42/50. An Carl Cäsar von Leonhard Wie sehr wünschte ich, daß Ew. Hochwohlgeboren Zeuge seyn könnten, auf welchen Grab Ihr neulichst übersendetes, so vorzüglich gearbeitetes Werk mir zu Nutz bringe; vielmehr ich sagen, wie durch dessen Erscheinung Liebe und Lust an der werthen Mineralogie auf's neue belebt worden, Sie würden den Dank, den ich Ihnen in Gesellschaft Herrn Sorets widme, alsdann zu eigenem und unserem Vergnügen unmittelbar aufnehmen. Die Übersendung des durch Naturgluthen so merkwürdig veränderten Sandsteins erkenne mit vorzüglichem Dank. Dürfte ich gelegentlich um noch ein paar Exemplare bitten, auch von dem begleitenden Basalt und wo möglich an der Stelle der Berührung. Am meisten würden Sie mich verbinden, wenn eine Zeichnung dieser Localität beygefügt werden könnte, wie ich denn auf den zugesagten näheren Bericht und auf die Schilderung der Rhön-Phonolithe höchst verlangend bin. Mannichfaltige sonstige Beschäftigungen, besonders die Herausgabe meiner sämmtlichen Werke, ziehen mich leider von den Naturstudien ab; deshalb es eine wahre Wohlthat ist, mich durch neue Sendung und Anregung wieder dahin zu führen. Und wer könnte dieß besser als Sie, dem so vieles Wichtige zu Gebot steht Leid genug thut es mir, daß meine Correspondenz über dergleichen Gegenstände nach allen Seiten hin stockt und ich deshalb gar vieles entbehre. Bleiben Sie Jedoch meines unverbrüchlichen Antheils versichert, wenn er sich auch nicht, wie er sollte, von Zeit zu Zeit in Äußerungen lebendig erweist. Der Postwagen bringt eine Medaille, die ich zu meinem Andenken geneigt aufzubewahren bitte. Meinen besten Dank und die Versicherung unwandelbarer Anhänglichkeit wiederholend Am 13. Februar 1827. Goethe.