Sie sehnt sich nach der ewigen Herrlichkeit 1 Wie schön bist du, mein Leben und mein Licht, Wie lieblich ist dein holdes Angesicht! Wie hoch begierlich ist die große Freud und Wonne, Die man in dir genießt, du ungeschaffne Sonne. 2 Mein Herze seufzt und sehnet sich nach dir, Den Geist verlangt mit schmerzlicher Begier. Wer wird mir endlich doch, daß ich dich schaue, geben Und meine Blödigkeit in deinen Glanz erheben. 3 Wie herrlich ist dein göttliches Palast, Das du in dir zu deiner Wohnung hast! Warm werd ich dermaleinst in deinen Tempel gehen Und deiner Majestät allda zu Diensten stehen. 4 Wann werd ich dir mit englischem Gesang Für deine Treu erzeugen Lob und Dank? O meines Herzens Gott, wann werd ich dich dort oben Mit deinen Heiligen in ewgem Jubel loben! 5 Ach, daß ich doch mich noch nicht soll erfreun Und dir daselbst das Halleluja schrein! Wann werd ich denn vor dich mein arme Seele bringen Und deiner Würdigkeit das ewge Sanktus singen? 6 O wahrer Trost, wann wird es denn geschehn, Daß ich dich werd ohn alles Mittel sehn? Wann werd ich, wie du bist, dich schauen und empfinden Und in dich, süße Flut, zerfließen und verschwinden. 7 Wer ist dir gleich, wer ist so groß als du? Wer sitzt so stolz in ewger Freud und Ruh? Wer weiß den Überfluß der Reichtümer zu schätzen, Mit welchen du mich wirst in Ewigkeit ergätzen. 8 Du bist allein mein ewges Freudenmeer, Bist all mein Gut und was ich nur begehr. Ich werde mich an dir nicht satt genugsam sehen, Wenn deiner Herrlichkeit Eröffnung wird geschehen. 9 Wird auch mein Geist in ihm sein zu der Zeit, Wenn ich, o Gott, werd eingehn in die Freud? Werd ich auch von mir selbst vor großer Wollust wissen, Wann deiner Gottheit Strom in mich sich wird ergießen? 10 Ach, es vergeht mir jetzt schon Kraft und Sinn Und mein Gemüt ist aus mir nach dir hin. O wonnigliches Gut, zeuch doch mein ganzes Wesen In deinen Abgrund ein, so bin ich wohl genesen.