die ihre schwüre bekräftigen sollen Mit ihrer feinheit und kunst mir verraten: Sie wurde durch die probe erfahren .. Nur gaukelspiel ist ihre kindlichkeit. Und immer noch säum ich .. ein augenblick Vermöchte mich zu versichern .. weshalb nicht Erfass ich den schleier mit forschendem finger? Ich fühle dass ach! noch ein leztes geflacker Von sterbender hoffnung mir bleibt. Ich fürchte den grossen tag zu beschwören Der meinen urteilspruch mir bringt. Ich könnte wol sagen: Unheilvolle Jezt bin ich gewiss dass du mich belogst .. Verachtung dir und verstossung! Doch könnte ich sagen: ich quälte dich Beargwöhnte dich die du wahr gewesen? Ich brüter von schimpflichen gedanken Bezweifelte trotz deiner küsse und tränen Dich aller reine und heiligkeit quell? Ein tag beginnt sein licht zu verteilen. Sie treten beide über die schwelle Vorn ersten vollen scheine geblendet Verändert doch zwiespältiger art: Das weib in himmlischem glanz erstrahlt Er niedergedrückt und verstört. Jezt will er gehen .. ein weibliches wissen Befiehlt ihr ihn nicht zurückzuhalten (Nach ungewohntem ist einsamkeit not Noch flösst das so neue ihm schrecken ein) Sie lässt ihn .. schlecht ihren jubel verhehlend Und schlecht – unselige! deutung findend Für seine miene nach solchem genusse. Sie schaut ihm lange ahnungslos nach Sie süsser und herrlicher jezt. Damit zu voller schönheit und frische Sie wunderbar sich entfalten konnte Bedurfte sie nur der küsse regen Und seliger stunden weckenden tau. Dem wald entgegen durcheilt er die fluren Das herz voll gift und reuezorn: Nun Sinnloser hast du gewissheit! Verderbliches wissen! lästrische probe! Ich war verbrecher vom augenblick an Da ich zum verein an die seite ihr trat Mit einer schandtat kauft ich die lösung. Ach endlich glaubte sie mich besiegt Geheilt von dem übel das sie am meisten Zerquälen musste .. so wonne-erfüllt Bedünkten sie die umarmungen echt Die tierische zuckungen übersüssten Die liebeseingabe sie geglaubt. Da ist der sturzbach .. dunkle wellen Von des gebirges wettern genährt Wälzen sich wo vor kurzem noch friedlich Silberne linien und lachen glissen. Wie er hässlich mein bild mir zurückwirft Fluch mir verheissend wie alle es tun Blumen und fluren und bergesgipfel. Deine klaren wasser bezeugten Meine zager- und dulderstunden. Düstere wogen die heulen und schäumen Machen mir zeichen: sie ziehn mich hinab Dass ich dort meine verdammnis beginne. II FRÜHLINGSWENDE Vor keinem windeszug bebt der hain. In der frühe fiel leiser regen .. Nun rinnt der blätter feuchte zu tropfen Und tränkt die erde in kleinen pausen. Die sonne versucht mit feinen strahlen Der eichen dichtes dach zu durchdringen Ob sie verdächtige sümpfe spähe Bekränzte rinder die mählich verenden Seitenpfade gleitend von blut Und ob der göttlichen fordrung genüge Der flammenden herde steigender rauch. Ein greis in priesterlichem ornate Erscheint im hain .. der Alleingeborene In stolzer gewande beschwerlicher würde Befolgt ihn am arme knabenhaft folgsam. – Es ist sein fest .. der tag ist gekommen Wo beide bilder er schauen soll. Schon seit dem erwachen verkündeten opfer Und alter bräuche glücklicher ausspruch Des hohen lenkers versöhnung und gunst. Im schweigen das grosser handlung vorangeht Gemessen sie zum heiligtum schreiten Wo uralte wipfel zur wölbung sich schliessen: Die stämme mit rätselvollen emblemen. Siehst du die Hehre in männerrüstung? Die wilde kraft entzündenden brauen? Der freigeborene guten samens Empfindet sie und kennt sie für immer. Zum erstenmal schwing die gewaltige axt Die schwacher jugend wesen vernichtet Und fortan ziere dies schwert deine gurt! Der sohn dankt mit gehorsamer zunge Mit kindes unbewusster list Froh weil ahnend dass froh er sein soll. Er erntet umarmung und warmen segen Und lang noch hebt sich stumme sammlung Der beiden beter empor zu der säule. Sie wandeln weiter zum andern tempel. Am eingang stehen holunderbüsche Die bei der berührung wolken wirbeln Und leise lispeln und sündenah: Du bist ein mann nun und kühnen auges Magst du entschleierte reize beschauen .. Sie lohnen mit weichen küssen den starken. Verachte wen stets ihre bande erschlaffen! Ein tor wer ganz ihren spenden entsagt! Des jünglings blicke mit solcher verwirrung Sich vor dem bilde zu boden senken Dass gar die lippe dem lachen feindlich Ein flüchtiges zucken nicht überwand: Wenn heute nach dem freudengelage Der reizenden sklavin atem dich wärmt Dann hast du das scheue pochen vergessen Dann wird auch diese göttin dir klar. Pflichtentbunden entflieht der jüngling Langer riten heiligem zwange Wieder herr seiner wünsche und tritte Freuden zu frönen die lebhaft am morgen Vor ihm gegaukelt und deren erwartung Während der weihen geduld ihm verlieh: Drüben am grünumgitterten weiher Wo er so oft in einsamer freiheit Selig gestalten und taten gesponnen Und auf behaglichem fittich entsandte: Wo der minze blätter ihn locken Strenger duft verborgener bollen Und des schilfes formsames feld. Als er die wiese kürzend durchteilet Gewahrt er nicht Sie noch in sicherer ferne Die lästig oft seine bahnen kreuzte? Und die nach der kindheit albernem spiele Er mied und nie mehr verstehen konnte? Die oft mit worten und mienen ihn störte Ihm ohne bedeutung müssig und quälend Die hinter mütterlichem lächeln Wenn überraschendes auge nahte Den glühenden willen weise verbarg. Wonnejauchzend empfing sie die kunde Dass als Erlesener ihr nun erblühe Was ihre mühe segenlos suchte. Kalter monde mässigem laufe Folgte sie brennend bis endlich erwachte Feiertag! jagender pulse schaffung! Früh hat sie noch des schmuckes entbehrend Lauernd in den geländen geharrt Aus seinen blicken und mienen zu lesen Einmal vor der siegreichen nacht. Die dunkel vom vater verheissene kennt er. Er faltet in schüchternem missmut die stirn. Ich werde sie heut ja gehorsam noch dulden. Was will sie den glücklichen mittag mir rauben Den wol ich verdient nach dem heiligen eifer Mit dem ich der götter wünsche erfüllt Durch lange stunden vor ihren altären? Ihr weichend seine schritte er wendet Und sucht im walde den längeren pfad. Er springt die schattige böschung hinunter Zum lieben orte wo er nur herr ist. Er rastet auf niedergeschlagenen ästen Die hohlen rohre kunstvoll er schneidet Im ruhigen fluss der gedanken froh. Der kommende abend nur trübt ihm den frieden Vor männer händedrücken ihm graut Und vielen ihm unnütz entzogenen silben. Ihn kümmert wenig der festesjubel Und nächtig bei bannendem gelage Der becher und redenden trinker lärm Der würdigen sänge heisere töne Und drauf die hochgepriesenen freuden Die kaum er ahnt die lieber er miede .. Im wasser inmitten der blassgrünen algen Und schwanker zum ufer getriebener blumen Erblickt er nur immer sein eigenes bild. III DER SCHÜLER Dass ich nun bald den höheren grad erringe Versprechen mir die väter die mich lieben Ja ehren und zu manchem rate ziehn. Mir öffnen sich gemach und hof und garten Sowie der dichten schriften nachtgewölbe Die sich den Einfach-Frommen nie erschliessen. Fast bin ich herr wenn auch im zöglingskleid .. Und stolzen pochens hört ich längst das raunen Der beiden Ältesten: dass ich dereinst Die zierde sei der ganzen bruderschaft. In düstren hallen flossen meine tage Bei frommer übung .. und in schwerem sinnen Auf manches dunklen Weisen blatt gebeugt Entschwanden mir die nächte .. unterbrochen Nur hie und da vom lauten festes-chor. Mir klar erschienen alle dinge droben Und hier von einst und jezt mit jener klarheit Wie sie die lehre bringt .. mir ward zum lohn Fern von der menschen sündigem eitlem streben Die friedlichkeit der frommen wo allein Der zweifel blieb: wie solche helle leuchte Nicht alle sterblichen durchdringen müsse. Was bringt nun diese wandlung? doch nicht einzig Mein schweifen in den unbetretenen erkern Wo ich bei manchem seltsamen gerät Den spiegel glänzenden metalls entdeckt Vor dem ich meines eigenen leibs geheimnis Und anderer zuerst bedenken lernte. Auch wäre frevel länger noch zu glauben Dass jenes blonde kind der jüngste schüler Das oft mich mit den grossen augen sucht So gänzlich meinen sinn erschüttern könne. Dann kam die reise .. welch ein wink der fügung! Nur selten merkte ich in meiner zelle Den wandel der gestirne und der jahre Und ob ich gleich durch unsre gärten ging Ich gab nicht acht auf blühen und auf welken .. Ein tiefer freund des denkens fühlt das kaum. Doch dort in andrer luft in andrem land Entdeckt ich als ein andres fluss und flur. Ich sah die hellen und die bleichen himmel Die wälder gaukelten mir bilder vor Und aus dem duft der morgendlichen wiesen Aus ferne winkenden gekrönten mauern Und aus der menschen schritten und gebaren Und ihrer sänge rätselvollem sehnen Erhoben sich mir unbekannte welten. Und als der neue mond die rückkehr heischte Befiel mich eine wilde angst: ich wäre Gegangen nur wie mit verbundnen augen .. Es gäbe glück von dem kein wissen redet Und enge sei die feste welt der lehrer. Ich schlürfte trunken jeden laut von aussen Ich fühlte innres rasen .. meine glieder Als drängten sie zu neuen diensten bebten Und schauerten .. es drang in mich ein hauch Und wuchs zu solchem brausen so gewaltig Und schmerzlich dass ich selbst mich nicht mehr kannte. Ich kehrte heim und hoffte zu genesen In dem gewohnten leben .. rief mir freuden Erhebungen und pflichten alle vor. Auch dachte ich mit fasten und gebeten Zu bannen was vielleicht versuchung war .. Mit doppelter ergebung alle freuend Von denen ich mich täglich mehr entfernte. Mein widerstand bleibt schwach und ohne hilfe Nichts mehr ist hier mir wert – auch nicht dies kleid. Ich folge stumpf den täglichen gebräuchen Und harre nur der stunde wo ich einsam Befreit von allen blicken durch den abend Der blauen ferne meine seufzer sende. Morgen im frührot lass ich diese stätte. Kein wort wird mich entschulden .. von den vätern Ist keiner mir gewiss der es begriffe. Sie hatten meinen dank solang ich weilte. Ich weiss nicht ganz was mich auf einmal so Von ihnen und den früheren freunden trennt Noch welchem nächsten ziel ich mich ergebe. Ich weiss nur dass ich einen ort des friedens Verlasse und vielleicht jezt vielen leiden Entgegengehe .. Doch es treibt mich auf Der alten toten weisheit zu entraten Bis ich die lebende erkannt: der leiber Der blumen und der wolken und der wellen.