2. Schon lichten sich umher Im Buchenforst die Steige, Ein wunderfrischer Hauch Läuft flüsternd durch die Zweige. Und plötzlich dunkelblau, Gleichwie aus Stahl gediegen, Seh' ich dich, heil'ges Meer, Zu meinen Füßen liegen. Sei mir gegrüßt, o Flut, Mit sehnsuchtvollen Schlägen Wie einer Mutter schwillt Dir meine Brust entgegen. Wie oft auf deinem Schoß Hast du gewiegt den Knaben, Wie oft sein kindisch Spiel Geschmückt mit bunten Gaben! Und als der Jüngling dich Gesucht in schweren Tagen, Hast du sein Herz gestählt Zum Tragen und zum Wagen; Hast am Unendlichen Sein endlich Leid ihn messen Gelehrt und im Gesang Des bangen Muts vergessen. O sei mir hold auch heut Und laß mich wie vor Jahren Die Wunder deines Sturms Und deiner Still' erfahren, Daß ich Genesungslust Aus deinem Odem trinke, Und all mein Herzeleid In deinen Grund versinke!