1814, 10. October. Über Georg Moller Die Sache mit Moller macht sich ganz gut; vor allem weicht der neu aufgefundene Riß [des Kölner Dom] nur ganz wenig von dem alten Kupferstich ab, das Wichtigste aber ist, daß er wie der Kupferstich selber von dem bereits ausgeführten Theil wesentlich abweicht, und daß alle Abweichungen vom Riß an dem Gebäude wahre Verbesserungen sind, die der Meister während dem Bau angebracht hat. Moller bietet mir [Sulpiz Boisserée] an, den Riß zur Veränderung meiner Hauptfaçade zu benutzen, und fragt mich, wann ich deshalb hierher kommen wolle. Sonst aber hat ihm der Himmel in den Sinn gegeben, diesen ganzen 13 1/2, Fuß langen Riß so, wie er ist, stechen und als Supplement zu meinem Werk erscheinen zu lassen. Goethe lachte von Herzen, als ich ihm diese Botschaft brachte. »Nun Gott sei Dank!« sagte er, »daß der Kerl doch bloß absurd und nicht boshaft ist; ich fürchtete, er würde mit seinem Riß hinter dem Berg halten und nachher chicaniren wollen. Jetzt ist mir ein schwerer Stein vom Herzen. Lassen Sie ihn nur machen und bestärken Sie ihn nur in seinem Vorsatz; wer wird ihm denn einen so ungeheuern, so schwer verständlichen halben Riß abkaufen wollen.«