Bey dürrer Zeit Gott, unsre Zuflucht in der Noth Von dem wir täglich Schutz und Brot Gantz überflüßig heben, Durch den die Welt Sich unterhält Mit Nahrung, Geist und Leben, Wir haben wieder mißgethan, Sieh aber uns barmherzig an Und laß Dich Vater nennen, Nicht deinen Muth Wie diese Gluth Des dürren Wetters brennen. Dein Licht die Sonne scheint so heiß, Daß niemand sich zu bergen weis, Wald, Städte, Gärten, Saaten, Gebürg und Thal Muß nicht ohn Qual An ihrem Feuer braten. Wie kläglich steht doch Graß und Laub Es kriegt für Regen dicken Staub, Die Wiesen sind versenget Weil ihre Zier So lang von Dir Nicht worden ist besprenget. Die wilden und die zahmen Thier Und sonderlich dein Erbtheil, wir Sind jämmerlich verkommen. Es wird uns Kraft Und aller Saft Durch Durst und Schweiß genommen. Für großer Dürr und Schmachtigkeit Ist in dem Trank kein Unterscheid, Es muß den Durst uns wehren Was irgend kann Und wüßte man Die Ström auch auszuleeren. Wie wird der großen Hitze Pein So mancher Krankheit Ursach seyn? Was Theurung wird man klagen Wird Dein Gericht O Vater! nicht Erbarmen mit uns tragen. Schleuß den verschloßnen Himmel auf Treib Wolcken über uns zu Hauff Die sanften Regen bringen Und dannenher Auch die Beschwehr Der großen Hitze zwingen. Schau aller Heiden Götzen an, Wer ist der Regen geben kann? Das Heer der Fluth und Flammen Hört dein Geheiß Und tritt mit Fleiß In deinen Dienst zusammen. Du hast uns vormals zugesagt Wenn dürre Zeit und Brand uns plagt, Wir aber vor dir flehen Und Buße thun, Wie eben nun Uns gnädig anzusehen. So komm nun deiner Zusag nach, Verfolgst Du aber noch mit Rach An uns die bösen Thaten, So sitzt Dein Sohn Auf Deinem Tron Der unsrer Noth gerathen. Erhör doch ihn nur, dessen Bitt Uns Herz- und Brüderlich vertritt, So sollen unsre Weisen, Dich wahrer Gott Herr Zebaoth Aus gantzen Hertzen preisen.