Die Ehekämpen 1. Einst zu Turin am Hofe versammelte zum Feste Der Herzog Karl der Dritte gar viele edle Gäste; Man trank in vollen Zügen den rothen Veltlinwein Und rings im Kreise scholl es von lust'gen Neckerei'n. Um eine Tafel saßen sie alle in der Runde, Die sich bereits ergeben dem süßen Ehebunde; Um eine andre Alles, was jung und ledig war – Ein Blumenbeet zu schauen ist nicht so frisch und klar. Herüber und hinüber stritt man mit keckem Sinnen, Ob's besser sei zu freien, ob besser nur zu minnen; Es priesen Frau'n und Männer den schönen Ehestand, Wenn's auch vielleicht im Herzen ein Mancher anders fand. Herr Corsant de la Bresse, der jungen Ritter Blume, Erhob das Glas und sprach: »Es gilt der Freiheit Ruhme! Der Freiheit von dem süßen, doch läst'gen Ehejoch, Sind's auch nur Rosenketten, so bleiben's Ketten doch! »Wir weihen drum den Damen nicht minder heiße Triebe, Doch nur vereint mit Freiheit kann preisen ich die Liebe!« Die jungen Ritter riefen es ihm mit Jubel nach, Es stießen an die Damen, jedoch ein wenig schwach. Herr Simon von Blonay sprang auf mit edler Hitze, Beglückt seit einem Jahre fühlt er sich im Besitze Der schönsten Dame, die er so warm in Lieb' umfing, Daß ihm die kecke Sprache tief durch die Seele ging. »Dies Glas bring' ich der Ehe!« scholl seine Gegenrede, »Und fordre einen jeden mit mir heraus zur Fehde, Der es bezweifeln möchte, ein Ehegatte sei, Weil er ein Weib genommen, nun minder stark und frei! Und würdiger als Jungfrau'n sind diese wohl zu preisen, Die Gattin wir und Mutter von unsern Kindern heißen, Für deren Ruhm und Ansehn bin ich hier allezeit Zu brechen eine Lanze mit jedem gern bereit!« Da klatschten alle Männer, da nickten alle Frauen, Es war der Herr von Blonay gar herrlich anzuschauen; Er hielt die Hand am Schwerte, sein Auge blitzte voll, Ein sieggewohntes Lächeln um seine Lippen quoll. Im Kreis der jungen Ritter stand Corsant ganz so prächtig: »Herr Simon von Blonay,« so rief er jetzo mächtig, »Wir wollen Lanzen brechen mit Euch zu jeder Stund – Ich für den Preis der Freiheit, Ihr für den Ehebund!« Da schlugen in die Hände die jungen Ritter wieder, Allein die jungen Damen, sie blickten schweigend nieder, Von ihnen hätte jede es lieber wohl geseh'n, Er möcht' mit ihr zur Kirche, statt zu dem Kampfe geh'n. Der Herzog hatte stille dem lust'gen Streit gelauschet, Und sah, daß nur zur Kurzweil man solche Fehde tauschet. So mocht' er wohl erlauben, daß ohne Haß und Groll Der Kampf der beiden Ritter sich bald vollziehen soll. Er selber will bestimmen des muntern Kampfs Gesetze, Der ihm und seinem Hofe soll dienen zum Ergötze – Zweimal mit stumpfer Lanze zu rennen Mann gen Mann Wird ihnen erst gestattet, und fünfzehn Gänge dann Zu fechten mit dem Schwerte; wenn sich besiegt sollt' neigen Der Streiter für die Ehe, muß er die Kniee beugen Vor'm Fräulein von Savoyen und ihre Gnad' erfleh'n, Dieweil sie noch bis jetzo ließ alle Freier steh'n, Und vor noch einer Jungfrau, die darf der Sieger nennen, Hat er als überwunden im Staub sich zu bekennen – Doch, wenn besiegt sollt' werden der led'ge junge Fant Hier durch des Ehekämpen geschickte, tapfre Hand, Muß er, o harte Strafe! erst reuig niederfallen Vor ihr, die wohl am meisten gefürchtet war von allen, Zur Dame von Savoyen muß er um Gnade fleh'n – Da möchte jeder lieber vor ihrer Tochter steh'n! Dann mußte noch Herr Corsant, sollt' es so schlecht ihm glücken, Sich, um Vergebung flehend, vor jener Dame bücken, Der Simon von Blonay gereichet seine Hand Und die er einst gefreiet im schönen Schweizerland. 2. Es war am zwölften Mai Um funfzehnhundertvier, Der Herold rief herbei Die Herrn zu dem Turnier. Vorm Schlosse zu Turin Ließ man die Schranke bau'n, Der ganze Hof erschien Der Ritter Kampf zu schau'n. Herr Simon saß gar schlank, In schwarz und rothem Kleid, Auf einem Schimmel blank In edler Männlichkeit. Reich war sein Roß geschmückt, Von Kopf zu Fuß behängt Mit Decken goldgestickt, Von Wohlgeruch durchtränkt. Herr Corsant sprengt herfür Auf einem Rappen wild, Er und sein edles Thier Der kecken Jugend Bild. Sein atlass'nes Gewand War grau und carmoisin, Die Lanze in der Hand Er fast so schön erschien, Als Lucifer, eh' er Den Himmel einst verlor; Manch' Auge stolz und hehr Flog heiß zu ihm empor. Geöffnet ist die Bahn, Es stürmt auf seinem Roß Ein jeder Kämp' heran – Dann dröhnt der Lanzen Stoß. Der Herr von Blonay ward Getroffen auf die Brust, Den Andern stieß er hart Grad' auf das Herz mit Lust. Die Lanzen brechen beid', Die Ritter wanken nicht, Zum zweiten Stoß bereit Sind andre hergericht't. Doch jetzt, o großes Weh! Der Jugend geht es schlimm, Herr Simon von Blonay Rennt an mit solchem Grimm, Daß bei dem ersten Stoß Herr Corsant schon sogleich Hin auf den Boden schoß Mit Sattel und mit Zeug. Da tönte mancher Schrei Aus holdem Frauenmund – Denn als ob todt er sei, So schwer lag er am Grund. Doch war's nicht ganz so schlecht; Schnell sprang er wieder auf, Greift dann zu dem Gefecht An seines Schwertes Knauf. Jedoch sein Kampfgenoß, Ein ächter Held und Mann, Läßt schnell ein ander Roß Ihm führen auf den Plan. Aufs Neu' der Streit entbrennt, Die Klingen kreuzen sich, Sie fechten so behend, So stark und ritterlich, Daß nicht zu zählen mehr Ist ihrer Streiche Zahl, Es klingt als ob ein Heer Sich schlüge auf einmal. Der Herzog winkt, es sei Des Kampfes jetzt genug – Da neigen sich die Zwei Vor seinem Urtheilsspruch. Er sprach: »Herr Simon, Ihr Verdient des Tages Preis, Es stritt für's Eh'panier Wohl keiner noch so heiß. Den schönsten Lohn Euch zollt Dafür der rothe Mund Der Dame süß und hold, Mit der Ihr schloss't den Bund. Und uns'rer Ritterschaft Seid Ihr ein Vorbild heut', Euch ziert nicht blos die Kraft, Auch edle Biederkeit, Die Ihr dem Feind bezeigt, Dem kecken Jugendblut, Das jetzt besiegt sich neigt Für seinen Uebermuth. Auch Ihr, Herr Corsant, traun, Habt Euch als Held gezeigt, Vor allen Herrn und Frau'n Sei Euch dies laut bezeugt. Und merkt es Euch nun fein: Ein Ehemann so treu Kann nicht besieget sein, Weil in ihm kämpfen Zwei. Werft schnell zu Füßen Euch Der Dame von Blonay, Ihr Lächeln anmuthreich Bekehr' auch Euch zur Eh'. Doch nach des Satzes Wort, Wie wir's bestimmt genau, Knie't erst an diesem Ort Vor unsrer hohen Frau!« Er winkte mit der Hand Den Ritter gnädig her. Herr Corsant ruhig stand, Doch war das Herz ihm schwer. Er soll im Staube knie'n Vor einem Frauenbild, Dem keiner noch den Sinn Bis heut erweichte mild. Er sah die Herzogin, Sie saß so grad und lang, Dort unterm Baldachin – Es war ein saurer Gang. Fest ist gepreßt ihr Mund, Das Auge kalt und grau – Er schwört im Herzensgrund: Nie nehm' ich eine Frau! Dann sinket er auf's Knie Und fleht um Gnade lind Sie, und die Damen, die Schon all' vermählet sind. Die strenge Herzogin So stolz und imposant, Sie reicht' zum Kusse hin Ihm gnädig ihre Hand, Und sagte: »Wir verzeih'n; Ihr schmiegt am Ende doch Euch noch geduldig ein Ins läst'ge Ehejoch!« Er neigt sich ohne Wort Und denkt: Wir wollen sehn! Dann möcht' er eiligst fort Zur andern Feindin geh'n. »Herr Simon, sagt mir schnell, Wo Eure Gattin weilt, Damit ich zu der Stell' Kann eilen unverweilt. Daß auch aus deren Mund Verzeihung mich erhebt, Die Euch den Ehebund So zauberhaft gewebt!« »Herr Ritter lieb und werth,« Sprach Simon von Blonay, »Es steht mein trauter Herd Am blauen Lemansee. Zwei Schlösser nenn' ich mein In jenem Paradies, Auf einem muß sie sein, Doch sag' ich nicht gewiß, Ob weilt im Chablais sie, Ob sie schon überm See, Verließ sie Meillerie, Dann sucht sie in Blonay. Dieweil ich fern von ihr, Schenkt' sie mir einen Sohn, Drum ist sie nicht bei mir, Der Frauen Zier und Kron'. Doch hat's so groß nicht Eil', Herr Ritter ruht Euch aus; In einer kleinen Weil' Reit ich mit Euch nach Haus.« Herr Corsant wiegt das Haupt, Der Plan gefällt ihm nicht: »Herr Simon, nein, erlaubt, Daß ich erfüll' die Pflicht, Die mir geboten ist, Damit es schnell vorbei, Es schlägt vor dieser Frist Mir nicht das Herz mehr frei. Erst dann mit frischem Muth Ich neu mich freuen kann, Daß ich ein junges Blut Und noch kein Ehemann!« – Vom Herzog ward in Huld Der Abschied ihm gewährt, Voll heißer Ungeduld Schwang er sich schon auf's Pferd, Als noch der Morgenstern Am dunkeln Himmel stand, Ein Diener nur von fern Folgt' ihm ins fremde Land! 3. Unwegsame, rauhe Pfade mußte nun Herr Corsant zieh'n, Die Gigantenwelt der Alpen thürmt sich furchtbar um ihn hin, Wo der alte Bergesriese geisterhaft das weiße Haupt Kühn und trotzig bis zur Sonne beinah' zu erheben glaubt. Neben ihm mit wildem Donner die Lawine niederkracht, Brausend wälzet sich der Bergstrom durch den tiefen Felsenschacht, Gletscher stürzen in die Thäler, die sich winden schmal und eng Durch die schroffen Bergeswände und der Felsen wild Gedräng. Tagelang zieh'n so sie weiter, seh'n von Menschen keine Spur, Ganz allein im weiten Umkreis dieser mächtigen Natur, Ganz allein auf Bergeshöhen, wo das Echo einzig spricht, Und der Pfiff des Murmelthieres nur das Schweigen unterbricht. Oft den nächsten Schritt verdeckend schwarz der Nebel sie umwallt, Zu dem Abgrund lockt der Schwindel mit dämonischer Gewalt, Trügerisch entweicht dem Fuße oft der Stein, auf dem er ruht – Tausend Schrecken schickt die Wildniß ihrem Feind, der Menschenbrut. Ei, Herr Corsant, einst so muthig mit dem Schwert und dem Pokal, Hier zu überwinden gilt es auch Gefahren ohne Zahl, Und das Naß, das lohnt dem Sieger, ist kein rother Feuerwein, Der Krystall nur ist's der Quelle, sprudelnd aus dem Felsgestein. Doch so keck, wie beim Gefechte, zieht er seinen Weg zumal, Bald hinauf die steile Höhe, bald hinunter in das Thal, Und wie liebt er bald die Reise, mehr als jede träge Ruh' – Tausend ungekannte Freuden, Wildniß, schenkst dem Menschen du, Der sich furchtlos deinem Herzen, deiner stolzen Schönheit naht. Wie beredtsam ist dein Schweigen, wie entzückt dein wilder Pfad! Eben bebte noch die Seele grauserfüllt vor dir zurück, Und zum schönsten Bilde führest du im nächsten Augenblick. Plötzlich tritt der Fuß auf Matten, mit Genzianen blau gestickt, Eben sproßte noch kein Gräslein, jetzt die Alpenrose nickt An den steilen Bergeswänden, die umgrenzen eng und schmal, Eingefaßt von dunkeln Tannen, ein glückselig Alpenthal. Buntgefleckte Kühe weiden würz'ge Kräuter voll von Duft, Leise tönen ihre Glocken durch die frische, reine Luft, Und des Sennen braune Hütte öffnet schon ihr Pförtchen weit, Einen Wandrer zu empfangen, zu bewirthen gleich bereit. Ew'ger Friede scheint zu wohnen in dem engen, stillen Thal, Jede Sehnsucht scheint gestillet, überwunden jede Qual. Ach! wie liegt die Welt so ferne, ihr Geräusch, ihr Kampf und Streit! Selig ist's, sie zu entbehren in so holder Einsamkeit. Und Herr Corsant springt vom Pferde, wirft sich auf den Rasen hin, Fühlte nie so tief beweget sich in seinem spröden Sinn, Alles möchte er vergessen, was ihn stürmisch sonst bewegt, Nimmer mehr dies Thal verlassen, das den Frieden in sich trägt. Rund um ihn in duft'ger Ferne ragt der Alpen Majestät, Sie die Einz'gen auf der Erde völlig wandellos und stät, Alles folgt des Wechsels Zuge, sie steh'n ewig weiß und rein, – Sollen sie ein Bild des Todes, oder treuster Dauer sein? Treuer als der Menschen Herzen, treuer als des Lebens Glück, Strahlen seit dem Schöpfungstage sie der Sonne Gluth zurück, Und wie jetzt sie rosig stehen, angehaucht von ihrem Kuß, Sich Herr Corsant eine Thräne von der Wimper trocknen muß. 4. Manchen Tag noch zog der wackre Reiter Durch der Berge Labyrinth, Bis sie öffnen weiter sich und weiter, Und als einst die Nacht zerrinnt, Als die Morgenlüste frischer schwellen, Schaut er in das offne Land, Wo die blauen, wundersamen Wellen Rollt der Leman an den Strand. Wie ein Traum voll Grausen und Entzücken Hinter ihm die Müh' entweicht, Eine Welt entrollt sich seinen Blicken, Fast an Schönheit unerreicht: Einen duft'gen Zauberschleier weben Lorbeer- und Kastaniengrün, Hinter dem die blauen Fluthen schweben, Zitternd auf und niedersprüh'n. Hat der See den Himmel eingetrunken, Daß er strahlt in solchem Blau? Zu der Erde scheint der hingesunken, Huldigend der hohen Frau, Welche hier an Majestät und Schöne Gleicht der stolzen Juno, wie Sie, damit der höchste Reiz sie kröne, Sich der Anmuth Gürtel lieh. So erhaben und so hold und süße, Den entzückten Blick sie grüßt, Rebenhügel kränzen ihre Füße Und das Haupt die Sterne küßt. Wie sie Segen giebt mit vollen Händen, Zeigt des Menschen friedlich Haus, Hingestreut an allen Hügelwänden, Baumumschattet lugt's heraus. – Doch nicht lang mag jetzt der Ritter schauen, Auf springt er nach kurzer Rast. Eilen muß er zu den holden Frauen, Denn am Ziele ist er fast. Wie der Adler stolz sein Nest nur klebet An den Fels, in Tiefen nie, So auf schroffer Bergwand dort erhebet Sich das Schloß von Meillerie. An der Pforte fraget er beklommen Nach der Dame von Blonay, Schlecht will ihm darauf die Antwort frommen, Daß sie drüben überm See. Kann er immer sich noch nicht entlasten Von der auferlegten Schuld? Einen Kahn sieht er am Strande rasten, Springt hinein voll Ungeduld, Faßt das Ruder an mit starken Händen, Theilt die klare Zauberfluth; Und hinüber nach den Rebgeländen Steuert er sein Schifflein gut. Lustig regt der Brise frisches Wehen Rings ein stolzes Wellenheer, Glänzend rieseln von den Wasserhöhen Weiße Perlen zahllos her. Wie von einem Traumgesicht umgaukelt, Wo sich dränget Bild an Bild, An dem Ufer er vorüberschaukelt, Dem stets neuer Reiz entquillt. Chillon, düstrer noch bei so viel Glanze, Flieht vorbei, das Schattenhaus, Freundlich winkt aus der Kastanien Kranze Montreux's Kirchlein schon heraus. Nun, Geduld noch eine kurze Weile – Vevay's Thürme sind nicht weit, Schon stürmt er heran in mächt'ger Eile, Gönnt am Land sich keine Zeit. Weiter, weiter geht es ohne Säumen Nach dem Schlosse von Blonay, Unterm Schatten von Kastanienbäumen Liegt es droben auf der Höh'. 5. Im Schatten dieser Bäume, Auf weichem grünen Gras Herrn Simon's schöne Gattin Mit ihrer Base saß. Sie hielt ihr junges Kindlein Fest an der jungen Brust, Das dunkle Auge blickte Darauf in sel'ger Lust. Und schwarze Locken wallen Um ihren Nacken klar, Es blühen ihre Lippen, Ein thanig Rosenpaar. Wie die der West umfächelt, So übermüth'ger Scherz Sie schalkhaft stets umlächelt, Frisch, wie ihr frisches Herz. Ihr ganzes Wesen funkelt, Ein blitzender Demant – Jolanthe ist der Perle Anmuth'gem Schmuck verwandt. Um ihre weiße Stirne Lockt golden sich das Haar, Es blickt ihr blaues Auge So hell darein und klar. So deutlich gab sein Schimmer Die reinste Seele kund, Wie man jed' Steinchen siehet Tief auf des Sees Grund. Mit fröhlichem Geplauder Betrügen sie die Zeit – Da rauscht es in den Büschen, Herr Corsant ist nicht weit, Er sieht die beiden Frauen – Ein sonnenhelles Bild, Umrahmt von grünen Zweigen, Umkost von Lüften mild. Das ist ein ander Schauen, Als dort auf dem Turnei! War es denn eine Buße, Zu knie'n vor diesen Zwei? Er mag es nicht erwägen In dem erregten Sinn, Schnell tritt er aus dem Schatten, Knie't vor die Mutter hin. Jolanthe springt erschrocken Hin nach des Schlosses Thor, Frau Bertha hebt gelassen Das schöne Haupt empor. Ihr kluges, dunkles Auge Befraget, eh's erschrickt, – So hat ihn oft beim Jagen Ein Rehlein angeblickt. »Gegrüßt seid, edle Dame,« So sprach Herr Corsant nun, »Verzeiht, daß ich Euch störe In Eurem heitern Thun. Allein, ein arg Verschulden Führt mich zu Euch hierher – Daß sie es selbst muß künden, Das fällt der Zunge schwer. Beim festlichen Gelage Am Hofe zu Turin, Da schmähte ich die Ehe In übermüth'gem Sinn. Mit Eurem edlen Gatten Mußt' ich drum kämpfen gehn, Mußt' mich im Staube lassen Vor'm ganzen Hofe sehn. Stark hat er mich besieget, Beseelt durch Eure Huld – Die Damen dort verziehen Mir gnädig dann die Schuld. Sie auch bei Euch zu sühnen, Kreuzt' ich Gebirg und See. O, wollet mir vergeben, Frau Bertha von Blonay. Daß ich verlacht die Ehe, Wie es mir dort geschehn – Nie hätt's mein Mund gewaget, Wenn Euch das Aug' gesehn!« Wie lachte da Frau Bertha, Als ihr ward solches kund, Daß so gesiegt ihr Gatte Für seinen Liebesbund. Wie schlug ihr Herz voll Freude In heil'ger Wonn' und Lust, Wie drückte sie das Knäblein So glücklich an die Brust. Ihm rann es durch die Adern Gleich dunklem Feuerwein, So hat auf ihn geblicket Auch einst sein Mütterlein Vor langen, langen Jahren, In einer goldnen Zeit, Die fast ihm war entschwunden In dunkle Fernen weit. Noch lag er auf den Knieen Und sah zu ihr hinauf, Da hob sie schalkhaft drohend Den weißen Finger auf. »Ihr seid ein schlimmer Ritter,« So fing sie lachend an, »Und Euch ist Recht geschehen, Daß Euch besiegt mein Mann. Doch wär' ich dort gewesen An jener Tafelrund, Noch härt're Strafe hätte Verkündet Euch mein Mund. Seid Ihr ein Frau'nverächter, Soll's Euer Schade sein – Ich hätt' Euch streng geboten Im Leben nie zu frei'n, Im Arme nie zu wiegen Ein Kindlein liebewarm, Zu leben und zu sterben Am reichsten Glücke arm!« Jolanthe, die zurücke Gekehrt war an den Ort, Erröthete und seufzte Bei diesem letzten Wort. Und auch Herrn Corsant fiel es Gar schwer auf's leichte Herz: »So grausam, edle Dame, Seid Ihr wohl nur im Scherz. Ich komme mit den Jahren Auch noch zum Ehestand, Der Väter Schloß und Erbe Soll nicht in fremde Hand. Doch dies noch muß ich melden, Daß schon in kurzer Frist Herr Simon, Euer Gatte, Zu Euch gekehret ist. Ich sollte mit ihm ziehen, Allein voll Ungeduld Kann ich es nicht erwarten, Bis frei ich meiner Schuld. Drum einmal noch um Gnade Fleh' ich im Staub Euch an, Wollt Ihr mir nicht vergeben, Damit ich fürbaß kann?« »Nein, nein, mein edler Ritter, Bleibt hier nur auf der Stell', Solch unerhört Verbrechen Verzeiht man nicht so schnell. Und meines Gatten Bote Darf ungeehrt nicht geh'n; Herr Simon würde schelten, Ließ' solches ich gescheh'n. Zwar kann ich Euch nicht laden Ins Schloß zu süßer Rast, – So lang mein Gatte ferne, Herberg' ich keinen Gast. Allein auf morgen will ich Erbitten aus dem Land Zum Mahl die Herr'n und Frauen, Die unserm Blut verwandt. So lang will ich's bedenken, Ob man Euch kann verzeih'n; Herr Ritter Felsenherze, Ich lad' Euch höflichst ein!« Herr Corsant sprang vom Boden, Der Scherz war ihm schon recht: »Ihr macht, wohledle Dame, Vom Ritter mich zum Knecht. Ich muß Euch wohl gehorchen, Wie Ihr auch schnöde sprecht; Die Damen an dem Hofe Sind kein so spröd' Geschlecht. Ihr lehret mich auf's neue, Daß gegen Frauenlist Und gegen Frauenwille Nicht aufzukommen ist. Zur Stund' wollt' ich noch kehren Zum Hofe von Turin, Nun muß ich freilich harren, Bis Ihr mir habt verziehn!« Dann neiget er sich grüßend, Sein Auge aufwärts blitzt – Gar lieblich stand Jolanthe, Auf Bertha halb gestützt. Mit eilig raschem Schritte Er dann zum Geh'n sich dreht, Noch einmal rückwärts schauend, Eh' er dem Blick entgeht. Und als er nun in Vevay Sich endlich ruhte aus, Da zogen holde Träume Ihm durch die Sinne kraus. Es schwamm ihm vor den Blicken So wundersam und blau; Sind es die Zauberwellen? Sind's Augen einer Frau? – Frau Bertha aber denket: »Herr Ritter lieb und gut, Du sollst mir schon entgelten Noch deinen Uebermuth!« 6. »Zu leben und zu sterben am reichsten Glücke arm!« Es füllt Jolanthens Seele dies Wort mit stillem Harm, Es tönet in ihr weiter, wie eine Harfe bebet Noch lange, wenn schon ferne die Hand, die sie belebet. Sie steht am Bogenfenster, sieht in die stille Nacht: Im Mondenstrahl erglänzet der Alpen hohe Wacht, Der Mondenstrahl umwebet den See mit goldnen Säumen, Er lockt das arme Herze zum Sehnen und zum Träumen. Und leise, leise ziehet, wie ferner Geisterklang, Jetzt durch des Schlosses Hallen gar lieblicher Gesang: Frau Bertha auf den Knieen vor einem Bettlein lieget, In Schlaf und süße Ruhe ihr holdes Kindchen wieget. Jolanthe, o Jolanthe, sieh' nicht auf dieses Glück, Und vor der Welt da draußen verschließe deinen Blick! Dir kann in Klostermauern nicht die Erinn'rung frommen, Wie selig eine Mutter und die Natur vollkommen. – Sie hat kein Schloß und Erbe, allein, verwaist stand sie, Kaum kannte sie den Vater und Mutterliebe nie, – Die fromme Braut des Himmels, will sie den Schleier nehmen, Sie konnt' es bis zur Stunde noch ohne Schmerz und Grämen. Doch ach! mit einem Male scheint ihr die Welt so hold, Der Freundin Muttername erwärmt wie Sonnengold Der Jungfrau reines Herze – soll sie die nie erwerben, Soll arm am reichsten Glücke sie leben so und sterben? 7. Welch heitres Leben wogte auf dem Schlosse Am andern Tag, ergötzlich war's zu schau'n; Von allen Seiten kamen hoch zu Rosse Herbei die Ritter und die Edelfrau'n. Der Herr von Greyerz stolz, mit reichem Trosse Von seiner Burg zu Oron kam er traun, Der Castellan von Chillon ist erschienen, Und Herr von Tavel selbst ist unter ihnen. Frau Bertha, reich geschmücket zu dem Feste, Umringt von Pagen in der Halle stand, Mit holdem Gruß empfing sie ihre Gäste, Mit heitrem Wort und warmem Druck der Hand; Doch für Herr Corsant hob sie auf das Beste, Zur Tafel durft' er führen sie galant, Als Bote ihres Gatten, der bestellet Bald seine Rückkehr, ward er vorgestellet. Es ging der Becher fleißig durch die Runde, Und neckisch scholl Gelächter rings und Wort, Herr Corsant mußte geben manche Kunde Vom Hofe und dem lust'gen Leben dort. In raschem Flug entschwebte Stund' um Stunde, Doch keiner rückte von der Tafel fort, Als rosig schon der Sonne letztes Strahlen Begann des Sees weites Rund zu malen. Der Ritter war der Frohste wohl von allen, Von seiner Schuld schwieg er wohlweislich schlau; Auch sie ließ nicht ein einzig Wörtlein fallen – Sie hat gewiß verzieh'n, die holde Frau – Und seine Blicke oft hinüber wallen, Wo strahlt Jolanthens Auge treu und blau, Zu Bertha neigt er sich mit leiser Frage, Daß sie ihm, wer die schöne Jungfrau, sage. Frau Bertha sah ihn an mit ernster Miene: »Jolanthe ist es, meine Muhme traut; Zum letzten Mal ist sie bei mir erschienen, Denn bald wird sie dem Himmel angetraut, Bald wird sie ihm allein nur fromm noch dienen Im Kloster d'Orbe als seine keusche Braut. Schwer werd' ich dann die treue Freundin missen, Die ach! auf immer meinem Arm entrissen.« »Wie, edle Dame,« rief er mit Erschrecken, »Wie könnt Ihr dulden solches Thun fürwahr? Der Schleier sollte neidisch bald verdecken Dies blaue Aug', die edle Stirne klar? Es sollte sich die Scheere züngelnd strecken Nach diesem weichen, goldnen Lockenhaar? So holde Rose soll in Schmerz und Trauern Verwelken hinter dumpfen Klostermauern?« Frau Bertha hob die weißen Schultern leise Und spottend zuckt es um den rothen Mund: »Ihr sprecht, Herr Ritter, sehr gelehrt und weise, Doch sagt, was führt Euch her zu dieser Stund'? Warum schickt' Euch mein Gatte auf die Reise? – Kämpft unsre Jugend gen der Ehe Bund, Dann kann den Mägdlein Bess'res nicht geschehen, Als daß sie ruhig in ein Kloster gehen!« Der Ritter beißt sich auf die stolze Lippe, Sie hatte Recht, Herrn Simon's klug Gemahl, Fest sitzt er jetzt auf seiner eignen Klippe; Er muß bereu'n, es bleibt ihm keine Wahl, Sich selbst verklagen hier vor ihrer Sippe – Schnell springt er auf und Allen dort im Saal Hat er mit lauter Stimme dann verkündigt, Warum er kam und wie er sich versündigt. Da gab es Spott und Lachen ohne Ende; Die Männer zwar geriethen fast in Streit, Die Frauen aber klatschten in die Hände Und priesen laut Herrn Simon's Tapferkeit. Der Ritter aber, daß das Spotten ende, Hielt noch einmal zum Reden sich bereit, Er rief, den vollen Becher hoch erhoben: »Geschlagen zwar, muß ich mein Schicksal loben! Wie hätt' ich sonst der Ehre je genossen, Zu sitzen hier an diesem Ehrenplatz? Zu tafeln mit der Schweiz berühmten Sprossen – Ist's meiner Schmach nicht reichlicher Ersatz? Nie rühmt' ich mich so edler Tischgenossen Und es bewährt sich meines Hauses Satz, Der lautet: »Höher stets hinauf!« So steiget Mein Ansehn jetzt durch das, was mich gebenget. Und nur nach diesem will ich jetzt noch streben, In kurzer Frist solch herrlich Weib zu frei'n, Wie mein Besieger, daß mir sei vergeben, Und ich so tapfer dann wie er kann sein!« Er neigt vor Bertha sich, doch im Erheben Blitzt auf Jolanth' sein Aug' in hellem Schein, Daß ihre Wange purpurroth erglühet, Wetteifernd mit der Pracht, die draußen blühet; Die in ein Meer von Rosen hat getauchet Der Berge Häupter und den blauen See, Der Liebe Blick, der Liebe Kuß – er hauchet Hier gleiche Gluth auf Alp- und Wangenschnee. Wie fest sein Blick an diesem Glanz sich sauget – Mit Lächeln sieht's die Dame von Blonay, Dann spricht sie: »Wenn Ihr wollt nach solchem streben, Herr Corsant de la Bresse, sei Euch vergeben!« Er drückt auf ihre Hand des Dankes Zeichen, Noch einmal leeret man die Becher dann, Die Männer freundlich ihm die Hände reichen, Die Damen seh'n ihn triumphirend an. Doch bald die Sterne sich am Himmel zeigen, Der Weg ist weit, zum Abschied rüstet man; Herr Corsant nur allein noch zögernd steht, – Gar viel hat er zu fragen, eh' er gehet! 8. Frisch wie des Gletschers Quelle Hervorspringt in das Thal, Entzückt, daß ihre Welle Begrüßt des Tages Strahl, Und brausend nun zerschläget Ihr Bett von Felsgestein, Nachdem sie sich beweget So lang in Nacht allein; – So frisch und so urkräftig Herrn Corsant es durchwallt, So war in ihm geschäftig Der Liebe Allgewalt; Es sprenget ihre Quelle Mit um so höh'rer Lust Die eigensinn'ge Schwelle Der kalten Felsenbrust. Rasch wollt' er sich erretten Aus seiner Buße Nacht, Nun seufzet er nach Ketten, Die er so oft verlacht. Wo sind der Heimath Sorgen? Was kümmert ihn Turin? Mit jedem neuen Morgen Sieht man zum Schloß ihn ziehn. Dort unter jenen Bäumen, Wo er zuerst sie sah, Geht er in wachen Träumen, Bis sie ihm wieder nah; Bis sie lustwandelnd kommen, Frau Bertha mit dem Kind, Jolanthe zwar beklommen, Das Herz doch frohgesinnt. Zum Seufzen doch und Schmachten Läßt Bertha ihm nicht Zeit, Wollt' er die Lieb' verachten, Fühl' er auch jetzt ihr Leid. Er möcht' so gern ihr sagen, Was tief sein Herz bewegt – Mit tausend lust'gen Fragen Sie stets zurück ihn schlägt. Jolanthe zittert freilich, Wie sie ihn neckt und plagt. »Ihr hattet's doch so eilig, Wann zieht Ihr heim denn, sagt? Warum geht Ihr nicht holen Am Hof des Herzogs dort, Wie ich es doch befohlen, Für Euch ein Weib sofort?« »Weil ich nur hier will minnen«, Herr Corsant drauf entbeut, »Ich streb' mit allen Sinnen Nach einer Schweizermaid.« »Dann bleibet hier nicht stehen, Sonst seid Ihr übel dran, Sie will ins Kloster gehen, Ich hab' schon einen Mann!« »Und doch will hier ich freien, Frau Bertha von Blonay, Trotz Euren Schelmereien Bleib' ich in Eurer Näh'!« Er mochte schon vertrauen Auf seinen Uebermuth, Die Augen dort, die blauen, Sie machen alles gut. Sie sprechen so herzinnig Von süßer Lieb' und Treu', Und flehen doch so innig, Voll zarter Mädchenscheu. »O schweige noch, du Trauter, Daß noch kein Hauch gesteht Der Seele heil'gen Schauder, Der wonnig uns durchweht.« Er muß sich vor ihr neigen In sel'ger Trunkenheit, Dann bringt ihr banges Schweigen Ihm neue Traurigkeit; Aufs neue weilt voll Sorgen Auf ihr sein Sehnsuchtsblick, »Geduld, noch gibt's ein Morgen!« Schaut lächelnd sie zurück. O Knospe junger Liebe, Die sich entfaltet still, Und noch in sprödem Triebe Den Kelch nicht öffnen will, Du gleichst der Alpen-Frauen Erhabner Majestät, So hat bei deren Schauen Ihn Ehrfurcht tief umweht! 9. Und wieder wogt's geschäftig durch die Hallen Des Schlosses, denn des Hauses Herr ist nah, Noch einmal fast so fröhlich hört man schallen Frau Bertha's helles, frisches Lachen da. Voll Eifer eilet sie durch Schloß und Gänge Noch ordnend dies und jenes schnell behend, Herr Corsant stehet bei der Diener Menge Und sieht, wie schön solch Weiberregiment. Und sieht, wie lieblich auch Jolanthe waltet, Kaum hat zu einem Blick sie für ihn Zeit, Wie wird's erst sein, wenn sie als Hausfrau schaltet Auf seinem Schloß so leer und öd' bis heut'. Da tönt der Klang der Hörner durch die Räume; »Herr Simon ist's!« ruft alles hochentzückt; – Bald unterm Dach der alten, treuen Bäume Hält Weib und Kind er an die Brust gedrückt. Und hinter ihnen, purpurübergossen, Jolanthe steht, Herrn Corsant an der Hand, Fest hält er die in seine eingeschlossen, Heut' bleibt er Sieger ohne Widerstand. »Willkommen, Ritter,« ruft mit lautem Lachen Herr Simon, »hier im Schlosse von Blonay, Ihr habt vollführt die aufgetragnen Sachen Schon bis zum Allerletzten wie ich seh'!« Und Bertha drauf: »Noch tapfrer im Besiegen Sind wir, mein Herr: Du warfst ihn in den Staub, Doch wir erobern, und so hat verstiegen Er sich sogar zu frechem Klosterraub!« Herr Simon küßt Jolanthe auf die Wangen: »Ei, Jungfräulein, was ficht dich plötzlich an, Wie trugst du nach dem Kloster heiß Verlangen, Jetzt nimmst du statt des Schleiers einen Mann?« Der Ritter schaut frohlockend um im Kreise: »Ihr seht, ich bin besieget nicht allein, Doch, Heil der Schmach! Heil meiner weiten Reise, Die her mich führt', solch' lieblich Kind zu frei'n. Herr Simon, gebt zur Gattin mir Jolanthe, Auf meinen Uebermuth seht nicht zurück! Sie und Frau Bertha schnell den Sinn mir wandte, Ich zweifle nicht mehr an der Ehe Glück!« »Nun seht, wie trefflich ich an Euch gehandelt, Daß ich Euch Arm und Beine fast entzweit; So sei ein jeder Ketzer umgewandelt, Der zweifelt an der Ehe Herrlichkeit! Nehmt meinen Segen und, Jolanthe, flöße Ihm immer solches Liebesfeuer ein, Daß er beweise flugs durch Hieb und Stöße, Wie schön es ist, ein gutes Weib zu frei'n, Wenn wieder kommt ein Ritter, so ein kecker, Der von des Hauses Glück nichts weiß und kann, Zu Boden schlag' er erst den kühnen Necker Und schick' ihn in der Frauen Schule dann!« Noch einmal Bertha in den Arm er schließet, Und auch Herr Corsant kann nichts Bess'res thun, Ob auch der Thräne Perle hell ergießet Sich aus Jolanthens schönem Auge nun. Er küßt sie fort, die Zeichen süßer Wonne, Daß bald es wieder lächelt hell und blau, Wie heiß und durstig trinkt der Strahl der Sonne Vom Kelch der Rose weg den Morgenthau. Dann geht's hinein zur frohen Tafelrunde, Doch nur ein einz'ger Trinkspruch wird gebracht, Herr Simon rief ihn aus mit stolzem Munde – Der Gattin galt's, die ihn so stark gemacht! O hoffen wir, daß auch in unsern Zeiten Noch so beglückend ist das Band der Eh', Daß jedem, der es spöttisch will bestreiten, Wird solch ein Feind wie Simon von Blonay!