11/3338. An Friedrich Schiller Gleich, nachdem ich Ihren ersten Brief erhalten hatte, fing ich an Ihnen etwas drauf zu sagen, nun überraschen mich, in meinen wahrhaft irdischen Geschäften, Ihre zwey folgenden Briefe, wahrhaft als Stimmen aus einer andern Welt, aus die ich nur horchen kann. Fahren Sie fort mich zu erquicken und aufzumuntern! Durch Ihre Bedenken setzen Sie mich in den Stand das achte Buch, sobald ich es wieder angreife, zu vollenden. Ich habe schon fast für alle Ihre Desideria eine Auskunft, durch die sich, selbst in meinem Geiste, das Ganze auch an diesen Punkten mehr verbindet, wahrer und lieblicher wird. Werden Sie nicht müde mir durchaus Ihre Meinung zu sagen und behalten Sie das Buch noch diese acht Tage bey sich. Was Sie von Cellini bedürfen bringe ich indeß vorwärts, ich schreibe Ihnen nur summarisch was ich am achten Buche noch zu arbeiten denke, und alsdann soll die letzte Abschrift Anfang August aus unsern Händen seyn. Ihre Briefe sind jetzt meine Einzige Unterhaltung und wie dankbar ich Ihnen sey das Sie mir so aus einmal über so vieles weghelfen, werden Sie fühlen. Leben Sie recht wohl und grüßen Sie die liebe Frau. Weimar den 5. Juli 1796. G.