6/1614 a . An Carl Christian von Herda Hochwohlgebohrner insonders hochzuehrender Herr Als Ew. Hochwohlgeb. gefälliges Schreiben bey mir einlief, war man eben Fürstl. Kammer mit den Aufschlägen beyder allenfalls zu verkaufender Güter Osmannstädt und Neumark fertig geworden. Derienige dem diese Arbeit übertragen war, glaubte zwar, indem er sie, wie sie hier beyliegen, ausarbeitete, seiner Pflicht gemäs zu handeln; allein man fand doch bey näherer Durchsicht mehrerer Pertinenzien die er zu hoch angeschlagen. Sie sollen also gegenwärtig sowohl als die beygefügte Beantwortung der von dem Herrn von Riedesel aufgesetzten Punkten, vorzüglich dazu dienen, um die Kauflustige von der wahren Beschaffenheit beyder Güter auf das genauste zu unterrichten. Dagegen will man eine weit gemäßigtere und dem Ertrage zu 4 p. C. sich näherende Forderung thun, und zwar für das Gut Osmannstädt 45000 Thaler und für das Gut Neumark 40000 Thaler verlangen. Man hofft daß die Herren Käufer bey näherer Erkundigung sich überzeugen werden, daß diese Forderungen in der Art seyen, daß darauf ein beyden Theilen vortheilhafter Handel geschloßen werden könne. Sollte es dem Herrn von Riedesel wichtig seyn, gedachte Güter, welche eigentlich bisher Mannlehn gewesen, als Sohn und Tochter-Lehn zu besizen, so würde man wegen der Veränderung der Lehnsqualität sich noch besonders vergleichen können. Haben Ew. Hochwohlgeb. die Güte dieses Geschäft sich zu weiterer Beförderung angelegen seyn zu laßen und mir gelegentlich von dem Erfolge einige gefällige Nachricht zu ertheilen. Der ich mich mit vollkommener Hochachtung unterzeichne Ew. Hochwohlgeb. gehorsamer Diener Weimar den 7 Nov. 1782. J. W. Goethe.