7. Was Empedokles einst mich gelehrt, hier leg' ich es nieder, Wie ich's im eignen Gemüt häufig erwogen behielt: Wandlung ist das Geheimnis der Welt. In steter Entfaltung Unabsehlich gestuft bildet das Leben sich aus. Unter den gröberen Stoffen gebunden zugleich und behütet Dehnt sich der edlere Keim still zur Befreiung empor. Also schläft in der Schale des Ei's das geflügelte Vöglein, So in der Puppe Gehäus reift sich der Schmetterling aus. Und so tragen auch wir umhüllt vom irdischen Körper Schon im Innern den Keim eines veredelten Leibs, Jenen ätherischen Strom, der, über die Nerven ergossen, Flüssig, empfindlich und zart jegliches Glied uns durchdringt. Dieser, sobald in den Staub die verwesliche Hülle zurücksinkt, Strömt mit dem ewigen Teil von der erkaltenden aus, Und nach außen gekehrt, zur Gestalt sich formend, umschließt er Mit durchsichtigem Kleid leicht den unsterblichen Geist, Körperlich zwar, doch zartesten Stoffs, unfaßlich dem Auge, Nur im Schauder vielleicht noch von den Sinnen erkannt. Aber das Neue geleitet alsdann ein verborgener Ratschluß Auf vielstufigem Pfad neuen Entfaltungen zu.