Das Grab 1835. Steh hier still, hier wächst der Baum Schon mit Blättern grün und voll, Der des letzten Schlummers Traum Freundlich dir umschatten soll. Schau' ihn an, er ist so grün, Nickt so lustig in die Welt, Rote Rosen ihn umblühn, Von der Maienluft geschwellt. Welch ein Schimmer! Welch ein Duft! Horche, wie der Morgen klingt, Wie der Kuckuck unten ruft! Wie die Lerche oben singt! Und dies Leben rosenrot, Diese Wonne liederreich Wäre graulich, und der Tod Hätte hier sein düstres Reich? Nein, ihr Rosen, nein, du Baum, Der mich einst umsäuseln wird, Nein, du Vöglein, das den Traum Dieses Schlafes einst umschwirrt, Nein, ihr Maienlüftchen süß, Die ihr mit den Blumen kost, Hier blüht wieder Paradies, Das nicht Sturm noch Flut umtost. Wachse denn, du grüner Baum, Wachset, Rosen, zum Gebüsch, Mit dem vollen Frühlingstraum Duftet um mein Bette frisch; Liebe, hüte dieses Grab, Hoffnung, winde drum dein Grün, Und so laßt mich bald hinab In die sel'ge Stille fliehn.