Bundeslied 1815. Sind wir vereint zur guten Stunde, Wir starker, deutscher Männerchor, So dringt aus jedem frohen Munde Die Seele zum Gebet hervor: Denn wir sind hier in ernsten Dingen Mit hehrem, heiligem Gefühl; Drum muß die volle Brust erklingen Ein volles, helles Saitenspiel. Wem soll der erste Dank erschallen? Dem Gott, der groß und wunderbar Aus langer Schande Nacht uns allen In Flammen aufgegangen war, Der unsrer Feinde Trotz zerblitzet, Der unsre Kraft uns schön erneut Und auf den Sternen waltend sitzet Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wem soll der zweite Wunsch ertönen? Des Vaterlandes Majestät! Verderben allen, die es höhnen! Glück dem, der mit ihm fällt und steht! Es geh', durch Tugenden bewundert, Geliebt durch Redlichkeit und Recht, Stolz von Jahrhundert zu Jahrhundert, An Kraft und Ehren ungeschwächt! Das dritte, deutscher Männer Weide! Am hellsten soll's geklungen sein! Die Freiheit heißet deutsche Freude, Die Freiheit führt den deutschen Reihn, Für sie zu leben und zu sterben, Das flammt durch jede deutsche Brust, Für sie um großen Tod zu werben, Ist deutsche Ehre, deutsche Lust. Das vierte – Hebt zur hehren Weihe Die Hände und die Herzen hoch! – Es lebe alte deutsche Treue! Es lebe deutscher Glaube hoch! Mit diesen wollen wir's bestehen, Sie sind des Bundes Schild und Hort: Fürwahr es muß die Welt vergehen, Vergeht das feste Männerwort. Rückt dichter in der heil'gen Runde Und klingt den letzten Jubelklang! Von Herz zu Herz, von Mund zu Munde Erbrause freudig der Gesang! Das Wort, das unsern Bund geschürzet, Das Heil, das uns kein Teufel raubt Und kein Tyrannentrug uns kürzet, Das sei gehalten und geglaubt!