44/26. An den Großherzog Carl August Ew. Königlichen Hoheit lege das schon früher angekündigte, nunmehr angelangte dritte Heft von Dr. Pohl, Flora brasiliensis schuldigst vor, und die Fortsetzung wird allerdings zu erwarten seyn. Die Resolution jedoch wegen der andern in dem v. Schreiberischen Briefe angebotenen Werke und des zu entrichtenden Vorschusses werden Höchst Dieselben wohl durch Geh. Hofrath Helbig an mich gelangen lassen. Von Christiania ist denn auch Nachricht wegen des fraglichen Seeungeheuers eingegangen; es zeigt sich daraus daß es auf einer vor vierzig Jahren umhergegangenen Sage beruhe, die in der neuern Zeit wieder aufgefrischt worden. Auszug aus einem Briefe des Herrn Reinhard zu Christiania: »'Das was ein gewisser Herr Moe hier in unserm Hause erzählte, nämlich es sey seinem Onkel, einem Schiffscapitän hier, in der Nordsee begegnet, daß ein solches Ungeheuer sich über den Hintertheil dessen Schiffs geworfen und solches beynahe zertrümmert habe, gründet sich leider auch nur auf eine mündliche Aussage von Zeugen, die längst verstorben sind, während jedoch behauptet wird, daß bey der Ankunft des Schiffs in England die Mannschaft darüber eine eidliche Aussage gemacht habe, welche zu erlangen nach einem Verlauf von beynahe vierzig Jahren nun freylich unmöglich ist.' Wollten Sie wohl diesen Umstand zur Kenntniß seiner Königlichen Hoheit bringen? Ich denke, wenn wirklich eine Aussage gemacht wurde, so möchte sich in den Philosophical Transactions eine Spur davon finden.« Verehrend, gegenwärtige Mittheilung beeilend unterthänigst Weimar den 16. März 1828. J. W. v. Goethe.