1. [Wir harren nicht mehr ahnungsvoll]Erstes BuchGedichte (Ausgabe 1885)GedichteStorm, TheodorVor Tag

Vor Tag

1.

Wir harren nicht mehr ahnungsvoll
Wie sonst auf blaue Märchenwunder;
Wie sich das Buch entwickeln soll,
Wir wissen's ganz genau jetzunder.
[152]
Wir blätterten schon hin und her
– Denn ruchlos wurden unsre Hände –,
Und auf der letzten Seite sahn
Wir schon das schlimme Wörtlein Ende.
2. [Und geht es noch so rüstig]1. [Wir harren nicht mehr ahnungsvoll]Erstes BuchGedichte (Ausgabe 1885)GedichteStorm, TheodorVor Tag

2.

Und geht es noch so rüstig
Hin über Stein und Steg,
Es ist eine Stelle im Wege,
Du kommst darüber nicht weg.
3. [Schlag erst die Stunde, wo auf Erden]2. [Und geht es noch so rüstig]1. [Wir harren nicht mehr ahnungsvoll]Erstes BuchGedichte (Ausgabe 1885)GedichteStorm, TheodorVor Tag

3.

Schlag erst die Stunde, wo auf Erden
Dein holdes Bildnis sich verlor,
Dann wirst du niemals wieder werden,
So wie du niemals warst zuvor.
4. [Da diese Augen nun in Staub vergehen]3. [Schlag erst die Stunde, wo auf Erden]2. [Und geht es noch so rüstig]1. [Wir harren nicht mehr ahnungsvoll]Erstes BuchGedichte (Ausgabe 1885)GedichteStorm, TheodorVor Tag

4.

Da diese Augen nun in Staub vergehen,
So weiß ich nicht, wie wir uns wiedersehen.