Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Friedrich Hölderlin
[Gedichte 1784–1800]

[1] Dankgedicht an die Lehrer

Uns würdigte einst eurer Weisheit Wille,
Der Kirche Dienst auch uns zu weihn,
Wer, Brüder, säumt, daß er die Schuld des Danks erfülle,
Die wir uns solcher Gnade freun?
Froh eilt der Wanderer, durch dunkle Wälder,
Durch Wüsten, die von Hitze glühn,
Erblickt er nur von fern des Lands beglückte Felder,
Wo Ruh und Friede blühn.
So können wir die frohe Bahn durcheilen,
Weil schon das hohe Ziel uns lacht
Und der Bestimmung Sporn, ein Feind von trägen Weilen,
Uns froh und emsig macht.
Ja, dieses Glück, das, große Mäcenaten,
Ihr schenkt, soll nie ein träger Sinn
Bei uns verdunkeln, nein! verehren Fleiß und Taten,
Und Tugend immerhin.
Euch aber kröne Ruhm und hohe Ehre,
Die dem Verdienste stets gebührt,
Und jeder künftge Tag erhöhe und vermehre
Den Glanz, der euch schon ziert.
Und was ist wohl für euch die schönste Krone?
Der Kirche und des Staates Wohl,
Stets eurer Sorgen Ziel. Wohlan, der Himmel lohne
Euch stets mit ihrem Wohl.
M.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[1]

M.G.

Herr! was bist du, was Menschenkinder?
Jehova du, wir schwache Sünder,
Und Engel sinds, die, Herr, dir dienen,
Wo ewger Lohn, wo Seligkeiten krönen.
Wir aber sind es, die gefallen,
Die sträflich deiner Güte Strahlen
In Grimm verwandelt, Heil verscherzet,
Durch das der Hölle Tod nicht schmerzet.
Und doch, o Herr! erlaubst du Sündern,
Dein Heil zu sehn, wie Väter Kindern,
Erteilst du deine Himmelsgaben,
Die uns, nach Gnade dürstend, laben.
Ruft dein Kind Abba, ruft es Vater,
So bist du Helfer, du Berater,
Wann Tod und Hölle tobend krachen,
So eilst als Vater du zu wachen.
Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[2]

Die Nacht

Seid gegrüßt, ihr zufluchtsvolle Schatten,
Ihr Fluren, die ihr einsam um mich ruht;
Du stiller Mond, du hörst, nicht wie Verleumder lauren,
Mein Herz, entzückt von deinem Perlenglanz.
Aus der Welt, wo tolle Toren spotten,
Um leere Schattenbilder sich bemühn,
Flieht der zu euch, der nicht das schimmernde Getümmel
Der eitlen Welt, nein! nur die Tugend liebt.
Nur bei dir empfindt auch hier die Seele,
Wie göttlich sie dereinst wird sein,
Die Freude, deren falschem Schein so viel Altäre,
So viele Opfer hier gewidmet sind.
Weit hinauf, weit über euch, ihr Sterne,
Geht sie entzückt mit heilgem Seraphsflug;
Sieht über euch herab mit göttlich heilgem Blicke,
Auf ihre Erd, da wo sie schlummernd ruht....
Goldner Schlaf, nur dessen Herz zufrieden
Wohltätger Tugend wahre Freude kennt,
Nur der fühlt dich. – Hier stellst du dürftig schwache Arme,
Die seine Hülfe suchen, vor ihn hin.
Schnell fühlt er des armen Bruders Leiden;
Der arme weint, er weinet auch mit ihm;
[3]
Schon Trost genug! Doch spricht er, gab Gott seine Gaben
Nur mir? nein, auch für andre lebe ich. –
Nicht von Stolz, noch Eitelkeit getrieben,
Kleidt er den Nackten dann, und sättigt den,
Dem blasse Hungersnot sein schwach Gerippe zählet;
Und himmlisch wird sein fühlend Herz entzückt.
So ruht er, allein des Lasters Sklaven
Quält des Gewissens bange Donnerstimm,
Und Todesangst wälzt sie auf ihren weichen Lagern,
Wo Wollust selber sich die Rute hält.
An M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[4]

An M.B.

O lächle fröhlich unschuldsvolle Freuden,
Ja, muntrer Knabe, freue dich,
Und unbekümmert, gleich dem Lamm auf Frühlingsheiden,
Entwickeln deine Keime sich.
Nicht Sorgen und kein Heer von Leidenschaften
Strömt über deine Seele hin;
Du sahst noch nicht, wie tolle Toren neidisch gafften,
Wann sie die Tugend sehen blühn.
Dich sucht noch nicht des kühnen Lästrers Zunge:
Erst lobt sie, doch ihr Schlangengift
Verwandelt bald das Lob, das sie so glänzend sunge,
In Tadel, welcher tödlich trifft.
Du glaubst mir nicht, daß diese schöne Erde
So viele Unzufriedne trägt,
Daß nicht der Welt, der dich der Schöpfer gab, Beschwerde,
Nur eigner Kummer Seufzen regt.
So folge ihr, du edle gute Seele,
Wohin dich nur die Tugend treibt,
Sprich: Welt! kein leerer Schatten ists, das ich mir wähle,
Nur Weisheit, die mir ewig bleibt.
Der UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[5]

Der Unzufriedne

Deformis aegrimonia.

Horat.


»Schicksal! unglücksvolle Leiden
Heißt du Sterblichen die Freuden,
Die die steile Laufbahn hat,
Grausam rauben. Bange Tränen,
Die sich nach der Bahre sehnen,
Zu erzwingen ist dein Rat.«
Der nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Der nächtliche Wanderer

Hu! der Kauz! wie er heult,
Wie sein Furchtgeschrei krächt.
Erwürgen – ha! du hungerst nach erwürgtem Aas,
Du naher Würger, komme, komme.
Sieh! er lauscht, schnaubend Tod –
Ringsum schnarchet der Hauf,
Des Mordes Hauf, er hörts, er hörts, im Traume hört' ers,
Ich irre, Würger, schlafe, schlafe.
Das ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[6]

Das Erinnern

Viel, viel sind meiner Tage
Durch Sünd entweiht gesunken hinab.
O, großer Richter, frage
Nicht wie, o lasse ihr Grab
Erbarmende Vergessenheit,
Laß, Vater der Barmherzigkeit,
Das Blut des Sohns es decken.
Ach wenig sind der Tage
Mit Frömmigkeit gekrönt entflohn,
Sie sinds, mein Engel, trage
Sie vor des Ewigen Thron,
Laß schimmern die geringe Zahl,
Daß einsten mich des Richters Wahl
Zu seinen Frommen zähle.
AdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[7]

Adramelech

Adramelechs Grimm erwachte, des Höllenbewohners:
Hölle, sinke tiefer hinab, Adramelech wütet,
Staune, Satan du, verzweifle, König der Hölle,
Nur Adramelech bleibt groß – entdeck ich die großen Entwürfe
Dann und meine Gedanken, die den Olympus beherrschen,
Seinen Rat vereiteln, wie werden die Schwächere gaffen,
Satan wird vom Thron mit neidischem Stolze herabschaun,
Du Jehova sollst bald in deinem richtenden Grimme –
Dieses dein Israël soll dein Rachedonner zerschmettern,
Oder Mein Geist ist hin – verloren des mächtigsten Kräfte.
So sprach er – und kehrte mit Wut zur Hölle zurücke.
Sein verschlagener Stolz versammelte alle Gestalten,
Alle Schrecken des Tods um sich her, um seines Regenten
Schreckenvolle Pracht an sich den Geistern zu zeigen.
Und so fuhr er ein, die zitternde Geister der Pforte
Öffneten ihre knarrende Tore weit auf, mit Erstaunen
Sahn sie seine schreckbare Wut, mit flammendem Zorne,
Wie nur selten Satan ergrimmt, deckt' er die höllische Ränke...
Alexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[8]

Alexanders Rede an seine Soldaten
bei Issus

Erhaben glänzend sieht, und wie ein Gott
Auf seine Scharen Alexander hin,
Wo jeder Spieß dem weit zerstreuten Feind
Vereint durch gleichen Mut die Flucht empfiehlt.
Sein scharfer Heldenblick belebt das Heer,
Das jede drohende Gefahr vergißt.
Sein rasches Pferd, das Siegesfreude schnaubt,
Trägt ihn durch ihre Glieder; dann spricht er:
Ihr Mazedonier, ihr deren Mut
Athen einst, das an Tapferkeit euch glich,
Unwissend schwacher Flucht, bezwang:
O tapfre Krieger, die ihr Philipps Thron
Befestigtet, um auch mir treu zu sein!
Es hob sich euer Schwert, ihr wart nicht mehr
Mit dichten Mauren, voll von Tod, umringt.
Erst fiel Böotien; die stärkste Stadt
Daraus (stark war der Mauren Wehr)
Auch sie fiel gänzlich unter euren Fuß. –
Und, Krieger, wie begierig waret ihr,
Weit von dem Hellespont im Orient
Euch Siege zu bereiten; mutig flog
Die Zierde meines Reichs mir zu, um treu
Kein Schwert des Kriegs, und nicht Gefahr zu scheun.
Und nun, ihr tapfre Mazedonier,
Hier ist der Sieg, hier eures Muts Triumph –
Der Sieg, der schon aus euren Augen blickt,
[9]
Wird des Tyrannen hartes Sklavenjoch,
Womit er all dies Volk despotisch plagt,
Zerreißen, und ihr, Freunde, werdet sein
Und jedes Name wie einst Herkules.
Seht, wie ein jedes Volk euch Sieger nennt,
Wie es gehorsam euern Arm verehrt,
Der keine Fesseln braucht; ein jeder dient
Euch willig. – Kinder, glaubts, kein Thrazien,
Kein steinigtes Illyrien wirds sein,
Nein! Baktra, und das schöne Indien,
Des Ganges Fluren sind der Sieger Sitz:
Da ist der Lohn der Sieger Überfluß.
O! Helden! seht, wie euer schöner Sieg,
Wie er zu glänzen angefangen hat:
Seht, euer Rücken, nie von Flucht befleckt,
Hat lauter Ruhmstrophäen hinter sich.
Und du, mutvolle Schar von Griechenland,
Du wirst zu deinen Füßen ausgestreckt
Die Schößlinge von Xerxes Übermut
Und all die grausame Verwüster sehn.
Dein Vaterland, dein Wohnsitz – war er dein?
Wem war die Quelle deines Wanderers,
Wem deine Saat? – war sie des Schweißes Lohn,
Den ihrer Mutter Bau dich kostete? –
Sie sinds, durch ihre Menge fiel dein Volk;
Der Götter Hallen, welche du verehrst,
Und deren Heiligkeit nur sonst der Raub
Zum Schauer anderer antastete,
Die lagen da, verheert, von Blut bespritzt,
Und von der Asche deiner Stadt bedeckt.
Ihr, Söhne Thraziens, ihr deren Hand
Nur tapfre Waffen eures Sieges kennt,
[10]
Seht, wie der Feind von Gold belastet ist,
Euch, Brüder, ziert es besser, denens nicht
Die Weichlichkeit als Sklaven geben wird,
Euch mahnts an euern Mut, an euren Sieg.
Geht, raubt den Memmen ihre Last, ihr Gold,
Bewohnt, statt eurer nackten Hügel Eis
Und alt bemooste Felsen, eures Feinds
Vergnügenvoller Fluren Fruchtbarkeit.
Das menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[11]

Das menschliche Leben

Menschen, Menschen! was ist euer Leben,
Eure Welt, die tränenvolle Welt,
Dieser Schauplatz, kann er Freuden geben,
Wo sich Trauern nicht dazu gesellt?
O! die Schatten, welche euch umschweben,
Die sind euer Freudenleben.
Tränen, fließt! o fließet, Mitleidstränen,
Taumel, Reue, Tugend, Spott der Welt,
Wiederkehr zu ihr, ein neues Sehnen,
Banges Seufzen, das die Leiden zählt,
Sind der armen Sterblichen Begleiter,
O, nur allzu wenig heiter!
Banger Schauer faßt die trübe Seele,
Wenn sie jene Torenfreuden sieht,
Welt, Verführung, manches Guten Hölle,
Flieht von mir, auf ewig immer flieht!
Ja gewiß, schon manche gute Seele hat, betrogen,
Euer tötend Gift gesogen.
Wann der Sünde dann ihr Urteil tönet,
Des Gewissens Schreckensreu sie lehrt,
Wie die Lasterbahn ihr Ende krönet,
Schmerz, der ihr Gebein versehrt!
Dann sieht das verirrte Herz zurücke;
Reue schluchzen seine Blicke.
[12]
Und die Tugend bietet ihre Freuden
Gerne Mitleid lächelnd an,
Doch die Welt – bald streut sie ihre Leiden
Auch auf die zufrieden heitre Bahn:
Weil sie dem, der Tugendfreuden kennet,
Sein zufrieden Herz nicht gönnet.
Tausend mißgunstvolle Lästerungen
Sucht sie dann, daß ihr die Tugend gleicht;
Beißend spotten dann des Neides Zungen,
Bis die arme Unschuld ihnen weicht;
Kaum verflossen etlich Freudentage,
Sieh, so sinkt der Tugend Waage.
Etlich Kämpfe – Tugend und Gewissen –
Nur noch schwach bewegen sie das Herz,
Wieder umgefallen! – und es fließen
Neue Tränen, neuer Schmerz!
O du Sünde, Dolch der edlen Seelen,
Muß denn jede dich erwählen?
Schwachheit, nur noch etlich Augenblicke,
So entfliehst du, und dann göttlich schön
Wird der Geist verklärt, ein beßres Glücke
Wird dann glänzender mein Auge sehn;
Bald umgibt dich, unvollkommne Hülle,
Dunkle Nacht, des Grabes Stille.
Die MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[13]

Die Meinige

Herr der Welten! der du deinen Menschen
Leuchten läßt so liebevoll dein Angesicht,
Lächle, Herr der Welten! auch des Beters Erdenwünschen,
O du weißt es! sündig sind sie nicht.
Ich will beten für die lieben Meinen,
Wie dein großer Sohn für seine Jünger bat –
O auch Er, er konnte Menschentränen weinen,
Wann er betend für die Menschen vor dich trat –
Ja! in seinem Namen will ich beten,
Und du zürnst des Beters Erdewünschen nicht,
Ja! mit freiem, offnem Herzen will ich vor dich treten,
Sprechen will ich, wie dein Luther spricht. –
Bin ich gleich vor dir ein Wurm, ein Sünder –
Floß ja auch für mich das Blut von Golgatha –
O! ich glaube! Guter! Vater deiner Kinder!
Glaubend, glaubend tret ich deinem Throne nah.
Meine Mutter! – o mit Freudentränen
Dank ich, großer Geber, lieber Vater! dir,
Mir o mir, dem glücklichsten von tausend andern Söhnen,
Ach die beste Mutter gabst du mir.
Gott! ich falle nieder mit Entzücken,
Welches ewig keine Menschenlippe spricht,
Tränend kann ich aus dem Staube zu dir blicken –
Nimm es an, das Opfer! mehr vermag ich nicht! –
[14]
Ach als einst in unsre stille Hütte,
Furchtbarer! herab dein Todesengel kam,
Und den Jammernden, den Flehenden aus ihrer Mitte
Ewigteurer Vater! dich uns nahm,
Als am schröcklich stillen Sterbebette
Meine Mutter sinnlos in dem Staube lag –
Wehe! noch erblick ich sie, die Jammerstätte,
Ewig schwebt vor mir der schwarze Sterbetag –
Ach! da warf ich mich zur Mutter nieder,
Heischerschluchzend blickte ich an ihr hinauf;
Plötzlich bebt' ein heilger Schauer durch des Knaben Glieder,
Kindlich sprach ich – Lasten legt er auf,
Aber o! er hilft ja auch, der gute –
Hilft ja auch der gute, liebevolle Gott – –
Amen! amen! noch erkenn ichs! deine Rute
Schläget väterlich! du hilfst in aller Not!
O! so hilf, so hilf in trüben Tagen,
Guter, wie du bisher noch geholfen hast,
Vater! liebevoller Vater! hilf, o hilf ihr tragen,
Meiner Mutter – jede Lebenslast.
Daß allein sie sorgt die Elternsorgen!
Einsam jede Schritte ihres Sohnes wägt!
Für die Kinder jeden Abend, jeden Morgen –
Ach! und oft ein Tränenopfer vor dich legt!
Daß sie in so manchen trüben Stunden
Über Witwenquäler in der Stille weint!
Und dann wieder aufgerissen bluten alle Wunden,
Jede Traurerinnrung sich vereint!
[15]
Daß sie aus den schwarzen Leichenzügen
Oft so schmerzlich hin nach seinem Grabe sieht!
Da zu sein wünscht, wo die Tränen all versiegen,
Wo uns jede Sorge, jede Klage flieht.
O so hilf, so hilf in trüben Tagen,
Guter! wie du bisher noch geholfen hast!
Vater! liebevoller Vater! hilf, o hilf ihr tragen,
Sieh! sie weinet! – jede Lebenslast.
Lohn ihr einst am großen Weltenmorgen
All die Sanftmut, all die treue Sorglichkeit,
All die Kümmernisse, all die Muttersorgen,
All die Tränenopfer ihrer Einsamkeit.
Lohn ihr noch in diesem Erdenleben
Alles, alles, was die Teure für uns tat.
O! ich weiß es froh, du kannst, du wirst es geben,
Wirst dereinst erfüllen, was ich bat.
Laß sie einst mit himmlisch hellem Blicke,
Wann um sie die Tochter – Söhne – Enkel stehn, –
Himmelan die Hände faltend, groß zurücke
Auf der Jahre schöne Strahlenreihe sehn.
Wann sie dann entflammt im Dankgebete
Mit uns in den Silberlocken vor dir kniet,
Und ein Engelschor herunter auf die heilge Stätte
Mit Entzücken in dem Auge sieht,
Gott! wie soll dich dann mein Lied erheben!
Halleluja! Halleluja! jauchz ich dann;
Stürm aus meiner Harfe jubelnd Leben;
Heil dem großen Geber! ruf ich himmelan.
[16]
Auch für meine Schwester laß mich flehen,
Gott! du weißt es, wie sie meine Seele liebt,
Gott! du weißt es, kennest ja die Herzen, hast gesehen,
Wie bei ihren Leiden sich mein Blick getrübt. –
Unter Rosen, wie in Dornengängen,
Leite jeden ihrer Tritte himmelan.
Laß die Leiden sie zur frommen Ruhe bringen,
Laß sie weise gehn auf heitrer Lebensbahn.
Laß sie früh das beste Teil erwählen,
Schreib ihrs tief in ihren unbefangnen Sinn,
Tief – wie schön – die Himmelsblume blüht in jungen Seelen,
Christuslieb und Gottesfurcht, wie schön!
Zeig ihr deiner Weisheit reinre Wonne,
Wie sie hehrer deiner Wetter Schauernacht,
Heller deinen Himmel, schöner deine Sonne,
Näher deinem Throne die Gestirne macht,
Wie sie in das Herz des Kämpfers Frieden,
Tränen in des bangen Dulders Auge gibt –
Wie dann keine Stürme mehr das stille Herz ermüden,
Keine Klage mehr die Seele trübt;
Wie sie frei einher geht im Getümmel,
Ihr vor keinem Spötter, keinem Hasser graut,
Wie ihr Auge, helleschimmernd, wie dein Himmel,
Schröckend dem Verführer in das Auge schaut.
Aber Gott! daß unter Frühlingskränzen
Oft das feine Laster seinen Stachel birgt –
Daß so oft die Schlange unter heitern Jugendtänzen
Wirbelt, und so schnell die Unschuld würgt – !
[17]
Schwester! Schwester! reine gute Seele!
Gottes Engel walte immer über dir!
Häng dich nicht an diese Schlangenhöhle,
Unsers Bleibens ist – Gott seis gedankt! nicht hier.
Und mein Carl – – o! Himmelsaugenblicke! –
O du Stunde stiller, frommer Seligkeit! –
Wohl ist mir! ich denke mich in jene Zeit zurücke –
Gott! es war doch meine schönste Zeit.
(O daß wiederkehrten diese Tage!
O daß noch so unbewölkt des Jünglings Herz,
Noch so harmlos wäre, noch so frei von Klage,
Noch so ungetrübt von ungestümem Schmerz!)
Guter Carl! – in jenen schönen Tagen
Saß ich einst mit dir am Neckarstrand.
Fröhlich sahen wir die Welle an das Ufer schlagen,
Leiteten uns Bächlein durch den Sand.
Endlich sah ich auf. Im Abendschimmer
Stand der Strom. Ein heiliges Gefühl
Bebte mir durchs Herz; und plötzlich scherzt ich nimmer,
Plötzlich stand ich ernster auf vom Knabenspiel.
Bebend lispelt ich: wir wollen beten!
Schüchtern knieten wir in dem Gebüsche hin.
Einfalt, Unschuld wars, was unsre Knabenherzen redten –
Lieber Gott! die Stunde war so schön.
Wie der leise Laut dich Abba! nannte!
Wie die Knaben sich umarmten! himmelwärts
Ihre Hände streckten! wie es brannte –
Im Gelübde, oft zu beten – beeder Herz!
[18]
Nun, mein Vater! höre, was ich bitte;
Ruf ihm oft ins Herz, vor deinen Thron zu gehn;
Wann der Sturm einst droht, die Woge rauscht um seine Tritte,
O so mahne ihn, zu dir zu flehn.
Wann im Kampf ihm einst die Arme sinken,
Bang nach Rettung seine Blicke um sich sehn,
Die Vernunft verirrte Wünsche lenken,
O so mahne ihn dein Geist, zu dir zu flehn.
Wenn er einst mit unverdorbner Seele
Unter Menschen irret, wo Verderber spähn,
Und ihm süßlich scheint der Pesthauch dieser Schlangenhöhle,
O! so mahne ihn, zu dir zu flehn.
Gott! wir gehn auf schwerem, steilem Pfade,
Tausend fallen, wo noch zehen aufrecht stehn, –
Gott! so leite ihn mit deiner Gnade,
Mahn ihn oft durch deinen Geist, zu dir zu flehn.
O! und sie im frommen Silberhaare,
Der so heiß der Kinder Freudenträne rinnt,
Die so groß zurückblickt auf so viele schöne Jahre,
Die so gut, so liebevoll mich Enkel nennt,
Die, o lieber Vater! deine Gnade
Führte durch so manches rauhe Distelnfeld,
Durch so manche dunkle Dornenpfade –
Die jetzt froh die Palme hofft, die sie erhält –
Laß, o laß sie lange noch genießen
Ihrer Jahre lohnende Erinnerung,
Laß uns alle jeden Augenblick ihr süßen,
Streben, so wie sie, nach Heiligung.
[19]
Ohne diese wird dich niemand sehen,
Ohne diese trifft uns dein Gericht;
Heilge mich! sonst muß ich draußen stehen,
Wann die Meinen schaun dein heilig Angesicht.
Ja! uns alle laß einander finden,
Wo mit Freuden ernten, die mit Tränen säen,
Wo wir mit Eloa unser Jubellied verbinden,
Ewig, ewig selig vor dir stehn.
O! so ende bald, du Bahn der Leiden!
Rinne eilig, rinne eilig, Pilgerzeit!
Himmel! schon empfind ich sie, die Freuden –
Deine – Wiedersehen froher Ewigkeit!
An StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[20]

An Stella

Du gute Stella! wähnest du mich beglückt,
Wann ich im Tale still und verlassen, und
Von dir vergessen wandle, wann in
Flüchtigen Freuden dein Leben hinhüpft?
Schon oft, wenn meine Brüder, die Glückliche,
So harmlos schliefen, blickt ich hinauf, und fragt
Im Geiste, ob ich glücklich seie –
Bin ich ein glücklicher Jüngling, Stella?
Es streut der Schöpfer seliges Lächeln oft
In meine Tage, gibt mir der heiligen
Empfindungen, der Freuden, recht zu
Handeln, so viele, der gute Schöpfer:
Doch gibt es Wünsche, denen der Spötter höhnt –
O Stella! du nicht! höhne dem Armen nicht! –
Gibt unerfüllte Wünsche – – Tugend,
Hehre Gefährtin! du kennst die Wünsche.
Ach laß mich weinen! – nein! ich will heiter sein!
Ist ja nimmer gewünscht wird, wo
Der Sterbliche sein Schicksal preiset, –
Dort ist es, wo ich dich wiedersehe.
Und stürb ich erst mit grauem, gebeugtem Haupt
Nach langem Sehnen, endlich erlöst zu sein,
Und sähe dich als Pilger nimmer,
Stella! so seh ich dich jenseits wieder.
An die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[21]

An die Nachtigall

Dir flüsterts leise – Nachtigall! dir allein,
Dir, süße Tränenweckerin! sagt es nur
Die Saite. – Stellas wehmutsvoller
Seufzer – er raubte mein Herz – dein Kehlchen –
Es klagte – o! es klagte – wie Stella ists.
Starr sah ich hin beim Seufzer, wie, als dein Lied
Am liebevollsten schlug, am schönsten
Aus der melodischen Kehle strömte.
Dann sah ich auf, sah bebend, ob Stellas Blick
Mir lächle – ach! ich suche dich, Nachtigall!
Und du verbirgst dich. – Wem, o Stella!
Seufztest du? Sangest du mir, du süße?
Doch nein! doch nein! ich will es ja nicht, dein Lied,
Von ferne will ich lauschen – o! singe dann!
Die Seele schläft – und plötzlich schlägt die
Brust mir empor zum erhabnen Lorbeer.
O Stella! sag es! sag es! – ich bebe nicht! –
Es tötete die Wonne, geliebt zu sein,
Den Schwärmer. – Aber tränend will ich
Deinen beglückten Geliebten segnen.
An meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[22]

An meinen B.

Freund! wo über das Tal schauerlich Wald und Fels
Herhängt, wo das Gefild leise die Erms durchschleicht,
Und das Reh des Gebürges
Stolz an ihrem Gestade geht –
Wo im Knabengelock heiter und unschuldsvoll
Wenge Stunden mir einst lächelnd vorüberflohn –
Dort sind Hütten des Segens,
Freund! – du kennest die Hütten auch;
Dort am schattichten Hain wandelt Amalia.
Segne, segne mein Lied, kränze die Harfe mir,
Denn sie nannte den Namen,
Den, du weißts, des Getümmels Ohr
Nicht zu kennen verdient. Stille, der Tugend nur
Und der Freundschaft bekannt, wandelt die Gute dort.
Liebes Mädchen, es trübe
Nie dein himmlisches Auge sich.
GedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[23]

Gedicht

An die Herzogin Franziska

womit bei der höchstbeglückten Ankunft
Ihro herzoglichen Durchlaucht
der Frau Herzogin von Württemberg
Franziska
in dem Kloster Maulbronn
seine untertänigste und tiefste Devotion
bezeugen
und sich Höchstdero Durchlaucht zu höchster
Huld und Gnaden untertänigst empfehlen wollte
Joh. Christian Friedrich Hölderlin.

Lang wars der heiße inniggefühlte Wunsch
Des Jünglings, lange – ! oft der Gedank der Stund,
Die feurig hinwies zur Vollkommenheit –
Wie ihm im Busen glühe die Ehrfurcht,
Dirs hinzusagen! Aber der deutscheren
Gemütseröffnung winkte mit zärtlichem –
Mit ihrem Mutterblick die Sittsamkeit
Stille zu stehn – dem strömenden Danke.
Du kommst – jetzt winke gutgemeint immerhin
Die Sittsamkeit! Die Lippe bebt nimmer mir!
Franziska ists, Franziska! Ha, es bebt
Nimmer die Lippe furchtsames Stammeln!
[24]
Weh über dich, du Menschenfeind, grausamer
Bedrücker du des Schwächeren neben dir!
Dems zu alltäglich ist, vom Jammerblick,
Von dem entblößten Hungergerippe
Erweicht zu werden – Schaue die liebende
Erhalterin, wie ringsum sie Lächeln streut!
Schon sank der Pilger dort der Grube zu;
Wie er so ruhig jetzt auf die Leiden
Zurückblickt! Dann du rettetest ihn, dann du,
Franziska, gossest Balsam ihm in die Wund! – –
Zu weit hab ich den Mund schon aufgetan,
Siehe, die Lippe bebt, ich verstumme. – –
Es sags der Greis nur, welchem der Lorbeerlohn
Am glänzendsten die Stirne umfließt! Es sei
Franziska ihm der letzte Erdgedank,
Und er entsinke ruhig dem Stabe.
Und Carln die tätge Hände zu weihen, sei
Des Mannes erster feurigster Trieb! und dann –
Ists auch dem Jüngling dann gegönnt, für Carln
Leb er hienieden, leise zu denken?
KlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[25]

Klagen

An Stella


Stella! ach! wir leiden viel! wann nur das Grab –
Komme! komme, kühles Grab! nimm uns beide!
Siehe Stellas Tränen, komme,
Kühles, ruhiges Grab.
O ihr Menschen! o so gerne wollt ich euch
Alle lieben, warm und treu! o ihr Menschen,
Sehet, diese Stella haßt ihr!
Gott vergebe es euch!
Reißt sie nur hinweg von mir! Quäler! ihr!
Ich will schweigen – Gott – Gott wird reden.
Lebe wohl – ich sterbe bald – O
Stella! Stella, vergiß mich.
Viele Wonnenaugenblicke gabst du mir –
Vater, Vater! bebt ich oft auf zum Ewgen,
Sieh, ich liebe sie so rein, dein Auge,
Vater, sieht ja mein Herz.
Stella! weinen werd ich bis ans Grab um dich,
Weinen, Stella, du um mich – weinen! aber
Am Gerichtstag will ichs sagen
Vorm versammelten Erdkreis:
Diese sinds, die Stella quälten – aber nein!
Gott im Himmel! nein! vergib diesen Quälern.
Laß mich sterben – oder tragen
Diese Leiden – mein Gott.
An meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[26]

An meine Freundinnen

Mädchen! die ihr mein Herz, die ihr mein Schicksal kennt,
Und das Auge, das oft Tränen im Tale weint
In den Stunden des Elends –
Dies mein traurendes Auge seht!
In der Stille der Nacht denket an euch mein Lied,
Wo mein ewiger Gram jeglichen Stundenschlag,
Welcher näher mich bringt dem
Trauten Grabe, mit Dank begrüßt.
Aber daß ich mein Herz redlich und treu, und rein
Im Gewirre der Welt, unter den Lästerern
Treu und rein es behielt, ist
Himmelswonne dem Leidenden.
Mädchen! bleibet auch ihr redlich und rein und treu!
Gute Seelen! Vielleicht wartet auf euch ein Los,
Das dem meinigen gleicht. Dann
Stärkt im Leiden auch euch mein Trost.
Mein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[27]

Mein Vorsatz

O Freunde! Freunde! die ihr so treu mich liebt!
Was trübet meine einsame Blicke so?
Was zwingt mein armes Herz in diese
Wolkenumnachtete Totenstille?
Ich fliehe euren zärtlichen Händedruck,
Den seelenvollen, seligen Bruderkuß.
O zürnt mir nicht, daß ich ihn fliehe!
Schaut mir ins Innerste! Prüft und richtet! –
Ists heißer Durst nach Männervollkommenheit?
Ists leises Geizen um Hekatombenlohn?
Ists schwacher Schwung nach Pindars Flug? ists
Kämpfendes Streben nach Klopstocksgröße?
Ach Freunde! welcher Winkel der Erde kann
Mich decken, daß ich ewig in Nacht gehüllt
Dort weine? Ich erreich ihn nie, den
Weltenumeilenden Flug der Großen.
Doch nein! hinan den herrlichen Ehrenpfad!
Hinan! hinan! im glühenden kühnen Traum
Sie zu erreichen; muß ich einst auch
Sterbend noch stammeln: Vergeßt mich, Kinder!
Auf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[28]

Auf einer Heide geschrieben

Wohl mir! daß ich den Schwarm der Toren nimmer erblicke,
Daß jetzt unumwölkter der Blick zu den Lüften emporschaut,
Freier atmet die Brust dann in den Mauren des Elends,
Und den Winkeln des Trugs. O! schöne, selige Stunde!
Wie getrennte Geliebte nach langentbehrter Umarmung
In die Arme sich stürzen, so eilt ich herauf auf die Heide,
Mir ein Fest zu bereiten auf meiner einsamen Heide.
Und ich habe sie wieder gefunden, die stille Freuden
Alle wieder gefunden, und meine schattigten Eichen
Stehn noch eben so königlich da, umdämmern die Heide
Noch in alten stattlichen Reihn, die schattigten Eichen.
Jedesmal wandelt an meinen tausendjährigen Eichen
Mit entblößtem Haupt der Jäger vorüber, dann also
Heischet die ländliche Sage; denn unter den stattlichen Reihen
Schlummern schon lange gefallene Helden der eisernen Vorzeit.
Aber horch! was rauschet herauf im schwarzen Gebüsche?
Bleibe ferne! Störer des Sängers! – aber siehe,
Siehe! – wie herrlich! wie groß! ein hochgeweihetes Hirschheer
Wandelt langsam vorüber – hinab nach der Quelle des Tales. –
O! jetzt kenn ich mich wieder, der menschenhassende Trübsinn
Ist so ganz, so ganz aus meinem Herzen verschwunden.
Wär ich doch ewig fern von diesen Mauren des Elends,
Diesen Mauren des Trugs! – Es blinken der Riesenpaläste
Schimmernde Dächer herauf, und die Spitzen der alternden Türme,
Wo so einzeln stehn die Buchen und Eichen; es tönet
Dumpf vom Tale herauf das höfische Wagengerassel
Und der Huf der prangenden Rosse – – Höflinge! bleibet,
[29]
Bleibet immerhin in eurem Wagengerassel,
Bückt euch tief auf den Narrenbühnen der Riesenpaläste,
Bleibet immerhin! – Und ihr, ihr Edlere, kommet!
Edle Greise und Männer, und edle Jünglinge, kommet!
Laßt uns Hütten baun – des echten germanischen Mannsinns
Und der Freundschaft Hütten auf meiner einsamen Heide.
Die Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[30]

Die Unsterblichkeit der Seele

Da steh ich auf dem Hügel, und schau umher,
Wie alles auflebt, alles empor sich dehnt,
Und Hain und Flur, und Tal, und Hügel
Jauchzet im herrlichen Morgenstrahle.
O diese Nacht – da bebtet ihr, Schöpfungen!
Da weckten nahe Donner die Schlummernde,
Da schreckten im Gefilde grause
Zackigte Blitze die stille Schatten.
Jetzt jauchzt die Erde, feiert im Perlenschmuck
Den Sieg des Tages über das Graun der Nacht –
Doch freut sich meine Seele schöner;
Denn sie besiegt der Vernichtung Grauen.
Denn – o ihr Himmel! Adams Geschlechte sinds,
Die diese Erd im niedrigen Schoße trägt –
O betet an, Geschlechte Adams!
Jauchzet mit Engeln, Geschlechte Adams!
O ihr seid schön, ihr herrliche Schöpfungen!
Geschmückt mit Perlen blitzet das Blumenfeld;
Doch schöner ist des Menschen Seele,
Wenn sie von euch sich zu Gott erhebet.
O, dich zu denken, die du aus Gottes Hand
Erhaben über tausend Geschöpfe gingst,
[31]
In deiner Klarheit dich zu denken,
Wenn du zu Gott dich erhebst, o Seele!
Ha! diese Eiche – strecket die stolze nicht
Ihr Haupt empor, als stünde sie ewig so?
Und drohte nicht Jehovas Donner,
Niederzuschmettern die stolze Eiche?
Ha! diese Felsen – blicken die stolze nicht
Hinab ins Tal, als blieben sie ewig so?
Jahrhunderte – und an der Stelle
Malmet der Wandrer zu Staub das Sandkorn.
Und meine Seele – wo ist dein Stachel, Tod?
O beugt euch, Felsen! neiget euch ehrfurchtsvoll,
Ihr stolze Eichen! – hörts und beugt euch!
Ewig ist, ewig des Menschen Seele.
Mit grausem Zischen brauset der Sturm daher,
Ich komme, spricht er, und das Gehölze kracht
Und Türme wanken, Städte sinken,
Länder zerschmettern, wenn ich ergrimme.
Doch – wandelt nicht in Schweigen der Winde Dräun?
Macht nicht ein Tag die brausende atemlos?
Ein Tag, ein Tag, an dem ein andrer
Sturm der Verwesten Gebeine sammelt.
Zum Himmel schäumt und woget der Ozean
In seinem Grimm, der Sonnen und Monde Heer
Herab aus ihren Höhn, die stolze,
Niederzureißen in seine Tiefen.
[32]
Was bist du, Erde? hadert der Ozean,
Was bist du? streck ich nicht, wie die Fittige
Aufs Reh der Adler, meine Arme
Über die Schwächliche aus? – Was bist du,
Wenn nicht zur Sonne segnend mein Hauch sich hebt,
Zu tränken dich mit Regen und Morgentau?
Und wann er sich erhebt, zu nahn in
Mitternachtswolken, zu nahn mit Donnern,
Ha! bebst du nicht, Gebrechliche? bebst du nicht? –
Und doch! vor jenem Tage verkriechet sich
Das Meer, und seiner Wogen keine
Tönt in die Jubel der Auferstehung.
Wie herrlich, Sonne! wandelst du nicht daher!
Dein Kommen und dein Scheiden ist Widerschein
Vom Thron des Ewigen; wie göttlich
Blickst du herab auf die Menschenkinder.
Der Wilde gafft mit zitternden Wimpern dich,
O Heldin, an, von heiligen Ahndungen
Durchbebt, verhüllt er schnell sein Haupt und
Nennet dich Gott, und erbaut dir Tempel.
Und doch, o Sonne! endet dereinst dein Lauf,
Verlischt an jenem Tage dein hehres Licht.
Doch wirbelt sie an jenem Tage
Rauchend die Himmel hindurch, und schmettert.
O du Entzücken meiner Unsterblichkeit!
O kehre du Entzücken! du stärkest mich!
[33]
Daß ich nicht sinke, in dem Graun der
Großen Vernichtungen nicht versinke.
Wenn all dies anhebt – fühle dich ganz, o Mensch!
Da wirst du jauchzen: Wo ist dein Stachel, Tod?
Dann ewig ist sie – tönt es nach, ihr
Harfen des Himmels, des Menschen Seele.
O Seele! jetzt schon bist du so wundervoll!
Wer denkt dich aus? daß, wann du zu Gott dich nahst,
Erhabne, mir im Auge blinket
Deine Erhabenheit – daß du, Seele!
Wann auf die Flur das irdische Auge blickt,
So süß, so himmlisch dann dich in mir erhebst –
Wer sah, was Geist an Körper bindt, wer
Lauschte die Sprache der Seele mit den
Verwesungen? – O Seele, schon jetzt bist du
So groß, so himmlisch, wann du von Erdentand
Und Menschendruck entlediget in
Großen Momenten zu deinem Urstoff
Empor dich schwingst. Wie Schimmer Eloas Haupt
Umschwebt der Umkreis deiner Gedanken dich,
Wie Edens goldne Ströme reihen
Deine Betrachtungen sich zusammen.
Und o! wie wirds einst werden, wann Erdentand
Und Menschendruck auf ewig verschwunden ist,
Wann ich an Gottes – Gottes Throne
Bin, und die Klarheit des Höchsten schaue.
[34]
Und weg ihr Zweifel! quälendes Seelengift!
Hinweg! der Seele Jubel ist Ewigkeit! –
Und ist ers nicht, so mag noch heute
Tod und Verderben des Lebens große
Gesetze niedertrümmern, so mag der Sohn
In seinem Elend Vater und Mutterherz
Durchbohren, mag ums Brot die Armut
Tempel bestehlen, so mag das Mitleid
Zu Tigern fliehn, zu Schlangen Gerechtigkeit,
Und Kannibalenrache des Kindes Brust
Entflammen, und Banditentrug im
Himmelsgewande der Unschuld wohnen.
Doch nein! der Seele Jubel ist Ewigkeit!
Jehova sprachs! ihr Jubel ist Ewigkeit!
Sein Wort ist ewig, wie sein Name,
Ewig ist, ewig des Menschen Seele.
So singt ihn nach, ihr Menschengeschlechte! nach,
Myriaden Seelen singet den Jubel nach –
Ich glaube meinem Gott, und schau in
Himmelsentzückungen meine Größe.
Der LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[35]

Der Lorbeer

Dank dir! aus dem schnadernden Gedränge
Nahmst du mich, Vertraute! Einsamkeit!
Daß ich glühend von dem Lorbeer singe,
Dem so einzig sich mein Herz geweiht.
Euch zu folgen, Große! – Werd ichs können?
Wirds einst stärker, eures Jünglings Lied?
Soll ich in die Bahn, zum Ziel zu rennen,
Dem dies Auge so entgegenglüht?
Wann ein Klopstock in des Tempels Halle
Seinem Gott das Flammenopfer bringt
Und in seiner Psalmen Jubelschalle
Himmelan sich seine Seele schwingt –
Wann mein Young in dunkeln Einsamkeiten
Rings versammelnd seine Tote wacht,
Himmlischer zu stimmen seine Saiten
Für Begeistrungen der Mitternacht – –
Ha! der Wonne! ferne nur zu stehen,
Lauschend ihres Liedes Flammenguß,
Ihres Geistes Schöpfungen zu sehen,
Wahrlich! es ist Himmelsvorgenuß.
Nein! ich wollte nichts auf dieser Erden!
Dulden all der Welt Verfolgungen,
[36]
Jedes Drangsal, jegliche Beschwerden,
All des Neiders bittre Schmähungen – –
Lieber Gott! wie oft ich Schwacher dachte,
Wie ichs tröstete, das arme Herz,
Wenn ich Nächte kummervoll durchwachte,
O so oft, so oft in meinem Schmerz,
Wann der Stolz verächtlich niederschaute,
Wann der Eitle meiner spottete,
Dem vor meinen Sittensprüchen graute,
Wenn oft selbst – mich floh – der Edlere;
O vielleicht, daß diese Bitterkeiten –
Dacht ich – stärker bilden deinen Geist!
Daß die Stille höher deine Saiten
Stimmt, zu männlichem Gesang dich reißt!
Aber still! Die goldne Bubenträume
Hört in ihrer Nacht die Zukunft nicht –
Schon so manche Früchte schöner Keime
Logen grausam mir ins Angesicht.
Die EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

[37] Die Ehrsucht

Großer Name! – Millionen Herzen
Lockt ins Elend der Sirenenton,
Tausend Schwächen wimmern, tausend Schmerzen
Um der Ehrsucht eitlen Flitterthron.
Seine schwarze, blutbefleckte Hände
Dünken dem Erobrer göttlichschön –
Schwache morden scheint ihm keine Sünde,
Und er jauchzt auf seine Trümmer hin.
Um wie Könige zu prahlen, schänden
Kleinre Wütriche ihr armes Land;
Und um feile Ordensbänder wenden
Räte sich das Ruder aus der Hand.
Pfaffen spiegeln um Apostelehre
Ihren Narren schwarze Wunder vor;
Um Mariasehre krächzen Nonnenchöre
Wahnsinn zum Marienbild empor.
Graue Sünder donnern, ihre Blöße
Wegzudonnern, rauh die Unschuld an;
Gott zu leugnen, hält so oft für Größe,
Hält für Größe noch so oft – ein Mann.
Göttin in des Buben Mund zu heißen,
Gibt das Mädchen ihren Reiz zum Sold;
[38]
Mitzurasen in Verführerkreisen,
Wird der Bube früh ein Trunkenbold.
Doch es sträubet sich des Jünglings Rechte,
Länger sing ich von den Toren nicht.
Wisse! schwaches, niedriges Geschlechte!
Nahe steht der Narr am Bösewicht.
Die DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[39]

Die Demut

Hört, größre, edlere der Schwabensöhne!
Die ihr vor keinem Dominiksgesicht
Euch krümmet, welchen keine Dirnenträne
Das winzige, geschwächte Herzchen bricht.
Hört, größre, edlere der Schwabensöhne!
In welchen noch das Kleinod Freiheit pocht,
Die ihr euch keines reichen Ahnherrn Miene,
Und keiner Fürstenlaune unterjocht.
Geschlecht von oben! Vaterlandeskronen!
Nur euch bewahre Gott vor Übermut!
O! Brüder! der Gedanke soll uns lohnen,
In Hermann brauste kein Despotenblut.
Beweinenswürdig ist des Stolzen Ende,
Wann er die Grube seiner Größe gräbt,
Doch fürchterlich sind seine Henkershände,
Wann er sich glücklich über andre hebt.
Viel sind und schön des stillen Mannes Freuden,
Und stürmten auch auf ihn der Leiden viel,
Er blickt gen Himmel unter seinen Leiden,
Beneidet nie des Lachers Possenspiel.
Sein feurigster, sein erster Wunsch auf Erden
Ist, allen, allen Menschen nützlich sein,
[40]
Und wann sie froh durch seine Taten werden,
Dann will der edle ihres Danks sich freun.
O! Demut, Demut! laß uns all dich lieben,
Du bists, die uns zu einem Bund vereint,
In welchem gute Herzen nie sich trüben,
In welchem nie bedrängte Unschuld weint.
Drum größre, edlere der Schwabensöhne!
Laßt Demut, Demut euer erstes sein,
Wie sehr das Herz nach Außenglanz sich sehne,
Laßt Demut, Demut euer erstes sein.
Vor allen, welchen Gott ein Herz gegeben,
Das groß und königlich, und feurig ist,
Die in Gefahren nur vor Freude beben,
Für Tugend selbst auf einem Blutgerüst,
Vor allen, allen, solche Schwabensöhne,
O solche, Demut, solche führe du
Aus jeder bäurischstolzen Narrenbühne
Den stillen Reihen jenes Bundes zu.
Die StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[41]

Die Stille

Die du schon mein Knabenherz entzücktest,
Welcher schon die Knabenträne floß,
Die du früh dem Lärm der Toren mich entrücktest,
Besser mich zu bilden, nahmst in Mutterschoß,
Dein, du Sanfte! Freundin aller Lieben!
Dein, du Immertreue! sei mein Lied!
Treu bist du in Sturm und Sonnenschein geblieben,
Bleibst mir treu, wenn einst mich alles, alles flieht.
Jene Ruhe – jene Himmelswonne –
O ich wußte nicht, wie mir geschah,
Wann so oft in stiller Pracht die Abendsonne
Durch den dunklen Wald zu mir heruntersah –
Du, o du nur hattest ausgegossen
Jene Ruhe in des Knaben Sinn,
Jene Himmelswonne ist aus dir geflossen,
Hehre Stille! holde Freudengeberin!
Dein war sie, die Träne, die im Haine
Auf den abgepflückten Erdbeerstrauß
Mir entfiel – mit dir ging ich im Mondenscheine
Dann zurück ins liebe elterliche Haus.
Fernher sah ich schon die Kerzen flimmern,
Schon wars Suppenzeit – ich eilte nicht!
[42]
Spähte stillen Lächelns nach des Kirchhofs Wimmern,
Nach dem dreigefüßten Roß am Hochgericht.
War ich endlich staubigt angekommen,
Teilt ich erst den welken Erdbeerstrauß,
Rühmend, wie mit saurer Müh ich ihn bekommen,
Unter meine dankende Geschwister aus,
Nahm dann eilig, was vom Abendessen
An Kartoffeln mir noch übrig war,
Schlich mich in der Stille, wann ich satt gegessen,
Weg von meinem lustigen Geschwisterpaar.
O! in meines kleinen Stübchens Stille
War mir dann so über alles wohl,
Wie im Tempel, war mirs in der Nächte Hülle,
Wann so einsam von dem Turm die Glocke scholl.
Alles schwieg, und schlief, ich wacht alleine;
Endlich wiegte mich die Stille ein,
Und von meinem dunklen Erdbeerhaine
Träumt ich, und vom Gang im stillen Mondenschein.
Als ich weggerissen von den Meinen
Aus dem lieben elterlichen Haus
Unter Fremde irrte, wo ich nimmer weinen
Durfte, in das bunte Weltgewirr hinaus,
O wie pflegtest du den armen Jungen,
Teure, so mit Mutterzärtlichkeit,
Wann er sich im Weltgewirre müdgerungen,
In der lieben, wehmutsvollen Einsamkeit.
[43]
Als mir nach dem wärmern, vollern Herzen
Feuriger itzt stürzte Jünglingsblut,
O! wie schweigtest du oft ungestüme Schmerzen,
Stärktest du den Schwachen oft mit neuem Mut.
Jetzt belausch ich oft in deiner Hütte
Meinen Schlachtenstürmer Ossian,
Schwebe oft in schimmernder Seraphen Mitte
Mit dem Sänger Gottes, Klopstock, himmelan.
Gott! und wann durch stille Schattenhecken
Mir mein Mädchen in die Arme fliegt
Und die Hasel, ihre Liebenden zu decken,
Sorglich ihre grüne Zweige um uns schmiegt –
Wann im ganzen segensvollen Tale
Alles dann so stille, stille ist,
Und die Freudenträne, hell im Abendstrahle,
Schweigend mir mein Mädchen von der Wange wischt –
Oder wann in friedlichen Gefilden
Mir mein Herzensfreund zur Seite geht,
Und mich ganz dem edlen Jüngling nachzubilden,
Einzig vor der Seele der Gedanke steht –
Und wir bei den kleinen Kümmernissen
Uns so sorglich in die Augen sehn,
Wann so sparsam öfters, und so abgerissen
Uns die Worte von der ernsten Lippe gehn.
Schön, o schön sind sie! die stille Freuden,
Die der Toren wilder Lärm nicht kennt,
[44]
Schöner noch die stille gottergebne Leiden,
Wann die fromme Träne von dem Auge rinnt.
Drum, wenn Stürme einst den Mann umgeben,
Nimmer ihn der Jugendsinn belebt,
Schwarze Unglückswolken drohend ihn umschweben,
Ihm die Sorge Furchen in die Stirne gräbt,
O so reiße ihn aus dem Getümmel,
Hülle ihn in deine Schatten ein,
O! in deinen Schatten, Teure! wohnt der Himmel,
Ruhig wirds bei ihnen unter Stürmen sein.
Und wann einst nach tausend trüben Stunden
Sich mein graues Haupt zur Erde neigt
Und das Herz sich mattgekämpft an tausend Wunden
Und des Lebens Last den schwachen Nacken beugt:
O so leite mich mit deinem Stabe –
Harren will ich auf ihn hingebeugt,
Bis in dem willkommnen, ruhevollen Grabe
Aller Sturm, und aller Lärm der Toren schweigt.
SchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[45]

Schwärmerei

Freunde! Freunde! wenn er heute käme,
Heute mich aus unserm Bunde nähme,
Jener letzte große Augenblick –
Wann der frohe Puls so plötzlich stünde
Und verworren Freundesstimme tönte
Und, ein Nebel, mich umschwebte Erdenglück.
Ha! so plötzlich Lebewohl zu sagen
All den lieben schöndurchlebten Tagen –
Doch – ich glaube – nein! ich bebte nicht!
»Freunde! spräch ich, dort auf jenen Höhen
Werden wir uns alle wiedersehen,
Freunde! wo ein schönrer Tag die Wolken bricht.
Aber Stella! fern ist deine Hütte,
Nahe rauschen schon des Würgers Tritte –
Stella! meine Stella! weine nicht!
Nur noch einmal möcht ich sie umarmen,
Sterben dann in meiner Stella Armen,
Eile, Stella! eile, eh das Auge bricht.
Aber ferne, ferne deine Hütte,
Nahe rauschen schon des Würgers Tritte –
Freunde! bringet meine Lieder ihr.
Lieber Gott! ein großer Mann zu werden,
War so oft mein Wunsch, mein Traum auf Erden,
Aber – Brüder – größre Rollen winken mir.
[46]
Traurt ihr, Brüder! daß so weggeschwunden
All der Zukunft schöngeträumte Stunden,
Alle, alle meine Hoffnungen!
Daß die Erde meinen Leichnam decket,
Eh ich mir ein Denkmal aufgestecket,
Und der Enkel nimmer denkt des Schlummernden.
Daß er kalt an meinem Leichensteine
Stehet, und des Modernden Gebeine
Keines Jünglings stiller Segen grüßt,
Daß auf meines Grabes Rosenhecken
Auf den Lilien, die den Moder decken,
Keines Mädchens herzergoßne Träne fließt.
Daß von Männern, die vorüberwallen,
Nicht die Worte in die Gruft erschallen:
Jüngling! du entschlummertest zu früh!
Daß den Kleinen keine Silbergreise
Sagen an dem Ziel der Lebensreise:
Kinder! mein und jenes Grab vergesset nie!
Daß sie mir so grausam weggeschwunden,
All der Zukunft langersehnte Stunden,
All der frohen Hoffnung Seligkeit,
Daß die schönste Träume dieser Erden
Hin sind, ewig niemals wahr zu werden,
Hin die Träume von Unsterblichkeit.
Aber weg! in diesem toten Herzen
Bluten meiner armen Stella Schmerzen,
Folge! folge mir, Verlassene!
Wie du starr an meinem Grabe stehest
[47]
Und um Tod, um Tod zum Himmel flehest!
Stella! komm! es harret dein der Schlummernde.
O an deiner Seite! o so ende,
Jammerstand! vielleicht, daß unsre Hände
Die Verwesung ineinander legt!
Da wo keine schwarze Neider spähen,
Da wo keine Splitterrichter schmähen,
Träumen wir vielleicht, bis die Posaun uns weckt.
Sprechen wird an unserm Leichensteine
Dann der Jüngling: Schlummernde Gebeine!
Liebe Tote! schön war euer Los!
Hand in Hand entfloht ihr eurem Kummer,
Heilig ist der Langverfolgten Schlummer
In der kühlen Erde mütterlichem Schoß.
Und mit Lilien und mit Rosenhecken
Wird das Mädchen unsern Hügel decken,
Ahndungsvoll an unsern Gräbern stehn,
Zu den Schlummernden hinab sich denken,
Mit gefaltnen Händen niedersinken,
Und um dieser Toten Los zum Himmel flehn.
Und von Vätern, die vorüberwallen,
Wird der Segen über uns erschallen:
Ruhet wohl! ihr seid der Ruhe wert!
Gott! wie mags im Tod den Vätern bangen,
Die ein Kind in Quälerhände zwangen,
Ruhet wohl! ihr habt uns Zärtlichkeit gelehrt.«
Der Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[48]

Der Kampf der Leidenschaft

Ras ich ewig? noch nicht ausgestritten
Ist der heiße Streit der Leidenschaft?
Hab ich Armer nicht genug gelitten?
Sie ist hin – ist hin – des Kämpfers Kraft.
Engelsauge! immer um mich schweben –
O warum? warum? du liebe Grausame!
Schone! schone! sieh! dies schwache Beben!
Weibertränen weint der Überwundene.
Weibertränen weinen? Weibertränen?
Wirklich? wein ich wirklich, Zauberin?
Und dies Klopfen, dieses bange Sehnen,
Ists um Luzias Umarmungen?
Nein! ich kann nicht! will nicht! diese Tränen
Stieß der Zorn ins Auge, sie vergoß der Grimm;
O! mich schmelzen keine Mädchenmienen,
Nur der Freiheit brauste dieses Ungestüm.
Aber wie? dein Stolz hat sich betrogen,
Siehe! Lügen straft die Liebe mich;
Männergröße hat dein Herz gelogen,
Und im schwachen Kampf verkennst du dich.
Stolz verschmähst du alle Mädchenherzen,
Weil dir Luzia ihr großes Herz nicht gibt,
Kindisch heuchelst du verbißne Schmerzen,
Armer Heuchler! weil dich Luzia nicht liebt.
[49]
Weh! sie kann, sie kann mich nimmer lieben,
Mir geraubt durch ein tyrannisch Joch,
Nur die Wunde noch ist mir geblieben,
Fühlst dus? Fühlst dus? Weib! die Wunde noch.
Ha! ein Abgrund droht vor meinen Sinnen –
Laß mich! laß mich! todesvolle Leidenschaft!
Höllenflamme? willt du ewig brennen?
Schone! schone! sie ist hin, des Kämpfers Kraft.
HeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[50]

Hero

Lange schlummern ruhig all die Meinen,
Stille atmet durch die Mitternacht;
Auf dann! Hero! auf und laß das Weinen!
Dank euch, Götter! Heros Mut erwacht.
Fort ans Meer! ans Meer! es schäume die Welle,
Brause der Sturm mir immer ins Angesicht!
Fort ans Meer! ohn ihn ist alles Hölle –
Liebe ängstet mich Arme – Sturm und Welle nicht.
Ruhig will ich da hinüberlauschen,
Wo sein Hüttchen über Felsen hängt,
Rufen will ichs in der Woge Rauschen,
Wie sein Zaudern seine Hero kränkt.
Ha! da wird er sich mutig von seinem Gestade
Stürzen, Posidaons Kraft ihm Liebe verleihn,
Lieb ihn leiten des Meeres furchtbare Pfade,
Götter! wie wird – wie wird uns wieder sein?

(sie kommt ans Meer)

Aber Himmel! – wie hoch die Wogen schäumen!
So hätt ich den Sturm mir nicht gedacht.
Weh! wie sie dräuend gegen mein Ufer sich bäumen!
Stärkt mich, Götter, in dieser ernsten Nacht! –
Nein! mir banget nicht um Tod und Leben –
Tod und Leben, wie das Schicksal will!
Liebe besieget die Schrecken, die um mich schweben,
Schlangengezisch, und Skorpionen, und Löwengebrüll.
[51]
Jüngling! sieben solcher Schreckennächte
Harr ich deiner, zager Jüngling, schon,
Wenn mein Jüngling meiner Angst gedächte,
O! er spräch Orkanen und Wogen Hohn.
Oder hätt er den furchtbaren Eid gebrochen,
Spottet er meiner im Arm der Buhlerin –
Ha! so bin ich so leicht, so schön gerochen,
Leicht und schön gerochen – ich sterbe hier um ihn.
Aber weg von mir! du Donnergedanke!
Weg, das flüsterte mir die Hölle zu,
Daß mein Jüngling, mein Leander, wanke,
Nein! Geliebter! bleibe, bleibe du!
Wann ich dich in diesen Wogen dächte,
Deinen Pfad so schröcklich ungewiß,
Nein! ich will einsam durchirren die Schreckennächte,
Dein zu harren, Geliebter, ist ja schon so süß.
Aber horch! – o Himmel! – diese Töne –
Wahrlich! es waren des Sturmes Töne nicht –
Bist dus? – oder spielt die Narrenszene
Täuschend mit mir ein grausames Traumgesicht?
Götter! da ruft es ja wieder Hero! herüber,
Flüstert ja wieder die Stimme der Liebe mir her –
Auf! zu ihm, zu ihm in die Wogen hinüber,
Wenn er ermattete – auf! dem Geliebten entgegen ins Meer.
Sieh! wie im Tanze, stürz ich zu dir vom Gestade,
Liebe soll mir Posidaons Kraft verleihn,
Liebe mich leiten des Meeres furchtbare Pfade –
Götter! Götter! wie wird uns wieder sein!
Kämpfend über den Wogen will ich ihn drücken,
Drücken an Brust und Lippe mit Todesgefahr,
[52]
Ha! und sink ich, so träumet mein Entzücken
Noch im Abgrund fort, wie schön die Stunde war.
Aber Götter! was seh ich? meinem Gestade
Schon so nahe? – Gesiegt! mein Held hat gesiegt!
Siehe! er schwebet verachtend die furchtbare Pfade
Mutig einher, vom Meere gefällig gewiegt.
(freudig) Ha! er soll mich suchen – da will ich lauschen
Hinter diesem Felsen – (leise) Götter! wie schön!
Wie die weiße Arme durch die Welle rauschen,
Ach! so sehnend, so strebend nach Heros Ufer hin.
Aber Grauen des Orkus! Sterbegewimmer!
Grauen des Orkus! dort dem Felsen zu!
Wie? – so kenn ich diese Todentrümmer!
Wehe! wehe, also siegtest du? –
Aber weg! ihr höllische Schreckengesichte!
Täuschende Furien! weg! er ist es nicht!
So zerschmettern nicht der Götter Gerichte –
(sie hält ihre Leuchte über den Toten hin)

Aber dieses Lächeln auf dem Todengesicht –
Kennst dus? Hero! kennst dus? – Nimmer, nimmer
Spricht das tode Lächeln Liebe dir – (sie weint heftig)
Engelsauge! so ist erloschen dein Schimmer –
Blicktest einst so heiße Liebe mir.
Jüngling! erwecken dich nicht der Geliebten Tränen?
Nicht die blutige Umarmungen?
Jüngling! Jüngling! diese Todesmienen –
Wehe! sie töden mich! wehe! diese Zuckungen.
Und er dacht in seiner Todesstunde,
In der Kämpfe furchtbarstem noch dein –
[53]
Hero! stammelt' er noch mit sterbendem Munde –
Und so schröcklich muß sein Ende sein?
Ha! und diese Liebe überleben –
Ohne diesen Toden in der Welt –
Weg! vor dem wird Hero nicht erbeben,
Der zu diesem Toden die Einsame gesellt.
Wenig kurze schröckende Sekunden –
Und du sinkst an deines Jünglings Brust,
Und du hast ihn auf ewig wiedergefunden,
Ewig umlächelt von hoher Elysiumslust – –
(Pause)

Ha! ich habe gesiegt! an des Orkus Pforte
Anzuklopfen – nein! ich bin nicht zu schwach!
Hero! Hero! rief er, Götterworte!
Stärkt mich! stärkt durchs Dunkle mich! ich folge nach.
Die TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[54]

Die Teck

Ah! so hab ich noch die Traubenhügel erstiegen,
Ehe der leuchtende Strahl an der güldenen Ferne hinabsinkt.
Und wie wohl ist mir! Ich streck im stolzen Gefühle –
Als umschlänge mein Arm das Unendliche – auf zu den Wolken
Meine gefaltete Hände, zu danken im edlen Gefühle,
Daß er ein Herz mir gab, dem Schaffer der edlen Gefühle.
Mich mit den Frohen zu freuen, zu schauen den herbstlichen Jubel,
Wie sie die köstliche Traube mit heiterstaunendem Blicke
Über sich halten, und lange noch zaudern, die glänzende Beere
In des Kelterers Hände zu geben – wie der gerührte
Silberlockigte Greis an der abgeernteten Rebe
Königlich froh zum herbstlichen Mahle sich setzt mit den Kleinen,
O! und zu ihnen spricht aus der Fülle des dankenden Herzens:
Kinder! am Segen des Herrn ist alles, alles gelegen – –
Mich mit den Frohen zu freuen, zu schauen den herbstlichen Jubel,
War ich herauf von den Hütten der gastlichen Freundschaft gegangen.
Aber siehe! allmächtig reißen mich hin in ernste Bewundrung
Gegenüber die waldigte Riesengebirge. – Laß mich vergessen,
Laß mich deine Lust, du falbigte Rebe, vergessen,
Daß ich mit voller Seele sie schaue, die Riesengebirge!
Ha! wie jenes so königlich über die Brüder emporragt!
Teck ist sein Name. Da klangen einst Harnische, Schwerder ertönten
Zwischen den moosigten Mauren der Fürsten und blinkende Helme.
Eisern waren und groß und bieder seine Bewohner.
Mit dem kommenden Tag stand über den moosigten Mauren
In der ehernen Rüstung der Fürst, sein Gebirge zu schauen.
Mein dies Riesengebirge – so stolz – so königlich herrlich – ?
[55]
Sprach er mit ernsterer Stirne, mit hohem, denkendem Auge –
Mein die trotzende Felsen? die tausendjährige Eichen?
Ha! und ich? – und ich? – bald wäre mein Harnisch gerostet,
O! der Schande! mein Harnisch gerostet in diesem Gebirge.
Aber ich schwör – ich schwör, ich meide mein Riesengebirge,
Fliehe mein Weib, verlasse das blaue redliche Auge,
Bis ich dreimal gesiegt im Kampfe des Bluts und der Ehre.
Trage mich mein Roß zu deutscher stattlicher Fehde
Oder wider der Christenfeinde wütende Säbel –
Bis ich dreimal gesiegt, verlaß ich das stolze Gebirge.
Unerträglich! stärker als ich, die trotzende Felsen,
Ewiger, als mein Name, die tausendjährige Eichen!
Bis ich dreimal gesiegt, verlaß ich das stolze Gebirge.
Und er ging und schlug, der feurige Fürst des Gebirges.
Ja! so erheben die Seele, so reißen sie hin in Bewundrung,
Diese felsigte Mitternachtswälder, so allerschütternd
Ist sie, die Stunde, da ganz es fühlen, dem Herzen vergönnt ist. –
Bringet ihn her, den frechen Spötter der heilsamen Wahrheit,
O! und kommet die Stunde, wie wird er staunen, und sprechen:
Wahrlich! ein Gott, ein Gott hat dieses Gebirge geschaffen.
Bringet sie her, des Auslands häßlich gekünstelte Affen,
Bringet sie her, die hirnlos hüpfende Puppen, zu schauen
Dieses Riesengebirge so einfach schön, so erhaben;
O und kommet die Stunde, wie werden die Knaben erröten,
Daß sie Gottes herrlichstes Werk so elend verzerren. –
Bringet sie her, der deutschen Biedersitte Verächter,
Übernachtet mit ihnen, wo Moder und Disteln die graue
Trümmer der fürstlichen Mauern, der stolzen Pforten bedecken,
Wo der Eule Geheul, und des Uhus Totengewimmer
Ihnen entgegenruft aus schwarzen, sumpfigten Höhlen.
Wehe! wehe! so flüstern im Sturme die Geister der Vorzeit,
Ausgetilget aus Suevia redliche biedere Sitte!
[56]
Ritterwort, und Rittergruß, und traulicher Handschlag! –
Laßt euch mahnen, Suevias Söhne! Die Trümmer der Vorzeit!
Laßt sie euch mahnen! Einst standen sie hoch, die gefallene Trümmer,
Aber ausgetilget ward der trauliche Handschlag,
Ausgetilget das eiserne Wort, da sanken sie gerne,
Gerne hin in den Staub, zu beweinen Suevias Söhne.
Laßt sie euch mahnen, Suevias Söhne! die Trümmer der Vorzeit!
Beben werden sie dann, der Biedersitte Verächter,
Und noch lange sie seufzen, die fallverkündende Worte –
Ausgetilget aus Suevia redliche biedere Sitte!
Aber nein! nicht ausgetilget ist biedere Sitte,
Nicht ganz ausgetilget aus Suevias friedlichen Landen – –
O mein Tal! mein Teckbenachbartes Tal! – ich verlasse
Mein Gebirge, zu schauen im Tale die Hütten der Freundschaft.
Wie sie von Linden umkränzt bescheiden die rauchende Dächer
Aus den Fluren erheben, die Hütten der biederen Freundschaft.
O ihr, die ihr fern und nahe mich liebet, Geliebte!
Wärt ihr um mich, ich drückte so warm euch die Hände, Geliebte!
Jetzt, o! jetzt über all den Lieblichkeiten des Abends.
Schellend kehren zurück von schattigten Triften die Herden,
Und fürs dritte Gras der Wiesen, im Herbste noch fruchtbar,
Schneidend geklopfet ertönt des Mähers blinkende Sense.
Traulich summen benachbarte Abendglocken zusammen,
Und es spielet der fröhliche Junge dem lauschenden Mädchen
Zwischen den Lippen mit Birnbaumblättern ein scherzendes Liedchen.
Hütten der Freundschaft, der Segen des Herrn sei über euch allen!
Aber indessen hat mein hehres Riesengebirge
Sein gepriesenes Haupt in nächtliche Nebel verhüllet,
Und ich kehre zurück in die Hütten der biederen Freundschaft.
Am Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[57]

Am Tage
der Freundschaftsfeier

Ihr Freunde! mein Wunsch ist, Helden zu singen,
Meiner Harfe erster Laut,
Glaubt es, ihr Freunde!
Durchschleich ich schon so stille mein Tal,
Flammt schon mein Auge nicht feuriger,
Meiner Harfe erster Laut
War Kriegergeschrei und Schlachtengetümmel.
Ich sah, Brüder! ich sah
Im Schlachtengetümmel das Roß
Auf röchelnden Leichnamen stolpern,
Und zucken am sprudelnden Rumpf
Den grausen gespaltenen Schädel,
Und blitzen und treffen das rauchende Schwert,
Und dampfen und schmettern die Donnergeschütze,
Und Reuter hin auf Lanzen gebeugt,
Mit grimmiger Miene Reuter sich stürzen
Und unbeweglich, wie eherne Mauren,
Mit furchtbarer Stille
Und todverhöhnender Ruhe
Den Reutern entgegen sich strecken die Lanzen.
Ich sah, Brüder! ich sah
Des kriegrischen Suezias eiserne Söhne
Geschlagen von Pultawas wütender Schlacht.
Kein wehe! sprachen die Krieger,
[58]
Von den blutiggebißnen Lippen
Ertönte kein Lebewohl –
Verstummet standen sie da,
In wilder Verzweiflung da
Und blickten es an, das rauchende Schwert,
Und schwangen es höher, das rauchende Schwert,
Und zielten – und zielten –
Und stießen es sich bitterlächelnd
In die wilde brausende Brust.
Noch vieles will ich sehen,
Ha! vieles noch! vieles noch!
Noch sehen Gustavs Schwertschlag,
Noch sehen Eugenius Siegerfaust.
Doch möcht ich, Brüder! zuvor
In euren Armen ausruhn,
Dann schweb ich wieder mutiger auf,
Zu sehen Gustavs Schwertschlag,
Zu sehen Eugenius Siegerfaust.
Willkommen, du! –
Und du! – Willkommen!
Wir drei sinds?
Nun! so schließet die Halle.
Ihr staunt, mit Rosen bestreut
Die Tische zu sehen, und Weihrauch
Am Fenster dampfend,
Und meine Laren –
Den Schatten meiner Stella,
Und Klopstocks Bild und Wielands, –
Mit Blumen umhängt zu sehen.
[59]
Ich wollt in meiner Halle Chöre versammeln
Von singenden rosichten Mädchen
Und kränzetragenden blühenden Knaben,
Und euch empfangen mit Saitenspiel,
Und Flötenklang, und Hörnern, und Hoboën.
Doch – schwur ich nicht, ihr Freunde,
Am Mahle bei unsers Fürsten Fest,
Nur Einen Tag mit Saitenspiel
Und Flötenklang, und Hörnern und Hoboën,
Mit Chören von singenden rosichten Mädchen,
Und kränzetragenden blühenden Knaben
Nur Einen Tag zu feiren?
Den Tag, an dem ein Weiser
Und biedere Jünglinge,
Und deutsche Mädchen
Zu meiner Harfe sprächen:
Du tönst uns, Harfe, lieblich ins Ohr,
Und hauchst uns Edelmut,
Und hauchst uns Sanftmut in die Seele.
Aber heute, Brüder!
O, kommt in meine Arme!
Wir feiern das Fest
Der Freundschaft heute.
Als jüngst zum erstenmal wieder
Der Mäher des Morgens die Wiese
Entkleidete, und der Heugeruch
Jetzt wieder zum erstenmal
Durchdüftete mein Tal:
[60]
Da war es, Brüder!
O da war es!
Da schlossen wir unsern Bund,
Den schönen, seligen, ewigen Bund.
Ihr hörtet so oft mich sprechen,
Wie lang es mir werde,
Bei diesem Geschlechte zu wohnen,
Ihr sahet den Lebensmüden
In den Stunden seiner Klage so oft.
Da stürmt ich hinaus in den Sturm,
Da sah ich aus der vorüberjagenden Wolke
Die Helden der eisernen Tage herunterschaun.
Da rief ich den Namen der Helden
In des hohlen Felsen finstres Geklüft,
Und siehe! der Helden Namen
Rief ernster mir zurück
Des hohlen Felsen finstres Geklüft.
Da stolpert ich hin auf dornigten Trümmern
Und drang durchs Schlehengebüsch in den alternden Turm
Und lehnte mich hin an die schwärzliche Wände
Und sprach mit schwärmendem Auge an ihm hinauf:
Ihr Reste der Vorzeit!
Euch hat ein nervigter Arm gebaut,
Sonst hätte der Sturm die Wände gespalten,
Der Winter den moosigten Wipfel gebeugt;
Da sollten Greise um sich
Die Knaben und Mädchen versammlen
Und küssen die moosigte Schwelle,
[61]
Und sprechen: Seid wie eure Väter!
Aber an euren steinernen Wänden
Rauschet dorrendes Gras herab,
In euren Wölbungen hangt
Zerrißnes Spinnengewebe –
Warum, ihr Reste der Vorzeit,
Den Fäusten des Sturmes trotzen, den Zähnen des Winters.
O Brüder! Brüder!
Da weinte der Schwärmer blutige Tränen,
Auf die Disteln des Turmes,
Daß er vielleicht noch lange
Verweilen müsse unter diesem Geschlechte,
Da sah er all die Schande
Der weichlichen Teutonssöhne,
Und fluchte dem verderblichen Ausland,
Und fluchte den verdorbnen Affen des Auslands,
Und weinte blutige Tränen,
Daß er vielleicht noch lange
Verweilen müsse unter diesem Geschlechte.
Doch siehe, es kam
Der selige Tag –
O Brüder, in meine Arme! –
O Brüder, da schlossen wir unsern Bund,
Den schönen, seligen, ewigen Bund.
Da fand ich Herzen, –
Brüder, in meine Arme! –
Da fand ich eure Herzen.
[62]
Jetzt wohn ich gerne
Unter diesem Geschlechte,
Jetzt werde der Toren
Immer mehr! immer mehr!
Ich habe eure Herzen.
Und nun – ich dachte bei mir
An jenem Tage,
Wann zum erstenmal wieder
Des Schnitters Sichel
Durch die goldene Ähren rauscht,
So feir ich ihn, den seligen Tag.
Und nun – es rauschet zum erstenmal wieder
Des Schnitters Sichel durch die goldene Saat,
Jetzt laßt uns feiren,
Laßt uns feiren
In meiner Halle den seligen Tag.
Es warten jetzt in euren Armen
Der Freuden so viel auf mich,
O Brüder! Brüder!
Der edlen Freuden so viel.
Und hab ich dann ausgeruht
In euren Armen,
So schweb ich mutiger auf,
Zu schauen Gustavs Schwertschlag,
Zu schauen Eugenius Siegerfaust.
An Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[63]

An Louise Nast

Laß sie drohen, die Stürme, die Leiden
Laß trennen – der Trennung Jahre,
Sie trennen uns nicht!
Sie trennen uns nicht!
Denn mein bist du! Und über das Grab hinaus
Soll sie dauren, die unzertrennbare Liebe.
O! wenns einst da ist,
Das große selige Jenseits,
Wo die Krone dem leidenden Pilger,
Die Palme dem Sieger blinkt,
Dann, Freundin – lohnet auch Freundschaft –
Auch Freundschaft – der Ewige.
MännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[64][67]

Männerjubel

Erhabne Tochter Gottes! Gerechtigkeit,
Die du den Dreimalheilgen von Anbeginn
Umstrahltest, und umstrahlen wirst am
Tage der ernsten Gerichtsposaune.
Und du, o Freiheit! heiliger Überrest
Aus Edens Tagen! Perle der Redlichen!
In deren Halle sich der Völker
Kronen begrüßen, und Taten schwören.
Und du, der Geisterkräfte gewaltigste!
Du löwenstolze! Liebe des Vaterlands!
Die du auf Mordgerüsten lächelst,
Und in dem Blute gewälzt, noch siegest.
Wer wagts, zu türmen Riesengebirge sich,
Zu schaun den Anfang eurer Erhabenheit?
Wer gründt der Tiefen tiefste aus, nach
Euch sich zu beugen, vor euch, Erhabne?
Und wir – o tönet, tönet den Jubel nach,
Ihr ferne Glanzgefilde des Uranus!
O beugt euch nieder, Orione!
Beugt euch! wir sind der Erhabnen Söhne.
Es glimmt in uns ein Funke der Göttlichen;
Und diesen Funken soll aus der Männerbrust
Der Hölle Macht uns nicht entreißen!
Hört es, Despotengerichte, hört es!
[67]
Ihn senkte, seine Welt zu verherrlichen,
Der Gott der Götter Adams Geschlecht ins Herz,
Des preisen wir den Gott der Götter!
Hört es, ihr Knechte des Lügners, hört es!
Was überwiegt die Wonne, der Herrlichen,
Der Töchter Gottes würdiger Sohn zu sein?
Den Stolz, in ihrem Heiligtum zu
Wandeln, zu dulden um ihretwillen?
Und lärmten gleich dem hadernden Ozean
Despotenflüche geifernd auf uns herab,
Vergiftete das Schnauben ihrer
Rache, wie Syrias Abendlüfte –
Und dräute tausendarmigter Pöbel, uns
Zu würgen, tausendzüngigte Pfaffenwut
Mit Bann den Neuerern; es lachen
Ihrer die Söhne der Töchter Gottes.
Und würden unsre Kinder vom Schwert verfolgt,
Zu heulen über uns in der Finsternis
Des Wolfs, und mit dem Löwen seine
Beute zu teilen, bei Kannibalen
Sich Väter, und im Sande von Afrika
Das Gastrecht aufzusuchen, sie dulden gern,
Verlachen eure Blutgerüste,
Folgen den Vätern zu Schwert und Folter.
Drum tönet, tönet, tönet den Jubel nach,
Ihr ferne Glanzgefilde des Uranus,
Drum beugt euch nieder, Orione!
Beugt euch! wir sind der Erhabnen Söhne.
Die Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[68]

Die Bücher der Zeiten

Herr! Herr!
Unterwunden hab ich mich,
Zu singen dir
Bebenden Lobgesang.
Dort oben
In all der Himmel höchstem Himmel,
Hoch über dem Siriusstern,
Hoch über Uranus Scheitel,
Wo von Anbeginn
Wandelte der heilige Seraph
Mit feirender, erbebender Anbetung
Ums Heiligtum des Unnennbaren,
Da steht im Heiligtum ein Buch
Und im Buche geschrieben
All die Millionenreihen
Menschentage –
Da steht geschrieben –
Länderverwüstung und Völkerverheerung,
Und feindliches Kriegergemetzel,
Und würgende Könige –
Mit Roß und Wagen,
Und Reuter und Waffen,
Und Szepter um sich her;
[69]
Und giftge Tyrannen,
Mit grimmigem Stachel,
Tief in der Unschuld Herz.
Und schröckliche Fluten
Verschlingend die Frommen,
Verschlingend die Sünder,
Zerreißend die Häuser
Der Frommen, der Sünder.
Und fressende Feuer –
Paläste und Türme
Mit ehernen Toren,
Gigantischen Mauern
Zernichtend im Augenblick.
Geöffnete Erden
Mit schwefelndem Rachen
Ins rauchende Dunkel
Den Vater, die Kinder,
Die Mutter, den Säugling,
In Wehegeröchel
Und Sterbegewinsel
Hinuntergurgelnd. –
Da steht geschrieben
Vatermord! Brudermord!
Säuglinge blaugewürgt!
Greulich! Greulich!
Um ein Linsengericht
Därmzerfressendes Gift
Dem guten, sicheren Freund gemischt. –
Hohlaugigte Krüppel,
Ihrer Onansschande
Teuflische Opfer –.
[70]
Kannibalen
Von Menschenbraten gemästet –
Nagend an Menschengebein,
Aus Menschenschädel saufend
Rauchendes Menschenblut.
Wütendes Schmerzgeschrei
Der Geschlachteten über dem
Bauchzerschlitzenden Messer.
Des Feindes Jauchzen
Über dem Wohlgeruch,
Welcher warm dampft
Aus dem Eingeweid. –
Da steht geschrieben –
Die Verzweiflung schwarz
Am Strick um Mitternacht
Noch im quälenden Lebenskampf
Die Seel – am höllenahenden Augenblick.
Da steht geschrieben –
Der Vater verlassend
Weib und Kind im Hunger,
Zustürzend im Taumel
Dem lockenden süßlichen Lasterarm. –
Im Staub das Verdienst
Zurück von der Ehre
Ins Elend gestoßen
Vom Betrüger –
Im Lumpengewand
Einher der Wanderer,
Bettelnahrung zu suchen
Dem zerstümmelten Gliederbau.
[71]
Da steht geschrieben
Des heitern, rosigen Mädchens
Grabenaher Fieberkampf;
Der Mutter Händeringen,
Des donnergerührten Jünglings
Wilde stumme Betäubung.

(Eine Pause im Gefühl)

Furchtbarer, Furchtbarer!
Das all, all im Buche geschrieben,
Furchtbarer, Furchtbarer!
Ha die Greuel des Erdgeschlechts!
Richter! Richter!
Warum vertilgt mit dem Flammenschwert
All die Greuel von der Erde
Der Todesengel nicht?
Gerechter, sieh, die Gerichte
Treffen den Frommen, den Sünder,
Die Fluten, die Feuer,
Die Erdegerichte all.
Aber sieh, ich schweige –
Das sei dir Lobgesang!
Du, der du lenkst
Mit weiser, weiser Allmachtshand
Das bunte Zeitengewimmel.
(Wieder eine Pause)

[72]
Halleluja, Halleluja,
Der da denkt
Das bunte Zeitengewimmel,
Ist Liebe!!!
Hörs Himmel und Erde!
Unbegreiflich Liebe!
Es steht im Heiligtum ein Buch
Und im Buche geschrieben
All die Millionenreihen
Menschentage –
Da steht geschrieben
Jesus Christus Kreuzestod!
Des Sohnes Gottes Kreuzestod!
Des Lamms auf dem Throne Kreuzestod!
Selig zu machen alle Welt,
Engelswonne zu geben
Seinen Glaubigen. –
Der Seraphim, Cherubim
Staunende Still
Weit in den Himmelsgefilden umher –
Des Harfenklangs Verstummen,
Kaum atmend der Strom ums Heiligtum.
Anbetung – Anbetung –
Über des Sohnes Werk,
Welcher erlöst
Ein gefallen Greuelgeschlecht.
Da steht geschrieben –
Der gestorben ist,
Jesus Christus,
[73]
Abschüttelnd im Felsen den Tod!
Heraus in der Gotteskraft Allgewalt!
Und lebend – lebend –
Zu rufen dereinst dem Staub:
Kommet wieder, Menschenkinder!
Jetzt tönt die Posaun
Ins unabsehliche Menschengewimmel
Zum Richtstuhl hinan! Zum Richtstuhl!
Zum Lohn, der aufstellt
Der Gerechtigkeit Gleichgewicht!
Jammerst du jetzt noch, Frommer?
Unter der Menschheit Druck?
Und, Spötter, spottest du
In tanzenden Freuden
Noch des furchtbarn Richtstuhls?
Da steht geschrieben –
Menschliches Riesenwerk,
Stattlich einherzugehn
Auf Meerestiefen!
Ozeanswanderer! Stürmebezwinger!
Schnell mit der Winde Fron
Niegesehene Meere
Ferne von Menschen und Land
Mit stolzen brausenden Segeln
Und schaurlichen Masten durchkreuzend.
Leviathanserleger
Lachend des Eisgebürgs,
Weltenentdecker
Niegedacht von Anbeginn.
[74]
Da steht geschrieben –
Völkersegen,
Brots die Fülle,
Lustgefilde
Überall –
Allweit Freude
Niederströmend
Von der guten
Fürstenhand.
An die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[75]

An die Vollendung

Vollendung! Vollendung! –
O du der Geister heiliges Ziel!
Wann werd ich siegestrunken
Dich umfahen und ewig ruhn?
Und frei und groß
Entgegenlächeln der Heerschar,
Die zahllos aus den Welten
In den Schoß dir strömt?
Ach ferne, ferne von dir!
Mein göttlichster, schönster Gedanke
War, wie der Welten
Fernstes Ende, ferne von dir!
Und fleugt auf des Sturmes Flügeln
Aeonen lang die Liebe dir zu,
Noch schmachtet sie ferne von dir,
Ach! ferne, ferne von dir!
Doch kühner gewaltiger
Unaufhaltbarer immer
Fleugt durch Myriaden Aeonen
Dir zu die glühende Liebe.
Voll hoher Einfalt,
Einfältig still und groß
[76]
Rangen des Siegs gewiß,
Rangen dir zu die Väter.
Ihre Hülle verschlang die Zeit,
Verwest, zerstreut ist der Staub,
Doch rang des Sieges gewiß
Der Funke Gottes, ihr Geist, dir zu.
Sind sie eingegangen zu dir,
Die da lebten im Anbeginn?
Ruhen, ruhen sie nun,
Die frommen Väter?
Vollendung! Vollendung!
Der Geister heiliges Ziel!
Wann werd ich siegestrunken
Dich umfahen und ewig ruhn?
Die heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[77]

Die heilige Bahn

Ist also dies die heilige Bahn?
Herrlicher Blick – o trüge mich nicht!
Diese geh ich?? schwebend auf des Liedes
Hoher fliegender Morgenwolke?
Und welch ist jene? künstlich gebaut
Eben hinaus, mit Marmor beschränkt,
Prächtig gerad, gleich den Sonnenstrahlen –
An der Pforte ein hoher Richtstuhl?
Ha! wie den Richtstuhl Purpur umfließt,
Und der Smaragd, wie blendend er glänzt,
Und auf dem Stuhl, mit dem großen Szepter
Aristoteles hinwärts blickend
Mit hellem scharfem Aug auf des Lieds
Feurigen Lauf – und jenes Gebirg
Eilt sie hinweg – mutig in die Täler
Stürzt sie, ungestüm, und ihr Boden
Ist wie des Nordens Flammengewölk,
Wallend vom Tritt des rennenden Gangs –
Waffengeräusch rauschen seine Tritte
Über alternde Wolkenfelsen.
Ha! sie ist heiß, die heilige Bahn –
Ach wie geübt der Große dort rennt,
[78]
Um ihn herum – wie da Staunen wimmelt,
Freunde – Vaterland – fernes Ausland.
Und ich um ihn mit Mückengesums
Niedrig – im Staub – Nein, Großer, das nicht.
Mutig hinan! – ! – Wanns nun da ist, voll ist...
KepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[79]

Keppler

Unter den Sternen ergehet sich
Mein Geist, die Gefilde des Uranus
Überhin schwebt er und sinnt; einsam ist
Und gewagt, ehernen Tritt heischet die Bahn.
Wandle mit Kraft, wie der Held, einher!
Erhebe die Miene! doch nicht zu stolz,
Denn es naht, siehe es naht, hoch herab
Vom Gefild, wo der Triumph jubelt, der Mann,
Welcher den Denker in Albion,
Den Späher des Himmels um Mitternacht,
Ins Gefild tiefern Beschauns leitete,
Und voran leuchtend sich wagt' ins Labyrinth,
Daß der erhabenen Themse Stolz,
Im Geiste sich beugend vor seinem Grab,
Ins Gefild würdigern Lohns nach ihm rief:
»Du begannst, Suevias Sohn! wo es dem Blick
Aller Jahrtausende schwindelte;
Und ha! ich vollende, was du begannst,
Denn voran leuchtetest du, Herrlicher!
Im Labyrinth, Strahlen beschwurst du in die Nacht.
Möge verzehren des Lebens Mark
Die Flamm in der Brust – ich ereile dich,
[80]
Ich vollend's! denn sie ist groß, ernst und groß,
Deine Bahn, höhnet des Golds, lohnet sich selbst.«
Wonne Walhallas! und ihn gebar
Mein Vaterland? ihn, den die Themse pries?
Der zuerst ins Labyrinth Strahlen schuf,
Und den Pfad, hin an dem Pol, wies dem Gestirn.
Heklas Gedonner vergäß ich so,
Und, ging' ich auf Ottern, ich bebte nicht
In dem Stolz, daß er aus dir, Suevia!
Sich erhub, unser der Dank Albions ist.
Mutter der Redlichen! Suevia!
Du stille! dir jauchzen Aeonen zu,
Du erzogst Männer des Lichts ohne Zahl,
Des Geschlechts Mund, das da kommt, huldiget dir.
An Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[81]

An Thills Grab

Der Leichenreihen wandelte still hinan,
Und Fackelnschimmer schien auf des Teuren Sarg,
Und du, geliebte, gute Mutter!
Schautest entseelt aus der Jammerhütte,
Als ich, ein schwacher, stammelnder Knabe noch,
O Vater! lieber Seliger! dich verlor,
Da fühlt ichs nicht, was du mir warst, doch
Mißte dich bald der verlaßne Waise.
So weint ich leisen Knabengefühles schon,
Der Wehmut Träne über dein traurig Los,
Doch jetzt, o Thill! jetzt fühl ichs ernster,
Schmerzender jetzt über deinem Hügel,
Was hier im Grab den Redlichen Suevias
Verwest, den himmelnahenden Einsamen.
Und, o mein Thill ! du ließst sie Waisen?
Eiltest so frühe dahin, du Guter?
Ihr stille Schatten seines Holunderbaums!
Verbergt mich, daß kein Spötter die Tränen sieht
Und lacht, wann ich geschmiegt an seinen
Hügel die bebenden Wangen trockne.
O wohl dir! wohl dir, Guter! du schläfst so sanft
Im stillen Schatten deines Holunderbaums.
[82]
Dein Monument ist er, und deine
Lieder bewahren des Dorfes Greisen.
O daß auch mich dein Hügel umschattete
Und Hand in Hand wir schliefen, bis Ernte wird,
Da schielten keine Vorurteile,
Lachte kein Affe des stillen Pilgers.
O Thill! Ich zage, denn er ist dornenvoll,
Und noch so fern, der Pfad zur Vollkommenheit;
Die Starken beugen ja ihr Haupt, wie
Mag ihn erkämpfen der schwache Jüngling?
Doch nein! ich wags! es streitet zur Seite ja
Ein felsentreuer, mutiger Bruder mir.
O freut euch, selige Gebeine!
Über dem Namen! Es ist – mein Neuffer.
Gustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[83]

Gustav Adolf

Kommt, ihr Kinder von Teut!
Ihr Kinder von Teut! zum Tale der Schlacht.
Entblößet die Häupter, ihr Kinder von Teut!
Und schauet nieder mit heiligem Blick!
Denn hier – hier starb der Mann,
Des Taten die Lande sahn,
Und ihren Felsen geboten,
Zu beugen die Scheitel den Taten des Manns,
Und ihren Hügeln geboten,
Zu beugen ihr Haupt den Taten des Manns;
Des Taten die Meere sahn,
Und Wogen türmten,
Und Stürme beriefen,
Zu donnern ein Lob den Taten des Manns;
Entblößet die Häupter, ihr Kinder von Teut!
Denn hier – hier starb der Mann,
Des Name, wann einst
Des Ozeans Inseln sich küssen,
Und Kolumbens Welt Lusitanias Küsten umarmt,
Von fernen Völkern gepriesen,
Von fremden Zungen genannt,
Am heiligen Denkmal, im Herzen der Edlen
Noch ewig, wie Gottes Gestirne steht,
Entblößet die Häupter, ihr Kinder von Teut!
Und schauet nieder mit heiligem Blick!
Denn hier – starb – Gustav.
[84]
Es lärmt' im Tale die Schlacht,
Die Siege zu krönen, die blutige Schlacht,
Und Heldenknie sanken, und Felsenherzen erbebten
Vor Gustav Adolfs Schwert,
Und Blut der Räuber floß,
Und Blut der Witwenmörder,
Und Blut der Schänder der Freiheit floß,
Und hinan im Blute der Räuber hinan
Stürzt', als ein Racheblitz des Rächers,
Mit seinen Treuen Gustav hinan.
Er gedachte seiner Taten,
Da flammte sein Auge von Götterlust,
Seiner Taten vor Gott,
Und Himmelsruhe verklärte sein Angesicht
Und hinan, in seiner Himmelsruhe
Stürzt' an der Spitze der Treuen Gustav hinan –
Doch wehe! unter den Treuen
Lauscht' ein Verräter;
Er dachte – der Verräter – den Höllengedanken,
Und – Gustav – sank.
Ha! Verräter! Verräter!
Daß in der Todesstunde dein Weib dich verdamme,
Und wehe! über dich rufen deine Söhne,
Und deine Enkel die Tat ins Ohr dir heulen,
Bis deine Blicke erstarren im Grauen des Meuchelmords,
Und deine Seele flieht vor den Schrecken der Ewigkeit.
Wir wollten segnen
In deinem Tale, du Herrlicher!
Und schänden die heilige Stätte mit Fluch?
O Gustav! Gustav! vergib,
[85]
Vergib den Eifer der Deinen,
Und neige dich freundlich herab vom Gefilde des Lohns,
Zu den Stimmen des dankenden Lobgesangs.
Dank dem Retter der Freiheit!
Dem Richter der Witwenmörder!
Dank dem Sieger bei Lipsia!
Dank dem Sieger am Lechus!
Dank dem Sieger im Todestal!
Dank und Ruhm dem Bruder des Schwachen,
Dem gnadelächelnden Sieger!
Dank und Ruhm dem Erwäger des Rechts,
Dem Feind des Erobrers, dem Hasser des Stolzen,
Dem weichen Weiner an Tillys Grab!
Dank und Ruhm und Heil dem Schützer des Frommen,
Dem Trockner der Märtyrerstränen,
Dem Steurer der Pfaffenwut – –
O Gustav! Gustav!
Es verstummt der Segen der Deinen,
Der Segen des Ewigen lohnet dich nur,
Der donnernde Jubel des Weltgerichts.
Ende einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[86]

Ende einer Gedichtfolge
auf Gustav Adolf

Erscholl von jeder Heide, jedem Hügel
Das Schreckengelärm gewappneter Wütriche her.
Doch wenig Stunden sann um Mitternacht der Held,
Vollbrachte mit stürmender Hand, was er sann, am geflügelten Tag,
Und ha! wo war er nun, der Fremdlinge Grimm?
Die Racheblicke, wie so bange rollten sie?
Der Rosse Schnauben hatt in Röcheln sich gewandelt,
Zerrissen moderten im Blut des Flüchtlings
Die güldenen Paniere, Raben krächzten
Im leichenvollen Hinterhalt, und Angstgeheul
Erscholl von jeder Heide, jedem Hügel.
Verschlungen hatte sie der größre Strom.
Der Tag des Weltgerichts – auch er! auch er!
Wird zeugen einst im Angesicht der Völker.
So spricht Jehova: Herrlich sei dein Lohn!
Sie schändeten zum blutbefleckten Greul
Die Fahne meines Reichs – die Lehre meines Mundes
Zur Menschenwürgerin, zur Brudermörderin.
Mit Henkersfäusten trieben sie vom Vaterland
Die Kinder meines Luthers, die das Joch des Wahns
Vom Nacken schüttelten, in Todeswüsten hin.
Da trocknet' ihre Tränen Gustav ab,
Der Fromme baute Häuser meinen Irrenden.
Dein Lohn sei herrlich! du Gesegneter!
So spricht Jehova, und die Myriaden
[87]
Versammleter erheben ihre Häupter
Und breiten ihre Arme gegen Gustav aus,
Und jubeln: Amen! herrlich ist sein Lohn.
O Gustav! Gustav! hast du dein Ohr geneigt
Den Zeugen deiner Größe – du Herrlicher!
Und zürnst du nicht, und lächelst du im
Arme der Helden zu uns herunter?
Verzeih, du Liebling Gottes! ich liebe dich! –
Wann Donner rollen über mein trautes Tal,
So denk ich dein, und wenn der Obstbaum
Freundlich den Apfel herunterreichet,
So nenn ich deinen Namen. Denn ringsum sieht
Ein Denkmal deiner Taten mein staunend Aug.
Und ha! wie wird dies Auge staunen,
Führet mich förder hinauf zum Tempel,
Zum höchsten Tempel seiner Erhabenheit
Mit wolkenlosem Mut die Begeisterung –
Hinauf, wo es dem Tändler schwindelt,
Wo der Gebrechliche nie hinanklimmt!
Umdonnert, Meereswogen! die einsame
Gewagte Bahn! euch bebet die Saite nicht!
Ertürmt euch, Felsen! ihr ermüdet
Nicht den geflügelten Fuß des Sängers.
Nur daß ich nie der ernsten Bewundrung Lied
Mit Tand entweihe – ferne von Gleisnerslob!
Und seiner gottgesandten Taten
Keine vergesse – denn dies ist Lästrung!
Schwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[88]

Schwabens Mägdelein

So lieb wie Schwabens Mägdelein
Gibts keine weit und breit,
Die Engel in dem Himmel freun
Sich ihrer Herzlichkeit.
Mir war noch immer wohl zu Sinn,
So lang ich bei ihr war,
Bei meiner Herzenskönigin
Im blonden Lockenhaar.
Sie blickt des lieben Herrgotts Welt
So traut, so freundlich an
Und geht gerad und unverstellt
Den Lebensweg hinan.
Die Blumen wachsen sichtbarlich,
Wenn sie das Land begießt,
Es beuget Birk und Erle sich,
Wenn sie den Hain begrüßt.
Entgegen hüpft ihr jedes Kind
Und schmiegt sich traulich an,
Die Mütter in dem Dorfe sind
Ihr sonders zugetan.
Es freun sich alle, fern und nah,
Die meine Holdin sehn,
[89]
Du lieber Gott! wie sollt ich da
Die süße Minne schmähn.
Nicht minder lob ich alle mir
Die Schwabenmägdelein
Und tracht im Herzen für und für
Mich ihrer Gunst zu freun.
Und zieh ich einst um Ruhmsgewinn
In Helm und Harnisch aus –
Kommt ihr, ihr Lieben, mir in Sinn,
Stracks kehrt der Held nach Haus.
Und trauft mir einst von Honigseim
Das Land Arabia,
So ruft: Herr Schwabe, komm er heim!
Flugs bin ich wieder da.
Wes Herz die Holdin nicht verehrt,
Der höre meinen Hohn,
Er ist des Vaterlands nicht wert,
Er ist kein Schwabensohn.
Er schmähe mir die Minne nicht,
Die Minne treu und rein;
Es spricht der Tor: Die Rose sticht,
Laß Rose Rose sein.
Zornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[90]

Zornige Sehnsucht

Ich duld es nimmer! ewig und ewig so
Die Knabenschritte, wie ein Gekerkerter
Die kurzen vorgemeßnen Schritte
Täglich zu wandeln, ich duld es nimmer!
Ists Menschenlos – ists meines? ich trag es nicht,
Mich reizt der Lorbeer, – Ruhe beglückt mich nicht,
Gefahren zeugen Männerkräfte,
Leiden erheben die Brust des Jünglings.
Was bin ich dir, was bin ich, mein Vaterland?
Ein siecher Säugling, welchen mit tränendem,
Mit hoffnungslosem Blick die Mutter
In den gedultigen Armen schaukelt.
Mich tröstete das blinkende Kelchglas nie,
Mich nie der Blick der lächelnden Tändlerin,
Soll ewig Trauern mich umwolken?
Ewig mich töten die zornge Sehnsucht?
Was soll des Freundes traulicher Handschlag mir,
Was mir des Frühlings freundlicher Morgengruß,
Was mir der Eiche Schatten? was der
Blühenden Rebe, der Linde Düfte?
Beim grauen Mana! nimmer genieß ich dein,
Du Kelch der Freuden, blinkest du noch so schön,
[91]
Bis mir ein Männerwerk gelinget,
Bis ich ihn hasche, den ersten Lorbeer.
Der Schwur ist groß. Er zeuget im Auge mir
Die Trän, und wohl mir, wenn ihn Vollendung krönt,
Dann jauchz auch ich, du Kreis der Frohen,
Dann, o Natur, ist dein Lächeln Wonne.
An die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[92]

An die Ruhe

Vom Gruß des Hahns, vom Sichelgetön erweckt,
Gelobt ich dir, Beglückerin! Lobgesang,
Und siehe da, am heitern Mittag
Schläget sie mir, der Begeistrung Stunde.
Erquicklich, wie die heimische Ruhebank
Im fernen Schlachtgetümmel dem Krieger deucht,
Wenn die zerfleischten Arme sinken,
Und der geschmetterte Stahl im Blut liegt –
So bist du, Ruhe! freundliche Trösterin!
Du schenkest Riesenkraft dem Verachteten;
Er höhnet Dominiksgesichtern,
Höhnet der zischenden Natterzunge.
Im Veilchental, vom dämmernden Hain umbraust,
Entschlummert er, von süßen Begeistrungen
Der Zukunft trunken, von der Unschuld
Spielen im flatternden Flügelkleide.
Da weiht der Ruhe Zauber den Schlummernden,
Mit Mut zu schwingen im Labyrinth sein Licht,
Die Fahne rasch voranzutragen,
Wo sich der Dünkel entgegenstemmet.
Auf springt er, wandelt ernster den Bach hinab
Nach seiner Hütte. Siehe! das Götterwerk,
[93]
Es keimet in der großen Seele.
Wieder ein Lenz, – und es ist vollendet.
An jener Stätte bauet der Herrliche
Dir, gottgesandte Ruhe! den Dankaltar.
Dort harrt er, wonnelächlend, wie die
Scheidende Sonne, des längern Schlummers.
Denn sieh, es wallt der Enkel zu seinem Grab,
Voll hohen Schauers, wie zu des Weisen Grab,
Des Herrlichen, der, von der Pappel
Säuseln umweht, auf der Insel schlummert.
An die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[94]

An die Ehre

Einst war ich ruhig, schlummerte sorgenfrei
Am stillen Moosquell, träumte von Stellas Kuß –
Da riefst du, daß der Waldstrom stille
Stand und erbebte, vom Eichenwipfel –
Auf sprang ich, fühlte taumelnd die Zauberkraft,
Hin flog mein Atem, wo sie den Lieblingen
Die schweißbetraufte Stirn im Haine
Kühlend, die Eich und die Palme spendet.
Umdonnert, Meereswogen, die einsame
Gewagte Bahn! euch höhnet mein kühnes Herz,
Ertürmt euch, Felsen, ihr ermüdet
Nie den geflügelten Fuß des Sängers.
So rief ich – stürzt im Zauber des Aufrufs hin –
Doch ha! der Täuschung – wenige Schritte sinds!
Bemerkbar kaum! und Hohn der Spötter,
Freude der Feigen umzischt den Armen.
Ach! schlummert ich am murmelnden Moosquell noch,
Ach! träumt ich noch von Stellas Umarmungen.
Doch nein! bei Mana nein! auch Streben
Ziert, auch der Schwächeren Schweiß ist edel.
Einst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[95]

Einst und jetzt

Einst, tränend Auge! sahst du so hell empor!
Einst schlugst du mir so ruhig, empörtes Herz!
So, wie die Wallungen des Bächleins,
Wo die Forell am Gestade hinschlüpft.
Einst in des Vaters Schoße – des liebenden,
Geliebten Vaters – aber der Würger kam,
Wir weinten, flehten, doch der Würger
Schnellte den Pfeil; und es sank die Stütze!
Ha! du gerechte Vorsicht! so bald begann
Der Sturm, so bald? – Doch – straft mich des Undanks nicht,
Ihr Stunden meiner Knabenfreude,
Stunden des Spiels und des Ruhelächelns!
Ich seh euch wieder – herrlicher Augenblick!
Da füttert ich mein Hühnchen, da pflanzt ich Kohl
Und Nelken – freute so des Frühlings
Mich und der Ernt, und des Herbstgewimmels.
Da sucht ich Maienblümchen im Walde mir,
Da wälzt ich mich im duftenden Heu umher,
Da brockt ich Milch mit Schnittern ein, da
Schleudert ich Schwärmer am Rebenberge.
Und o! wie warm, wie hing ich so warm an euch
Gespielen meiner Einfalt, wie stürmten wir
[96]
In offner Feldschlacht, lehrten uns den
Strudel durchschwimmen, die Eich ersteigen!
Jetzt wandl ich einsam an dem Gestade hin,
Ach keine Seele, keine für dieses Herz?
Ihr frohen Reigen? Aber weh dir,
Sehnender Jüngling! sie gehn vorüber!
Zurück denn in die Zelle, Verachteter!
Zurück zur Kummerstätte, wo schlaflos du
So manche Mitternächte weintest,
Weintest im Durste nach Lieb und Lorbeer.
Lebt wohl, ihr güldnen Stunden vergangner Zeit,
Ihr lieben Kinderträume von Größ und Ruhm,
Lebt wohl, lebt wohl, ihr Spielgenossen,
Weint um den Jüngling, er ist verachtet!
Die Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[97]

Die Weisheit des Traurers

Hinweg, ihr Wünsche! Quäler des Unverstands!
Hinweg von dieser Stätte, Vergänglichkeit!
Ernst, wie das Grab, sei meine Seele!
Heilig mein Sang, wie die Totenglocke!
Du, stille Weisheit! öffne dein Heiligtum.
Laß, wie den Greis am Grabe Cecilias,
Mich lauschen deinen Göttersprüchen,
Ehe der Toten Gericht sie donnert.
Da, unbestochne Richterin, richtest du
Tyrannenfeste, wo sich der Höflinge
Entmanntes Heer zu Trug begeistert,
Wo des geschändeten Römers Kehle
Die schweißerrungne Habe des Pflügers stiehlt,
Wo tolle Lust in güldnen Pokalen schäumt,
Und ha! des Greuels! an getürmten
Silbergefäßen des Landes Mark klebt.
Halt ein! Tyrann! Es fähret des Würgers Pfeil
Daher. Halt ein! es nahet der Rache Tag,
Daß er, wie Blitz die giftge Staude,
Nieder den taumelnden Schädel schmettre.
Doch ach! am grimmen richtenden Saitenspiel
Hinunter wankt die zitternde Rechte mir.
[98]
In lichtre Hallen, gute Göttin! –
Wandle der Sturm sich in Haingeflüster!
Da schlingst du liebevoll um die Jammernde
Am Grabe des Erwählten den Mutterarm,
Vor Menschentrost dein Kind zu schützen,
Schenkest ihr Tränen, und lispelst leise
Vom Wiedersehn, vom seligen Einst ins Herz –
Da schläft in deiner Halle der Jammermann,
Dem Priesterhaß das Herz zerfleischet,
Den ihr Gericht im Gewahrsam foltert,
Der bleiche Jüngling, der in des Herzens Durst
Nach Ehre rastlos klomm auf der Felsenbahn
Und ach umsonst! wie wandelt er so
Ruhig umher in der stillen Halle.
Mit Brudersinn zu heitern den Kummerblick,
Der Kleinen Herz zu leiten am Gängelband,
Sein Haus zu baun, sein Feld zu pflügen,
Wird ihm Beruf! und die Wünsche schweigen.
Verzeih der bangen Träne, du Göttliche!
Auch ich vielleicht! – zwar glühet im Busen mir
Die Flamme rein und kühn, und ewig –
Aber zurück aus den Lorbeerhainen
Stieß unerweicht die Ehre den Traurenden,
So lang, entflohn dem lachenden Knabenspiel,
Verhöhnend all die Taumelfreuden,
Treu und ñ — ñ mein Herz ihr huldigt.
[99]
Drum öffne du die Arme dem Traurenden,
Laß deines Labebechers mich oft und viel
Und einzig kosten, nenne Sohn mich!
Gürte mit Stolz mich, und Kraft und Wahrheit!
Denn viel der Stürme harren des Jünglings noch,
Der falschen Gruben viele des Wanderers,
Sie alle wird dein Sohn besiegen,
So du mit stützendem Arm ihn leitest.
SelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Selbstquälerei

Ich hasse mich! es ist ein ekles Ding
Des Menschen Herz, so kindischschwach, so stolz,
So freundlich, wie Tobias Hündlein ist,
Und doch so hämisch wieder! weg! ich hasse mich!
So schwärmerisch, wenn es des Dichters Flamme wärmt,
Und ha! wenn sich ein freundeloser Junge
An unsre Seite schmiegt, so stolz, so kalt!
So fromm, wenn uns des Lebens Sturm
Den Nacken beugt, ...
Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[100]

Burg Tübingen

Still und öde steht der Väter Feste,
Schwarz und moosbewachsen Pfort und Turm,
Durch der Felsenwände trübe Reste
Saust um Mitternacht der Wintersturm,
Dieser schaurigen Gemache Trümmer
Heischen sich umsonst ein Siegesmal,
Und des Schlachtgerätes Heiligtümer
Schlummern Todesschlaf im Waffensaal.
Hier ertönen keine Festgesänge,
Lobzupreisen Manas Heldenland,
Keine Fahne weht im Siegsgepränge
Hochgehoben in des Kriegers Hand,
Keine Rosse wiehern in den Toren,
Bis die Edeln zum Turniere nahn,
Keine Doggen, treu, und auserkoren,
Schmiegen sich den blanken Panzern an.
Bei des Hiefhorns schallendem Getöne
Zieht kein Fräulein in der Hirsche Tal,
Siegesdürstend gürten keine Söhne
Um die Lenden ihrer Väter Stahl,
Keine Mütter jauchzen von der Zinne
Ob der Knaben stolzer Wiederkehr,
Und den ersten Kuß verschämter Minne
Weihn der Narbe keine Bräute mehr.
[101]
Aber schaurige Begeisterungen
Weckt die Riesin in des Enkels Brust,
Sänge, die der Väter Mund gesungen,
Zeugt der Wehmut zauberische Lust,
Ferne von dem törigen Gewühle,
Von dem Stolze der Gefallenen,
Dämmern niegeahndete Gefühle
In der Seele des Begeisterten.
Hier im Schatten grauer Felsenwände,
Von des Städters Blicken unentweiht,
Knüpfe Freundschaft deutsche Biederhände,
Schwöre Liebe für die Ewigkeit,
Hier, wo Heldenschatten niederrauschen,
Traufe Vatersegen auf den Sohn,
Wo den Lieblingen die Geister lauschen,
Spreche Freiheit den Tyrannen Hohn!
Hier verweine die verschloßne Zähre,
Wer umsonst nach Menschenfreude ringt,
Wen die Krone nicht der Bardenehre,
Nicht des Liebchens Schwanenarm umschlingt,
Wer von Zweifeln ohne Rast gequälet,
Von des Irrtums peinigendem Los,
Schlummerlose Mitternächte zählet,
Komme zu genesen in der Ruhe Schoß.
Aber wer des Bruders Fehle rüget
Mit der Schlangenzunge losem Spott,
Wem für Adeltaten Gold genüget,
Sei er Sklave oder Erdengott,
Er entweihe nicht die heilge Reste,
[102]
Die der Väter stolzer Fuß betrat,
Oder walle zitternd zu der Feste,
Abzuschwören da der Schande Pfad.
Denn der Heldenkinder Herz zu stählen,
Atmet Freiheit hier und Männermut,
In der Halle weilen Väterseelen,
Sich zu freuen ob Thuiskons Blut,
Aber ha! den Spöttern und Tyrannen
Weht Entsetzen ihr Verdammerspruch,
Rache dräuend jagt er sie von dannen,
Des Gewissens fürchterlicher Fluch.
Wohl mir! daß ich süßen Ernstes scheide,
Daß die Harfe schreckenlos ertönt,
Daß ein Herz mir schlägt für Menschenfreude,
Daß die Lippe nicht der Einfalt höhnt.
Süßen Ernstes will ich wiederkehren,
Einzutrinken freien Männermut,
Bis umschimmert von den Geisterheeren
In Walhallas Schoß die Seele ruht.
Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[103]

Lied der Freundschaft

(Erste Fassung)


Frei, wie Götter an dem Mahle,
Singen wir um die Pokale,
Wo der edle Trank erglüht,
Voll von Schauern, ernst und stille,
In des Dunkels heilger Hülle
Singen wir der Freundschaft Lied.
Schwebt herab aus kühlen Lüften,
Schwebet aus den Schlummergrüften,
Helden der Vergangenheit!
Kommt in unsern Kreis hernieder,
Staunt und sprecht: Da ist sie wieder,
Unsre deutsche Herzlichkeit.
Singe von ihr Jubellieder,
Von der Wonne deutscher Brüder,
Chronos! in dem ewgen Lauf;
Singe, Sohn der Afterzeiten!
Sing: Elysens Herrlichkeiten
Wog ein deutscher Handschlag auf.
Ha! der hohen Götterstunden!
Wann der Edle sich gefunden,
Der für unser Herz gehört;
So begeisternd zu den Höhen,
Die um uns, wie Riesen, stehen!
So des deutschen Jünglings wert!
[104]
Froher schlägt das Herz, und freier!
Reichet zu des Bundes Feier
Uns der Freund den Becher dar;
Ohne Freuden, ohne Leben
Erntet' er Lyäus Reben,
Als er ohne Freunde war.
Stärke, wenn Verleumder schreien,
Wahrheit, wenn Despoten dräuen,
Männermut im Mißgeschick,
Duldung, wenn die Schwachen sinken,
Liebe, Duldung, Wärme trinken
Freunde von des Freundes Blick.
Sanfter atmen Frühlingslüfte,
Süßer sind der Linde Düfte,
Kühliger der Eichenhain,
Wenn bekränzt mit jungen Rosen
Freunde bei den Bechern kosen,
Freunde sich des Abends freun.
Brüder! laßt die Toren sinnen,
Wie sie Fürstengunst gewinnen,
Häufen mögen Gut und Gold;
Lächelnd kanns der Edle missen,
Sich geliebt, geliebt zu wissen,
Dies ist seiner Taten Sold.
Schmettert aus der trauten Halle
Auch die Auserwählten alle
In die Ferne das Geschick,
Wandelt er mit Schmerz beladen
[105]
Nun auf freundelosen Pfaden,
Schwarzen Gram im bangen Blick,
Wankt er, wenn sich Wolken türmen,
Wankt er nun in Winterstürmen
Ohne Leiter, ohne Stab,
Lauscht er abgebleicht und düster
Bangem Mitternachtsgeflüster
Ahndungsvoll am frischen Grab,
O da kehren all die Stunden,
So in Freundesarm verschwunden,
Unter Schwüren, wahr, und warm,
All umfaßt mit sanftem Sehnen
Seine Seele, süße Tränen
Schaffen Ruhe nach dem Harm.
Rauscht ihm dann des Todes Flügel,
Schläft er ruhig unterm Hügel,
Wo sein Bund den Kranz ihm flicht,
In die Locken seiner Brüder
Säuselt noch sein Geist hernieder,
Lispelt leis: Vergeßt mich nicht!
Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[106]

Lied der Freundschaft

(Zweite Fassung)


Wie der Held am Siegesmahle
Ruhen wir um die Pokale,
Wo der edle Wein erglüht,
Feurig Arm in Arm geschlungen,
Trunken von Begeisterungen
Singen wir der Freundschaft Lied
Schwebt herab aus kühlen Lüften,
Schwebet aus den Schlummergrüften,
Helden der Vergangenheit!
Kommt in unsern Kreis hernieder,
Staunt und sprecht: Da ist sie wieder,
Unsre deutsche Herzlichkeit!
Uns ist Wonne, Gut und Leben
Für den Edlen hinzugeben,
Der für unser Herz gehört,
Der zu groß, in stolzen Reigen
Sich vor eitlem Tand zu beugen,
Gott und Vaterland nur ehrt.
Schon erhebt das Herz sich freier,
Wärmer reicht zur frohen Feier
Schon der Freund den Becher dar,
Ohne Freuden, ohne Leben
Kostet' er den Saft der Reben,
Als er ohne Freunde war.
[107]
Bruder! schleichen bang und trübe
Deine Tage? beugt der Liebe
Folterpein das Männerherz?
Stürzt im heißen Durst nach Ehre
Dir um Mitternacht die Zähre?
Bruder, segne deinen Schmerz!
Könnten wir aus Götterhänden
Freuden dir und Leiden spenden,
Ferne wärst du da von Harm;
Weiser ist der Gott der Liebe:
Sorgen gibt er bang und trübe,
Freunde gibt er treu und warm.
Stärke, wenn Verleumder schreien,
Wahrheit, wenn Despoten dräuen,
Männermut im Mißgeschick,
Duldung, wenn die Schwachen sinken,
Liebe, Duldung, Wärme trinken
Freunde von des Freundes Blick.
Lieblich, wie der Sommerregen,
Reich, wie er, an Erntesegen,
Wie die Perle klar und hell,
Still, wie Edens Ströme gleiten,
Endlos, wie die Ewigkeiten,
Fleußt der Freundschaft Silberquell.
Drum, so wollen, eh die Freuden
Trennungen und Tode neiden,
Wir im hehren Eichenhain
Oder unter Frühlingsrosen,
[108]
Wenn am Becher Weste kosen,
Würdig uns der Freundschaft freun.
Rufet aus der trauten Halle
Auch die Auserwählten alle
In die Ferne das Geschick,
Bleibt, auf freundelosen Pfaden
Hinzugehn, mit Schmerz beladen,
Tränend Einer nur zurück.
Wankt er nun in Winterstürmen,
Wankt er, wo sich Wolken türmen
Ohne Leiter, ohne Stab,
Lauscht er abgebleicht und düster
Bangem Mitternachtsgeflüster
Ahndungsvoll am frischen Grab,
O da kehren all die Stunden
Lächelnd, wie sie hingeschwunden
Unter Schwüren, wahr und warm,
Still und sanft, wie Blumen sinken,
Ruht er, bis die Väter winken,
Dir, Erinnerung! im Arm.
Rauscht ihm dann des Todes Flügel,
Schläft er ruhig unterm Hügel,
Wo sein Bund den Kranz ihm flicht,
In den Locken seiner Brüder
Säuselt noch sein Geist hernieder,
Lispelt leis: Vergeßt mich nicht!
Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[109]

Lied der Liebe

(Erste Fassung)


Engelfreuden ahndend wallen
Wir hinaus auf Gottes Flur,
Wo die Jubel widerhallen
In dem Tempel der Natur;
Heute soll kein Auge trübe,
Sorge nicht hienieden sein,
Jedes Wesen soll der Liebe
Wonniglich, wie wir, sich freun.
Singt den Jubel, Schwestern! Brüder!
Festgeschlungen! Hand in Hand!
Singt das heiligste der Lieder
Von dem hohen Wesenband!
Steigt hinauf am Rebenhügel,
Blickt hinab ins Schattental!
Überall der Liebe Flügel,
Wonnerauschend überall!
Liebe lehrt das Lüftchen kosen
Mit den Blumen auf der Au,
Lockt zu jungen Frühlingsrosen
Aus der Wolke Morgentau,
Liebe ziehet Well an Welle
Freundlichmurmelnd näher hin,
Leitet aus der Kluft die Quelle
Sanft hinab ins Wiesengrün.
[110]
Berge knüpft mit ehrner Kette
Liebe an das Firmament,
Donner ruft sie an die Stätte,
Wo der Sand die Pflanze brennt,
Um die hehre Sonne leitet
Sie die treuen Sterne her,
Folgsam ihrem Winke gleitet
Jeder Strom ins weite Meer.
Liebe wallt in Wüsteneien,
Höhnt des Dursts im dürren Sand,
Sieget, wo Tyrannen dräuen,
Steigt hinab ins Totenland;
Liebe trümmert Felsen nieder,
Zaubert Paradiese hin,
Schaffet Erd und Himmel wieder
Göttlich, wie im Anbeginn.
Liebe schwingt den Seraphsflügel,
Wo der Gott der Götter wohnt,
Lohnt den Schweiß am Felsenhügel,
Wann der Richter einst belohnt,
Wann die Königsstühle trümmern,
Hin ist jede Scheidewand,
Adeltaten heller schimmern,
Reiner, denn der Krone Tand.
Mag uns jetzt die Stunde schlagen,
Jetzt der letzte Othem wehn!
Brüder! drüben wird es tagen,
Schwestern! dort ist Wiedersehn;
[111]
Jauchzt dem heiligsten der Triebe,
Die der Gott der Götter gab,
Brüder! Schwestern! jauchzt der Liebe!
Sie besieget Zeit und Grab!
Lied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[112]

Lied der Liebe

(Zweite Fassung)


Engelfreuden ahndend, wallen
Wir hinaus auf Gottes Flur,
Daß von Jubel widerhallen
Höhn und Tiefen der Natur.
Heute soll kein Auge trübe,
Sorge nicht hienieden sein,
Jedes Wesen soll der Liebe
Frei und froh, wie wir, sich weihn!
Singt den Jubel, Schwestern, Brüder,
Fest geschlungen, Hand in Hand!
Hand in Hand das Lied der Lieder,
Selig an der Liebe Band!
Steigt hinauf am Rebenhügel,
Blickt hinab ins Schattental!
Überall der Liebe Flügel,
Hold und herrlich überall!
Liebe lehrt das Lüftchen kosen
Mit den Blumen auf der Au,
Lockt zu jungen Frühlingsrosen
Aus der Wolke Morgentau,
Liebe ziehet Well an Welle
Freundlich murmelnd näher hin,
Leitet aus der Kluft die Quelle
Sanft hinab ins Wiesengrün.
[113]
Berge knüpft mit ehrner Kette
Liebe an das Firmament,
Donner ruft sie an die Stätte,
Wo der Sand die Pflanze brennt.
Um die hehre Sonne leitet
Sie die treuen Sterne her,
Folgsam ihrem Winke gleitet
Jeder Strom ins weite Meer.
Liebe wallt durch Ozeane,
Durch der dürren Wüste Sand,
Blutet an der Schlachtenfahne,
Steigt hinab ins Totenland!
Liebe trümmert Felsen nieder,
Zaubert Paradiese hin,
Schaffet Erd und Himmel wieder –
Göttlich, wie im Anbeginn.
Liebe schwingt den Seraphsflügel,
Wo der Gott der Götter thront,
Lohnt die Trän am Felsenhügel,
Wann der Richter einst belohnt,
Wann die Königsstühle trümmern,
Hin ist jede Scheidewand,
Biedre Herzen heller schimmern,
Reiner, denn der Krone Tand.
Laßt die Scheidestunde schlagen,
Laßt des Würgers Flügel wehn!
Brüder, drüben wird es tagen!
Schwestern, dort ist Wiedersehn!
[114]
Jauchzt dem heiligsten der Triebe,
Den der Gott der Götter gab,
Brüder, Schwestern, jauchzt der Liebe,
Sie besieget Zeit und Grab!
An die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[115]

An die Stille

Dort im waldumkränzten Schattentale
Schlürft ich, schlummernd unterm Rosenstrauch,
Trunkenheit aus deiner Götterschale,
Angeweht von deinem Liebeshauch.
Sieh, es brennt an deines Jünglings Wange
Heiß und glühend noch Begeisterung,
Voll ist mir das Herz vom Lobgesange,
Und der Fittig heischet Adlerschwung.
Stieg ich kühnen Sinns zum Hades nieder,
Wo kein Sterblicher dich noch ersah,
Schwänge sich das mutige Gefieder
Zum Orion auf, so wärst du da;
Wie ins weite Meer die Ströme gleiten,
Stürzen dir die Zeiten alle zu,
In dem Schoß der alten Ewigkeiten,
In des Chaos Tiefen wohntest du.
In der Wüste dürrem Schreckgefilde,
Wo der Hungertod des Wallers harrt,
In der Stürme Land, wo schwarz und wilde
Das Gebirg im kalten Panzer starrt,
In der Sommernacht, in Morgenlüften,
In den Hainen weht dein Schwestergruß,
Über schauerlichen Schlummergrüften
Stärkt die Lieblinge dein Götterkuß.
[116]
Ruhe fächelst du der Heldenseele
In der Halle, wann die Schlacht beginnt,
Hauchst Begeistrung in der Felsenhöhle,
Wo um Mitternacht der Denker sinnt,
Schlummer träufst du auf die düstre Zelle,
Daß der Dulder seines Grams vergißt,
Lächelst traulich aus der Schattenquelle,
Wo den ersten Kuß das Mädchen küßt.
Ha! dir träuft die wonnetrunkne Zähre
Und Entzückung strömt in mein Gebein,
Millionen bauen dir Altäre,
Zürne nicht! auch dieses Herz ist dein!
Dort im Tale will ich Wonne trinken,
Wiederkehren in die Schattenkluft,
Bis der Göttin Arme trauter winken,
Bis die Braut zum stillen Bunde ruft.
Keine Lauscher nahn der Schlummerstätte,
Kühl und schattig ists im Leichentuch,
Abgeschüttelt ist die Sklavenkette,
Maigesäusel wird Gewitterfluch;
Schöner rauscht die träge Flut der Zeiten,
Rings umdüstert von der Sorgen Schwarm;
Wie ein Traum verfliegen Ewigkeiten,
Schläft der Jüngling seiner Braut im Arm.
Hymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[117]

Hymne an die Unsterblichkeit

Froh, als könnt ich Schöpfungen beglücken,
Stolz, als huldigten die Sterne mir,
Fleugt, ins Strahlenauge dir zu blicken,
Mit der Liebe Kraft mein Geist zu dir.
Schon erglüht dem wonnetrunknen Seher
Deiner Halle goldnes Morgenrot,
Ha, und deinem Götterschoße näher
Höhnt die Siegesfahne Grab und Tod.
Mich umschimmern Orionenheere,
Stolz ertönet der Plejaden Gang.
Ha, sie wähnen, Ewigkeiten währe
Ihrer Pole wilder Donnerklang.
Majestätisch auf dem Flammenwagen
Durchs Gefild der Unermeßlichkeit,
Seit das Chaos kreißte, fortgetragen,
Heischt sich Helios Unsterblichkeit.
Auch die Riesen dort im Gräberlande,
Felsgebirg und Sturm und Ozean,
Wähnen endlos ihrer Schöpfung Bande,
Wurzelnd in dem ewgen Weltenplan;
Doch es nahen die Vernichtungsstunden,
Wie des Siegers Klinge, schrecklichschön. –
Erd und Himmel ist dahin geschwunden,
Schnell, wie Blitze kommen und vergehn.
[118]
Aber kehre, strahlendes Gefieder,
Zu der Halle, wo das Leben wohnt!
Triumphiere, triumphiere wieder,
Siegesfahne, wo die Göttin thront!
Wenn die Pole schmettern, Sonnen sinken
In den Abgrund der Vergangenheit,
Wird die Seele Siegeswonne trinken,
Hocherhaben über Grab und Zeit.
Ach, wie oft in grausen Mitternächten,
Wenn die heiße Jammerträne rann,
Wenn mit Gott und Schicksal schon zu rechten
Der verzweiflungsvolle Mensch begann,
Blicktest du aus trüber Wolkenhülle
Tröstend nieder auf den Schmerzenssohn!
Drüben, riefst du liebevoll und stille,
Drüben harrt des Dulders schöner Lohn.
Müßte nicht der Mensch des Lebens fluchen,
Nicht die Tugend auf der Dornenbahn
Trost im Arme der Vernichtung suchen,
Täuschte sie ein lügenhafter Wahn?
Trümmern möchte der Natur Gesetze
Menschenfreiheit, möcht in blinder Wut,
Wie die Reue die gestohlnen Schätze,
Niederschmettern ihr ererbtes Gut.
Aber nein, so wahr die Seele lebet,
Und ein Gott im Himmel oben ist,
Und ein Richter, dem die Hölle bebet,
Nein, Unsterblichkeit, du bist, du bist!
Mögen Spötter ihrer Schlangenzungen,
Zweifler ihres Flattersinns sich freun,
[119]
Der Unsterblichkeit Begeisterungen
Kann die freche Lüge nicht entweihn.
Heil uns, Heil uns, wenn die freie Seele,
Traulich an die Führerin geschmiegt,
Treu dem hohen göttlichen Befehle,
Jede niedre Leidenschaft besiegt!
Wenn mit tiefem Ernst der Denker spähet
Und durch dich sein Wesen erst begreift,
Weil ihm Lebenslust vom Lande wehet,
Wo das Samenkorn zur Ernte reift!
Wenn im Heiligtume alter Eichen
Männer um der Königin Altar
Sich die Bruderhand zum Bunde reichen,
Zu dem Bunde freudiger Gefahr,
Wenn entzückt von ihren Götterküssen
Jeglicher, des schönsten Lorbeers wert,
Lieb und Lorbeer ohne Gram zu missen,
Zu dem Heil des Vaterlandes schwört!
Wenn die Starken den Despoten wecken,
Ihn zu mahnen an das Menschenrecht,
Aus der Lüste Taumel ihn zu schrecken,
Mut zu predigen dem feilen Knecht!
Wenn in todesvollen Schlachtgewittern,
Wo der Freiheit Heldenfahne weht,
Mutig, bis die müden Arme splittern,
Ruhmumstrahlter Sparter Phalanx steht!
Allgewaltig ist im Gräbertale,
Herrscherin, dein segensvoller Lohn!
[120]
Aus der Zukunft zauberischer Schale
Trinkt sich stolzen Mut der Erdensohn.
Hoffend endet er sein Erdenleben,
Um an deiner mütterlichen Hand
Siegestrunken einst empor zu schweben
In der Geister hohes Vaterland:
Wo der Tugend königliche Blume
Unbetastet von dem Wurme blüht,
Wo der Denker in dem Heiligtume
Hell und offen alle Tiefen sieht,
Wo auf Trümmern kein Tyrann mehr thronet,
Keine Fessel mehr die Seele bannt,
Wo den Heldentod die Palme lohnet,
Engelkuß den Tod fürs Vaterland.
Harret eine Weile, Orione!
Schweige, Donner der Plejadenbahn!
Hülle, Sonne, deine Strahlenkrone,
Atme leiser, Sturm und Ozean!
Eilt zu feierlichen Huldigungen,
All ihr großen Schöpfungen der Zeit,
Denn, verloren in Begeisterungen,
Denkt der Seher der Unsterblichkeit!
Siehe! da verstummen Menschenlieder,
Wo der Seele Lust unnennbar ist,
Schüchtern sinkt des Lobgesangs Gefieder,
Wo der Endlichkeit der Geist vergißt.
Wann vor Gott sich einst die Geister sammeln,
Aufzujauchzen ob der Seele Sieg,
Mag Entzückungen der Seraph stammeln,
Wo die trunkne Menschenlippe schwieg.
Meine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[121]

Meine Genesung

An Lyda


Jede Blüte war gefallen
Von dem Stamme; Mut und Kraft,
Fürder meine Bahn zu wallen,
War im Kampfe mir erschlafft;
Weggeschwunden Lust und Leben,
Früher Jahre stolze Ruh;
Meinem Grame hingegeben,
Wankt ich still dem Grabe zu.
Himmel, wie das Herz vergebens
Oft nach edler Liebe rang,
Oft getäuscht des Erdelebens
Träum und Hoffnungen umschlang!
Ach, den Kummer abzuwenden,
Bat ich, freundliche Natur!
Oft von deinen Mutterhänden
Einen Tropfen Freude nur.
Ha, an deinem Göttermahle
Trink ich nun Vergessenheit,
In der vollen Zauberschale
Reichst du Kraft und Süßigkeit.
In Entzückungen verloren
Staun ich die Verwandlung an!
Flur und Hain ist neugeboren,
Göttlich strahlt der Lenz heran. –
[122]
Daß ich wieder Kraft gewinne,
Frei wie einst und selig bin,
Dank ich deinem Himmelssinne,
Lyda, süße Retterin!
Labung lächelte dem Müden,
Hohen Mut dein Auge zu,
Hohen Mut, wie du zufrieden,
Gut zu sein und groß wie du.
Stark in meiner Freuden Fülle
Wall ich fürder nun die Bahn,
Reizend in der Wolkenhülle
Flammt das ferne Ziel mich an.
Mags den Peinigern gelingen!
Mag die bleiche Sorge sich
Um die stille Klause schwingen!
Lyda! Lyda tröstet mich!
MelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[123]

Melodie

An Lyda


Lyda, siehe! zauberisch umwunden
Hält das All der Liebe Schöpferhand,
Erd und Himmel wandeln treu verbunden,
Laut und Seele knüpft der Liebe Band.
Lüftchen säuseln, Donner rollen nieder –
Staune, Liebe! staun und freue dich!
Seelen finden sich im Donner wieder,
Seelen kennen in dem Lüftchen sich.
Am Gesträuche lullt in Liebesträume
Süße Trunkenheit das Mädchen ein,
Haucht der Frühling durch die Blütenbäume,
Summen Abendsang die Käferlein;
Helden springen von der Schlummerstätte,
Grüßt sie brüderlich der Nachtorkan;
Hinzuschmettern die Tyrannenkette,
Wallen sie die traute Schreckenbahn.
Wo der Totenkranz am Grabe flüstert,
Wo der Wurm in schwarzen Wunden nagt,
Wo, vom grauen Felsenstrauch umdüstert,
Durch die Heide hin der Rabe klagt,
Wo die Lerch im Tale froher Lieder,
Plätschernd die Forell im Bache tanzt,
Tönt die Seele Sympathieen wieder,
Von der Liebe Zauber eingepflanzt.
[124]
Wo des Geiers Schrei des Raubs sich freuet,
Wo der Aar dem Felsennest entbraust,
Wo Gemäuer ächzend niederdräuet,
Wo der Wintersturm in Trümmern saust,
Wo die Woge, vom Orkan bezwungen,
Wieder auf zum schwarzen Himmel tost,
Trinkt das Riesenherz Begeisterungen,
Von den Schmeicheltönen liebgekost.
Felsen zwingt zu trauten Mitgefühlen
Tausendstimmiger Naturgesang,
Aber süßer tönt von Saitenspielen
Allgewaltiger ihr Zauberklang;
Rascher pocht im angestammten Triebe,
Bang und süße, wie der jungen Braut,
Jeder Aderschlag, in trunkner Liebe
Findt das Herz den brüderlichen Laut.
Aus des Jammerers erstarrtem Blicke
Locket Labetränen Flötenton,
Im Gedränge schwarzer Mißgeschicke
Schafft die Schlachttrommete Siegeslohn,
Wie der Stürme Macht im Rosenstrauche,
Reißt dahin der Saiten Ungestüm,
Kosend huldiget dem Liebeshauche
Sanfter Melodie der Rache Grimm.
Reizender erglüht der Wangen Rose,
Flammenatem haucht der Purpurmund,
Hingebannt bei lispelndem Gekose
Schwört die Liebe den Vermählungsbund;
[125]
Niegesungne königliche Lieder
Sprossen in des Sängers Brust empor,
Stolzer schwebt des Hochgesangs Gefieder,
Rührt der Töne Reigentanz das Ohr,
Wie sie langsam erst am Hügel wallen,
Majestätisch dann wie Siegersgang,
Hochgehoben zu der Freude Hallen,
Liebe singen und Triumphgesang,
Dann durch Labyrinthe hingetragen
Fürder schleichen in dem Todestal,
Bis die Nachtgefilde schöner tagen,
Bis Entzückung jauchzt am Göttermahl.
Ha! und wann mir in des Sanges Tönen
Näher meiner Liebe Seele schwebt,
Hingegossen in Entzückungstränen
Näher ihr des Sängers Seele bebt,
Wähn ich nicht vom Körper losgebunden
Hinzujauchzen in der Geister Land? –
Lyda! Lyda! zauberisch umwunden
Hält das All der Liebe Schöpferhand.
Hymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[126]

Hymne an den
Genius Griechenlands

Jubel! Jubel
Dir auf der Wolke!
Erstgeborner
Der hohen Natur!
Aus Kronos Halle
Schwebst du herab,
Zu neuen, geheiligten Schöpfungen
Hold und majestätisch herab.
Ha! bei der Unsterblichen,
Die dich gebar,
Dir gleichet keiner
Unter den Brüdern,
Den Völkerbeherrschern,
Den Angebeteten allen!
Dir sang in der Wiege den Weihgesang
Im blutenden Panzer die ernste Gefahr,
Zu gerechtem Siege reichte den Stahl
Die heilige Freiheit dir.
Von Freude glühten,
Von zaubrischer Liebe deine Schläfe,
Die goldgelockten Schläfe.
Lange säumtest du unter den Göttern
Und dachtest der kommenden Wunder.
[127]
Vorüber schwebten wie silbern Gewölk
Am liebenden Auge dir
Die Geschlechter alle!
Die seligen Geschlechter.
Im Angesichte der Götter
Beschloß dein Mund,
Auf Liebe dein Reich zu gründen.
Da staunten die Himmlischen alle.
Zu brüderlicher Umarmung,
Neigte sein königlich Haupt
Der Donnerer nieder zu dir.
Du gründest auf Liebe dein Reich.
Du kommst und Orpheus Liebe
Schwebet empor zum Auge der Welt
Und Orpheus Liebe
Wallet nieder zum Acheron.
Du schwingest den Zauberstab,
Und Aphroditäs Gürtel ersieht
Der trunkene Mäonide.
Ha! Mäonide! wie du!
So liebte keiner, wie du;
Die Erd und Ozean
Und die Riesengeister, die Helden der Erde
Umfaßte dein Herz!
Und die Himmel und alle die Himmlischen
Umfaßte dein Herz.
Auch die Blumen, die Bien auf der Blume
Umfaßte liebend dein Herz! –
[128]
Ach Ilion! Ilion!
Wie jammertest, hohe Gefallene, du
Im Blute der Kinder!
Nun bist du getröstet, dir scholl
Groß und warm wie sein Herz
Des Mäoniden Lied.
Ha! bei der Unsterblichen,
Die dich gebar,
Dich, der du Orpheus Liebe,
Der du schufest Homeros Gesang...
An LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[129]

An Lyda

Trunken, wie im hellen Morgenstrahle
Der Pilote seinen Ozean,
Wie die Seligen Elysens Tale
Staunt ich meiner Liebe Freuden an,
Tal' und Haine lachten neugeboren,
Wo ich wallte, trank ich Göttlichkeit,
Ha! von ihr zum Liebling auserkoren,
Höhnt ich stolzen Muts Geschick und Zeit.
Stolzer ward und edler das Verlangen,
Als mein Geist der Liebe Kraft erschwang,
Myriaden wähnt ich zu umfangen,
Wenn ich Liebe, trunken Liebe sang,
Wie der Frühlingshimmel, weit und helle,
Wie die Perle schön und ungetrübt,
Rein und stille wie der Weisheit Quelle
War das Herz von ihr, von ihr geliebt.
Sieh! im Stolze hatt ich oft geschworen,
Unvergänglich dieser Herzverein!
Lyda mir, zum Heile mir geboren,
Lyda mein, wie meine Seele mein,
Aber neidisch trat die Scheidestunde,
Treues Mädchen! zwischen mich und dich,
Nimmer, nimmer auf dem Erdenrunde,
Lyda! nahn die trauten Arme sich.
[130]
Stille wallst du nun am Rebenhügel,
Wo ich dich und deinen Himmel fand,
Wo dein Auge, deiner Würde Spiegel,
Mich allmächtig, ewig an dich band!
Schnell ist unser Frühling hingeflogen!
O du Einzige! vergib, vergib!
Deinen Frieden hat sie dir entzogen,
Meine Liebe, tränenvoll und trüb.
Als ich deinem Zauber hingegeben
Erd und Himmel über dir vergaß,
Ach! so selig in der Liebe Leben,
Lyda! meine Lyda! dacht ich das?
Hymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[131]

Hymne an die Göttin der Harmonie

Urania, die glänzende Jungfrau, hält mit ihrem Zaubergürtel das Weltall in tobendem Entzücken zusammen.

Ardinghello


Froh, als könnt ich Schöpfungen beglücken,
Kühn, als huldigten die Geister mir,
Nahet, in dein Heiligtum zu blicken,
Hocherhabne! meine Liebe dir;
Schon erglüht der wonnetrunkne Seher
Von den Ahndungen der Herrlichkeit,
Ha, und deinem Götterschoße näher
Höhnt des Siegers Fahne Grab und Zeit.
Tausendfältig, wie der Götter Wille,
Weht Begeisterung den Sänger an,
Unerschöpflich ist der Schönheit Fülle,
Grenzenlos der Hoheit Ozean.
Doch vor allem hab ich dich erkoren,
Bebend, als ich ferne dich ersah,
Bebend hab ich Liebe dir geschworen,
Königin der Welt! Urania.
Was der Geister stolzestes Verlangen
In den Tiefen und den Höhn erzielt,
Hab ich allzumal in dir empfangen,
Sint dich ahndend meine Seele fühlt.
[132]
Dir entsprossen Myriaden Leben,
Als die Strahlen deines Angesichts,
Wendest du dein Angesicht, so beben
Und vergehn sie, und die Welt ist Nichts.
Thronend auf des alten Chaos Wogen,
Majestätisch lächelnd winktest du,
Und die wilden Elemente flogen
Liebend sich auf deine Winke zu.
Froh der seligen Vermählungsstunde
Schlangen Wesen nun um Wesen sich,
In den Himmeln, auf dem Erdenrunde
Sahst du, Meisterin! im Bilde dich. –
Ausgegossen ist des Lebens Schale,
Bächlein, Sonnen treten in die Bahn,
Liebetrunken schmiegen junge Tale
Sich den liebetrunknen Hügeln an:
Schön und stolz wie Göttersöhne hangen
Felsen an der mütterlichen Brust,
Von der Meere wildem Arm umfangen,
Bebt das Land in niegefühlter Lust.
Warm und leise wehen nun die Lüfte,
Liebend sinkt der holde Lenz ins Tal:
Haine sprossen an dem Felsgeklüfte,
Gras und Blumen zeugt der junge Strahl.
Siehe, siehe, vom empörten Meere,
Von den Hügeln, von der Tale Schoß,
Winden sich die ungezählten Heere
Freudetaumelnder Geschöpfe los.
[133]
Aus den Hainen wallt ins Lenzgefilde
Himmlischschön der Göttin Sohn hervor,
Den zum königlichen Ebenbilde
Sie im Anbeginne sich erkor:
Sanftbegrüßt von Paradiesesdüften
Steht er wonniglichen Staunens da,
Und der Liebe großen Bund zu stiften,
Singt entgegen ihm Urania:
»Komm, o Sohn! der süßen Schöpfungsstunde
Auserwählter, komm und liebe mich!
Meine Küsse weihten dich zum Bunde,
Hauchten Geist von meinem Geist in dich. –
Meine Welt ist deiner Seele Spiegel,
Meine Welt, o Sohn! ist Harmonie,
Freue dich! Zum offenbaren Siegel
Meiner Liebe schuf ich dich und sie.
Trümmer ist der Wesen schöne Hülle,
Knüpft sie meiner Rechte Kraft nicht an.
Mir entströmt der Schönheit ewge Fülle,
Mir der Hoheit weiter Ozean.
Danke mir der zauberischen Liebe,
Mir der Freude stärkenden Genuß,
Deine Tränen, deine schönsten Triebe
Schuf, o Sohn! der schöpferische Kuß.
Herrlicher mein Bild in dir zu finden,
Haucht ich Kräfte dir und Kühnheit ein,
Meines Reichs Gesetze zu ergründen,
Schöpfer meiner Schöpfungen zu sein.
Nur im Schatten wirst du mich erspähen,
Aber liebe, liebe mich, o Sohn!
[134]
Drüben wirst du meine Klarheit sehen,
Drüben kosten deiner Liebe Lohn.«
Nun, o Geister! in der Göttin Namen,
Die uns schuf im Anbeginn der Zeit,
Uns, die Sprößlinge von ihrem Samen,
Uns, die Erben ihrer Herrlichkeit,
Kommt zu feierlichen Huldigungen
Mit der Seele ganzer Götterkraft,
Mit der höchsten der Begeisterungen
Schwört vor ihr, die schuf und ewig schafft.
Frei und mächtig, wie des Meeres Welle,
Rein wie Bächlein in Elysium,
Sei der Dienst an ihres Tempels Schwelle,
Sei der Wahrheit hohes Priestertum.
Nieder, nieder mit verjährtem Wahne!
Stolzer Lüge Fluch und Untergang,
Ruhm der Weisheit unbefleckter Fahne,
Den Gerechten Ruhm und Siegsgesang!
Ha, der Lüge Quell – wie tot und trübe!
Kräftig ist der Weisheit Quell und süß!
Geister! Brüder! dieser Quell ist Liebe,
Ihn umgrünt der Freuden Paradies.
Von des Erdelebens Tand geläutert,
Ahndet Götterlust der zarte Sinn,
Von der Liebe Labetrunk erheitert,
Naht die Seele sich der Schöpferin.
Geister! Brüder! unser Bund erglühe
Von der Liebe göttlicher Magie.
[135]
Unbegrenzte, reine Liebe ziehe
Freundlich uns zur hohen Harmonie.
Sichtbar adle sie die treuen Söhne,
Schaff in ihnen Ruhe, Mut und Tat,
Und der heiligen Entzückung Träne,
Wenn Urania der Seele naht.
Siehe, Stolz und Hader ist vernichtet,
Trug ist nun und blinde Lüge stumm,
Streng ist Licht und Finsternis gesichtet,
Rein der Wahrheit stilles Heiligtum.
Unsrer Wünsche Kampf ist ausgerungen,
Himmelsruh errang der heiße Streit,
Und die priesterlichen Huldigungen
Lohnet göttliche Genügsamkeit.
Stark und selig in der Liebe Leben
Staunen wir des Herzens Himmel an,
Schnell wie Seraphin im Fluge, schweben
Wir zur hohen Harmonie hinan.
Das vermag die Saite nicht zu künden,
Was Urania den Sehern ist,
Wenn von hinnen Nacht und Wolke schwinden,
Und in ihr die Seele sich vergißt.
Kommt den Jubelsang mit uns zu singen,
Denen Liebe gab die Schöpferin!
Millionen, kommt emporzuringen
Im Triumphe zu der Königin!
Erdengötter, werft die Kronen nieder!
Jubelt, Millionen fern und nah!
Und ihr Orione, hallt es wider:
Heilig, heilig ist Urania!
Hymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[136]

Hymne an die Muse

Schwach zu königlichem Feierliede,
Schloß ich lang genug geheim und stumm
Deine Freuden, hohe Pieride!
In des Herzens stilles Heiligtum;
Endlich, endlich soll die Saite künden,
Wie von Liebe mir die Seele glüht,
Unzertrennbarer den Bund zu binden,
Soll dir huldigen dies Feierlied.
Auf den Höhn, am ernsten Felsenhange,
Wo so gerne mir die Träne rann,
Säuselte die frühe Knabenwange
Schon dein zauberischer Othem an; –
Bin ich, Himmlische, der Göttergnaden,
Königin der Geister, bin ich wert,
Daß mich oft, des Erdetands entladen,
Dein allmächtiges Umarmen ehrt? –
Ha! vermöcht ich nun, dir nachzuringen,
Königin! in deiner Götterkraft
Deines Reiches Grenze zu erschwingen,
Auszusprechen, was dein Zauber schafft! –
Siehe! die geflügelten Aeonen
Hält gebieterisch dein Othem an,
Deinem Zauber huldigen Dämonen,
Staub und Aether ist dir untertan.
[137]
Wo der Forscher Adlersblicke beben,
Wo der Hoffnung kühner Flügel sinkt,
Keimet aus der Tiefe Lust und Leben,
Wenn die Schöpferin vom Throne winkt;
Seiner Früchte Süßestes bereitet
Ihr der Wahrheit grenzenloses Land;
Und der Liebe schöne Quelle leitet
In der Weisheit Hain der Göttin Hand.
Was vergessen wallt an Lethes Strande,
Was der Enkel eitle Ware deckt,
Strahlt heran im blendenden Gewande,
Freundlich von der Göttin auferweckt;
Was in Hütten und in Heldenstaaten
In der göttergleichen Väter Zeit
Große Seelen duldeten und taten,
Lohnt die Muse mit Unsterblichkeit.
Sieh! am Dornenstrauche keimt die Rose,
So des Lenzes holder Strahl erglüht; –
In der Pieride Mutterschoße
Ist der Menschheit Adel aufgeblüht;
Auf des Wilden krausgelockte Wange
Drückt sie zauberisch den Götterkuß,
Und im ersten glühenden Gesange
Fühlt er staunend geistigen Genuß.
Liebend lächelt nun der Himmel nieder,
Leben atmen alle Schöpfungen,
Und im morgenrötlichen Gefieder
Nahen freundlich die Unsterblichen.
[138]
Heilige Begeisterung erbauet
In dem Haine nun ein Heiligtum,
Und im todesvollen Kampfe schauet
Der Heroë nach Elysium.
Öde stehn und dürre die Gefilde,
Wo die Blüten das Gesetz erzwingt;
Aber wo in königlicher Milde
Ihren Zauberstab die Muse schwingt,
Blühen schwelgerisch und kühn die Saaten,
Reifen, wie der Wandelsterne Lauf,
Schnell und herrlich Hoffnungen und Taten
Der Geschlechter zur Vollendung auf.
Laß der Wonne Zähre dir gefallen!
Laß die Seele des Begeisterten
In der Liebe Taumel überwallen!
Laß, o Göttin! laß mich huldigen! –
Siehe! die geflügelten Aeonen
Hält gebieterisch dein Othem an.
Deinem Zauber huldigen Dämonen –
Ewig bin auch ich dir untertan.
Mag der Pöbel seinen Götzen zollen,
Mag, aus deinem Heiligtum verbannt,
Deinen Lieblingen das Laster grollen,
Mag, in ihrer Schwäche Schmerz entbrannt,
Stolze Lüge deine Würde schänden,
Und dein Edelstes dem Staube weihn,
Mag sie Blüte mir und Kraft verschwenden,
Meine Liebe! – dieses Herz ist dein!
[139]
In der Liebe volle Lust zerflossen,
Höhnt das Herz der Zeiten trägen Lauf,
Stark und rein im Innersten genossen,
Wiegt der Augenblick Aeonen auf; –
Wehe! wem des Lebens schöner Morgen
Freude nicht und trunkne Liebe schafft,
Wem am Sklavenbande bleicher Sorgen
Zum Genusse Kraft und Mut erschlafft.
Deine Priester, hohe Pieride!
Schwingen frei und froh den Pilgerstab,
Mit der allgewaltigen Aegide
Lenkst du mütterlich die Sorgen ab;
Schäumend beut die zauberische Schale
Die Natur den Auserkornen dar,
Trunken von der Schönheit Göttermahle
Höhnet Glück und Zeit die frohe Schar.
Frei und mutig, wie im Siegesliede,
Wallen sie der edeln Geister Bahn,
Dein Umarmen, hohe Pieride!
Flammt zu königlichen Taten an; –
Laßt die Mietlinge den Preis erspähen!
Laßt sie seufzend für die Tugenden,
Für den Schweiß am Joche Lohn erflehen!
Mut und Tat ist Lohn den Edleren!
Ha! von ihr, von ihr emporgehoben
Blickt dem Ziele zu der trunkne Sinn –
Hör es, Erd und Himmel! wir geloben,
Ewig Priestertum der Königin!
[140]
Kommt zu süßem brüderlichem Bunde,
Denen sie den Adel anerschuf,
Millionen auf dem Erdenrunde!
Kommt zu neuem seligem Beruf!
Ewig sei ergrauter Wahn vergessen!
Was der reinen Geister Aug ermißt,
Hoffe nie die Spanne zu ermessen! –
Betet an, was schön und herrlich ist!
Kostet frei, was die Natur bereitet,
Folgt der Pieride treuen Hand,
Geht, wohin die reine Liebe leitet,
Liebt und sterbt für Freund und Vaterland!
Hymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[141]

Hymne an die Freiheit

Wie den Aar im grauen Felsenhange
Wildes Sehnen zu der Sterne Bahn,
Flammt zu majestätischem Gesange
Meiner Freuden Ungestüm mich an;
Ha! das neue niegenoßne Leben
Schaffet neuen glühenden Entschluß!
Über Wahn und Stolz emporzuschweben,
Süßer, unaussprechlicher Genuß!
Sint dem Staube mich ihr Arm entrissen,
Schlägt das Herz so kühn und selig ihr;
Angeflammt von ihren Götterküssen
Glühet noch die heiße Wange mir;
Jeder Laut von ihrem Zaubermunde
Adelt noch den neugeschaffnen Sinn –
Hört, o Geister! meiner Göttin Kunde,
Hört, und huldiget der Herrscherin!
»Als die Liebe noch im Schäferkleide
Mit der Unschuld unter Blumen ging,
Und der Erdensohn in Ruh und Freude
Der Natur am Mutterbusen hing,
Nicht der Übermut auf Richterstühlen
Blind und fürchterlich das Band zerriß,
Tauscht ich gerne mit der Götter Spielen
Meiner Kinder stilles Paradies.
[142]
Liebe rief die jugendlichen Triebe
Schöpferisch zu hoher stiller Tat,
Jeden Keim entfaltete der Liebe
Wärm und Licht zu schwelgerischer Saat;
Deine Flügel, hohe Liebe! trugen
Lächelnd nieder die Olympier;
Jubeltöne klangen – Herzen schlugen
An der Götter Busen göttlicher.
Freundlich bot der Freuden süße Fülle
Meinen Lieblingen die Unschuld dar;
Unverkennbar in der schönen Hülle
Wußte Tugend nicht, wie schön sie war;
Friedlich hausten in der Blumenhügel
Kühlem Schatten die Genügsamen –
Ach! des Haders und der Sorge Flügel
Rauschte ferne von den Glücklichen.
Wehe nun! – mein Paradies erbebte!
Fluch verhieß der Elemente Wut!
Und der Nächte schwarzem Schoß entschwebte
Mit des Geiers Blick der Übermut;
Wehe! weinend floh ich mit der Liebe,
Mit der Unschuld in die Himmel hin –
Welke, Blume! rief ich ernst und trübe,
Welke, nimmer, nimmer aufzublühn!
Keck erhub sich des Gesetzes Rute,
Nachzubilden, was die Liebe schuf;
Ach! gegeißelt von dem Übermute
Fühlte keiner göttlichen Beruf;
[143]
Vor dem Geist in schwarzen Ungewittern,
Vor dem Racheschwerte des Gerichts
Lernte so der blinde Sklave zittern,
Frönt' und starb im Schrecken seines Nichts.
Kehret nun zu Lieb und Treue wieder –
Ach! es zieht zu langentbehrter Lust
Unbezwinglich mich die Liebe nieder –
Kinder! kehret an die Mutterbrust!
Ewig sei vergessen und vernichtet,
Was ich zürnend vor den Göttern schwur;
Liebe hat den langen Zwist geschlichtet,
Herrschet wieder! Herrscher der Natur!«
Froh und göttlichgroß ist deine Kunde,
Königin! dich preise Kraft und Tat!
Schon beginnt die neue Schöpfungsstunde,
Schon entkeimt die segenschwangre Saat:
Majestätisch, wie die Wandelsterne,
Neuerwacht am offnen Ozean,
Strahlst du uns in königlicher Ferne,
Freies kommendes Jahrhundert! an.
Staunend kennt der große Stamm sich wieder,
Millionen knüpft der Liebe Band;
Glühend stehn, und stolz, die neuen Brüder,
Stehn und dulden für das Vaterland;
Wie der Efeu, treu und sanft umwunden,
Zu der Eiche stolzen Höhn hinauf,
Schwingen, ewig brüderlich verbunden,
Nun am Helden Tausende sich auf.
[144]
Nimmer beugt, vom Übermut belogen,
Sich die freie Seele grauem Wahn;
Von der Muse zarter Hand erzogen
Schmiegt sie kühn an Göttlichkeit sich an;
Götter führt in brüderlicher Hülle
Ihr die zauberische Muse zu,
Und gestärkt in reiner Freuden Fülle,
Kostet sie der Götter stolze Ruh!
Froh verhöhnt das königliche Leben
Deine Taumel, niedre feige Lust!
Der Vollendung Ahndungen erheben
Über Glück und Zeit die stolze Brust. –
Ha! getilget ist die alte Schande!
Neuerkauft das angestammte Gut!
In dem Staube modern alle Bande,
Und zur Hölle flieht der Übermut!
Dann am süßen heißerrungnen Ziele,
Wenn der Ernte großer Tag beginnt,
Wenn verödet die Tyrannenstühle,
Die Tyrannenknechte Moder sind,
Wenn im Heldenbunde meiner Brüder
Deutsches Blut und deutsche Liebe glüht,
Dann, o Himmelstochter! sing ich wieder,
Singe sterbend dir das letzte Lied.
Kanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[145]

Kanton Schweiz

An meinen lieben Hiller


Hier, in ermüdender Ruh, im bittersüßen Verlangen,
Da zu sein, wo mein Herz, und jeder beßre Gedank ist,
Reichet doch Erinnerung mir den zaubrischen Becher
Schäumend und voll, und hoher Genuß der kehrenden Bilder
Weckt die schlummernden Fittige mir zu trautem Gesange.
Bruder! dir gab ein Gott der Liebe göttlichen Funken,
Zarten geläuterten Sinn, zu erspähn, was herrlich und schön ist;
Stolzer Freiheit glühet dein Herz, und kindlicher Einfalt –
Bruder! komm und koste mit mir des zaubrischen Bechers.
Dort, wo der Abendstrahl die Westgewölke vergüldet,
Dorthin wende den Blick, und weine die Träne der Sehnsucht!
Ach! dort wandelten wir! dort flog und schwelgte das Auge
Unter den Herrlichkeiten umher! – wie dehnte der Busen,
Diesen Himmel zu fassen, sich aus! – wie brannte die Wange
Süß von Morgenlüften gekühlt, als unter Gesängen
Zürch den Scheidenden schwand im sanfthingleitenden Boote!
Lieber! wie drücktest du mir die heiße, zitternde Rechte,
Sahst so glühend und ernst mich an im donnernden Rheinsturz!
Aber selig, wie du, o Tag am Quelle der Freiheit!
Festlich, wie du, sank keiner auf uns vom rosigen Himmel.
Ahndung schwellte das Herz. Schon war des feiernden Klosters 1
Ernste Glocke verhallt. Schon schwanden die friedlichen Hütten
[146]
Rund an Blumenhügeln umher, am rollenden Gießbach,
Unter Fichten im Tal, wo dem Ahn in heiliger Urzeit
Füglich deuchte der Grund zum Erbe genügsamer Enkel.
Schaurig und kühl empfing uns die Nacht in ewigen Wäldern,
Und wir klommen hinauf am furchtbarherrlichenHaken.
Nächtlicher immer wards und enger im Riesengebürge.
Jäher herunter hing der Pfad zu den einsamen Wallern.
Dicht zur Rechten donnert hinab der zürnende Waldstrom:
Nur sein Donner berauscht den Sinn. Die schäumenden Wogen
Birgt uns Felsengesträuch, und modernde Tannen am Abhang,
Vom Orkane gestürzt. – Nun tagte die Nacht am Gebirge
Schaurig und wundersam, wie Heldengeister am Lego,
Wälzten sich kämpfende Wolken heran auf schneeiger Heide.
Sturm und Frost entschwebte der Kluft. Vom Sturme getragen
Schrie und stürzte der Aar, die Beut im Tale zu haschen.
Und der Wolken Hülle zerriß, und im ehernen Panzer
Kam die Riesin heran, die majestätische Myten. 2
Staunend wandelten wir vorüber. – Ihr Väter der Freien!
Heilige Schar! nun schaun wir hinab, hinab, und erfüllt ist,
Was der Ahndungen kühnste versprach; was süße Begeistrung
Einst mich lehrt' im Knabengewande, gedacht ich des hohen
Hirten in Mamres Hain und der schönen Tochter von Laban,
Ach! es kehrt so warm in die Brust; – Arkadiens Friede,
Köstlicher, unerkannter, und du, allheilige Einfalt,
Wie so anders blüht in eurem Strahle die Freude! –
Vor entweihendem Prunk, vor Stolz und knechtischer Sitte
Von den ewigen Wächtern geschirmt, den Riesengebirgen,
Lachte das heilige Tal uns an, die Quelle der Freiheit.
Freundlich winkte der See 3 vom fernen Lager; die Schrecken
Seiner Arme verbarg die schwarze Kluft im Gebirge:
[147]
Freundlicher sahn aus der Tiefe herauf, in blühende Zweige
Reizend verhüllt, und kindlichfroh der jauchzenden Herde
Und des tiefen Grases umher, die friedsamen Hütten.
Und wir eilten hinab in Liebe; kosteten lächelnd
Auf dem Pfade des Sauerklees, und erfrischender Ampfer,
Bis der begeisternde Sohn der schwarzen italischen Traube,
Uns mit Lächeln gereicht in der herzerfreuenden Hütte,
Neues Leben in uns gebar, und die schäumenden Gläser
Unter Jubelgesang erklangen, zur Ehre der Freiheit.
Lieber! wie war uns da! – bei solchem Mahle begehret
Nichts auf Erden die Brust, und alle Kräfte gedeihen.
Lieber! er schwand so schnell, der köstliche Tag; in der kühlen
Dämmerung schieden wir; an den Heiligtümern der Freiheit
Wallten wir dann vorbei in frommer seliger Stille,
Faßten sie tief ins Herz, und segneten sie, und schieden!
Lebt dann wohl, ihr Glücklichen dort! im friedsamen Tale
Lebe wohl, du Stätte des Schwurs! 4 dir jauchzten die Sterne,
Als in heiliger Nacht der ernste Bund dich besuchte.
Herrlich Gebirg! wo der bleiche Tyrann den Knechten vergebens,
Zahm und schmeichlerisch Mut gebot – zu gewaltig erhub sich
Wider den Trotz die gerechte, die unerbittliche Rache –
Lebe wohl, du herrlich Gebirg 5. Dich schmückte der Freien
Opferblut – es wehrte der Träne der einsame Vater.
Schlummre sanft, du Heldengebein! o schliefen auch wir dort
Deinen eisernen Schlaf, dem Vaterlande geopfert,
Walthers Gesellen und Tells, im schönen Kampfe der Freiheit!
[148]
Könnt ich dein vergessen, o Land, der göttlichen Freiheit!
Froher wär ich; zu oft befällt die glühende Scham mich,
Und der Kummer, gedenk ich dein, und der heiligen Kämpfer.
Ach! da lächelt Himmel und Erd in fröhlicher Liebe
Mir umsonst, umsonst der Brüder forschendes Auge.
Doch ich vergesse dich nicht! ich hoff und harre des Tages,
Wo in erfreuende Tat sich Scham und Kummer verwandelt.

Fußnoten

1 Marien-Einsiedel.

2 Ein ungeheurer pyramidalischer Fels auf der Spitze des Hakenbergs.

3 Der Waldstättersee.

4 Rütli, eine Wiese nah am Waldstättersee, dem Mytenstein gegenüber, wo Walther Fürst und seine Gesellen schwuren: »Frei zu leben oder zu sterben!«

5 Morgarten, auf dem Sattelberge.

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[149]

Hymne an die Menschheit

Les bornes du possible dans les choses morales sont moins étroites, que nous ne pensons. Ce sont nos foiblesses, nos vices, nos préjugés, qui les rétrécissent. Les âmes basses ne croient point aux grands hommes: de vils esclaves sourient d'un air moqueur à ce mot de liberté.

J.J. Rousseau


Die ernste Stunde hat geschlagen;
Mein Herz gebeut; erkoren ist die Bahn!
Die Wolke fleucht, und neue Sterne tagen,
Und Hesperidenwonne lacht mich an!
Vertrocknet ist der Liebe stille Zähre,
Für dich geweint, mein brüderlich Geschlecht!
Ich opfre dir; bei deiner Väter Ehre!
Beim nahen Heil! das Opfer ist gerecht.
Schon wölbt zu reinerem Genusse
Dem Auge sich der Schönheit Heiligtum;
Wir kosten oft, von ihrem Mutterkusse
Geläutert und gestärkt, Elysium;
Des Schaffens süße Lust, wie sie, zu fühlen,
Belauscht sie kühn der zartgewebte Sinn,
Und magisch tönt von unsern Saitenspielen
Die Melodie der ernsten Meisterin.
Schon lernen wir das Band der Sterne,
Der Liebe Stimme männlicher verstehn,
Wir reichen uns die Bruderrechte gerne,
Mit Heereskraft der Geister Bahn zu gehn;
[150]
Schon höhnen wir des Stolzes Ungebärde,
Die Scheidewand, von Flittern aufgebaut,
Und an des Pflügers unentweihtem Herde
Wird sich die Menschheit wieder angetraut.
Schon fühlen an der Freiheit Fahnen
Sich Jünglinge, wie Götter, gut und groß,
Und, ha! die stolzen Wüstlinge zu mahnen,
Bricht jede Kraft von Bann und Kette los;
Schon schwingt er kühn und zürnend das Gefieder,
Der Wahrheit unbesiegter Genius,
Schon trägt der Aar des Rächers Blitze nieder,
Und donnert laut, und kündet Siegsgenuß.
So wahr, von Giften unbetastet,
Elysens Blüte zur Vollendung eilt,
Der Heldinnen, der Sonnen keine rastet,
Und Orellana nicht im Sturze weilt!
Was unsre Lieb und Siegeskraft begonnen,
Gedeiht zu üppiger Vollkommenheit;
Der Enkel Heer geneußt der Ernte Wonnen;
Uns lohnt die Palme der Unsterblichkeit.
Hinunter dann mit deinen Taten,
Mit deinen Hoffnungen, o Gegenwart!
Von Schweiß betaut, entkeimten unsre Saaten!
Hinunter dann, wo Ruh der Kämpfer harrt!
Schon geht verherrlichter aus unsern Grüften
Die Glorie der Endlichkeit hervor;
Auf Gräbern hier Elysium zu stiften,
Ringt neue Kraft zu Göttlichem empor.
[151]
In Melodie den Geist zu wiegen,
Ertönet nun der Saite Zauber nur;
Der Tugend winkt zu gleichen Meisterzügen
Die Grazie der göttlichen Natur;
In Fülle schweben lesbische Gebilde,
Begeisterung, vom Segenshorne dir!
Und in der Schönheit weitem Lustgefilde
Verhöhnt das Leben knechtische Begier.
Gestärkt von hoher Lieb ermüden
Im Fluge nun die jungen Aare nie,
Zum Himmel führt die neuen Tyndariden
Der Freundschaft allgewaltige Magie;
Veredelt schmiegt an tatenvoller Greise
Begeisterung des Jünglings Flamme sich;
Sein Herz bewahrt der lieben Väter Weise,
Wird kühn, wie sie, und froh und brüderlich.
Er hat sein Element gefunden,
Das Götterglück, sich eigner Kraft zu freun;
Den Räubern ist das Vaterland entwunden,
Ist ewig nun, wie seine Seele, sein!
Kein eitel Ziel entstellt die Göttertriebe,
Ihm winkt umsonst der Wollust Zauberhand;
Sein höchster Stolz und seine wärmste Liebe,
Sein Tod, sein Himmel ist das Vaterland.
Zum Bruder hat er dich erkoren,
Geheiliget von deiner Lippe Kuß
Unwandelbare Liebe dir geschworen,
Der Wahrheit unbesiegter Genius!
[152]
Emporgereift in deinem Himmelslichte,
Strahlt furchtbarherrliche Gerechtigkeit,
Und hohe Ruh vom Heldenangesichte –
Zum Herrscher ist der Gott in uns geweiht.
So jubelt, Siegsbegeisterungen!
Die keine Lipp in keiner Wonne sang;
Wir ahndeten – und endlich ist gelungen,
Was in Aeonen keiner Kraft gelang –
Vom Grab erstehn der alten Väter Heere,
Der königlichen Enkel sich zu freun;
Die Himmel kündigen des Staubes Ehre,
Und zur Vollendung geht die Menschheit ein.
Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[153]

Hymne an die Schönheit

(Erste Fassung)


Hab ich vor der Götter Ohren,
Zauberische Muse, dir
Lieb und Treue nicht geschworen?
Sankst du nicht in Lust verloren
Glühend in die Arme mir? –
Ha! so wall ich ohne Zagen,
Durch die Liebe froh und kühn,
Lächelnd zu den Höhen hin,
Wo die letzten Nächte tagen,
Wo der Sonnen letzte schien.
Waltend über Orionen,
Wo der Sterne Klang verhallt,
Lächelt, opfernden Dämonen
Mit der Liebe Blick zu lohnen,
Schönheit in der Urgestalt;
Dort dem hohen Götterglanze
Der Gebieterin zu nahn,
Flammet Lieb und Stolz mich an,
Denn mit hellem Siegeskranze
Lohnet sie die kühne Bahn.
Reinere Begeisterungen
Trinkt die freie Seele schon,
Meines Lebens Peinigungen
Hat die neue Lust verschlungen,
[154]
Nacht und Wolke sind entflohn;
Wann im schreckenden Gerichte
Schnell der Welten Achse bricht,
Hier erbebt die Liebe nicht,
Wo von ihrem Angesichte
Lieb und Göttergröße spricht.
Stiegst du so zur Erde nieder,
Hohe süße Zauberin!
Ha! der Staub erwachte wieder
Und des Kummers morsche Glieder
Hüpften üppig vor dir hin;
Von der Liebe Blick betroffen
Bebt' und küßte brüderlich
Groll und wilder Hader sich,
Wie der Himmel, hell und offen
Grüßten Wahn und Irre dich.
Schon im grünen Erdenrunde
Schmeckt ich hohen Vorgenuß,
Bebend dir am Göttermunde
Trank ich früh der Weihestunde
Süßen mütterlichen Kuß;
Fremde meinem Kindersinne
Folgte mir zu Wies und Wald
Die arkadische Gestalt.
Ha! und staunend ward ich inne
Ihres Zaubers Allgewalt.
In den Tiefen und den Höhen
Der erfreuenden Natur
[155]
Fand ich, Wonne zu erspähen
Von der Holdin ausersehen,
Liebetrunken ihre Spur;
Wo das Tal der Blumenhügel
Freundlich in die Arme schloß,
Wo die Quelle niederfloß
In den klaren Wasserspiegel,
Fand ich Spuren, hold und groß!
Glühend an der Purpurwange
Sanft berührt vom Lockenhaar,
Von der Lippe, süß und bange
Bebend in dem Liebesdrange,
Vom geschloßnen Augenpaar, –
In der hohen Meisterzüge
Wonniglicher Harmonie,
In der Stimme Melodie
Fand, verraten ihrem Siege,
Fand die trunkne Seele Sie.
Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[156]

Hymne an die Schönheit

(Zweite Fassung)


Die Natur in ihren schönen Formen spricht figürlich zu uns, und die Auslegungsgabe ihrer Chiffernschrift ist uns im moralischen Gefühl verliehen.

Kant


Hat vor aller Götter Ohren,
Zauberische Muse! dir
Treue bis zu Orkus Toren
Meine Seele nicht geschworen?
Lachte nicht dein Auge mir?
Ha! so wall ich ohne Beben,
Durch die Liebe froh und kühn,
Zu den ernsten Höhen hin,
Wo in ewig jungem Leben
Kränze für den Sänger blühn.
Waltend über Orionen,
Wo der Pole Klang verhallt,
Lacht, vollendeter Dämonen
Priesterlichen Dienst zu lohnen,
Schönheit in der Urgestalt;
Dort im Glanze mich zu sonnen,
Dort der Schöpferin zu nahn,
Flammet stolzer Wunsch mich an,
Denn mit hohen Siegeswonnen
Lohnet sie die kühne Bahn.
[157]
Reinere Begeisterungen
Trinkt die freie Seele schon;
Meines Lebens Peinigungen
Hat die neue Lust verschlungen,
Nacht und Wolke sind entflohn;
Wenn im schreckenden Gerichte
Schnell der Welten Achse bricht –
Hier erbleicht die Freude nicht,
Wo von ihrem Angesichte
Lieb und stille Größe spricht.
Stiegst du so zur Erde nieder,
Königin im Lichtgewand!
Ha! der Staub erwachte wieder,
Und des Kummers morsch Gefieder
Schwänge sich ins Jubelland;
Durch der Liebe Blick genesen
Freut' und küßte brüderlich
Groll und wilder Hader sich;
Jubelnd fühlten alle Wesen
Auf erhöhter Stufe dich.
Schon im grünen Erdenrunde
Schmeckt ich hohen Vorgenuß;
Bebend dir am Göttermunde,
Trank ich früh der Weihestunde
Süßen mütterlichen Kuß;
Fremde meinem Kindersinne
Folgte mir zu Wies und Wald
Die arkadische Gestalt –
Ha! und staunend ward ich inne
Ihres Zaubers Allgewalt.
[158]
In den Tiefen und den Höhen
Ihrer Tochter, der Natur,
Fand ich, Wonne zu erspähen
Von der Holdin ausersehen,
Rein und trunken ihre Spur;
Wo das Tal der Tannenhügel
Freundlich in die Arme schloß,
Wo die Quelle niederfloß
In dem blauen Wasserspiegel,
Fühlt ich selig mich und groß. –
Lächle, Grazie der Wange!
Götterauge, rein und mild!
Leihe, daß er leb und prange,
Deinen Adel dem Gesange,
Meiner Antiphile Bild. –
Mutter! dich erspäht der Söhne
Kühne Liebe fern und nah;
Schon im holden Schleier sah,
Schon in Antiphilens Schöne
Kannt ich dich, Urania!
Siehe! mild, wie du, erlaben
Sinn und Herz dem Endlichen,
Über Preis und Lohn erhaben,
Deiner Priester Wundergaben,
Deiner Söhne Schöpfungen;
Ha! mit tausend Huldigungen
Glühend, wie sich Jachus freut,
Kost ich eurer Göttlichkeit,
Söhne der Begeisterungen!
Kost und jauchze Trunkenheit.
[159]
Schar, zu kühnem Ziel erkoren!
Still und mächtig Priestertum!
Lieblinge! von euch beschworen,
Blüht im Kreise güldner Horen,
Wo ihr wallt, Elysium; –
O! so lindert, ihr Geweihten!
Der gedrückten Brüder Last!
Seid der Tyrannei verhaßt!
Kostet eurer Seligkeiten!
Darbet, wo der Schmeichler praßt!
Ha! die schönsten Keim entfalten
In der Priester Dienste sich; –
Freuden, welche nie veralten,
Lächeln, wo die Götter walten –
Diese Freuden ahndet ich!
Hier im Glanze mich zu sonnen,
Hier der Schöpferin zu nahn,
Flammte stolzer Wunsch mich an,
Und mit hohen Siegeswonnen
Lohnet sie die kühne Bahn.
Feiert, wie an Hochaltären
Dieser Geister lichte Schar,
Brüder! bringt der Liebe Zähren,
Bringt, die Göttliche zu ehren,
Mut und Tat zum Opfer dar!
Huldiget! von diesem Throne
Donnert ewig kein Gericht,
Ihres Reiches süße Pflicht
Kündet sie im Muttertone –
Hört! die Götterstimme spricht:
[160]
»Mahnt im seligen Genieße,
Mahnet nicht, am Innern sie
Nachzubilden, jede süße
Stelle meiner Paradiese,
Jede Weltenharmonie?
Mein ist, wem des Bildes Adel
Zauberisch das Herz verschönt,
Daß er niedre Gier verhöhnt,
Und im Leben ohne Tadel
Reine Götterlust ersehnt.
Was im eisernen Gebiete
Mühsam das Gesetz erzwingt,
Reift, wie Hesperidenblüte,
Schnell zu wandelloser Güte,
So mein Strahl ans Innre dringt;
Knechte, vom Gesetz gedungen,
Heischen ihrer Mühe Lohn;
Meiner Gottheit großen Sohn
Lohnt der treuen Huldigungen,
Lohnt der Liebe Wonne schon.
Rein, wie diese Sterne klingen,
Wie melodisch himmelwärts
Auf der kühnen Freude Schwingen
Süße Preisgesänge dringen,
Naht sich mir des Sohnes Herz:
Schöner blüht der Liebe Rose!
Ewig ist die Klage stumm!
Aus des Geistes Heiligtum,
Und, Natur! in deinem Schoße
Lächelt ihm Elysium.«
Hymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[161]

Hymne an die Freiheit

Wonne säng ich an des Orkus Toren,
Und die Schatten lehrt ich Trunkenheit,
Denn ich sah, vor Tausenden erkoren,
Meiner Göttin ganze Göttlichkeit;
Wie nach dumpfer Nacht im Purpurscheine
Der Pilote seinen Ozean,
Wie die Seligen Elysens Haine,
Staun ich dich, geliebtes Wunder! an.
Ehrerbietig senkten ihre Flügel,
Ihres Raubs vergessen, Falk und Aar,
Und getreu dem diamantnen Zügel
Schritt vor ihr ein trotzig Löwenpaar;
Jugendliche wilde Ströme standen,
Wie mein Herz, vor banger Wonne stumm;
Selbst die kühnen Boreasse schwanden,
Und die Erde ward zum Heiligtum.
Ha! zum Lohne treuer Huldigungen
Bot die Königin die Rechte mir,
Und von zauberischer Kraft durchdrungen
Jauchzte Sinn und Herz verschönert ihr;
Was sie sprach, die Richterin der Kronen,
Ewig tönts in dieser Seele nach,
Ewig in der Schöpfung Regionen –
Hört, o Geister, was die Mutter sprach!
[162]
»Taumelnd in des alten Chaos Wogen,
Froh und wild, wie Evans Priesterin,
Von der Jugend kühner Lust betrogen,
Nannt ich mich der Freiheit Königin;
Doch es winkte der Vernichtungsstunde
Zügelloser Elemente Streit;
Da berief zu brüderlichem Bunde
Mein Gesetz die Unermeßlichkeit.
Mein Gesetz, es tötet zartes Leben,
Kühnen Mut, und bunte Freude nicht,
Jedem ward der Liebe Recht gegeben,
Jedes übt der Liebe süße Pflicht;
Froh und stolz im ungestörten Gange
Wandelt Riesenkraft die weite Bahn,
Sicher schmiegt in süßem Liebesdrange
Schwächeres der großen Welt sich an.
Kann ein Riese meinen Aar entmannen?
Hält ein Gott die stolzen Donner auf?
Kann Tyrannenspruch die Meere bannen?
Hemmt Tyrannenspruch der Sterne Lauf? –
Unentweiht von selbsterwählten Götzen,
Unzerbrüchlich ihrem Bunde treu,
Treu der Liebe seligen Gesetzen,
Lebt die Welt ihr heilig Leben frei.
Mit gerechter Herrlichkeit zufrieden
Flammt Orions helle Rüstung nie
Auf die brüderlichen Tyndariden,
Selbst der Löwe grüßt in Liebe sie;
[163]
Froh des Götterloses, zu erfreuen,
Lächelt Helios in süßer Ruh
Junges Leben, üppiges Gedeihen
Dem geliebten Erdenrunde zu.
Unentweiht von selbsterwählten Götzen,
Unzerbrüchlich ihrem Bunde treu,
Treu der Liebe seligen Gesetzen,
Lebt die Welt ihr heilig Leben frei;
Einer, Einer nur ist abgefallen,
Ist gezeichnet mit der Hölle Schmach;
Stark genug, die schönste Bahn zu wallen,
Kriecht der Mensch am trägen Joche nach.
Ach! er war das göttlichste der Wesen,
Zürn ihm nicht, getreuere Natur!
Wunderbar und herrlich zu genesen,
Trägt er noch der Heldenstärke Spur; –
Eil, o eile, neue Schöpfungsstunde,
Lächle nieder, süße güldne Zeit!
Und im schönern, unverletzten Bunde
Feire dich die Unermeßlichkeit.«
Nun, o Brüder! wird die Stunde säumen?
Brüder! um der tausend Jammernden,
Um der Enkel, die der Schande keimen,
Um der königlichen Hoffnungen,
Um der Güter, so die Seele füllen,
Um der angestammten Göttermacht,
Brüder ach! um unsrer Liebe willen,
Könige der Endlichkeit, erwacht! –
[164]
Gott der Zeiten! in der Schwüle fächeln
Kühlend deine Tröstungen uns an;
Süße, rosige Gesichte lächeln
Uns so gern auf öder Dornenbahn;
Wenn der Schatten väterlicher Ehre,
Wenn der Freiheit letzter Rest zerfällt,
Weint mein Herz der Trennung bittre Zähre
Und entflieht in seine schönre Welt.
Was zum Raube sich die Zeit erkoren,
Morgen stehts in neuer Blüte da;
Aus Zerstörung wird der Lenz geboren,
Aus den Fluten stieg Urania;
Wenn ihr Haupt die bleichen Sterne neigen,
Strahlt Hyperion im Heldenlauf –
Modert, Knechte! freie Tage steigen
Lächelnd über euern Gräbern auf.
Lange war zu Minos ernsten Hallen
Weinend die Gerechtigkeit entflohn –
Sieh! in mütterlichem Wohlgefallen
Küßt sie nun den treuen Erdensohn;
Ha! der göttlichen Catone Manen
Triumphieren in Elysium,
Zahllos wehn der Tugend stolze Fahnen,
Heere lohnt des Ruhmes Heiligtum.
Aus der guten Götter Schoße regnet
Trägem Stolze nimmermehr Gewinn,
Ceres heilige Gefilde segnet
Freundlicher die braune Schnitterin,
[165]
Lauter tönt am heißen Rebenhügel,
Mutiger des Winzers Jubelruf,
Unentheiligt von der Sorge Flügel
Blüht und lächelt, was die Freude schuf.
Aus den Himmeln steigt die Liebe nieder,
Männermut, und hoher Sinn gedeiht,
Und du bringst die Göttertage wieder,
Kind der Einfalt! süße Traulichkeit!
Treue gilt! und Freundesretter fallen,
Majestätisch, wie die Zeder fällt,
Und des Vaterlandes Rächer wallen
Im Triumphe nach der bessern Welt.
Lange schon vom engen Haus umschlossen,
Schlummre dann im Frieden mein Gebein! –
Hab ich doch der Hoffnung Kelch genossen,
Mich gelabt am holden Dämmerschein!
Ha! und dort in wolkenloser Ferne
Winkt auch mir der Freiheit heilig Ziel!
Dort, mit euch, ihr königlichen Sterne,
Klinge festlicher mein Saitenspiel!
Hymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[166]

Hymne an die Freundschaft

An Neuffer und Magenau


Rings in schwesterlicher Stille
Lauscht die blühende Natur;
Aus des kühnen Herzens Fülle
Tönt des Bundes Stimme nur;
Leise rauschts im Eichenhaine,
Nie gefühlte Lüfte wehn,
Wo in höhrem Sternenscheine
Wir das ernste Fest begehn.
Ha! in süßem Wohlgefallen
Säuselt hier der Väter Schar,
Abgeschiedne Freunde wallen
Lächelnd um den Moosaltar;
Und der hellen Tyndariden
Brüderliches Auge lacht
Froh wie wir in deinem Frieden,
Schöne feierliche Nacht!
Heiliger und reiner tönte
Dieser Herzen Jubel nie,
Unter Schwur und Kuß verschönte,
Freundschaft! deine Milde sie;
Zürne nicht der Wonne Zähren!
Laß, o laß uns huldigen,
Schönste von Olympos Heeren,
Krone der Unsterblichen!
[167]
Als der Geister Wunsch gelungen,
Und gereift die Stunde war,
Da, von Ares Arm umschlungen,
Cytherea dich gebar,
Als die Heldin ohne Tadel
Nun der Erde Sohn so nah
Staunend in des Vaters Adel,
In der Mutter Gürtel sah,
Da begann zu Sonnenhöhen
Nie versuchten Adlerflug,
Was von Göttern ausersehen
Kraft und Lieb im Busen trug;
Stolzer hub des Sieges Flügel,
Rosiger der Friede sich;
Jauchzend um die Blumenhügel
Grüßte Gram und Sorge dich.
Blutend trug die Siegesfahne,
In der Stürme Donner schwamm
Durch die wilden Ozeane,
Wer aus deinem Schoße kam;
Deiner Riesen Wehre klangen
Bis hinab zur alten Nacht –
Ha! des Orkus Tore sprangen,
Zitternd deiner Zaubermacht!
Trunken, wie von Hebes Schale,
Kos'ten sie in süßer Rast
Am ersehnten Opfermahle
Nach der schwülen Tage Last;
[168]
Göttern glich der Freunde Rächer,
Wenn die stolze Zähre sank
In den vollen Labebecher,
Den er seinem Siege trank.
Liebend stieg die Muse nieder,
Als sie in Arkadia
Dich im göttlichen Gefieder
Schwebend um die Schäfer sah;
Mutter! Herz und Lippe brannten,
Feierten im Liede dich,
Und am süßen Laute kannten
Jubelnd deine Söhne sich. –
Ha! in deinem Schoße schwindet
Jede Sorg und fremde Lust;
Nur in deinem Himmel findet
Sättigung die wilde Brust;
Frommen Kindersinnes wiegen
Sich im Schoße der Natur –
Über Stolz und Lüge siegen
Deine Auserwählten nur. –
Dank, o milde Segensrechte!
Für die Wonn und Heiligkeit,
Für der hohen Bundesnächte
Süße kühne Trunkenheit;
Für des Trostes Melodien,
Für der Hoffnung Labetrank,
Für die tausend Liebesmühen
Weinenden entflammten Dank!
[169]
Siehe, Frücht und Äste fallen,
Felsen stürzt der Zeitenfluß;
Freundlich winkt zu Minos Hallen
Bald der stille Genius;
Doch es lebe, was hienieden
Schönes, Göttliches verblüht,
Hier, o Brüder! Tyndariden!
Wo die reine Flamme glüht. –
Ha! die frohen Geister ringen
Zur Unendlichkeit hinan,
Tiefer ahndungsvoller dringen
Wir in diesen Ozean!
Hin zu deiner Wonne schweben
Wir aus Sturm und Dämmerung,
Du, der Myriaden Leben
Heilig Ziel! Vereinigung!
Wo in seiner Siegesfeier
Götterlust der Geist genießt,
Süßer, heiliger und freier
Seel in Seele sich ergießt,
Wo ins Meer die Ströme rinnen,
Singen bei der Pole Klang
Wir der Geisterköniginnen
Schönster einst Triumphgesang.
Hymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[170]

Hymne an die Liebe

Froh der süßen Augenweide
Wallen wir auf grüner Flur;
Unser Priestertum ist Freude,
Unser Tempel die Natur; –
Heute soll kein Auge trübe,
Sorge nicht hienieden sein!
Jedes Wesen soll der Liebe,
Frei und froh, wie wir, sich freun!
Höhnt im Stolze, Schwestern, Brüder!
Höhnt der scheuen Knechte Tand!
Jubelt kühn das Lied der Lieder,
Festgeschlungen Hand in Hand!
Steigt hinauf am Rebenhügel,
Blickt hinab ins weite Tal!
Überall der Liebe Flügel,
Hold und herrlich überall!
Liebe bringt zu jungen Rosen
Morgentau von hoher Luft,
Lehrt die warmen Lüfte kosen
In der Maienblume Duft;
Um die Orione leitet
Sie die treuen Erden her,
Folgsam ihrem Winke, gleitet
Jeder Strom ins weite Meer;
[171]
An die wilden Berge reihet
Sie die sanften Täler an,
Die entbrannte Sonn erfreuet
Sie im stillen Ozean;
Siehe! mit der Erde gattet
Sich des Himmels heilge Lust,
Von den Wettern überschattet
Bebt entzückt der Mutter Brust.
Liebe wallt durch Ozeane,
Höhnt der dürren Wüste Sand,
Blutet an der Siegesfahne
Jauchzend für das Vaterland;
Liebe trümmert Felsen nieder,
Zaubert Paradiese hin –
Lächelnd kehrt die Unschuld wieder,
Göttlichere Lenze blühn.
Mächtig durch die Liebe, winden
Von der Fessel wir uns los,
Und die trunknen Geister schwinden
Zu den Sternen, frei und groß!
Unter Schwur und Kuß vergessen
Wir die träge Flut der Zeit,
Und die Seele naht vermessen
Deiner Lust, Unendlichkeit!
Hymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[172]

Hymne an den Genius
der Jugend

Heil! das schlummernde Gefieder
Ist zu neuem Flug erwacht,
Triumphierend fühl ich wieder
Lieb und stolze Geistesmacht;
Siehe! deiner Himmelsflamme,
Deiner Freud und Stärke voll,
Herrscher in der Götter Stamme!
Sei der kühnen Liebe Zoll.
Ha! der brüderlichen Milde,
So von deiner Stirne spricht!
Solch harmonisches Gebilde
Weidete kein Auge nicht;
Wie um ihn die Aare schweben,
Wie die Lock im Fluge weht! –
Wo im ungemeßnen Leben
Lebt so süße Majestät?
Lächelnd sah der Holde nieder
Auf die winterliche Flur,
Und sie lebt und liebet wieder,
Die entschlummerte Natur;
Um die Hügel und die Tale
Jauchz ich nun im Vollgenuß,
Über deinem Freudenmahle,
Königlicher Genius!
[173]
Ha! wie diese Götteraue
Wieder lächelt und gedeiht!
Alles, was ich fühl und schaue,
Eine Lieb und Seligkeit!
Felsen hat der Falk erschwungen,
Sich, wie dieses Herz, zu freun,
Und, von gleicher Kraft durchdrungen,
Strebt und rauscht der Eichenhain.
Unter liebendem Gekose
Schmieget Well an Welle sich;
Liebend fühlt die süße Rose,
Fühlt die heilge Myrte dich;
Tausend frohe Leben winden
Schüchtern sich um Tellus Brust,
Und dem blauen Aether künden
Tausend Jubel deine Lust.
Doch des Herzens schöne Flamme,
Die mir deine Huld verlieh,
Herrscher in der Götter Stamme!
Süßer, stolzer fühl ich sie;
Deine Frühlinge verblühten,
Manch Geliebtes welkte dir; –
Wie vor Jahren sie erglühten,
Glühen Herz und Stirne mir.
O! du lohnst die stille Bitte
Noch mit innigem Genuß,
Leitest noch des Pilgers Tritte
Zu der Freude Götterkuß;
Mit der Balsamtropfe kühlen
Hoffnungen die Wunde doch,
[174]
Süße Täuschungen umspielen
Doch die dürren Pfade noch.
Jedem Adel hingegeben,
Jeder lesbischen Gestalt,
Huldiget das trunkne Leben
Noch der Schönheit Allgewalt;
Törig hab ich oft gerungen,
Dennoch herrscht zu höchster Lust,
Herrscht zu süßen Peinigungen
Liebe noch, in dieser Brust.
An der alten Taten Heere
Weidet noch das Auge sich.
Ha! der großen Väter Ehre
Spornet noch zum Ziele mich;
Rastlos, bis in Plutons Hallen
Meiner Sorgen schönste ruht,
Die erkorne Bahn zu wallen,
Fühl ich Stärke noch und Mut.
Wo die Nektarkelche glühen,
Seiner Siege Zeus genießt,
Und sein Aar, von Melodien
Süß berauscht, das Auge schließt,
Wo, mit heilgem Laub umwunden,
Der Heroën Schar sich freut,
Fühlt noch oft, von dir entbunden,
Meine Seele Göttlichkeit.
Preis, o Schönster der Dämonen!
Preis dir, Herrscher der Natur!
[175]
Auch der Götter Regionen
Blühn durch deine Milde nur;
Trübte sich in heilgem Zorne
Je dein strahlend Angesicht –
Ha! sie tränken aus dem Borne
Ewger Lust und Schöne nicht!
Eos, glühend vom Genusse,
Durch die Liebe schön und groß,
Wände sich von Tithons Kusse
Alternd und verkümmert los;
Der in königlicher Eile
Lächelnd durch den Aether wallt,
Phoebus trauert' um die Pfeile,
Um die Kühnheit und Gestalt.
Träg zu lieben, und zu hassen,
Ganz, von ihrer Siegeslust,
Ihrer wilden Kraft verlassen,
Schlummert' Ares stolze Brust;
Ha! den Todesbecher tränke
Selbst des Donnergottes Macht! –
Erd und Firmament versänke
Wimmernd in des Chaos Nacht.
Doch in namenlosen Wonnen
Feiern ewig Welten dich,
In der Jugend Strahlen sonnen
Ewig alle Geister sich; –
Mag des Herzens Glut erkalten,
Mag im langen Kampfe mir
Jede süße Kraft veralten,
Neuverschönt erwacht sie dir!
An eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[176]

An eine Rose

Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur!
Dich und mich die stille, große,
Allbelebende Natur;
Röschen! unser Schmuck veraltet,
Stürm entblättern dich und mich,
Doch der ewge Keim entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.
An HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[177]

An Hiller

Du lebtest, Freund! – Wer nicht die köstliche
Reliquie des Paradieses, nicht
Der Liebe goldne königliche Frucht,
Wie du, auf seinem Lebenswege brach,
Wem nie im Kreise freier Jünglinge
In süßem Ernst der Freundschaft trunkne Zähre
Hinab ins Blut der heilgen Rebe rann,
Wer nicht, wie du, aus dem begeisternden,
Dem ewigvollen Becher der Natur
Sich Mut und Kraft, und Lieb und Freude trank,
Der lebte nie, und wenn sich ein Jahrhundert,
Wie eine Last, auf seiner Schulter häuft. –
Du lebtest, Freund! es blüht nur wenigen
Des Lebens Morgen, wie er dir geblüht;
Du fandest Herzen, dir an Einfalt, dir
An edlem Stolze gleich; es sproßten dir
Viel schöne Blüten der Geselligkeit;
Auch adelte die innigere Lust,
Die Tochter weiser Einsamkeit, dein Herz;
Für jeden Reiz der Hügel und der Tale,
Für jede Grazien des Frühlings ward
Ein offnes unumwölktes Auge dir.
Dich, Glücklicher, umfing die Riesentochter
Der schaffenden Natur, Helvetia;
Wo frei und stark der alte, stolze Rhein
Vom Fels hinunter donnert, standest du
[178]
Und jubeltest ins herrliche Getümmel.
Wo Fels und Wald ein holdes zauberisches
Arkadien umschließt, wo himmelhoch Gebirg,
Des tausendjährgen Scheitel ewger Schnee,
Wie Silberhaar des Greisen Stirne, kränzt,
Umschwebt von Wetterwolken und von Adlern,
Sich unabsehbar in die Ferne dehnt,
Wo Tells und Walthers heiliges Gebein
Der unentweihten freundlichen Natur
Im Schoße schläft, und manches Helden Staub,
Vom leisen Abendwind emporgeweht,
Des Sennen sorgenfreies Dach umwallt,
Dort fühltest du, was groß und göttlich ist,
Von seligen Entwürfen glühte dir,
Von tausend goldnen Träumen deine Brust;
Und als du nun vom lieben heilgen Lande
Der Einfalt und der freien Künste schiedst,
Da wölkte freilich sich die Stirne dir,
Doch schuf dir bald mit ihrem Zauberstabe
Manch selig Stündchen die Erinnerung.
Wohl ernster schlägt sie nun, die Scheidestunde;
Denn ach! sie mahnt, die unerbittliche,
Daß unser Liebstes welkt, daß ewge Jugend
Nur drüben im Elysium gedeiht;
Sie wirft uns auseinander, Herzensfreund!
Wie Mast und Segel vom zerrißnen Schiffe
Im wilden Ozean der Sturm zerstreut.
Vielleicht indes uns andre nah und ferne
Der unerforschten Pepromene Wink
Durch Steppen oder Paradiese führt,
Fliegst du der jungen seligeren Welt
[179]
Auf deiner Philadelphier Gestaden
Voll frohen Muts im fernen Meere zu;
Vielleicht, daß auch ein süßes Zauberband
Ans abgelebte feste Land dich fesselt!
Denn traun! ein Rätsel ist des Menschen Herz!
Oft flammt der Wunsch, unendlich fortzuwandern,
Unwiderstehlich herrlich in uns auf;
Oft deucht uns auch im engbeschränkten Kreise
Ein Freund, ein Hüttchen, und ein liebes Weib
Zu aller Wünsche Sättigung genug. –
Doch werfe, wie sie will, die Scheidestunde
Die Herzen, die sich lieben, auseinander!
Es scheuet ja der Freundschaft heilger Fels
Die träge Zeit, und auch die Ferne nicht.
Wir kennen uns, du Teurer! – Lebe wohl!
Dem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[180]

Dem Genius der Kühnheit

Eine Hymne


Wer bist du? wie zur Beute, breitet
Das Unermeßliche vor dir sich aus,
Du Herrlicher! mein Saitenspiel geleitet
Dich auch hinab in Plutons dunkles Haus;
So flogen auf Ortygias Gestaden,
Indes der Lieder Sturm die Wolken brach,
Dem Rebengott die taumelnden Mänaden
In wilder Lust durch Hain und Klüfte nach.
Einst war, wie mir, der stille Funken
Zu freier heitrer Flamme dir erwacht,
Du braustest so, von junger Freude trunken,
Voll Übermuts durch deiner Wälder Nacht,
Als von der Meisterin, der Not, geleitet,
Dein ungewohnter Arm die Keule schwang,
Und drohend sich, vom ersten Feind erbeutet,
Die Löwenhaut um deine Schulter schlang. –
Wie nun in jugendlichem Kriege
Heroënkraft mit der Natur sich maß!
Ach! wie der Geist, vom wunderbaren Siege
Berauscht, der armen Sterblichkeit vergaß!
Die stolzen Jünglinge! die kühnen!
Sie legten froh dem Tiger Fesseln an,
Sie bändigten, von staunenden Delphinen
Umtanzt, den königlichen Ozean.
[181]
Oft hör ich deine Wehre rauschen,
Du Genius der Kühnen! und die Lust,
Den Wundern deines Heldenvolks zu lauschen,
Sie stärkt mir oft die lebensmüde Brust;
Doch weilst du freundlicher um stille Laren,
Wo eine Welt der Künstler kühn belebt,
Wo um die Majestät des Unsichtbaren
Ein edler Geist der Dichtung Schleier webt.
Den Geist des Alls, und seine Fülle
Begrüßte Mäons Sohn auf heilger Spur,
Sie stand vor ihm, mit abgelegter Hülle,
Voll Ernstes da, die ewige Natur;
Er rief sie kühn vom dunklen Geisterlande,
Und lächelnd trat, in aller Freuden Chor,
Entzückender im menschlichen Gewande
Die namenlose Königin hervor.
Er sah die dämmernden Gebiete,
Wohin das Herz in banger Lust begehrt,
Er streuete der Hoffnung süße Blüte
Ins Labyrinth, wo keiner wiederkehrt,
Dort glänzte nun in mildem Rosenlichte
Der Lieb und Ruh ein lächelnd Heiligtum,
Er pflanzte dort der Hesperiden Früchte,
Dort stillt die Sorgen nun Elysium.
Doch schrecklich war, du Gott der Kühnen!
Dein heilig Wort, wenn unter Nacht und Schlaf
Verkündiger des ewgen Lichts erschienen,
Und den Betrug der Wahrheit Flamme traf;
[182]
Wie seinen Blitz aus hohen Wetternächten
Der Donnerer auf bange Tale streut,
So zeigtest du entarteten Geschlechten
Der Riesen Sturz, der Völker Sterblichkeit.
Du wogst mit strenggerechter Schale,
Wenn mit der Toge du das Schwert vertauscht,
Du sprachst, sie wankten, die Sardanapale,
Vom Taumelkelche deines Zorns berauscht;
Es schröckt' umsonst mit ihrem Tigergrimme
Dein Tribunal die alte Finsternis,
Du hörtest ernst der Unschuld leise Stimme,
Und opfertest der heilgen Nemesis.
Verlaß mit deinem Götterschilde,
Verlaß, o du der Kühnen Genius!
Die Unschuld nie. Gewinne dir und bilde
Das Herz der Jünglinge mit Siegsgenuß!
O säume nicht! ermahne, strafe, siege!
Und sichre stets der Wahrheit Majestät,
Bis aus der Zeit geheimnisvoller Wiege
Des Himmels Kind, der ewge Friede geht.
GriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[183]

Griechenland

An St.


Hätt ich dich im Schatten der Platanen,
Wo durch Blumen der Cephissus rann,
Wo die Jünglinge sich Ruhm ersannen,
Wo die Herzen Sokrates gewann,
Wo Aspasia durch Myrten wallte,
Wo der brüderlichen Freude Ruf
Aus der lärmenden Agora schallte,
Wo mein Plato Paradiese schuf,
Wo den Frühling Festgesänge würzten,
Wo die Ströme der Begeisterung
Von Minervens heilgem Berge stürzten –
Der Beschützerin zur Huldigung –
Wo in tausend süßen Dichterstunden,
Wie ein Göttertraum, das Alter schwand,
Hätt ich da, Geliebter! dich gefunden,
Wie vor Jahren dieses Herz dich fand,
Ach! wie anders hätt ich dich umschlungen! –
Marathons Heroën sängst du mir,
Und die schönste der Begeisterungen
Lächelte vom trunknen Auge dir,
Deine Brust verjüngten Siegsgefühle,
Deinen Geist, vom Lorbeerzweig umspielt,
Drückte nicht des Lebens stumpfe Schwüle,
Die so karg der Hauch der Freude kühlt.
[184]
Ist der Stern der Liebe dir verschwunden?
Und der Jugend holdes Rosenlicht?
Ach! umtanzt von Hellas goldnen Stunden,
Fühltest du die Flucht der Jahre nicht,
Ewig, wie der Vesta Flamme, glühte
Mut und Liebe dort in jeder Brust,
Wie die Frucht der Hesperiden, blühte
Ewig dort der Jugend stolze Lust.
Ach! es hätt in jenen bessern Tagen
Nicht umsonst so brüderlich und groß
Für das Volk dein liebend Herz geschlagen,
Dem so gern der Freude Zähre floß! –
Harre nun! sie kömmt gewiß, die Stunde,
Die das Göttliche vom Kerker trennt –
Stirb! du suchst auf diesem Erdenrunde,
Edler Geist! umsonst dein Element.
Attika, die Heldin, ist gefallen;
Wo die alten Göttersöhne ruhn,
Im Ruin der schönen Marmorhallen
Steht der Kranich einsam trauernd nun;
Lächelnd kehrt der holde Frühling nieder,
Doch er findet seine Brüder nie
In Ilissus heilgem Tale wieder –
Unter Schutt und Dornen schlummern sie.
Mich verlangt ins ferne Land hinüber
Nach Alcäus und Anakreon,
Und ich schlief' im engen Hause lieber,
Bei den Heiligen in Marathon;
[185]
Ach! es sei die letzte meiner Tränen,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Laßt, o Parzen, laßt die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Toten an!
An NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[186][189]

An Neuffer

Im März. 1794


Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,
Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz,
Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder
Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.
Noch tröstet mich mit süßer Augenweide
Der blaue Himmel und die grüne Flur,
Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude,
Die jugendliche freundliche Natur.
Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben,
So lang uns Armen Gottes Sonne scheint,
Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben,
Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.
Das SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[189]

Das Schicksal

Προσκυνουντες την ειμαρμενην, σοφοι.

Aeschylus


Als von des Friedens heilgen Talen,
Wo sich die Liebe Kränze wand,
Hinüber zu den Göttermahlen
Des goldnen Alters Zauber schwand,
Als nun des Schicksals ehrne Rechte,
Die große Meisterin, die Not,
Dem übermächtigen Geschlechte
Den langen, bittern Kampf gebot,
Da sprang er aus der Mutter Wiege,
Da fand er sie, die schöne Spur
Zu seiner Tugend schwerem Siege,
Der Sohn der heiligen Natur;
Der hohen Geister höchste Gabe,
Der Tugend Löwenkraft begann
Im Siege, den ein Götterknabe
Den Ungeheuern abgewann.
Es kann die Lust der goldnen Ernte
Im Sonnenbrande nur gedeihn;
Und nur in seinem Blute lernte
Der Kämpfer, frei und stolz zu sein;
Triumph! die Paradiese schwanden,
Wie Flammen aus der Wolke Schoß,
Wie Sonnen aus dem Chaos, wanden
Aus Stürmen sich Heroën los.
[190]
Der Not ist jede Lust entsprossen,
Und unter Schmerzen nur gedeiht
Das Liebste, was mein Herz genossen,
Der holde Reiz der Menschlichkeit;
So stieg, in tiefer Flut erzogen,
Wohin kein sterblich Auge sah,
Stillächelnd aus den schwarzen Wogen
In stolzer Blüte Cypria.
Durch Not vereiniget, beschwuren
Vom Jugendtraume süß berauscht
Den Todesbund die Dioskuren,
Und Schwert und Lanze ward getauscht;
In ihres Herzens Jubel eilten
Sie, wie ein Adlerpaar, zum Streit,
Wie Löwen ihre Beute, teilten
Die Liebenden Unsterblichkeit. –
Die Klagen lehrt die Not verachten,
Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht
Die Kraft der Jünglinge verschmachten,
Gibt Mut der Brust, dem Geiste Licht;
Der Greise Faust verjüngt sie wieder;
Sie kömmt, wie Gottes Blitz, heran,
Und trümmert Felsenberge nieder,
Und wallt auf Riesen ihre Bahn.
Mit ihrem heilgen Wetterschlage,
Mit Unerbittlichkeit vollbringt
Die Not an Einem großen Tage,
Was kaum Jahrhunderten gelingt;
[191]
Und wenn in ihren Ungewittern
Selbst ein Elysium vergeht,
Und Welten ihrem Donner zittern –
Was groß und göttlich ist, besteht. –
O du, Gespielin der Kolossen,
O weise, zürnende Natur,
Was je ein Riesenherz beschlossen,
Es keimt' in deiner Schule nur.
Wohl ist Arkadien entflohen;
Des Lebens beßre Frucht gedeiht
Durch sie, die Mutter der Heroën,
Die eherne Notwendigkeit. –
Für meines Lebens goldnen Morgen
Sei Dank, o Pepromene, dir!
Ein Saitenspiel und süße Sorgen
Und Träum und Tränen gabst du mir;
Die Flammen und die Stürme schonten
Mein jugendlich Elysium,
Und Ruh und stille Liebe thronten
In meines Herzens Heiligtum.
Es reife von des Mittags Flamme,
Es reife nun vom Kampf und Schmerz
Die Blüt am grenzenlosen Stamme,
Wie Sprosse Gottes, dieses Herz!
Beflügelt von dem Sturm, erschwinge
Mein Geist des Lebens höchste Lust,
Der Tugend Siegeslust verjünge
Bei kargem Glücke mir die Brust!
[192]
Im heiligsten der Stürme falle
Zusammen meine Kerkerwand,
Und herrlicher und freier walle
Mein Geist ins unbekannte Land!
Hier blutet oft der Adler Schwinge;
Auch drüben warte Kampf und Schmerz!
Bis an der Sonnen letzte ringe,
Genährt vom Siege, dieses Herz.
FreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[193]

Freundeswunsch

An Rosine St. –


Wenn vom Frühling rund umschlungen,
Von des Morgens Hauch umweht,
Trunken nach Erinnerungen
Meine wache Seele späht,
Wenn, wie einst am fernen Herde,
Mir so süß die Sonne blinkt,
Und ihr Strahl ins Herz der Erde,
Und der Erdenkinder dringt,
Wenn umdämmert von der Weide,
Wo der Bach vorüber rinnt,
Tief bewegt von Leid und Freude
Meine Seele träumt, und sinnt,
Wenn im Haine Geister säuseln,
Wenn im Mondenschimmer sich
Kaum die stillen Teiche kräuseln,
Schau ich oft und grüße dich.
Edles Herz, du bist der Sterne
Und der schönen Erde wert,
Bist des wert, so viel die ferne
Nahe Mutter dir beschert.
Sieh, mit deiner Liebe lieben
Schöner die Erwählten nur;
Denn du bist ihr treu geblieben,
Deiner Mutter, der Natur!
[194]
Der Gesang der Haine schalle
Froh, wie du, um deinen Pfad;
Sanft bewegt vom Weste, walle,
Wie dein friedlich Herz, die Saat.
Deine liebste Blüte regne,
Wo du wandelst, auf die Flur,
Wo dein Auge weilt, begegne
Dir das Lächeln der Natur.
Oft im stillen Tannenhaine
Webe dir ums Angesicht
Seine zauberische reine
Glorie das Abendlicht!
Deines Herzens Sorge wiege
Drauf die Nacht in süße Ruh,
Und die freie Seele fliege
Liebend den Gestirnen zu.
Der Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[195]

Der Gott der Jugend

Gehn dir im Dämmerlichte,
Wenn in der Sommernacht
Für selige Gesichte
Dein liebend Auge wacht,
Noch oft der Freunde Manen
Und, wie der Sterne Chor,
Die Geister der Titanen
Des Altertums empor,
Wird da, wo sich im Schönen
Das Göttliche verhüllt,
Noch oft das tiefe Sehnen
Der Liebe dir gestillt,
Belohnt des Herzens Mühen
Der Ruhe Vorgefühl,
Und tönt von Melodien
Der Seele Saitenspiel,
So such im stillsten Tale
Den blütenreichsten Hain,
Und gieß aus goldner Schale
Den frohen Opferwein!
Noch lächelt unveraltet
Des Herzens Frühling dir,
Der Gott der Jugend waltet
Noch über dir und mir.
Wie unter Tiburs Bäumen,
Wenn da der Dichter saß,
[196]
Und unter Götterträumen
Der Jahre Flucht vergaß,
Wenn ihn die Ulme kühlte,
Und wenn sie stolz und froh
Um Silberblüten spielte,
Die Flut des Anio,
Und wie um Platons Hallen,
Wenn durch der Haine Grün,
Begrüßt von Nachtigallen,
Der Stern der Liebe schien,
Wenn alle Lüfte schliefen,
Und, sanft bewegt vom Schwan,
Cephissus durch Oliven
Und Myrtensträuche rann,
So schön ists noch hienieden!
Auch unser Herz erfuhr
Das Leben und den Frieden
Der freundlichen Natur;
Noch blüht des Himmels Schöne,
Noch mischen brüderlich
In unsers Herzens Töne
Des Frühlings Laute sich.
Drum such im stillsten Tale
Den düftereichsten Hain,
Und gieß aus goldner Schale
Den frohen Opferwein,
Noch lächelt unveraltet
Das Bild der Erde dir,
Der Gott der Jugend waltet
Noch über dir und mir.
An die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[197]

An die Natur

Da ich noch um deinen Schleier spielte,
Noch an dir, wie eine Blüte, hing,
Noch dein Herz in jedem Laute fühlte,
Der mein zärtlichbebend Herz umfing,
Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen
Reich, wie du, vor deinem Bilde stand,
Eine Stelle noch für meine Tränen,
Eine Welt für meine Liebe fand,
Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte,
Als vernähme seine Töne sie,
Und die Sterne seine Brüder nannte
Und den Frühling Gottes Melodie,
Da im Hauche, der den Hain bewegte,
Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich
In des Herzens stiller Welle regte,
Da umfingen goldne Tage mich.
Wenn im Tale, wo der Quell mich kühlte,
Wo der jugendlichen Sträuche Grün
Um die stillen Felsenwände spielte
Und der Aether durch die Zweige schien,
Wenn ich da, von Blüten übergossen,
Still und trunken ihren Othem trank
Und zu mir, von Licht und Glanz umflossen,
Aus den Höhn die goldne Wolke sank –
[198]
Wenn ich fern auf nackter Heide wallte,
Wo aus dämmernder Geklüfte Schoß
Der Titanensang der Ströme schallte
Und die Nacht der Wolken mich umschloß,
Wenn der Sturm mit seinen Wetterwogen
Mir vorüber durch die Berge fuhr
Und des Himmels Flammen mich umflogen,
Da erschienst du, Seele der Natur!
Oft verlor ich da mit trunknen Tränen
Liebend, wie nach langer Irre sich
In den Ozean die Ströme sehnen,
Schöne Welt! in deiner Fülle mich;
Ach! da stürzt ich mit den Wesen allen
Freudig aus der Einsamkeit der Zeit,
Wie ein Pilger in des Vaters Hallen,
In die Arme der Unendlichkeit. –
Seid gesegnet, goldne Kinderträume,
Ihr verbargt des Lebens Armut mir,
Ihr erzogt des Herzens gute Keime,
Was ich nie erringe, schenktet ihr!
O Natur! an deiner Schönheit Lichte,
Ohne Müh und Zwang entfalteten
Sich der Liebe königliche Früchte,
Wie die Ernten in Arkadien.
Tot ist nun, die mich erzog und stillte,
Tot ist nun die jugendliche Welt,
Diese Brust, die einst ein Himmel füllte,
Tot und dürftig, wie ein Stoppelfeld;
[199]
Ach! es singt der Frühling meinen Sorgen
Noch, wie einst, ein freundlich tröstend Lied,
Aber hin ist meines Lebens Morgen,
Meines Herzens Frühling ist verblüht.
Ewig muß die liebste Liebe darben,
Was wir lieben, ist ein Schatten nur,
Da der Jugend goldne Träume starben,
Starb für mich die freundliche Natur;
Das erfuhrst du nicht in frohen Tagen,
Daß so ferne dir die Heimat liegt,
Armes Herz, du wirst sie nie erfragen,
Wenn dir nicht ein Traum von ihr genügt.
An die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[200][203]

An die Unerkannte

Kennst du sie, die selig, wie die Sterne,
Von des Lebens dunkler Woge ferne
Wandellos in stiller Schöne lebt,
Die des Herzens löwenkühne Siege,
Des Gedankens fesselfreie Flüge,
Wie der Tag den Adler, überschwebt?
Die uns trifft mit ihren Mittagsstrahlen,
Uns entflammt mit ihren Idealen,
Wie vom Himmel, uns Gebote schickt,
Die die Weisen nach dem Wege fragen,
Stumm und ernst, wie von dem Sturm verschlagen
Nach dem Orient der Schiffer blickt?
Die das Beste gibt aus schöner Fülle,
Wenn aus ihr die Riesenkraft der Wille
Und der Geist sein stilles Urteil nimmt,
Die dem Lebensliede seine Weise,
Die das Maß der Ruhe, wie dem Fleiße
Durch den Mittler, unsern Geist, bestimmt?
Die, wenn uns des Lebens Leere tötet,
Magisch uns die welken Schläfe rötet,
Uns mit Hoffnungen das Herz verjüngt,
Die den Dulder, den der Sturm zertrümmert,
Den sein fernes Ithaka bekümmert,
In Alcinous Gefilde bringt?
[203]
Kennst du sie, die uns mit Lorbeerkronen,
Mit der Freude beßrer Regionen,
Ehe wir zu Grabe gehn, vergilt,
Die der Liebe göttlichstes Verlangen,
Die das Schönste, was wir angefangen,
Mühelos im Augenblick erfüllt?
Die der Kindheit Wiederkehr beschleunigt,
Die den Halbgott, unsern Geist, vereinigt
Mit den Göttern, die er kühn verstößt,
Die des Schicksals ehrne Schlüsse mildert,
Und im Kampfe, wenn das Herz verwildert,
Uns besänftigend den Harnisch löst?
Die das Eine, das im Raum der Sterne,
Das du suchst in aller Zeiten Ferne
Unter Stürmen, auf verwegner Fahrt,
Das kein sterblicher Verstand ersonnen,
Keine, keine Tugend noch gewonnen,
Die des Friedens goldne Frucht bewahrt?
An HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[204]

An Herkules

In der Kindheit Schlaf begraben
Lag ich, wie das Erz im Schacht;
Dank, mein Herkules! den Knaben
Hast zum Manne du gemacht,
Reif bin ich zum Königssitze
Und mir brechen stark und groß
Taten, wie Kronions Blitze,
Aus der Jugend Wolke los.
Wie der Adler seine Jungen,
Wenn der Funk im Auge klimmt,
Auf die kühnen Wanderungen
In den frohen Aether nimmt,
Nimmst du aus der Kinderwiege,
Von der Mutter Tisch und Haus
In die Flamme deiner Kriege,
Hoher Halbgott, mich hinaus.
Wähntest du, dein Kämpferwagen
Rolle mir umsonst ins Ohr?
Jede Last, die du getragen,
Hub die Seele mir empor,
Zwar der Schüler mußte zahlen;
Schmerzlich brannten, stolzes Licht,
Mir im Busen deine Strahlen,
Aber sie verzehrten nicht.
[205]
Wenn für deines Schicksals Wogen
Hohe Götterkräfte dich,
Kühner Schwimmer! auferzogen,
Was erzog dem Siege mich?
Was berief den Vaterlosen,
Der in dunkler Halle saß,
Zu dem Göttlichen und Großen,
Daß er kühn an dir sich maß?
Was ergriff und zog vom Schwarme
Der Gespielen mich hervor?
Was bewog des Bäumchens Arme
Nach des Aethers Tag empor?
Freundlich nahm des jungen Lebens
Keines Gärtners Hand sich an,
Aber kraft des eignen Strebens
Blickt und wuchs ich himmelan.
Sohn Kronions! an die Seite
Tret ich nun errötend dir,
Der Olymp ist deine Beute;
Komm und teile sie mit mir!
Sterblich bin ich zwar geboren,
Dennoch hat Unsterblichkeit
Meine Seele sich geschworen,
Und sie hält, was sie gebeut.
Die EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[206]

Die Eichbäume

Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges!
Aus den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich,
Pflegend und wieder gepflegt mit dem fleißigen Menschen zusammen.
Aber ihr, ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen
In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,
Der euch nährt' und erzog, und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,
Und ihr drängt euch fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel,
Unter einander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
Lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.
Könnt ich die Knechtschaft nur erdulden, ich neidete nimmer
Diesen Wald und schmiegte mich gern ans gesellige Leben.
Fesselte nur nicht mehr ans gesellige Leben das Herz mich,
Das von Liebe nicht läßt, wie gern würd ich unter euch wohnen!
An den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[207]

An den Frühling

Wangen sah ich verblühn, und die Kraft der Arme veralten


Du mein Herz! noch alterst du nicht; wie Luna den Liebling
Weckte des Himmels Kind, die Freude, vom Schlafe dich wieder;
Denn Sie erwacht mit mir zu neuer, glühender Jugend,
Meine Schwester, die süße Natur, und meine geliebten
Tale lächeln mich an, und meine geliebteren Haine,
Voll erfreulichen Vogelgesangs, und scherzender Lüfte,
Jauchzen in wilder Lust der freundlichen Gruß mir entgegen.
Der du Herzen verjüngst, und Fluren, heiliger Frühling,
Heil dir! Erstgeborner der Zeit! erquickender Frühling,
Erstgeborner im Schoße der Zeit! Gewaltiger! Heil dir,
Heil! die Fessel zerriß; und tönt dir Feiergesänge,
Daß die Gestad erbeben, der Strom, wir Jünglinge taumeln,
Jauchzen hinaus, wo der Strom dich preist, wir enthüllen, du Holder,
Deinem Liebeshauche die glühende Brust, und stürzen hinunter
In den Strom, und jauchzen mit ihm, und nennen dich Bruder.
Bruder! wie tanzt so schön, mit tausendfältiger Freude,
Ach! und tausendfältiger Lieb im lächelnden Aether
Deine Erde dahin, seit aus Elysiums Talen
Du mit dem Zauberstab ihr nahtest, himmlischer Jüngling!
Sahn wir nicht, wie sie freundlicher nun den stolzen Geliebten
Grüßt', den heiligen Tag, wenn er kühn vom Siege der Schatten
Über die Berge flammt! wie sie sanfterrötend im Schleier
Silberner Düfte verhüllt, in süßen Erwartungen aufblickt,
[208]
Bis sie glühet von ihm, und ihre friedlichen Kinder
Alle, Blumen und Hain', und Saaten und sprossende Reben, ...
Schlummre, schlummre nun, mit deinen friedlichen Kindern,
Mutter Erde! denn Helios hat die glühenden Rosse
Längst zur Ruhe gelenkt, und die freundlichen Helden des Himmels,
Perseus dort, und Herkules dort, sie wallen in stiller
Liebe vorbei, und leise durchstreift der flüsternde Nachthauch
Deine fröhliche Saat, und die fernher tönenden Bäche
Lispeln Schlummergesänge darein, ...
An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[209]

An den Aether

Treu und freundlich, wie du, erzog der Götter und Menschen
Keiner, o Vater Aether! mich auf; noch ehe die Mutter
In die Arme mich nahm und ihre Brüste mich tränkten,
Faßtest du zärtlich mich an und gossest himmlischen Trank mir,
Mir den heiligen Othem zuerst in den keimenden Busen.
Nicht von irdischer Kost gedeihen einzig die Wesen,
Aber du nährst sie all mit deinem Nektar, o Vater!
Und es drängt sich und rinnt aus deiner ewigen Fülle
Die beseelende Luft durch alle Röhren des Lebens.
Darum lieben die Wesen dich auch und ringen und streben
Unaufhörlich hinauf nach dir in freudigem Wachstum.
Himmlischer! sucht nicht dich mit ihren Augen die Pflanze,
Streckt nach dir die schüchternen Arme der niedrige Strauch nicht?
Daß er dich finde, zerbricht der gefangene Same die Hülse,
Daß er belebt von dir in deiner Welle sich bade,
Schüttelt der Wald den Schnee wie ein überlästig Gewand ab.
Auch die Fische kommen herauf und hüpfen verlangend
Über die glänzende Fläche des Stroms, als begehrten auch diese
Aus der Wiege zu dir; auch den edeln Tieren der Erde
Wird zum Fluge der Schritt, wenn oft das gewaltige Sehnen,
Die geheime Liebe zu dir, sie ergreift, sie hinaufzieht.
Stolz verachtet den Boden das Roß, wie gebogener Stahl strebt
In die Höhe sein Hals, mit der Hufe berührt es den Sand kaum.
Wie zum Scherze, berührt der Fuß der Hirsche den Grashalm,
[210]
Hüpft, wie ein Zephyr, über den Bach, der reißend hinabschäumt,
Hin und wieder und schweift kaum sichtbar durch die Gebüsche.
Aber des Aethers Lieblinge, sie, die glücklichen Vögel,
Wohnen und spielen vergnügt in der ewigen Halle des Vaters!
Raums genug ist für alle. Der Pfad ist keinem bezeichnet,
Und es regen sich frei im Hause die Großen und Kleinen.
Über dem Haupte frohlocken sie mir und es sehnt sich auch mein Herz
Wunderbar zu ihnen hinauf; wie die freundliche Heimat
Winkt es von oben herab und auf die Gipfel der Alpen
Möcht ich wandern und rufen von da dem eilenden Adler,
Daß er, wie einst in die Arme des Zeus den seligen Knaben,
Aus der Gefangenschaft in des Aethers Halle mich trage.
Töricht treiben wir uns umher; wie die irrende Rebe,
Wenn ihr der Stab gebricht, woran zum Himmel sie aufwächst,
Breiten wir über dem Boden uns aus und suchen und wandern
Durch die Zonen der Erd, o Vater Aether! vergebens,
Denn es treibt uns die Lust, in deinen Gärten zu wohnen.
In die Meersflut werfen wir uns, in den freieren Ebnen
Uns zu sättigen, und es umspielt die unendliche Woge
Unsern Kiel, es freut sich das Herz an den Kräften des Meergotts.
Dennoch genügt ihm nicht; denn der tiefere Ozean reizt uns,
Wo die leichtere Welle sich regt – o wer dort an jene
Goldnen Küsten das wandernde Schiff zu treiben vermöchte!
Aber indes ich hinauf in die dämmernde Ferne mich sehne,
Wo du fremde Gestad umfängst mit der bläulichen Woge,
Kömmst du säuselnd herab von des Fruchtbaums blühenden Wipfeln,
Vater Aether! und sänftigest selbst das strebende Herz mir,
Und ich lebe nun gern, wie zuvor, mit den Blumen der Erde.
Der Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[211]

Der Wanderer

Einsam stand ich und sah in die afrikanischen dürren
Ebnen hinaus; vom Olymp regnete Feuer herab.
Fernhin schlich das hagre Gebirg, wie ein wandelnd Gerippe,
Hohl und einsam und kahl blickt' aus der Höhe sein Haupt.
Ach! nicht sprang, mit erfrischendem Grün, der schattende Wald hier
In die säuselnde Luft üppig und herrlich empor,
Bäche stürzten hier nicht in melodischem Fall vom Gebirge,
Durch das blühende Tal schlingend den silbernen Strom,
Keiner Herde verging am plätschernden Brunnen der Mittag,
Freundlich aus Bäumen hervor blickte kein wirtliches Dach.
Unter dem Strauche saß ein ernster Vogel gesanglos,
Ängstig und eilend flohn wandernde Störche vorbei.
Nicht um Wasser rief ich dich an, Natur! in der Wüste,
Wasser bewahrte mir treulich das fromme Kamel.
Um der Haine Gesang, um Gestalten und Farben des Lebens
Bat ich, vom lieblichen Glanz heimischer Fluren verwöhnt.
Aber ich bat umsonst; du erschienst mir feurig und herrlich,
Aber ich hatte dich einst göttlicher, schöner gesehn.
Auch den Eispol hab ich besucht; wie ein starrendes Chaos
Türmte das Meer sich da schröcklich zum Himmel empor.
Tot in der Hülse von Schnee schlief hier das gefesselte Leben,
Und der eiserne Schlaf harrte des Tages umsonst.
Ach! nicht schlang um die Erde den wärmenden Arm der Olymp hier,
Wie Pygmalions Arm um die Geliebte sich schlang.
Hier bewegt' er ihr nicht mit dem Sonnenblicke den Busen,
Und in Regen und Tau sprach er nicht freundlich zu ihr.
[212]
Mutter Erde! rief ich, du bist zur Witwe geworden,
Dürftig und kinderlos lebst du in langsamer Zeit.
Nichts zu erzeugen und nichts zu pflegen in sorgender Liebe,
Alternd im Kinde sich nicht wiederzusehn, ist der Tod.
Aber vielleicht erwarmst du dereinst am Strahle des Himmels,
Aus dem dürftigen Schlaf schmeichelt sein Othem dich auf;
Und, wie ein Samenkorn, durchbrichst du die eherne Hülse,
Und die knospende Welt windet sich schüchtern heraus.
Deine gesparte Kraft flammt auf in üppigem Frühling,
Rosen glühen und Wein sprudelt im kärglichen Nord.
Aber jetzt kehr ich zurück an den Rhein, in die glückliche Heimat,
Und es wehen, wie einst, zärtliche Lüfte mich an.
Und das strebende Herz besänftigen mir die vertrauten
Friedlichen Bäume, die einst mich in den Armen gewiegt,
Und das heilige Grün, der Zeuge des ewigen, schönen
Lebens der Welt, es erfrischt, wandelt zum Jüngling mich um.
Alt bin ich geworden indes, mich bleichte der Eispol,
Und im Feuer des Süds fielen die Locken mir aus.
Doch, wie Aurora den Tithon, umfängst du in lächelnder Blüte
Warm und fröhlich, wie einst, Vaterlandserde, den Sohn.
Seliges Land! kein Hügel in dir wächst ohne den Weinstock,
Nieder ins schwellende Gras regnet im Herbste das Obst.
Fröhlich baden im Strome den Fuß die glühenden Berge,
Kränze von Zweigen und Moos kühlen ihr sonniges Haupt.
Und, wie die Kinder hinauf zur Schulter des herrlichen Ahnherrn,
Steigen am dunkeln Gebirg Festen und Hütten hinauf.
Friedsam geht aus dem Walde der Hirsch ans freundliche Tagslicht;
Hoch in heiterer Luft siehet der Falke sich um.
Aber unten im Tal, wo die Blume sich nährt von der Quelle,
Streckt das Dörfchen vergnügt über die Wiese sich aus.
Still ists hier: kaum rauschet von fern die geschäftige Mühle,
[213]
Und vom Berge herab knarrt das gefesselte Rad.
Lieblich tönt die gehämmerte Sens und die Stimme des Landmanns,
Der am Pfluge dem Stier lenkend die Schritte gebeut,
Lieblich der Mutter Gesang, die im Grase sitzt mit dem Söhnlein,
Das die Sonne des Mais schmeichelt in lächelnden Schlaf.
Aber drüben am See, wo die Ulme das alternde Hoftor
Übergrünt und den Zaun wilder Holunder umblüht,
Da empfängt mich das Haus und des Gartens heimliches Dunkel,
Wo mit den Pflanzen mich einst liebend mein Vater erzog,
Wo ich froh, wie das Eichhorn, spielt auf den lispelnden Ästen,
Oder ins duftende Heu träumend die Stirne verbarg.
Heimatliche Natur! wie bist du treu mir geblieben!
Zärtlichpflegend, wie einst, nimmst du den Flüchtling noch auf.
Noch gedeihn die Pfirsiche mir, noch wachsen gefällig
Mir ans Fenster, wie sonst, köstliche Trauben herauf.
Lockend röten sich noch die süßen Früchte des Kirschbaums,
Und der pflückenden Hand reichen die Zweige sich selbst.
Schmeichelnd zieht mich, wie sonst, in des Walds unendliche Laube
Aus dem Garten der Pfad, oder hinab an den Bach,
Und die Pfade rötest du mir, es wärmt mich und spielt mir
Um das Auge, wie sonst, Vaterlandssonne! dein Licht;
Feuer trink ich und Geist aus deinem freudigen Kelche,
Schläfrig lässest du nicht werden mein alterndes Haupt.
Die du einst mir die Brust erwecktest vom Schlafe der Kindheit
Und mit sanfter Gewalt höher und weiter mich triebst,
Mildere Sonne! zu dir kehr ich getreuer und weiser,
Friedlich zu werden und froh unter den Blumen zu ruhn.
An einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[214]

An einen Baum

... und die ewigen Bahnen
Lächelnd über uns hin zögen die Herrscher der Welt,
Sonne und Mond und Sterne, und auch die Blitze der Wolken
Spielten, des Augenblicks feurige Kinder, um uns,
Aber in unsrem Innern, ein Bild der Fürsten des Himmels,
Wandelte neidlos der Gott unserer Liebe dahin,
Und er mischte den Duft, die reine, heilige Seele,
Die, von des Frühlinges silberner Stunde genährt,
Oft überströmte, hinaus ins glänzende Meer des Tages,
Und in das Abendrot und in die Wogen der Nacht,
Ach! wir lebten so frei im innig unendlichen Leben,
Unbekümmert und still, selber ein seliger Traum,
Jetzt uns selber genug und jetzt ins Weite verfliegend,
Aber im Innersten doch immer lebendig und eins.
Glücklicher Baum! wie lange, wie lange könnt ich noch singen
Und vergehen im Blick auf dein erbebendes Haupt,
Aber siehe! dort regt sichs, es wandeln in Schleiern die Jungfraun
Und wer weiß es, vielleicht wäre mein Mädchen dabei;
Laß mich, laß mich, ich muß – lebwohl! es reißt mich ins Leben,
Daß ich im kindischen Gang folge der lieblichen Spur,
Aber du Guter, dich will, dich will ich nimmer vergessen,
Ewig bist du und bleibst meiner Geliebtesten Bild.
Und käm einmal ein Tag, wo sie die meinige wäre,
O! dann ruht ich mit ihr, unter dir, Freundlicher, aus
Und du zürnetest nicht, du gössest Schatten und Düfte
Und ein rauschendes Lied über die Glücklichen aus.
An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[215]

An Diotima

Komm und siehe die Freude um uns; in kühlenden Lüften
Fliegen die Zweige des Hains,
Wie die Locken im Tanz; und wie auf tönender Leier
Ein erfreulicher Geist,
Spielt mit Regen und Sonnenschein auf der Erde der Himmel;
Wie in liebendem Streit
Über dem Saitenspiel ein tausendfältig Gewimmel
Flüchtiger Töne sich regt,
Wandelt Schatten und Licht in süßmelodischem Wechsel
Über die Berge dahin.
Leise berührte der Himmel zuvor mit der silbernen Tropfe
Seinen Bruder, den Strom,
Nah ist er nun, nun schüttet er ganz die köstliche Fülle,
Die er am Herzen trug,
Über den Hain und den Strom, und ...
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Und das Grünen des Hains, und des Himmels Bild in dem Strome
Dämmert und schwindet vor uns
Und des einsamen Berges Haupt mit den Hütten und Felsen,
Die er im Schoße verbirgt,
Und die Hügel, die um ihn her, wie Lämmer, gelagert
Und in blühend Gesträuch
Wie in zarte Wolle gehüllt, sich nähren von klaren
Kühlenden Quellen des Bergs,
Und das dampfende Tal mit seinen Saaten und Blumen,
Und der Garten vor uns,
[216]
Nah und Fernes entweicht, verliert sich in froher Verwirrung
Und die Sonne verlischt.
Aber vorübergerauscht sind nun die Fluten des Himmels
Und geläutert, verjüngt
Geht mit den seligen Kindern hervor die Erd aus dem Bade.
Froher lebendiger
Glänzt im Haine das Grün, und goldner funkeln die Blumen,
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Weiß, wie die Herde, die in den Strom der Schäfer geworfen,
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[217]

Diotima

(Bruchstücke einer älteren Fassung)


Lange tot und tiefverschlossen,
Grüßt mein Herz die schöne Welt,
Seine Zweige blühn und sprossen,
Neu von Lebenskraft geschwellt;
O! ich kehre noch ins Leben,
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht.
Die ihr meine Klage kanntet,
Die ihr liebezürnend oft
Meines Sinnes Fehle nanntet
Und geduldet und gehofft,
Eure Not ist aus, ihr Lieben!
Und das Dornenbett ist leer,
Und ihr kennt den immertrüben
Kranken Weinenden nicht mehr.
Wie so anders ists geworden!
Alles was ich haßt und mied,
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied,
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage,
Seit ich dieses Eine fand.
[218]
Diotima! selig Wesen!
Herrliche, durch die mein Geist,
Von des Lebens Angst genesen,
Götterjugend sich verheißt!
Unser Himmel wird bestehen,
Unergründlich sich verwandt
Hat, noch eh wir uns gesehen,
Unser Wesen sich gekannt.
Da ich noch in Kinderträumen,
Friedlich wie der blaue Tag,
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag,
Da mein erst Gefühl sich regte,
Da zum erstenmale sich
Göttliches in mir bewegte,
Säuselte dein Geist um mich.
Ach und da mein schöner Friede,
Wie ein Saitenspiel, zerriß,
Da von Haß und Liebe müde
Mich mein guter Geist verließ,
Kamst du, wie vom Himmel nieder
Und es gab mein einzig Glück,
Meines Sinnes Wohllaut wieder
Mir ein Traum von dir zurück.
Da ich flehend mich vergebens
An der Wesen kleinstes hing,
Durch den Sonnenschein des Lebens
Einsam, wie ein Blinder, ging,
[219]
Oft vor treuem Angesichte
Stand und keine Deutung fand,
Darbend vor des Himmels Lichte,
Vor der Mutter Erde stand,
Lieblich Bild, mit deinem Strahle
Drangst du da in meine Nacht!
Neu an meinem Ideale,
Neu und stark war ich erwacht;
Dich zu finden, warf ich wieder,
Warf ich meinen trägen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean. –
Nun, ich habe dich gefunden!
Schöner, als ich ahndend sah
In der Liebe Feierstunden,
Hohe Gute! bist du da;
O der armen Phantasien!
Dieses Eine bildest nur
Du, in deinen Harmonien
Frohvollendete Natur!
Wie auf schwanker Halme Bogen
Sich die trunkne Biene wiegt,
Hin und wieder angezogen,
Taumelnd hin und wieder fliegt,
Wankt und weilt vor diesem Bilde
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
[220]
Hab, ins tiefste Herz getroffen,
Oft um Schonung sie gefleht,
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht,
Wenn die Schlacken, die mich kümmern,
Dieses Engelsauge sieht,
Wenn vor meines Friedens Trümmern
Dieser Unschuld Blume blüht;
Habe, wenn in reicher Stille,
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut,
Wenn ihr Geist, der mich begeistert,
An der hohen Stirne tagt,
Von Bewundrung übermeistert,
Zürnend ihr mein Nichts geklagt.
Aber, wie, in zarten Zweigen,
Liebend oft von mir belauscht,
Traulich durch der Haine Schweigen
Mir ein Gott vorüberrauscht,
So umfängt ihr himmlisch Wesen
Auch im Kinderspiele mich,
Und in süßem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich.
Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[221]

Diotima

(Mittlere Fassung)


Lange tot und tiefverschlossen,
Grüßt mein Herz die schöne Welt;
Seine Zweige blühn und sprossen,
Neu von Lebenskraft geschwellt;
O! ich kehre noch ins Leben,
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht.
Wie so anders ists geworden!
Alles, was ich haßt und mied,
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied,
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit goldne Tage,
Seit ich dieses Eine fand.
Diotima! selig Wesen!
Herrliche, durch die mein Geist,
Von des Lebens Angst genesen,
Götterjugend sich verheißt!
Unser Himmel wird bestehen,
Unergründlich sich verwandt,
Hat sich, eh wir uns gesehen,
Unser Innerstes gekannt.
[222]
Da ich noch in Kinderträumen,
Friedlich, wie der blaue Tag,
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag,
Und in leiser Lust und Schöne
Meines Herzens Mai begann,
Säuselte, wie Zephirstöne,
Diotimas Geist mich an.
Ach! und da, wie eine Sage,
Mir des Lebens Schöne schwand,
Da ich vor des Himmels Tage
Darbend, wie ein Blinder, stand,
Da die Last der Zeit mich beugte,
Und mein Leben, kalt und bleich,
Sehnend schon hinab sich neigte
In der Schatten stummes Reich;
Da, da kam vom Ideale,
Wie vom Himmel, Mut und Macht,
Du erscheinst mit deinem Strahle,
Götterbild! in meiner Nacht;
Dich zu finden, warf ich wieder,
Warf ich den entschlafnen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean. –
Nun! ich habe dich gefunden,
Schöner, als ich ahndend sah
In der Liebe Feierstunden,
Hohe! Gute! bist du da;
[223]
O der armen Phantasien!
Dieses Eine bildest nur
Du, in ewgen Harmonien
Frohvollendete Natur!
Wie die Seligen dort oben,
Wo hinauf die Freude flieht,
Wo, des Daseins überhoben,
Wandellose Schöne blüht,
Wie melodisch bei des alten
Chaos Zwist Urania,
Steht sie, göttlich rein erhalten,
Im Ruin der Zeiten da.
Unter tausend Huldigungen
Hat mein Geist, beschämt, besiegt,
Sie zu fassen schon gerungen,
Die sein Kühnstes überfliegt.
Sonnenglut und Frühlingsmilde,
Streit und Frieden wechselt hier
Vor dem schönen Engelsbilde
In des Busens Tiefe mir.
Viel der heilgen Herzenstränen
Hab ich schon vor ihr geweint,
Hab in allen Lebenstönen
Mit der Holden mich vereint,
Hab, ins tiefste Herz getroffen,
Oft um Schonung sie gefleht,
Wenn so klar und heilig offen
Mir ihr eigner Himmel steht;
[224]
Habe, wenn in reicher Stille,
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut,
Wenn der Gott, der mich begeistert,
Mir an ihrer Stirne tagt,
Von Bewundrung übermeistert,
Zürnend ihr mein Nichts geklagt;
Dann umfängt ihr himmlisch Wesen
Süß im Kinderspiele mich,
Und in ihrem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich;
Hin ist dann mein dürftig Streben,
Hin des Kampfes letzte Spur,
Und ins volle Götterleben
Tritt die sterbliche Natur.
[225][497]
Ha! wo keine Macht auf Erden,
Keines Gottes Wink uns trennt,
Wo wir Eins und Alles werden,
Das ist nur mein Element;
Wo wir Not und Zeit vergessen,
Und den kärglichen Gewinn
Nimmer mit der Spanne messen,
Da, da sag ich, daß ich bin.
Wie der Stern der Tyndariden,
Der in leichter Majestät
Seine Bahn, wie wir, zufrieden
Dort in dunkler Höhe geht,
Nun in heitre Meereswogen,
Wo die schöne Ruhe winkt,
Von des Himmels steilem Bogen
Klar und groß hinuntersinkt:
O Begeisterung! so finden
Wir in dir ein selig Grab,
Tief in deine Woge schwinden,
Stillfrohlockend wir hinab,
Bis der Hore Ruf wir hören,
Und mit neuem Stolz erwacht,
Wie die Sterne, wiederkehren
In des Lebens kurze Nacht.
Diotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[497]

[227] Diotima

(Jüngere Fassung)


Leuchtest du wie vormals nieder,
Goldner Tag! und sprossen mir
Des Gesanges Blumen wieder
Lebenatmend auf zu dir?
Wie so anders ists geworden!
Manches, was ich trauernd mied,
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meiner Freude Lied,
Und mit jedem Stundenschlage
Werd ich wunderbar gemahnt
An der Kindheit stille Tage,
Seit ich Sie, die Eine, fand.
Diotima! edles Leben!
Schwester, heilig mir verwandt!
Eh ich dir die Hand gegeben,
Hab ich ferne dich gekannt.
Damals schon, da ich in Träumen,
Mir entlockt vom heitern Tag,
Unter meines Gartens Bäumen,
Ein zufriedner Knabe, lag,
Da in leiser Lust und Schöne
Meiner Seele Mai begann,
Säuselte, wie Zephirstöne,
Göttliche! dein Geist mich an.
[227]
Ach! und da, wie eine Sage,
Jeder frohe Gott mir schwand,
Da ich vor des Himmels Tage
Darbend, wie ein Blinder, stand,
Da die Last der Zeit mich beugte,
Und mein Leben, kalt und bleich,
Sehnend schon hinab sich neigte
In der Toten stummes Reich:
Wünscht ich öfters noch, dem blinden
Wanderer, dies Eine mir,
Meines Herzens Bild zu finden
Bei den Schatten oder hier.
Nun! ich habe dich gefunden!
Schöner, als ich ahndend sah,
Hoffend in den Feierstunden,
Holde Muse! bist du da;
Von den Himmlischen dort oben,
Wo hinauf die Freude flieht,
Wo, des Alterns überhoben,
Immerheitre Schöne blüht,
Scheinst du mir herabgestiegen,
Götterbotin! weiltest du
Nun in gütigem Genügen
Bei dem Sänger immerzu.
Sommerglut und Frühlingsmilde,
Streit und Frieden wechselt hier
Vor dem stillen Götterbilde
Wunderbar im Busen mir;
Zürnend unter Huldigungen
Hab ich oft, beschämt, besiegt,
[228]
Sie zu fassen, schon gerungen,
Die mein Kühnstes überfliegt;
Unzufrieden im Gewinne,
Hab ich stolz darob geweint,
Daß zu herrlich meinem Sinne
Und zu mächtig sie erscheint.
Ach! an deine stille Schöne,
Selig holdes Angesicht!
Herz! an deine Himmelstöne
Ist gewohnt das meine nicht;
Aber deine Melodien
Heitern mählig mir den Sinn,
Daß die trüben Träume fliehen,
Und ich selbst ein andrer bin;
Bin ich dazu denn erkoren?
Ich zu deiner hohen Ruh,
So zu Licht und Lust geboren,
Göttlichglückliche! wie du? –
Wie dein Vater und der meine,
Der in heitrer Majestät
Über seinem Eichenhaine
Dort in lichter Höhe geht,
Wie er in die Meereswogen,
Wo die kühle Tiefe blaut,
Steigend von des Himmels Bogen,
Klar und still herunterschaut:
So will ich aus Götterhöhen,
Neu geweiht in schönrem Glück,
Froh zu singen und zu sehen,
Nun zu Sterblichen zurück.
An die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[229]

An die klugen Ratgeber

Ich sollte nicht im Lebensfelde ringen,
Solang mein Herz nach höchster Schöne strebt,
Ich soll mein Schwanenlied am Grabe singen,
Wo ihr so gern lebendig uns begräbt?
O! schonet mein und laßt das rege Streben,
Bis seine Flut ins fernste Meer sich stürzt,
Laßt immerhin, ihr Ärzte, laßt mich leben,
Solang die Parze nicht die Bahn verkürzt.
Des Weins Gewächs verschmäht die kühlen Tale,
Hesperiens beglückter Garten bringt
Die goldnen Früchte nur im heißen Strahle,
Der, wie ein Pfeil, ins Herz der Erde dringt;
Was warnt ihr dann, wenn stolz und ungeschändet
Des Menschen Herz von kühnem Zorn entbrennt,
Was nimmt ihr ihm, der nur im Kampf vollendet,
Ihr Weichlinge, sein glühend Element?
Er hat das Schwert zum Spiele nicht genommen,
Der Richter, der die alte Nacht verdammt,
Er ist zum Schlafe nicht herabgekommen,
Der reine Geist, der aus dem Aether stammt;
Er strahlt heran, er schröckt, wie Meteore,
Befreit und bändigt, ohne Ruh und Sold,
Bis, wiederkehrend durch des Himmels Tore,
Sein Kämpferwagen im Triumphe rollt.
Und ihr, ihr wollt des Rächers Arme lähmen,
Dem Geiste, der mit Götterrecht gebeut,
[230]
Bedeutet ihr, sich knechtisch zu bequemen,
Nach eures Pöbels Unerbittlichkeit?
Das Irrhaus wählt ihr euch zum Tribunale,
Dem soll der Herrliche sich unterziehn,
Den Gott in uns, den macht ihr zum Skandale,
Und setzt den Wurm zum König über ihn. –
Sonst ward der Schwärmer doch ans Kreuz geschlagen,
Und oft in edlem Löwengrimme rang
Der Mensch an donnernden Entscheidungstagen,
Bis Glück und Wut das kühne Recht bezwang;
Ach! wie die Sonne, sank zur Ruhe nieder,
Wer unter Kampf ein herrlich Werk begann,
Er sank und morgenrötlich hub er wieder
In seinen Lieblingen zu leuchten an.
Jetzt blüht die neue Kunst, das Herz zu morden,
Zum Todesdolch in meuchlerischer Hand
Ist nun der Rat des klugen Manns geworden,
Und furchtbar, wie ein Scherge, der Verstand;
Bekehrt von euch zu feiger Ruhe, findet
Der Geist der Jünglinge sein schmählich Grab,
Ach! ruhmlos in die Nebelnächte schwindet
Aus heitrer Luft manch schöner Stern hinab.
Umsonst, wenn auch der Geister Erste fallen,
Die starken Tugenden, wie Wachs, vergehn,
Das Schöne muß aus diesen Kämpfen allen,
Aus dieser Nacht der Tage Tag entstehn;
Begräbt sie nur, ihr Toten, eure Toten!
Indes ihr noch die Leichenfackel hält,
Geschiehet schon, wie unser Herz geboten,
Bricht schon herein die neue beßre Welt.
Der Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[231]

Der Jüngling
an die klugen Ratgeber

Ich sollte ruhn? Ich soll die Liebe zwingen,
Die feurigfroh nach hoher Schöne strebt?
Ich soll mein Schwanenlied am Grabe singen,
Wo ihr so gern lebendig uns begräbt?
O schonet mein! Allmächtig fortgezogen,
Muß immerhin des Lebens frische Flut
Mit Ungeduld im engen Bette wogen,
Bis sie im heimatlichen Meere ruht.
Des Weins Gewächs verschmäht die kühlen Tale,
Hesperiens beglückter Garten bringt
Die goldnen Früchte nur im heißen Strahle,
Der, wie ein Pfeil, ins Herz der Erde dringt.
Was sänftiget ihr dann, wenn in den Ketten
Der ehrnen Zeit die Seele mir entbrennt,
Was nimmt ihr mir, den nur die Kämpfe retten,
Ihr Weichlinge! mein glühend Element?
Das Leben ist zum Tode nicht erkoren,
Zum Schlafe nicht der Gott, der uns entflammt,
Zum Joch ist nicht der Herrliche geboren,
Der Genius, der aus dem Aether stammt;
Er kommt herab; er taucht sich, wie zum Bade,
In des Jahrhunderts Strom und glücklich raubt
Auf eine Zeit den Schwimmer die Najade,
Doch hebt er heitrer bald sein leuchtend Haupt.
[232]
Drum laßt die Lust, das Große zu verderben,
Und geht und sprecht von eurem Glücke nicht!
Pflanzt keinen Zedernbaum in eure Scherben!
Nimmt keinen Geist in eure Söldnerspflicht!
Versucht es nicht, das Sonnenroß zu lähmen!
Laßt immerhin den Sternen ihre Bahn!
Und mir, mir ratet nicht, mich zu bequemen,
Und macht mich nicht den Knechten untertan.
Und könnt ihr ja das Schöne nicht ertragen,
So führt den Krieg mit offner Kraft und Tat!
Sonst ward der Schwärmer doch ans Kreuz geschlagen,
Jetzt mordet ihn der sanfte kluge Rat;
Wie manchen habt ihr herrlich zubereitet
Fürs Reich der Not! wie oft auf euern Sand
Den hoffnungsfrohen Steuermann verleitet
Auf kühner Fahrt ins warme Morgenland!
Umsonst! mich hält die dürre Zeit vergebens,
Und mein Jahrhundert ist mir Züchtigung;
Ich sehne mich ins grüne Feld des Lebens
Und in den Himmel der Begeisterung;
Begrabt sie nur, ihr Toten, eure Toten,
Und preist das Menschenwerk und scheltet nur!
Doch reift in mir, so wie mein Herz geboten,
Die schöne, die lebendige Natur.
Sömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[233]

Sömmerrings Seelenorgan
und das Publikum

Gerne durchschaun sie mit ihm das herrliche Körpergebäude,
Doch zur Zinne hinauf werden die Treppen zu steil.
Sömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Sömmerrings Seelenorgan
und die Deutschen

Viele gesellten sich ihm, da der Priester wandelt' im Vorhof,
Aber ins Heiligtum wagten sich wenige nach.
Gebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[234]

Gebet für die Unheilbaren

Eil, o zaudernde Zeit, sie ans Ungereimte zu führen,
Anders belehrest du sie nie, wie verständig sie sind.
Eile, verderbe sie ganz, und führ ans furchtbare Nichts sie,
Anders glauben sie dir nie, wie verdorben sie sind.
Diese Toren bekehren sich nie, wenn ihnen nicht schwindelt,
Diese... sich nie, wenn sie Verwesung nicht sehn.
Guter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[235]

Guter Rat

Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden,
Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich.
Advocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Advocatus diaboli

Tief im Herzen haß ich den Troß der Despoten und Pfaffen,
Aber noch mehr das Genie, macht es gemein sich damit.
Die VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die Vortrefflichen

Lieben Brüder! versucht es nur nicht, vortrefflich zu werden,
Ehrt das Schicksal und tragts, Stümper auf Erden zu sein;
Denn ist Einmal der Kopf voran, so folget der Schweif auch
Und die klassische Zeit deutscher Poëten ist aus.
Die beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die beschreibende Poësie

Wißt! Apoll ist der Gott der Zeitungsschreiber geworden
Und sein Mann ist, wer ihm treulich das Faktum erzählt.
Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Falsche Popularität

O der Menschenkenner! er stellt sich kindisch mit Kindern;
Aber der Baum und das Kind suchet, was über ihm ist.
An Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[236]

An Diotima

Schönes Leben! du lebst, wie die zarten Blüten im Winter,
In der gealterten Welt blühst du verschlossen, allein.
Liebend strebst du hinaus, dich zu sonnen am Lichte des Frühlings,
Zu erwarmen an ihr, suchst du die Jugend der Welt.
Deine Sonne, die schönere Zeit, ist untergegangen
Und in frostiger Nacht zanken Orkane sich nun.
DiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Diotima

Komm und besänftige mir, die du einst Elemente versöhntest,
Wonne der himmlischen Muse, das Chaos der Zeit,
Ordne den tobenden Kampf mit Friedenstönen des Himmels,
Bis in der sterblichen Brust sich das Entzweite vereint,
Bis der Menschen alte Natur, die ruhige, große,
Aus der gärenden Zeit mächtig und heiter sich hebt.
Kehr in die dürftigen Herzen des Volks, lebendige Schönheit!
Kehr an den gastlichen Tisch, kehr in die Tempel zurück!
Denn Diotima lebt, wie die zarten Blüten im Winter,
Reich an eigenem Geist, sucht sie die Sonne doch auch.
Aber die Sonne des Geists, die schönere Welt, ist hinunter
Und in frostiger Nacht zanken Orkane sich nur.
Einladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[237]

Einladung an Neuffer

Dein Morgen, Bruder, ging so schön hervor,
So herrlich schimmerte dein Morgenrot –
Und doch – und doch besiegt ein schwarzer Sturm
Das hehre Licht – und wälzet schreckenvoll
Den grimmen Donner auf dein sichres Haupt!
O Bruder! Bruder! daß dein Bild so wahr,
So schrecklich wahr des Lebens Wechsel deutet!
Daß Disteln hinter Blumengängen lauern –
Und Jammer auf die Rosenwange schielt!
Und bleicher Tod in Jünglingsadern schleicht,
Und bange Trennung treuer Freunde Los
Und edler Herzen Schicksal Druck und Kummer ist!
Da baun wir Plane, träumen so entzückt
Vom nahen Ziel – und plötzlich, plötzlich zuckt
Ein Blitz herab, und öffnet uns die Augen!
Du frägst, warum dies all? – aus heller Laune.
Ich sah im Geist sich deine Stirne wölken,
In deiner Eingezogenheit – da ging
Ich trüben Blicks hinab zu meinem Neckar
Und sah in seine Wogen, bis mir schwindelte –
Und kehrte still und voll der dunklen Zukunft,
Und voll des Schicksals, welches unsrer wartet,
Zurück – und setzte mich, und also ward
Die – freilich nicht erbauliche – Tirade
Vom ungewissen Wechsel unsers Lebens.
Doch – komme du – du scherze mir Tiraden
Und Ahndungen der Zukunft von der Stirne weg,
[238]
O komm – es harret dein ein eigen Deckelglas
Stiefmütterlich soll wahrlich nicht mein Fäßchen sein.
Und findst du schon kein Städtermahl, so würzet es
Doch meine Freundschaft, und der Meinen guter Wille.
Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[239]

Einladung

Seinem Freund Neuffer


Dein Morgen, Bruder, ging so schön hervor,
Ein heitres Frührot glänzte dir entgegen,
Den wonnevollsten Lebenstag verheißend.
Die Musen weihten dich zu ihrem Priester,
Die Liebe kränzte dir das Haupt mit Rosen,
Und goß die reinsten Freuden in dein Herz.
Wer war wie du beglückt? Das Schicksal hat
Es anders nun gemacht; ein schwarzer Sturm
Verschlang des Tages Licht; der Donner rollte
Und traf dein sichres Haupt; im Grabe liegt,
Was du geliebt; dein Eden ist vernichtet.
O Bruder, Bruder, daß dein Schicksal mir
So schrecklichwahr des Lebens Wechsel deutet!
Daß Disteln hinter Blumengängen lauern,
Daß giftger Tod in Jugendadern schleicht,
Daß bittre Trennung selbst den Freunden oft
Den armen Trost versagt, den Schmerz zu teilen!
Da baun wir Plane, träumen so entzückt
Vom nahen Ziel, und plötzlich, plötzlich zuckt
Ein Blitz herab, und öffnet uns das Grab.
Ich sah im Geist dein Leiden all. Da ging
Ich trüben Blicks hinab am Maingestade,
Sah in die Wogen, bis mir schwindelte,
Und kehrte still und voll der dunkeln Zukunft,
[240]
Und voll des Schicksals, welches unser wartet,
Beim Untergang der Sonn in meine Klause.
O Bruder, komm nach jahrelanger Trennung
An meine Brust! Vielleicht gelingt es uns,
Noch einen jener schönen Abende,
Die wir so oft am Herzen der Natur
Mit reinem Sinn und mit Gesang gefeiert,
Zurück zu zaubern, und noch einmal froh
Hinein zu schauen in das Leben! Komm,
Es wartet dein ein eigen Deckelglas,
Stiefmütterlich soll nicht mein Fäßchen fließen.
Es wartet dein ein freundliches Gemach,
Wo unsre Herzen liebend sich ergießen!
Komm, eh der Herbst der Gärten Schmuck verderbt,
Bevor die schönen Tage von uns eilen,
Und laß durch Freundschaft uns des Herzens Wunden heilen.
An Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

An Neuffer

Brüderlich Herz! ich komme zu dir, wie der tauende Morgen,
Schließe du, wie der Kelch zärtlicher Blumen, dich auf;
Einen Himmel empfängst du, der Freude goldene Wolke
Rieselt in eilenden freundlichen Tönen herab.
Freund! ich kenne mich nicht, ich kenne nimmer den Menschen,
Und es schämet der Geist aller Gedanken sich nun.
Fassen wollt er auch sie, wie er faßt die Dinge der Erde,
Fassen...
Aber ein Schwindel ergriff ihn süß, und die ewige Feste
Seiner Gedanken stürzt'...
Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[241]

Die Muße

Sorglos schlummert die Brust und es ruhn die strengen Gedanken.
Auf die Wiese geh ich hinaus, wo das Gras aus der Wurzel
Frisch, wie die Quelle, mir keimt, wo die liebliche Lippe der Blume
Mir sich öffnet und stumm mit süßem Othem mich anhaucht,
Und an tausend Zweigen des Hains, wie an brennenden Kerzen
Mir das Flämmchen des Lebens glänzt, die rötliche Blüte,
Wo im sonnigen Quell die zufriednen Fische sich regen,
Wo die Schwalbe das Nest mit den törigen Jungen umflattert,
Und die Schmetterlinge sich freun und die Bienen, da wandl ich
Mitten in ihrer Lust; ich steh im friedlichen Felde
Wie ein liebender Ulmbaum da, und wie Reben und Trauben
Schlingen sich rund um mich die süßen Spiele des Lebens.
Oder schau ich hinauf zum Berge, der mit Gewölken
Sich die Scheitel umkränzt und die düstern Locken im Winde
Schüttelt, und wenn er mich trägt auf seiner kräftigen Schulter,
Wenn die leichtere Luft mir alle Sinne bezaubert
Und das unendliche Tal, wie eine farbige Wolke,
Unter mir liegt, da werd ich zum Adler, und ledig des Bodens
Wechselt mein Leben im All der Natur wie Nomaden den Wohnort.
Und nun führt mich der Pfad zurück ins Leben der Menschen,
Fernher dämmert die Stadt, wie eine eherne Rüstung
Gegen die Macht des Gewittergotts und der Menschen geschmiedet,
Majestätisch herauf, und ringsum ruhen die Dörfchen;
Und die Dächer umhüllt, vom Abendlichte gerötet,
Freundlich der häusliche Rauch; es ruhn die sorglich umzäunten
Gärten, es schlummert der Pflug auf den gesonderten Feldern.
[242]
Aber ins Mondlicht steigen herauf die zerbrochenen Säulen
Und die Tempeltore, die einst der Furchtbare traf, der geheime
Geist der Unruh, der in der Brust der Erd und der Menschen
Zürnet und gärt, der Unbezwungne, der alte Erobrer,
Der die Städte, wie Lämmer, zerreißt, der einst den Olympus
Stürmte, der in den Bergen sich regt, und Flammen herauswirft,
Der die Wälder entwurzelt und durch den Ozean hinfährt
Und die Schiffe zerschlägt und doch in der ewigen Ordnung
Niemals irre dich macht, auf der Tafel deiner Gesetze
Keine Silbe verwischt, der auch dein Sohn, o Natur, ist,
Mit dem Geiste der Ruh aus Einem Schoße geboren. –
Hab ich zu Hause dann, wo die Bäume das Fenster umsäuseln
Und die Luft mit dem Lichte mir spielt, von menschlichem Leben
Ein erzählendes Blatt zu gutem Ende gelesen:
Leben! Leben der Welt! du liegst wie ein heiliger Wald da,
Sprech ich dann, und es nehme die Axt, wer will, dich zu ebnen,
Glücklich wohn ich in dir.
Die Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[243]

Die Völker schwiegen,
schlummerten ...

Die Völker schwiegen, schlummerten, da sahe
Das Schicksal, daß sie nicht entschliefen, und es kam
Der unerbittliche, der furchtbare
Sohn der Natur, der alte Geist der Unruh.
Der regte sich, wie Feuer, das im Herzen
Der Erde gärt, das wie den reifen Obstbaum
Die alten Städte schüttelt, das die Berge
Zerreißt, und die Eichen hinabschlingt und die Felsen.
Und Heere tobten, wie die kochende See.
Und wie ein Meergott, herrscht' und waltete
Manch großer Geist im kochenden Getümmel.
Manch feurig Blut zerrann im Todesfeld
Und jeder Wunsch und jede Menschenkraft
Vertobt auf Einer da, auf ungeheurer Walstatt,
Wo von dem blauen Rheine bis zur Tyber
Die unaufhaltsame, die jahrelange Schlacht
In wilder Ordnung sich umherbewegte.
Es spielt' ein kühnes Spiel in dieser Zeit
Mit allen Sterblichen das mächtge Schicksal.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Und blinken goldne Früchte wieder dir,
Wie heitre holde Sterne, durch die kühle Nacht
Der Pomeranzenwälder in Italien.
BuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[244]

Buonaparte

Heilige Gefäße sind die Dichter,
Worin des Lebens Wein, der Geist
Der Helden, sich aufbewahrt,
Aber der Geist dieses Jünglings,
Der schnelle, müßt er es nicht zersprengen,
Wo es ihn fassen wollte, das Gefäß?
Der Dichter laß ihn unberührt wie den Geist der Natur,
An solchem Stoffe wird zum Knaben der Meister.
Er kann im Gedichte nicht leben und bleiben,
Er lebt und bleibt in der Welt.
EmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

[245] Empedokles

Das Leben suchst du, suchst, und es quillt und glänzt
Ein göttlich Feuer tief aus der Erde dir,
Und du in schauderndem Verlangen
Wirfst dich hinab, in des Aetna Flammen.
So schmelzt' im Weine Perlen der Übermut
Der Königin; und mochte sie doch! hättst du
Nur deinen Reichtum nicht, o Dichter,
Hin in den gärenden Kelch geopfert!
Doch heilig bist du mir, wie der Erde Macht,
Die dich hinwegnahm, kühner Getöteter!
Und folgen möcht ich in die Tiefe,
Hielte die Liebe mich nicht, dem Helden.
An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[246]

An die Parzen

Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
Daß williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.
Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,
Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinab geleitet; Einmal
Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.
Diotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Diotima

Du schweigst und duldest, und sie verstehn dich nicht,
Du heilig Leben! welkest hinweg und schweigst,
Denn ach, vergebens bei Barbaren
Suchst du die Deinen im Sonnenlichte,
Die zärtlichgroßen Seelen, die nimmer sind!
Doch eilt die Zeit. Noch siehet mein sterblich Lied
Den Tag, der, Diotima! nächst den
Göttern mit Helden dich nennt, und dir gleicht.
An ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[247]

An ihren Genius

Send ihr Blumen und Frücht aus nieversiegender Fülle,
Send ihr, freundlicher Geist, ewige Jugend herab!
Hüll in deine Wonnen sie ein und laß sie die Zeit nicht
Sehn, wo einsam und fremd sie, die Athenerin, lebt,
Bis sie im Lande der Seligen einst die fröhlichen Schwestern,
Die zu Phidias Zeit herrschten und liebten, umfängt.
AbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Abbitte

Heilig Wesen! gestört hab ich die goldene
Götterruhe dir oft, und der geheimeren,
Tiefern Schmerzen des Lebens
Hast du manche gelernt von mir.
O vergiß es, vergib! gleich dem Gewölke dort
Vor dem friedlichen Mond, geh ich dahin, und du
Ruhst und glänzest in deiner
Schöne wieder, du süßes Licht!
Stimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[248]

Stimme des Volks

Du seiest Gottes Stimme, so ahndet ich
In heilger Jugend; ja, und ich sag es noch. –
Um meine Weisheit unbekümmert
Rauschen die Wasser doch auch, und dennoch
Hör ich sie gern, und öfters bewegen sie
Und stärken mir das Herz, die gewaltigen;
Und meine Bahn nicht, aber richtig
Wandeln ins Meer sie die Bahn hinunter.
Ehmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Ehmals und jetzt

In jüngern Tagen war ich des Morgens froh,
Des Abends weint ich; jetzt, da ich älter bin,
Beginn ich zweifelnd meinen Tag, doch
Heilig und heiter ist mir sein Ende.
LebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[249]

Lebenslauf

Hoch auf strebte mein Geist, aber die Liebe zog
Schön ihn nieder; das Leid beugt ihn gewaltiger;
So durchlauf ich des Lebens
Bogen und kehre, woher ich kam.
Die KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die Kürze

»Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, denn
Nun nicht mehr den Gesang? fandst du, als Jüngling, doch,
In den Tagen der Hoffnung,
Wenn du sangest, das Ende nie!«
Wie mein Glück, ist mein Lied. – Willst du im Abendrot
Froh dich baden? hinweg ists! und die Erd ist kalt,
Und der Vogel der Nacht schwirrt
Unbequem vor das Auge dir.
Die LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die Liebenden

Trennen wollten wir uns, wähnten es gut und klug;
Da wirs taten, warum schröckt' uns, wie Mord, die Tat?
Ach! wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.
MenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[250]

Menschenbeifall

Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll,
Seit ich liebe? warum achtetet ihr mich mehr,
Da ich stolzer und wilder,
Wortereicher und leerer war?
Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.
Die HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die Heimat

Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom
Von fernen Inseln, wo er geerntet hat;
Wohl möcht auch ich zur Heimat wieder;
Aber was hab ich, wie Leid, geerntet? –
Ihr holden Ufer, die ihr mich auferzogt,
Stillt ihr der Liebe Leiden? ach! gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit, wann ich
Komme, die Ruhe noch Einmal wieder?
Der gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[251]

Der gute Glaube

Schönes Leben! du liegst krank, und das Herz ist mir
Müd vom Weinen und schon dämmert die Furcht in mir,
Doch, doch kann ich nicht glauben,
Daß du sterbest, solang du liebst.
Ihre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Ihre Genesung

Deine Freundin, Natur! leidet und schläft und du,
Allbelebende, säumst? ach! und ihr heilt sie nicht,
Mächtge Lüfte des Aethers,
Nicht ihr Quellen des Sonnenlichts?
Alle Blumen der Erd, alle die fröhlichen,
Schönen Früchte des Hains, heitern sie alle nicht
Dieses Leben, ihr Götter!
Das ihr selber in Lieb erzogt? –
Ach! schon atmet und tönt heilige Lebenslust
Ihr im reizenden Wort wieder wie sonst und schon
Glänzt das Auge des Lieblings
Freundlichoffen, Natur! dich an.
Das UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[252]

Das Unverzeihliche

Wenn ihr Freunde vergeßt, wenn ihr den Künstler höhnt,
Und den tieferen Geist klein und gemein versteht,
Gott vergibt es, doch stört nur
Nie den Frieden der Liebenden.
An die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

An die jungen Dichter

Lieben Brüder! es reift unsere Kunst vielleicht,
Da, dem Jünglinge gleich, lange sie schon gegärt,
Bald zur Stille der Schönheit;
Seid nur fromm, wie der Grieche war!
Liebt die Götter und denkt freundlich der Sterblichen!
Haßt den Rausch, wie den Frost! lehrt, und beschreibet nicht!
Wenn der Meister euch ängstigt,
Fragt die große Natur um Rat.
An die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[253]

An die Deutschen

Spottet ja nicht des Kinds, wenn es mit Peitsch und Sporn
Auf dem Rosse von Holz mutig und groß sich dünkt,
Denn, ihr Deutschen, auch ihr seid
Tatenarm und gedankenvoll.
Oder kömmt, wie der Strahl aus dem Gewölke kömmt,
Aus Gedanken die Tat? Leben die Bücher bald?
O ihr Lieben, so nimmt mich,
Daß ich büße die Lästerung.
Die scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die scheinheiligen Dichter

Ihr kalten Heuchler, sprecht von den Göttern nicht!
Ihr habt Verstand! ihr glaubt nicht an Helios,
Noch an den Donnerer und Meergott;
Tot ist die Erde, wer mag ihr danken? –
Getrost ihr Götter! zieret ihr doch das Lied,
Wenn schon aus euren Namen die Seele schwand,
Und ist ein großes Wort vonnöten,
Mutter Natur! so gedenkt man deiner.
Dem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[254]

Dem Sonnengott

Wo bist du? trunken dämmert die Seele mir
Von aller deiner Wonne; denn eben ists,
Daß ich gesehn, wie, müde seiner
Fahrt, der entzückende Götterjüngling
Die jungen Locken badet' im Goldgewölk;
Und jetzt noch blickt mein Auge von selbst nach ihm;
Doch fern ist er zu frommen Völkern,
Die ihn noch ehren, hinweggegangen.
Dich lieb ich, Erde! trauerst du doch mit mir!
Und unsre Trauer wandelt, wie Kinderschmerz,
In Schlummer sich, und wie die Winde
Flattern und flüstern im Saitenspiele,
Bis ihm des Meisters Finger den schönern Ton
Entlockt, so spielen Nebel und Träum um uns,
Bis der Geliebte wiederkömmt und
Leben und Geist sich in uns entzündet.
SonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[255]

Sonnenuntergang

Wo bist du? trunken dämmert die Seele mir
Von aller deiner Wonne; denn eben ists,
Daß ich gelauscht, wie, goldner Töne
Voll, der entzückende Sonnenjüngling
Sein Abendlied auf himmlischer Leier spielt';
Es tönten rings die Wälder und Hügel nach.
Doch fern ist er zu frommen Völkern,
Die ihn noch ehren, hinweggegangen.
Sokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Sokrates und Alcibiades

»Warum huldigest du, heiliger Sokrates,
Diesem Jünglinge stets? kennest du Größers nicht?
Warum siehet mit Liebe,
Wie auf Götter, dein Aug auf ihn?«
Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste,
Hohe Jugend versteht, wer in die Welt geblickt,
Und es neigen die Weisen
Oft am Ende zu Schönem sich.
An unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[256]

An unsre großen Dichter

Des Ganges Ufer hörten des Freudengotts
Triumph, als allerobernd vom Indus her
Der junge Bacchus kam, mit heilgem
Weine vom Schlafe die Völker weckend.
O weckt, ihr Dichter! weckt sie vom Schlummer auch,
Die jetzt noch schlafen, gebt die Gesetze, gebt
Uns Leben, siegt, Heroën! ihr nur
Habt der Eroberung Recht, wie Bacchus.
VaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Vanini

Den Gottverächter schalten sie dich? mit Fluch
Beschwerten sie dein Herz dir und banden dich
Und übergaben dich den Flammen,
Heiliger Mann! o warum nicht kamst du
Vom Himmel her in Flammen zurück, das Haupt
Der Lästerer zu treffen und riefst dem Sturm;
Daß er die Asche der Barbaren
Fort aus der Erd, aus der Heimat werfe!
Doch die du lebend liebtest, die dich empfing,
Den Sterbenden, die heilge Natur vergißt
Der Menschen Tun und deine Feinde
Kehrten, wie du, in den alten Frieden.
Der MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[257]

Der Mensch

Kaum sproßten aus den Wassern, o Erde, dir
Der jungen Berge Gipfel und dufteten
Lustatmend, immergrüner Haine
Voll, in des Ozeans grauer Wildnis
Die ersten holden Inseln; und freudig sah
Des Sonnengottes Auge die Neulinge,
Die Pflanzen, seiner ewgen Jugend
Lächelnde Kinder, aus dir geboren.
Da auf der Inseln schönster, wo immerhin
Den Hain in zarter Ruhe die Luft umfloß,
Lag unter Trauben einst, nach lauer
Nacht, in der dämmernden Morgenstunde
Geboren, Mutter Erde! dein schönstes Kind; –
Und auf zum Vater Helios sieht bekannt
Der Knab, und wacht und wählt, die süßen
Beere versuchend, die heilge Rebe
Zur Amme sich; und bald ist er groß; ihn scheun
Die Tiere, denn ein anderer ist, wie sie,
Der Mensch; nicht dir und nicht dem Vater
Gleicht er, denn kühn ist in ihm und einzig
Des Vaters hohe Seele mit deiner Lust,
O Erd! und deiner Trauer von je vereint;
[258]
Der Göttermutter, der Natur, der
Allesumfassenden möcht er gleichen!
Ach! darum treibt ihn, Erde! vom Herzen dir
Sein Übermut, und deine Geschenke sind
Umsonst und deine zarten Bande;
Sucht er ein Besseres doch, der Wilde!
Von seines Ufers duftender Wiese muß
Ins blütenlose Wasser hinaus der Mensch,
Und glänzt auch, wie die Sternenacht, von
Goldenen Früchten sein Hain, doch gräbt er
Sich Höhlen in den Bergen und späht im Schacht,
Von seines Vaters heiterem Lichte fern,
Dem Sonnengott auch ungetreu, der
Knechte nicht liebt und der Sorge spottet.
Denn freier atmen Vögel des Walds, wenn schon
Des Menschen Brust sich herrlicher hebt, und der
Die dunkle Zukunft sieht, er muß auch
Sehen den Tod und allein ihn fürchten.
Und Waffen wider alle, die atmen, trägt
In ewigbangem Stolze der Mensch; im Zwist
Verzehrt er sich und seines Friedens
Blume, die zärtliche, blüht nicht lange.
Ist er von allen Lebensgenossen nicht
Der seligste? Doch tiefer und reißender
Ergreift das Schicksal, allausgleichend,
Auch die entzündbare Brust dem Starken.
Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[259]

Hyperions Schicksalslied

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.
Da ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[260]

Da ich ein Knabe war...

Da ich ein Knabe war,
Rettet' ein Gott mich oft
Vom Geschrei und der Rute der Menschen,
Da spielt ich sicher und gut
Mit den Blumen des Hains,
Und die Lüftchen des Himmels
Spielten mit mir.
Und wie du das Herz
Der Pflanzen erfreust,
Wenn sie entgegen dir
Die zarten Arme strecken,
So hast du mein Herz erfreut,
Vater Helios! und, wie Endymion,
War ich dein Liebling,
Heilige Luna!
O all ihr treuen
Freundlichen Götter!
Daß ihr wüßtet,
Wie euch meine Seele geliebt!
Zwar damals rief ich noch nicht
Euch mit Namen, auch ihr
Nanntet mich nie, wie die Menschen sich nennen,
Als kennten sie sich.
[261]
Doch kannt ich euch besser,
Als ich je die Menschen gekannt,
Ich verstand die Stille des Aethers,
Der Menschen Worte verstand ich nie.
Mich erzog der Wohllaut
Des säuselnden Hains
Und lieben lernt ich
Unter den Blumen.
Im Arme der Götter wuchs ich groß.
AchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[262][265]

Achill

Herrlicher Göttersohn! da du die Geliebte verloren,
Gingst du ans Meergestad, weintest hinaus in die Flut,
Weheklagend hinab verlangt' in den heiligen Abgrund,
In die Stille dein Herz, wo, von der Schiffe Gelärm
Fern, tief unter den Wogen, in friedlicher Grotte die blaue
Thetis wohnte, die dich schützte, die Göttin des Meers.
Mutter war dem Jünglinge sie, die mächtige Göttin,
Hatte den Knaben einst liebend, am Felsengestad
Seiner Insel, gesäugt, mit dem kräftigen Liede der Welle
Und im stärkenden Bad ihn zum Heroën genährt.
Und die Mutter vernahm die Weheklage des Jünglings,
Stieg vom Grunde der See, trauernd, wie Wölkchen, herauf,
Stillte mit zärtlichem Umfangen die Schmerzen des Lieblings,
Und er hörte, wie sie schmeichelnd zu helfen versprach.
Göttersohn! o wär ich, wie du, so könnt ich vertraulich
Einem der Himmlischen klagen mein heimliches Leid.
Sehen soll ich es nicht, soll tragen die Schmach, als gehört ich
Nimmer zu ihr, die doch meiner mit Tränen gedenkt.
Gute Götter! doch hört ihr jegliches Flehen des Menschen,
Ach! und innig und fromm liebt ich dich heiliges Licht,
Seit ich lebe, dich Erd und deine Quellen und Wälder,
Vater Aether, und dich fühlte zu sehnend und rein
Dieses Herz – o sänftiget mir, ihr Guten, mein Leiden,
Daß die Seele mir nicht allzu frühe verstummt,
[265]
Daß ich lebe und euch, ihr hohen himmlischen Mächte,
Noch am fliehenden Tag danke mit frommem Gesang,
Danke für voriges Gut, für Freuden vergangener Jugend,
Und dann nehmet zu euch gütig den Einsamen auf.
Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[266]

Meiner verehrungswürdigen Großmutter

Zu ihrem 72. Geburtstag


Vieles hast du erlebt, du teure Mutter! und ruhst nun
Glücklich, von Fernen und Nahn liebend beim Namen genannt,
Mir auch herzlich geehrt in des Alters silberner Krone
Unter den Kindern, die dir reifen und wachsen und blühn.
Langes Leben hat dir die sanfte Seele gewonnen
Und die Hoffnung, die dich freundlich in Leiden geführt.
Denn zufrieden bist du und fromm, wie die Mutter, die einst den
Besten der Menschen, den Freund unserer Erde, gebar. –
Ach! sie wissen es nicht, wie der Hohe wandelt' im Volke,
Und vergessen ist fast, was der Lebendige war.
Wenige kennen ihn doch und oft erscheinet erheiternd
Mitten in stürmischer Zeit ihnen das himmlische Bild.
Allversöhnend und still mit den armen Sterblichen ging er,
Dieser einzige Mann, göttlich im Geiste, dahin.
Keines der Lebenden war aus seiner Seele geschlossen
Und die Leiden der Welt trug er an liebender Brust.
Mit dem Tode befreundet' er sich, im Namen der andern
Ging er aus Schmerzen und Müh siegend zum Vater zurück.
Und du kennest ihn auch, du teure Mutter! und wandelst
Glaubend und duldend und still ihm, dem Erhabenen, nach.
Sieh! es haben mich selbst verjüngt die kindlichen Worte,
Und es rinnen, wie einst, Tränen vom Auge mir noch;
Und ich denke zurück an längst vergangene Tage,
Und die Heimat erfreut wieder mein einsam Gemüt,
Und das Haus, wo ich einst bei deinen Segnungen aufwuchs,
[267]
Wo, von Liebe genährt, schneller der Knabe gedieh.
Ach! wie dacht ich dann oft, du solltest meiner dich freuen,
Wann ich ferne mich sah wirkend in offener Welt.
Manches hab ich versucht und geträumt und habe die Brust mir
Wund gerungen indes, aber ihr heilet sie mir,
O ihr Lieben! und lange, wie du, o Mutter! zu leben
Will ich lernen; es ist ruhig das Alter und fromm.
Kommen will ich zu dir; dann segne den Enkel noch Einmal,
Daß dir halte der Mann, was er, als Knabe, gelobt.
Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[268]

Götter wandelten einst ...

Götter wandelten einst bei Menschen, die herrlichen Musen
Und der Jüngling, Apoll, heilend, begeisternd wie du.
Und du bist mir, wie sie, als hätte der Seligen Einer
Mich ins Leben gesandt, geh ich, es wandelt das Bild
Meiner Heldin mit mir, wo ich duld und bilde, mit Liebe
Bis in den Tod, denn dies lernt ich und hab ich von ihr.
Laß uns leben, o du, mit der ich leide, mit der ich
Innig und glaubig und treu ringe nach schönerer Zeit.
Sind doch wirs! und wüßten sie noch in kommenden Jahren
Von uns beiden, wenn einst wieder der Genius gilt,
Sprächen sie: es schufen sich einst die Einsamen liebend
Nur von Göttern gekannt ihre geheimere Welt.
Denn die Sterbliches nur besorgt, es empfängt sie die Erde,
Aber näher zum Licht wandern, zum Aether hinauf
Sie, die inniger Liebe treu, und göttlichem Geiste
Hoffend und duldend und still über das Schicksal gesiegt.
Hört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[269]

Hört ich die Warnenden itzt ...

Hört ich die Warnenden itzt, sie lächelten meiner und dächten,
Früher anheim uns fiel, weil er uns scheute, der Tor.
Und sie achtetens keinen Gewinn, ...
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Singt, o singet mir nur, unglückweissagend, ihr Furchtbarn,
Schicksalsgötter, das Lied immer und immer ums Ohr.
Euer bin ich zuletzt, ich weiß es, doch will zuvor ich
Mir gehören und mir Leben erbeuten und Ruhm.
AbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[270]

Abschied

Wenn ich sterbe mit Schmach, wenn an den Frechen nicht
Meine Seele sich rächt, wenn ich hinunter bin,
Von des Genius Feinden
Überwunden, ins feige Grab,
Dann vergiß mich, o dann rette vom Untergang
Meinen Namen auch du, gütiges Herz! nicht mehr,
Dann erröte, die du mir
Hold gewesen, doch eher nicht!
Aber weiß ich es nicht? Wehe! du liebender
Schutzgeist! ferne von dir spielen zerreißend bald
Auf den Saiten des Herzens
Alle Geister des Todes mir.
O so bleiche dich denn, Locke der mutigen
Jugend! heute noch, du, lieber als morgen mir,
... hier, wo am einsamen
Scheidewege der Schmerz mich,
Mich der Tötende niederwirft.
Emilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[271]

Emilie vor ihrem Brauttag

Emilie an Klara

Ich bin im Walde mit dem Vater draus
Gewesen, diesen Abend, auf dem Pfade,
Du kennest ihn, vom vorgen Frühlinge.
Es blühten wilde Rosen nebenan,
Und von der Felswand überschattet' uns
Der Eichenbüsche sonnenhelles Grün;
Und oben durch der Buchen Dunkel quillt
Das klare flüchtige Gewässer nieder.
Wie oft, du Liebe! stand ich dort und sah
Ihm nach aus seiner Bäume Dämmerung
Hinunter in die Ferne, wo zum Bach
Es wird, zum Strome, sehnte mich mit ihm
Hinaus – wer weiß, wohin?
Das hast du oft
Mir vorgeworfen, daß ich immerhin
Abwesend bin mit meinem Sinne, hast
Mirs oft gesagt, ich habe bei den Menschen
Kein friedlich Bleiben nicht, verschwende
Die Seele an die Lüfte, lieblos sei
Ich öfters bei den Meinen. Gott! ich lieblos?
Wohl mag es freudig sein und schön, zu bleiben,
Zu ruhn in einer lieben Gegenwart,
Wenn eine große Seele, die wir kennen,
Vertraulich nahe waltet über uns,
[272]
Sich um uns schließt, daß wir, die Heimatlosen,
Doch wissen, wo wir wohnen.
Gute! Treue!
Doch hast du recht. Bist du denn nicht mir eigen?
Und hab ich ihn, den teuern Vater, nicht,
Den Heiligjugendlichen, Vielerfahrnen,
Der, wie ein stiller Gott auf dunkler Wolke,
Verborgenwirkend über seiner Welt
Mit freiem Auge ruht, und wenn er schon
Ein Höhers weiß, und ich des Mannes Geist
Nur ahnen kann, doch ehrt er liebend mich,
Und nennt mich seine Freude, ja! und oft
Gibt eine neue Seele mir sein Wort.
Dann möcht ich wohl den Segen, den er gab,
Mit einem, das ich liebte, gerne teilen,
Und bin allein – ach! ehmals war ichs nicht!
Mein Eduard! mein Bruder! denkst du sein
Und denkst du noch der frommen Abende,
Wenn wir im Garten oft zusammensaßen
Nach schönem Sommertage, wenn die Luft
Um unsre Stille freundlich atmete,
Und über uns des Aethers Blumen glänzten;
Wenn von den Alten er, den Hohen, uns
Erzählte, wie in Freude sie und Freiheit
Aufstrebten, seine Meister; tönender
Hub dann aus seiner Brust die Stimme sich,
Und zürnend war und liebend oft voll Tränen
Das Auge meinem Stolzen! ach! den letzten
Der Abende, wie nun, da Großes ihm
[273]
Bevorstand, ruhiger der Jüngling war,
Noch mit Gesängen, die wir gerne hörten,
Und mit der Zithar uns, die Trauernden,
Vergnügt'!
Ich seh ihn immer, wie er ging.
Nie war er schöner, kühn, die Seele glänzt'
Ihm auf der Stirne, dann voll Andacht trat
Er vor den alten Vater. Kann ich Glück
Von dir empfangen, sprach er, heilger Mann!
So wünsche lieber mir das größte, denn
Ein anders, und betroffen schien der Vater.
Wenns sein soll, wünsch ich dirs, antwortet' er.
Ich stand beiseit, und wehemütig sah
Der Scheidende mich an und rief mich laut;
Mir bebt' es durch die Glieder, und er hielt
Mich zärtlich fest, in seinen Armen stärkte
Der Starke mir das Herz, und da ich aufsah
Nach meinem Lieben, war er fortgeeilt.
»Ein edel Volk ist hier auf Korsika;«
Schrieb freudig er im letzten Briefe mir,
»Wie wenn ein zahmer Hirsch zum Walde kehrt
Und seine Brüder trifft, so bin ich hier,
Und mir bewegt im Männerkriege sich
Die Brust, daß ich von allem Weh genese.
Wie lebst du, teure Seele! und der Vater?
Hier unter frohem Himmel, wo zu schnell
Die Frühlinge nicht altern, und der Herbst
Aus lauer Luft dir goldne Früchte streut,
[274]
Auf dieser guten Insel werden wir
Uns wiedersehen; dies ist meine Hoffnung.
Ich lobe mir den Feldherrn. Oft im Traum
Hab ich ihn fast gesehen, wie er ist,
Mein Paoli, noch eh er freundlich mich
Empfing und zärtlich vorzog, wie der Vater
Den Jüngstgebornen, der es mehr bedarf.
Und schämen muß ich vor den andern mich,
Den furchtbarstillen, ernsten Jünglingen.
Sie dünken traurig dir bei Ruh und Spiel;
Unscheinbar sind sie, wie die Nachtigall,
Wenn von Gesang sie ruht; am Ehrentag
Erkennst du sie. Ein eigen Leben ists! –
Wenn mit der Sonne wir, mit heilgem Lied
Heraufgehn übern Hügel, und die Fahnen
Ins Tal hinab im Morgenwinde wehn,
Und drunten auf der Ebne fernher sich,
Ein gärend Element, entgegen uns
Die Menge regt und treibt, da fühlen wir
Frohlockender, wie wir uns herrlich lieben;
Denn unter unsern Zelten und auf Wogen
Der Schlacht begegnet uns der Gott, der uns
Zusammenhält.
Wir tun, was sich gebührt,
Und führen wohl das edle Werk hinaus.
Dann küßt ihr noch den heimatlichen Boden,
Den trauernden, und kommt und lebt mit uns,
Emilie! – Wie wirds dem alten Vater
Gefallen, bei den Lebenden noch Einmal
[275]
Zum Jüngling aufzuleben und zu ruhn
In unentweihter Erde, wenn er stirbt.
Denkst du des tröstenden Gesanges noch,
Emilie, den seiner teuern Stadt
In ihrem Fall der stille Römer sang,
Noch hab ich einiges davon im Sinne.
Klagt nicht mehr! kommt in neues Land! so sagt' er.
Der Ozean, der die Gefild umschweift,
Erwartet uns. Wir suchen selige
Gefilde, reiche Inseln, wo der Boden
Noch ungepflügt die Früchte jährlich gibt,
Und unbeschnitten noch der Weinstock blüht,
Wo der Olivenzweig nach Wunsche wächst,
Und ihren Baum die Feige keimend schmückt,
Wo Honig rinnt aus hohler Eich und leicht
Gewässer rauscht von Bergeshöhn. – Noch manches
Bewundern werden wir, die Glücklichen. –
Es sparte für ein frommes Volk Saturnus Sohn
Dies Ufer auf, da er die goldne Zeit
Mit Erze mischte. – Lebe wohl, du Liebe!«
Der Edle fiel des Tags darauf im Treffen
Mit seiner Liebsten Einem, ruht mit ihm
In Einem Grab.
In deinem Schoße ruht
Er, schönes Korsika! und deine Wälder
Umschatten ihn, und deine Lüfte wehn
Am milden Herbsttag freundlich über ihm,
Dein Abendlicht vergoldet seinen Hügel.
[276]
Ach! dorthin möcht ich wohl, doch hälf es nicht.
Ich sucht ihn, so wie hier. Ich würde fast
Dort weniger, wie hier, mich sein entwöhnen.
So wuchs ich auf mit ihm, und weinen muß ich
Und lächeln, denk ich, wie mirs ehmals oft
Beschwerlich ward, dem Wilden nachzukommen,
Wenn nirgend er beim Spiele bleiben wollte.
Nun bist du dennoch fort und lässest mich
Allein, du Lieber! und ich habe nun
Kein Bleiben auch, und meine Augen sehn
Das Gegenwärtige nicht mehr, o Gott!
Und mit Phantomen peiniget und tröstet
Nun meine Seele sich, die einsame.
Das weißt du, gutes Mädchen! nicht, wie sehr
Ich unvernünftig bin. Ich will dirs all
Erzählen. Morgen! Mich besucht doch immer
Der süße Schlaf, und wie die Kinder bin ich,
Die besser schlummern, wenn sie ausgeweint.
Emilie an Klara

Der Vater schwieg im Leide tagelang,
Da ers erfuhr; und scheuen mußt ich mich,
Mein Weh ihn sehn zu lassen; lieber ging
Ich dann hinaus zum Hügel und das Herz
Gewöhnte mir zum freien Himmel sich.
Ich tadelt oft ein wenig mich darüber,
Daß nirgend mehr im Hause mirs gefiel.
Vergnügt mit allem war ich ehmals da,
Und leicht war alles mir. Nun ängstigt' es
Mich oft; noch trieb ich mein Geschäft, doch leblos,
Bis in die Seele stumm in meiner Trauer.
[277]
Es war, wie in der Schattenwelt, im Hause.
Der stille Vater und das stumme Kind!
Wir wollen fort auf eine Reise, Tochter!
Sagt' eines Tags mein Vater, und wir gingen,
Und kamen dann zu dir. In diesem Land,
An deines Neckars friedlichschönen Ufern,
Da dämmert' eine stille Freude mir
Zum erstenmale wieder auf. Wie oft
Im Abendlichte stand ich auf dem Hügel
Mit dir, und sah das grüne Tal hinauf,
Wo zwischen Bergen, da die Rebe wächst,
An manchem Dorf vorüber, durch die Wiesen
Zu uns herab, von luftger Weid umkränzt,
Das goldne ruhige Gewässer wallte!
Mir bleibt die Stelle lieb, wo ich gelebt.
Ihr heiterfreien Ebenen des Mains,
Ihr reichen, blühenden! wo nahe bald
Der frohe Strom, des stolzen Vaters Liebling,
Mit offnem Arm ihn grüßt, den alten Rhein!
Auch ihr! Sie sind wie Freunde mir geworden,
Und aus der Seele mir vergehen soll
Kein frommer Dank, und trag ich Leid im Busen,
So soll mir auch die Freude lebend bleiben.
Erzählen wollt ich dir, doch hell ist nie
Das Auge mir, wenn dessen ich gedenke.
Vor seinen kindischen, geliebten Träumen
Bebt immer mir das Herz.
[278]
Wir reisten dann
Hinein in andre Gegenden, ins Land
Des Varustals, dort bei den dunkeln Schatten
Der wilden heilgen Berge lebten wir,
Die Sommertage durch, und sprachen gern
Von Helden, die daselbst gewohnt, und Göttern.
Noch gingen wir des Tages, ehe wir
Vom Orte schieden, in den Eichenwald
Des herrlichen Gebirgs hinaus, und standen
In kühler Luft auf hoher Heide nun.
»Hier unten in dem Tale schlafen sie
Zusammen,« sprach mein Vater, »lange schon,
Die Römer mit den Deutschen, und es haben
Die Freigebornen sich, die stolzen, stillen,
Im Tode mit den Welteroberern
Versöhnt, und Großes ist und Größeres
Zusammen in der Erde Schoß gefallen.
Wo seid ihr, meine Toten all? Es lebt
Der Menschengenius, der Sprache Gott,
Der alte Braga noch, und Hertha grünt
Noch immer ihren Kindern, und Walhalla
Blaut über uns, der heimatliche Himmel;
Doch euch, ihr Heldenbilder, find ich nicht.«
Ich sah hinab und leise schauerte
Mein Herz, und bei den Starken war mein Sinn,
Den Guten, die hier unten vormals lebten.
Itzt stand ein Jüngling, der, uns ungesehn,
Am einsamen Gebüsch beiseit gesessen,
[279]
Nicht ferne von mir auf. O Vater! mußt
Ich rufen, das ist Eduard! – Du bist
Nicht klug, mein Kind! erwidert' er und sah
Den Jüngling an; es mocht ihn wohl auch treffen,
Er faßte schnell mich bei der Hand und zog
Mich weiter. Einmal mußt ich noch mich umsehn.
Derselbe wars und nicht derselbe! Stolz und groß,
Voll Macht war die Gestalt, wie des Verlornen,
Und Aug und Stirn und Locke; schärfer blickt'
Er nur, und um die seelenvolle Miene
War, wie ein Schleier, ihm ein stiller Ernst
Gebreitet. Und er sah mich an. Es war,
Als sagt' er, gehe nur auch du, so geht
Mir alles hin, doch duld ich aus und bleibe.
Wir reisten noch desselben Abends ab,
Und langsamtraurig fuhr der Wagen weiter
Und weiter durchs unwegsame Gebirg.
Es wechselten in Nebel und in Regen
Die Bäum und des Gebüsches dunkle Bilder
Im Walde nebenan. Der Vater schlief,
In dumpfem Schmerze träumt ich hin, und kaum
Nur eben noch, die lange Zeit zu zählen,
War mir die Seele wach.
Ein schöner Strom
Erweckt' ein wenig mir das Aug; es standen
Im breiten Boot die Schiffer am Gestad;
Die Pferde traten folgsam in die Fähre,
Und ruhig schifften wir. Erheitert war
Die Nacht, und auf die Wellen leuchtet'
Und Hütten, wo der fromme Landmann schlief,
[280]
Aus blauer Luft das stille Mondlicht nieder;
Und alles dünkte friedlich mir und sorglos,
In Schlaf gesungen von des Himmels Sternen.
Und ich sollt ohne Ruhe sein von nun an,
Verloren ohne Hoffnung mir an Fremdes
Die Seele meiner Jugend! Ach! ich fühlt
Es itzt, wie es geworden war mit mir.
Dem Adler gleich, der in der Wolke fliegt,
Erschien und schwand mir aus dem Auge wieder,
Und wieder mir des hohen Fremdlings Bild,
Daß mir das Herz erbebt' und ich umsonst
Mich fassen wollte. Schliefst du gut, mein Kind!
Begrüßte nun der gute Vater mich,
Und gerne wollt ich auch ein Wort ihm sagen.
Die Tränen doch erstickten mir die Stimme,
Und in den Strom hinunter mußt ich sehn,
Und wußte nicht, wo ich mein Angesicht
Verbergen sollte.
Glückliche! die du
Dies nie erfahren, überhebe mein
Dich nicht. Auch du, und wer von allen mag
Sein eigen bleiben unter dieser Sonne?
Oft meint ich schon, wir leben nur, zu sterben,
Uns opfernd hinzugeben für ein anders.
O schön zu sterben, edel sich zu opfern,
Und nicht so fruchtlos, so vergebens, Liebe!
Das mag die Ruhe der Unsterblichen
Dem Menschen sein.
[281]
Bedaure du mich nur!
Doch tadeln, Gute, sollst du mir es nicht!
Nennst du sie Schatten, jene, die ich liebe?
Da ich kein Kind mehr war, da ich ins Leben
Erwachte, da aufs neu mein Auge sich
Dem Himmel öffnet' und dem Licht, da schlug
Mein Herz dem Schönen; und ich fand es nah;
Wie soll ichs nennen, nun es nicht mehr ist
Für mich? O laßt! Ich kann die Toten lieben,
Die Fernen; und die Zeit bezwingt mich nicht.
Mein oder nicht! du bist doch schön, ich diene
Nicht Eitlem, was der Stunde nur gefällt,
Dem Täglichen gehör ich nicht; es ist
Ein anders, was ich lieb; unsterblich
Ist, was du bist, und du bedarfst nicht meiner,
Damit du groß und gut und liebenswürdig
Und herrlich seist, du edler Genius!
Laßt nur mich stolz in meinem Leide sein,
Und zürnen, wenn ich ihn verleugnen soll;
Bin ich doch sonst geduldig, und nicht oft
Aus meinem Munde kömmt ein Männerwort.
Demütigt michs doch schon genug, daß ich,
Was ich dir lang verborgen, nun gesagt.
Emilie an Klara

Wie dank ich dir, du Liebe, daß du mir
Vertrauen abgewonnen, daß ich dir
Mein still Geheimnis endlich ausgesprochen.
Ich bin nun ruhiger – wie nenn ichs dir?
Und an die schönen Tage denk ich, wenn ich oft
[282]
Hinausging mit dem Bruder, und wir oben
Auf unserm Hügel beieinander saßen,
Und ich den Lieben bei den Händen hielt,
Und mirs gefallen ließ am offnen Feld
Und an der Straß, und ins Gewölb hinauf
Des grünen Ahorns staunt, an dem wir lagen.
Ein Sehnen war in mir, doch war ich still.
Es blühten uns der ersten Hoffnung Tage,
Die Tage des Erwachens.
Holde Dämmerung!
So schön ists, wenn die gütige Natur
Ins Leben lockt ihr Kind. Es singen nur
Den Schlummersang am Abend unsre Mütter.
Sie brauchen nie das Morgenlied zu singen.
Dies singt die andre Mutter uns, die gute,
Die wunderbare, die uns Lebenslust
In unsern Busen atmet, uns mit süßen
Verheißungen erweckt.
Wie ist mir, Liebe!
Ich kann an Jugend heute nur, und nur
An Jugend denken.
Sieh! ein heitrer Tag
Ists eben auch. Seit frühem Morgen sitz ich
Am lieben Fenster, und es wehn die Lüfte,
Die zärtlichen, herein, mir blickt das Licht
Durch meine Bäume, die zu nahe mir
Gewachsen sind, und mählig mit den Blüten
Das ferne Land verhüllen, daß ich mich
Bescheiden muß, und hie und da noch kaum
[283]
Hinaus mich find aus diesem freundlichen
Gefängnis; und es fliegen über ihnen
Die Schwalben und die Lerchen, und es singen
Die Stunde durch genug die Nachtigallen,
Und wie sie heißen, all die Lieblinge
Der schönen Jahrszeit; eigne Namen möcht
Ich ihnen geben, und den Blumen auch,
Den stillen, die aus dunklem Beete duften,
Zu mir herauf wie junge Sterne glänzend.
Und wie es lebt und glücklich ist im Wachstum,
Und seiner Reife sich entgegen freut!
Es findet jedes seine Stelle doch,
Sein Haus, die Speise, die das Herz ihm sättigt,
Und jedes segnest du mit eignem Segen,
Natur! und gibst dich ihnen zum Geschäft,
Und trägst und nährst zu ihrer Blütenfreud
Und ihrer Frucht sie fort, du Gütige!
Und klagtest du doch öfters, trauernd Herz!
Vergaßest mir den Glauben, danktest nicht,
Und dachtest nicht, wenn dir dein Tun zu wenig
Bedeuten wollt, es sei ein frommes Opfer,
Das du, wie andre, vor das Leben bringest,
Wohlmeinend, wie der Lerche Lied, das sie
Den Lüften singt, den freudegebenden –
Nun geh ich noch hinaus und hole Blumen
Dem Vater aus dem Feld, und bind ihm sie
In Einen Strauß, die drunten in dem Garten,
Und die der Bach erzog; ich wills schon richten,
[284]
Daß ihms gefallen soll. Und dir? dir bring ich
Genug des Neuen. Da ists immer anders.
Itzt blühn die Weiden; itzt vergolden sich
Die Wiesen; itzt beginnt der Buche Grün,
Und itzt der Eiche – nun! leb wohl indessen!
Emilie an Klara

Ihr Himmlischen! das war er. Kannst du mir
Es glauben? – Beste! – wärst du bei mir! – Er!
Der Hohe, der Gefürchtete, Geliebte! –
Mein bebend Herz, hast du so viel gewollt?
Da ging ich so zurück mit meinen Blumen,
Sah auf den Pfad, den abendrötlichen,
In meiner Stille nieder, und es schlief
Mir sanft im Busen das Vergangene,
Ein kindlich Hoffen atmete mir auf;
Wie wenn uns zwischen süßem Schlaf und Wachen
Die Augen halb geöffnet sind, so war
Ich Blinde. Sieh! da stand er vor mir, mein
Heroë, und ich Arme war, wie tot,
Und ihm, dem Brüderlichen, überglänzte
Das Angesicht, wie einem Gott, die Freude.
»Emilie!« – das war sein frommer Gruß.
Ach! alles Sehnen weckte mir und all
Das liebe Leiden, so ich eingewiegt,
Der goldne Ton des Jünglings wieder auf!
Nicht aufsehn durft ich! keine Silbe durft
Ich sagen! O, was hätt ich ihm gesagt!
[285]
Was wein ich denn, du Gute! – laß mich nur!
Nun darf ich ja, nun ists so töricht nimmer,
Und schön ists, wenn der Schmerz mit seiner Schwester,
Der Wonne, sich versöhnt, noch eh er weggeht.
O Wiedersehn! das ist noch mehr, du Liebe!
Als wenn die Bäume wieder blühn, und Quellen
Von neuem fröhlich rauschen –
Ja! ich hab
Ihn oft gesucht und ernstlich oft es mir
Versagt, doch wollt ich sein Gedächtnis ehren.
Die Bilder der Gespielen, die mit mir
Auf grüner Erd in stummer Kindheit saßen,
Sie dämmern ja um meine Seele mir,
Und dieser edle Schatte, sollt er nicht?
Das Herz im Busen, das unsterbliche,
Kann nicht vergessen, sieh! und öfters bringt
Ein guter Genius die Liebenden
Zusammen, daß ein neuer Tag beginnt,
Und ihren Mai die Seele wieder feiert.
O wunderbar ist mir! auch er! – daß du
Hinunter mußtest, Lieber! ehe dir
Das deine ward, und dich die frohe Braut
Zum Männerruhme segnete! Doch starbst
Du schön, und oft hab ich gehört, es fallen
Die Lieblinge des Himmels früh, damit
Sie sterblich Glück und Leid und Alter nicht
Erfahren. Nimmermehr vergeß ich dich,
Und ehren soll er dich. Dein Bild will ich
[286]
Ihm zeigen, wenn er kömmt; und wenn der Stolze
Sich dann verwundert, daß er sich bei mir
Gefunden, sag ich ihm, es sei ein andrer,
Und den er lieben müsse. O, er wirds!
Emilie an Klara

Da schrieb er mir. Ja! teures Herz! er ists,
Den ich gesucht. Wie dieser Jüngling mich
Demütiget und hebt! Nun! lies es nur!
»So bist dus wieder, und ich habe dich
Gegrüßt, gefunden, habe dich noch Einmal
In deiner frommen Ruh gestört, du Kind
Des Himmels! – Nein Emilie! du kanntest
Mich ja. Ich kann nicht fragen. Wir sinds,
Die Längstverwandten, die der Gott getraut,
Und bleiben wird es, wie die Sonne droben.
Ich bin voll Freude, schöne Seele! bin
Der neuen Melodieen ungewohnt.
Es ist ein anders Lied, als jenes, so
Dem Jünglinge die Parze lehrend singt,
Bis ihm, wie Wohllaut, ihre Weise tönt;
Dann gönnt sie ihm, du Friedliche! von dir
Den süßern Ton, den liebsten, einzigen
Zu hören. Mein? o sieh! du wirst in Lust
Die Mühe mir und was mein Herz gebeut,
Du wirst es all in heilge Liebe wandeln.
Und hab ich mit Unmöglichem gerungen,
Und mir die Brust zu Treu und Ruh gehärtet,
Du wärmest sie mit frommer Hoffnung mir,
Daß sie vertrauter mit dem Siege schlägt.
Und wenn das Urbild, das, wie Morgenlicht,
[287]
Mir aus des Lebens dunkler Wolke stieg,
Das himmlische, mir schwindet, seh ich Dich,
Und eine schöne Götterbotin, mahnst
Du lächelnd mich an meinen Phoebus wieder;
Und wenn ich zürne, sänftigest du mich.
Dein Schüler bin ich dann, und lausch und lerne.
Von deinem Munde nehm ich, Zauberin,
Des Überredens süße Gabe mir,
Daß sie die Geister freundlich mir bezwingt,
Und wenn ich ferne war von dir, und wund
Und müd dir wiederkehre, heilst du mich
Und singst in Ruhe mich, du holde Muse!
Emilie! daß wir uns wiedersahn!
Daß wir uns einst gefunden, und du nun
Mich nimmer fliehst und nahe bist! Zu gern,
Zu gern entwich dein stolzes Bild dem Wandrer,
Das zarte, reine, da du ferne warst,
Du Heiligschönes! Doch ich sah dich oft,
Wenn ich des Tags allein die Pfade ging,
Und abends in der fremden Hütte schwieg.
O heute! grüße, wenn du willst, den Vater!
Ich kenn ihn wohl; auch meinen Namen kennt er;
Und seiner Freunde Freund bin ich. Ich wußte nicht,
Daß er es war, da wir zuerst einander
Begegneten, und lang erfuhr ichs nicht.
Bald grüß ich schöner dich. – Armenion.«
[288] Emilie an Klara

Er woll ihn morgen sprechen, sagte mir
Mein Vater, morgen! und er schien nicht freundlich.
Nun sitz ich hier und meine Augen ruhn
Und schlummern nicht – ach! schämen muß ich mich,
Es dir zu klagen – will ich stille werden,
So regt ein Laut mich auf; ich sinn und bitte,
Und weiß nicht, was? und sagen möcht ich viel,
Doch ist die Seele stumm – o fragen möcht ich
Die sorgenfreien Bäume hier, die Strahlen
Der Nacht und ihre Schatten, wie es nun
Mir endlich werden wird.
Zu still ists mir
In dieser schönen Nacht, und ihre Lüfte
Sind mir nicht hold, wie sonst. Die Törin!
Solang er ferne war, so liebt ich ihn;
Nun bin ich kalt, und zag und zürne mir
Und andern. – Auch die Worte, so ich dir
In dieser bösen Stunde schreibe, lieb
Ich nicht, und was ich sonst von ihm geschrieben,
Unleidlich ist es mir. Was ist es denn?
Ich wünsche fast, ich hätt ihn nie gesehn.
Mein Friede war doch schöner. Teures Herz!
Ich bin betrübt, und anders, denn ichs war,
Da ich um den Verlornen trauerte.
Ich bin es nimmer, nein! ich bin es nicht.
Ich bin nicht gut, und seellos bin ich auch.
Mich läßt die Furcht, die häßliche, nicht ruhn.
[289]
O daß der goldne Tag die Ruhe mir,
Mein eigen Leben wiederbrächt! –
Ich will
Geduldig sein, und wenn der Vater ihn
Nicht ehrt, mir ihn versagt, den Teuren,
So schweig ich lieber, und es soll mir nicht
Zu sehr die Seele kränken; kann ich still
Ihn ehren doch, und bleiben, wie ich bin.
Emilie an Klara

Nun muß ich lächeln über alles Schlimme,
Was ich die vorge Nacht geträumt; und hab
Ich dir es gar geschrieben? Anders bin
Ich itzt gesinnt.
Er kam und mir frohlockte
Das Herz, wie er herab die Straße ging,
Und mir das Volk den fremden Herrlichen
Bestaunt'! und lobend über ihn geheim
Die Nachbarn sich besprachen, und er itzt
Den Knaben, der an ihm vorüberging,
Nach meinem Hause fragt'; ich sahe nicht
Hinaus, ich konnt, an meinem Tische sitzend,
Ihn ohne Scheue sehn – wie red ich viel?
Und da er nun herauf die Treppe kam,
Und ich die Tritte hört und seine Türe
Mein Vater öffnete, sie draußen sich
Stillschweigend grüßten, daß ich nicht
Ein Wort vernehmen konnt, ich Unvernünftge,
Wie ward mir bange wieder? Und sie blieben
[290]
Nicht kurze Zeit allein im andern Zimmer,
Daß ich es länger nicht erdulden konnt,
Und dacht: ich könnte wohl den Vater fragen
Um dies und jenes, was ich wissen mußte.
Dann hätt ichs wohl gesehn in ihren Augen,
Wie mir es werden sollte. Doch ich kam
Bis an die Schwelle nur, ging lieber doch
In meinen Garten, wo die Pflanzen sonst,
In andrer Zeit, die Stunde mir gekürzt.
Und fröhlich glänzten, von des Morgens Tau
Gesättiget, im frischen Lichte sie
Ins Auge mir, wie liebend sich das Kind
An die betrübte Mutter drängt, so waren
Die Blumen und die Blüten um mich rings,
Und schöne Pforten wölbten über mir
Die Bäume.
Doch ich konnt es itzt nicht achten,
Nur ernster ward und schwerer nur, und bänger
Das Herz mir Armen immer, und ich sollte
Wie eine Dienerin von ferne lauschen,
Ob sie vielleicht mich riefen, diese Männer.
Ich wollte nun auch nimmer um mich sehn,
Und barg in meiner Laube mich und weinte,
Und hielt die Hände vor das Auge mir.
Da hört ich sanft des Vaters Stimme nah,
Und lächelnd traten, da ich noch die Tränen
Mir trocknete, die beiden in die Laube:
»Hast du dich so geängstiget, mein Kind!
Und zürnst du,« sprach der Vater, »daß ich erst
[291]
Vor mich den edeln Gast behalten wollt?
Ihn hast du nun. Er mag die Zürnende
Mit mir versöhnen, wenn ich Unrecht tat.«
So sprach er; und wir reichten alle drei
Die Händ einander, und der Vater sah
Mit stiller Freud uns an –
»Ein Trefflicher
Ist dein geworden, Tochter!« sprach er itzt,
»Und dein, o Sohn! dies heiligliebend Weib.
Ein freudig Wunder, daß die alten Augen
Mir übergehen, seid ihr mir, und blüht,
Wie eine seltne Blume, mir, ihr Beiden!
Denn nicht gelingt es immerhin den Menschen,
Das Ihrige zu finden. Großes Glück
Zu tragen und zu opfern gibt der Gott
Den Einen, weniger gegeben ist
Den Andern; aber hoffend leben sie.
Zwei Genien geleiten auf und ab
Uns Lebende, die Hoffnung und der Dank.
Mit Einsamen und Armen wandelt jene,
Die Immerwache; dieser führt aus Wonne
Die Glücklichen des Weges freundlich weiter,
Vor bösem Schicksal sie bewahrend. Oft,
Wenn er entfloh, erhuben sich zu sehr
Die Freudigen, und rächend traf sie bald
Das ungebetne Weh.
[292]
Doch gerne teilt
Das freie Herz von seinen Freuden aus,
Der Sonne gleich, die liebend ihre Strahlen
An ihrem Tag aus goldner Fülle gibt;
Und um die Guten dämmert oft und glänzt
Ein Kreis voll Licht und Lust, so lang sie leben.
O Frühling meiner Kinder, blühe nun,
Und altre nicht zu bald, und reife schön!«
So sprach der gute Vater. Vieles wollt
Er wohl noch sagen, denn die Seele war
Ihm aufgegangen; aber Worte fehlten ihm.
Er gab ihn mir und segnet' uns und ging
Hinweg.
Ihr Himmelslüfte, die ihr oft
Mich tröstend angeweht, nun atmetet
Ihr heiligend um unser goldnes Glück!
Wie anders wars, wie anders, da mit ihm,
Dem Liebenden, dem Freudigen, ich itzt,
Ich Freudige, zu unsrer Mutter auf,
Zur schönen Sonne sah! nun dämmert' es
Im Auge nicht, wie sonst im sehnenden,
Nun grüßt ich helle dich, du stolzes Licht!
Und lächelnd weiltest du, und kamst und schmücktest
Den Lieben mir, und kränztest ihm mit Rosen
Die Schläfe, Freundliches!
[293]
Und meine Bäume,
Sie streuten auch ein hold Geschenk herab,
Zu meinem Fest, vom Überfluß der Blüten!
Da ging ich sonst; ach! zu den Pflanzen flüchtet
Ich oft mein Herz, bei ihnen weilt ich oft
Und hing an ihnen; dennoch ruht ich nie,
Und meine Seele war nicht gegenwärtig.
Wie eine Quelle, wenn die jugendliche
Dem heimatlichen Berge nun entwich,
Die Pfade bebend sucht, und flieht und zögert,
Und durch die Wiesen irrt und bleiben möcht,
Und sehnend, hoffend immer doch enteilt:
So war ich; aber liebend hat der stolze,
Der schöne Strom die flüchtige genommen,
Und ruhig wall ich nun, wohin der sichre
Mich bringen will, hinab am heitern Ufer.
Die LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[294]

Die Launischen

Hör ich ferne nur her, wenn ich für mich geklagt,
Saitenspiel und Gesang, schweigt mir das Herz doch gleich;
Bald auch bin ich verwandelt,
Blinkst du, purpurner Wein! mich an
Unter Schatten des Walds, wo die gewaltige
Mittagssonne mir sanft über dem Laube glänzt;
Ruhig sitz ich daselbst, wenn
Zürnend schwerer Beleidigung
Ich im Felde geirrt – Zürnen zu gerne doch
Deine Dichter, Natur! trauern und weinen leicht,
Die Beglückten; wie Kinder,
Die zu zärtlich die Mutter hält,
Sind sie mürrisch und voll herrischen Eigensinns;
Wandeln still sie des Wegs, irret Geringes doch
Bald sie wieder; sie reißen
Aus dem Gleise sich sträubend dir.
Doch du rührest sie kaum, Liebende! freundlich an,
Sind sie friedlich und fromm; fröhlich gehorchen sie;
Du lenkst, Meisterin! sie mit
Weichem Zügel, wohin du willst.
Der Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[295]

Der Tod fürs Vaterland

Du kömmst, o Schlacht! schon wogen die Jünglinge
Hinab von ihren Hügeln, hinab ins Tal,
Wo keck herauf die Würger dringen,
Sicher der Kunst und des Arms, doch sichrer
Kömmt über sie die Seele der Jünglinge,
Denn die Gerechten schlagen, wie Zauberer,
Und ihre Vaterlandsgesänge
Lähmen die Kniee den Ehrelosen.
O nimmt mich, nimmt mich mit in die Reihen auf,
Damit ich einst nicht sterbe gemeinen Tods!
Umsonst zu sterben, lieb ich nicht, doch
Lieb ich, zu fallen am Opferhügel
Fürs Vaterland, zu bluten des Herzens Blut
Fürs Vaterland – und bald ists geschehn! Zu euch,
Ihr Teuern! komm ich, die mich leben
Lehrten und sterben, zu euch hinunter!
Wie oft im Lichte dürstet ich euch zu sehn,
Ihr Helden und ihr Dichter aus alter Zeit!
Nun grüßt ihr freundlich den geringen
Fremdling und brüderlich ists hier unten;
Und Siegesboten kommen herab: Die Schlacht
Ist unser! Lebe droben, o Vaterland,
Und zähle nicht die Toten! Dir ist,
Liebes! nicht Einer zu viel gefallen.
Der ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[296]

Der Zeitgeist

Zu lang schon waltest über dem Haupte mir,
Du in der dunkeln Wolke, du Gott der Zeit!
Zu wild, zu bang ists ringsum, und es
Trümmert und wankt ja, wohin ich blicke.
Ach! wie ein Knabe, seh ich zu Boden oft,
Such in der Höhle Rettung von dir, und möcht,
Ich Blöder, eine Stelle finden,
Alleserschüttrer! wo du nicht wärest.
Laß endlich, Vater! offenen Augs mich dir
Begegnen! hast denn du nicht zuerst den Geist
Mit deinem Strahl aus mir geweckt? mich
Herrlich ans Leben gebracht, o Vater! –
Wohl keimt aus jungen Reben uns heilge Kraft;
In milder Luft begegnet den Sterblichen,
Und wenn sie still im Haine wandeln,
Heiternd ein Gott; doch allmächtger weckst du
Die reine Seele Jünglingen auf, und lehrst
Die Alten weise Künste; der Schlimme nur
Wird schlimmer, daß er bälder ende,
Wenn du, Erschütterer! ihn ergreifest.
AbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[297]

Abendphantasie

Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt
Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd.
Gastfreundlich tönt dem Wanderer im
Friedlichen Dorfe die Abendglocke.
Wohl kehren itzt die Schiffer zum Hafen auch,
In fernen Städten, fröhlich verrauscht des Markts
Geschäftger Lärm; in stiller Laube
Glänzt das gesellige Mahl den Freunden.
Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen
Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh und Ruh
Ist alles freudig; warum schläft denn
Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?
Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf;
Unzählig blühn die Rosen und ruhig scheint
Die goldne Welt; o dorthin nimmt mich,
Purpurne Wolken! und möge droben
In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb und Leid! –
Doch, wie verscheucht von töriger Bitte, flieht
Der Zauber; dunkel wirds und einsam
Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –
Komm du nun, sanfter Schlummer! zu viel begehrt
Das Herz; doch endlich, Jugend! verglühst du ja,
Du ruhelose, träumerische!
Friedlich und heiter ist dann das Alter.
Des MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[298]

Des Morgens

Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
Rauscht es und schimmert; und um die grauen
Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
Wie Fluten am Gestade, wogen
Höher und höher die Wandelbaren.
Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
Auge, du Freudiger! zu, solang du
In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
Du möchtest immer eilen, könnt ich,
Göttlicher Wandrer, mit dir! – doch lächelst
Des frohen Übermütigen du, daß er
Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
Mein sterblich Tun und heitre wieder
Gütiger! heute den stillen Pfad mir.
Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[299]

Der Main

Wohl manches Land der lebenden Erde möcht
Ich sehn, und öfters über die Berg enteilt
Das Herz mir, und die Wünsche wandern
Über das Meer, zu den Ufern, die mir
Vor andern, so ich kenne, gepriesen sind;
Doch lieb ist in der Ferne nicht Eines mir,
Wie jenes, wo die Göttersöhne
Schlafen, das trauernde Land der Griechen.
Ach! einmal dort an Suniums Küste möcht
Ich landen, deine Säulen, Olympion!
Erfragen, dort, noch eh der Nordsturm
Hin in den Schutt der Athenertempel
Und ihrer Götterbilder auch dich begräbt;
Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt,
Die nicht mehr ist! – und o ihr schönen
Inseln Ioniens, wo die Lüfte
Vom Meere kühl an warme Gestade wehn,
Wenn unter kräftger Sonne die Traube reift,
Ach! wo ein goldner Herbst dem armen
Volk in Gesänge die Seufzer wandelt,
Wenn die Betrübten itzt ihr Limonenwald
Und ihr Granatbaum, purpurner Äpfel voll,
[300]
Und süßer Wein und Pauk und Zithar
Zum labyrinthischen Tanze ladet –
Zu euch vielleicht, ihr Inseln! gerät noch einst
Ein heimatloser Sänger; denn wandern muß
Von Fremden er zu Fremden, und die
Erde, die freie, sie muß ja, leider!
Statt Vaterlands ihm dienen, solang er lebt,
Und wenn er stirbt – doch nimmer vergeß ich dich,
So fern ich wandre, schöner Main! und
Deine Gestade, die vielbeglückten.
Gastfreundlich nahmst du, Stolzer! bei dir mich auf
Und heitertest das Auge dem Fremdlinge,
Und still hingleitende Gesänge
Lehrtest du mich und geräuschlos Leben.
O ruhig mit den Sternen, du Glücklicher!
Wallst du von deinem Morgen zum Abend fort,
Dem Bruder zu, dem Rhein, und dann mit
Ihm in den Ozean freudig nieder!
Pros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[301]

Προς εαυτον

Lern im Leben die Kunst, im Kunstwerk lerne das Leben,
Siehst du das eine recht, siehst du das andere auch.
SophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Sophokles

Viele versuchten umsonst das Freudigste freudig zu sagen,
Hier spricht endlich es mir, hier in der Trauer sich aus.
Der zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Der zürnende Dichter

Fürchtet den Dichter nicht, wenn er edel zürnet, sein Buchstab
Tötet, aber es macht Geister lebendig der Geist.
Die ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Die Scherzhaften

Immer spielt ihr und scherzt? ihr müßt! o Freunde! mir geht dies
In die Seele, denn dies müssen Verzweifelte nur.
Wurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800

Wurzel alles Übels

Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn
Unter den Menschen, daß nur Einer und Eines nur sei?
Mein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[302]

Mein Eigentum

In seiner Fülle ruhet der Herbsttag nun,
Geläutert ist die Traub und der Hain ist rot
Vom Obst, wenn schon der holden Blüten
Manche der Erde zum Danke fielen.
Und rings im Felde, wo ich den Pfad hinaus,
Den stillen, wandle, ist den Zufriedenen
Ihr Gut gereift und viel der frohen
Mühe gewähret der Reichtum ihnen.
Vom Himmel blicket zu den Geschäftigen
Durch ihre Bäume milde das Licht herab,
Die Freude teilend, denn es wuchs durch
Hände der Menschen allein die Frucht nicht.
Und leuchtest du, o Goldnes, auch mir, und wehst
Auch du mir wieder, Lüftchen, als segnetest
Du eine Freude mir, wie einst, und
Irrst, wie um Glückliche, mir am Busen?
Einst war ichs, doch wie Rosen, vergänglich war
Das fromme Leben, ach! und es mahnen noch,
Die blühend mir geblieben sind, die
Holden Gestirne zu oft mich dessen.
Beglückt, wer, ruhig liebend ein frommes Weib,
Am eignen Herd in rühmlicher Heimat lebt,
[303]
Es leuchtet über festem Boden
Schöner dem sicheren Mann sein Himmel.
Denn, wie die Pflanze, wurzelt auf eignem Grund
Sie nicht, verglüht die Seele des Sterblichen,
Der mit dem Tageslichte nur, ein
Armer, auf heiliger Erde wandelt.
Zu mächtig, ach! ihr himmlischen Höhen, zieht
Ihr mich empor, bei Stürmen, am heitern Tag
Fühl ich verzehrend euch im Busen
Wechseln, ihr wandelnden Götterkräfte.
Doch heute laß mich stille den trauten Pfad
Zum Haine gehn, dem golden die Wipfel schmückt
Sein sterbend Laub, und kränzt auch mir die
Stirne, ihr holden Erinnerungen!
Und daß mir auch, zu retten mein sterblich Herz,
Wie andern eine bleibende Stätte sei,
Und heimatlos die Seele mir nicht
Über das Leben hinweg sich sehne,
Sei du, Gesang, mein freundlich Asyl! sei du,
Beglückender! mit sorgender Liebe mir
Gepflegt, der Garten, wo ich, wandelnd
Unter den Blüten, den immerjungen,
In sichrer Einfalt wohne, wenn draußen mir
Mit ihren Wellen allen die mächtge Zeit,
Die Wandelbare, fern rauscht und die
Stillere Sonne mein Wirken fördert.
[304]
Ihr segnet gütig über den Sterblichen,
Ihr Himmelskräfte! jedem sein Eigentum,
O segnet meines auch, und daß zu
Frühe die Parze den Traum nicht ende.
PalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[305]

Palinodie

Was dämmert um mich, Erde! dein freundlich Grün?
Was wehst du wieder, Lüftchen, wie einst, mich an?
In allen Wipfeln rauschts, ...
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Was weckt ihr mir die Seele? was regt ihr mir
Vergangnes auf, ihr Guten! o schonet mein
Und laßt sie ruhn, die Asche meiner
Freuden, ihr spottetet nur! o wandelt,
Ihr schicksallosen Götter, vorbei und blüht
In eurer Jugend über den Alternden
Und wollt ihr zu den Sterblichen euch
Gerne gesellen, so blühn der Jungfraun
Euch viel, der jungen Helden, und schöner spielt
Der Morgen um die Wange der Glücklichen
Denn um ein trübes Aug und lieblich
Tönen die Sänge der Mühelosen.
Ach! vormals rauschte leicht des Gesanges Quell
Auch mir vom Busen, da noch die Freude mir,
Die himmlische, vom Auge glänzte
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Versöhnung, o Versöhnung, ihr gütigen,
Ihr immergleichen Götter, und haltet ein,
Weil ihr die reinen Quellen liebt
An eine Fürstin von DessauPalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[306]

An eine Fürstin von Dessau

Aus stillem Hause senden die Götter oft
Auf kurze Zeit zu Fremden die Lieblinge,
Damit, erinnert, sich am edlen
Bilde der Sterblichen Herz erfreue.
So kommst du aus Luisiums Hainen auch,
Aus heilger Schwelle dort, wo geräuschlos rings
Die Lüfte sind und friedlich um dein
Dach die geselligen Bäume spielen,
Aus deines Tempels Freuden, o Priesterin!
Zu uns, wenn schon die Wolke das Haupt uns beugt
Und längst ein göttlich Ungewitter
... über dem Haupt uns wandelt.
O teuer warst du, Priesterin! da du dort
Im Stillen göttlich Feuer behütetest,
Doch teurer heute, da du Zeiten
Unter den Zeitlichen segnend feierst.
Denn wo die Reinen wandeln, vernehmlicher
Ist da der Geist, und offen und heiter blühn
Des Lebens dämmernde Gestalten
Da, wo ein sicheres Licht erscheinet.
Und wie auf dunkler Wolke der schweigende,
Der schöne Bogen blühet, ein Zeichen ist
[307]
Er künftger Zeit, ein Angedenken
Seliger Tage, die einst gewesen,
So ist dein Leben, heilige Fremdlingin!
Wenn du Vergangnes über Italiens
Zerbrochnen Säulen, wenn du neues
Grünen aus stürmischer Zeit betrachtest.
Der Prinzessin Auguste von HomburgAn eine Fürstin von DessauPalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[308]

Der Prinzessin Auguste
von Homburg

Den 28. Nov. 1799


Noch freundlichzögernd scheidet vom Auge dir
Das Jahr, und in hesperischer Milde glänzt
Der Winterhimmel über deinen
Gärten, den dichtrischen, immergrünen.
Und da ich deines Festes gedacht und sann,
Was ich dir dankend reichte, da weilten noch
Am Pfade Blumen, daß sie dir zur
Blühenden Krone, du Edle, würden.
Doch andres beut dir, Größeres, hoher Geist!
Die festlichere Zeit, denn es hallt hinab
Am Berge das Gewitter, sieh! und
Klar, wie die ruhigen Sterne, gehen
Aus langem Zweifel reine Gestalten auf;
So dünkt es mir; und einsam, o Fürstin! ist
Das Herz der Freigebornen wohl nicht
Länger im eigenen Glück; denn würdig
Gesellt im Lorbeer ihm der Heroë sich,
Der schöngereifte, echte; die Weisen auch,
Die Unsern, sind es wert; sie blicken
Still aus der Höhe des Lebens, die ernsten Alten.
[309]
Geringe dünkt der träumende Sänger sich,
Und Kindern gleich am müßigen Saitenspiel,
Wenn ihn der Edlen Glück, wenn ihn die
Tat und der Ernst der Gewaltgen aufweckt.
Doch herrlicht mir dein Name das Lied; dein Fest
Augusta! durft ich feiern; Beruf ist mirs,
Zu rühmen Höhers, darum gab die
Sprache der Gott und den Dank ins Herz mir.
O daß von diesem freudigen Tage mir
Auch meine Zeit beginne, daß endlich auch
Mir ein Gesang in deinen Hainen,
Edle! gedeihe, der deiner wert sei.
Wohl geh ich täglich ...Der Prinzessin Auguste von HomburgAn eine Fürstin von DessauPalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[310]

Wohl geh ich täglich ...

Wohl geh ich täglich andere Pfade, bald
Ins grüne Laub im Walde, zur Quelle bald,
Zum Felsen, wo die Rosen blühen,
Blicke vom Hügel ins Land, doch nirgend,
Du Holde, nirgend find ich im Lichte dich
Und in die Lüfte schwinden die Worte mir,
Die frommen, die bei dir ich ehmals
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ja, ferne bist du, seliges Angesicht!
Und deines Lebens Wohllaut verhallt, von mir
Nicht mehr belauscht, und ach! wo seid ihr
Zaubergesänge, die einst das Herz mir
Besänftiget mit Ruhe der Himmlischen?
Wie lang ists! o wie lange! der Jüngling ist
Gealtert, selbst die Erde, die mir
Damals gelächelt, ist anders worden.
Leb immer wohl! es scheidet und kehrt zu dir
Die Seele jeden Tag, und es weint um dich
Das Auge, daß es helle wieder
Dort wo du säumest, hinüberblicke.
Geh unter, schöne Sonne ...Wohl geh ich täglich ...Der Prinzessin Auguste von HomburgAn eine Fürstin von DessauPalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[311]

Geh unter, schöne Sonne ...

Geh unter, schöne Sonne, sie achteten
Nur wenig dein, sie kannten dich, Heilge, nicht,
Denn mühelos und stille bist du
Über den Mühsamen aufgegangen.
Mir gehst du freundlich unter und auf, o Licht!
Und wohl erkennt mein Auge dich, Herrliches!
Denn göttlich stille ehren lernt ich,
Da Diotima den Sinn mir heilte.
O du des Himmels Botin! wie lauscht ich dir!
Dir, Diotima! Liebe! wie sah von dir
Zum goldnen Tage dieses Auge
Glänzend und dankend empor. Da rauschten
Lebendiger die Quellen, es atmeten
Der dunkeln Erde Blüten mich liebend an,
Und lächelnd über Silberwolken
Neigte sich segnend herab der Aether.
Die EntschlafenenGeh unter, schöne Sonne ...Wohl geh ich täglich ...Der Prinzessin Auguste von HomburgAn eine Fürstin von DessauPalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[312][117]

Die Entschlafenen

Einen vergänglichen Tag lebt ich und wuchs mit den Meinen,
Eins ums andere schon schläft mir und fliehet dahin.
Doch ihr Schlafenden wacht am Herzen mir, in verwandter
Seele ruhet von euch mir das entfliehende Bild.
Und lebendiger lebt ihr dort, wo des göttlichen Geistes
Freude die Alternden all, alle die Toten verjüngt.
[117]
An LandauerDie EntschlafenenGeh unter, schöne Sonne ...Wohl geh ich täglich ...Der Prinzessin Auguste von HomburgAn eine Fürstin von DessauPalinodieMein EigentumWurzel alles ÜbelsDie ScherzhaftenDer zürnende DichterSophoklesPros eauton (An sich selbst)Der MainDes MorgensAbendphantasieDer ZeitgeistDer Tod fürs VaterlandDie LaunischenEmilie vor ihrem BrauttagAbschiedHört ich die Warnenden itzt ...Götter wandelten einst ...Meiner verehrungswürdigen GroßmutterAchillDa ich ein Knabe war...Hyperions SchicksalsliedDer MenschVaniniAn unsre großen DichterSokrates und AlcibiadesSonnenuntergangDem SonnengottDie scheinheiligen DichterAn die DeutschenAn die jungen DichterDas UnverzeihlicheIhre GenesungDer gute GlaubeDie HeimatMenschenbeifallDie LiebendenDie KürzeLebenslaufEhmals und jetztStimme des VolksAbbitteAn ihren GeniusDiotima [1]An die ParzenEmpedoklesBuonaparteDie Völker schwiegen, schlummerten ...Die MußeAn Neuffer [1]Einladung. Seinem Freund NeufferEinladung an NeufferDiotimaAn Diotima [1]Falsche PopularitätDie beschreibende PoësieDie VortrefflichenAdvocatus diaboliGuter RatGebet für die UnheilbarenSömmerrings Seelenorgan und die DeutschenSömmerrings Seelenorgan und das PublikumDer Jüngling an die klugen RatgeberAn die klugen RatgeberDiotima (Jüngere Fassung)Diotima (Mittlere Fassung)Diotima (Bruchstücke einer älteren Fassung)An DiotimaAn einen BaumDer Wanderer (Erste Fassung)An den AetherAn den FrühlingDie EichbäumeAn HerkulesAn die UnerkannteAn die NaturDer Gott der JugendFreundeswunschDas SchicksalAn NeufferGriechenlandDem Genius der KühnheitAn HillerAn eine RoseHymne an den Genius der JugendHymne an die LiebeHymne an die FreundschaftHymne an die Freiheit [1]Hymne an die Schönheit (Zweite Fassung)Hymne an die Schönheit (Erste Fassung)Hymne an die MenschheitKanton SchweizHymne an die FreiheitHymne an die MuseHymne an die Göttin der HarmonieAn LydaHymne an den Genius GriechenlandsMelodieMeine GenesungHymne an die UnsterblichkeitAn die StilleLied der Liebe (Zweite Fassung)Lied der Liebe (Erste Fassung)Lied der Freundschaft (Zweite Fassung)Lied der Freundschaft (Erste Fassung)Burg TübingenSelbstquälereiDie Weisheit des TraurersEinst und jetztAn die EhreAn die RuheZornige SehnsuchtSchwabens MägdeleinEnde einer Gedichtfolge auf Gustav AdolfGustav AdolfAn Thills GrabKepplerDie heilige BahnAn die VollendungDie Bücher der ZeitenMännerjubelAn Louise NastAm Tage der FreundschaftsfeierDie TeckHeroDer Kampf der LeidenschaftSchwärmereiDie StilleDie DemutDie EhrsuchtDer LorbeerDie Unsterblichkeit der SeeleAuf einer Heide geschriebenMein VorsatzAn meine FreundinnenKlagenGedichtAn meinen BAn die NachtigallAn StellaDie MeinigeDas menschliche LebenAlexanders Rede an seine Soldaten bei IssusAdramelechDas ErinnernDer nächtliche WandererDer UnzufriedneAn M.B.Die NachtM.G.Dankgedicht an die LehrerGedichteHölderlin, FriedrichGedichte 1784-1800
[117]

An Landauer

Sei froh! Du hast das gute Los erkoren,
Denn tief und treu ward eine Seele dir;
Der Freunde Freund zu sein, bist du geboren,
Dies zeugen dir am Feste wir.
Und selig, wer im eignen Hause Frieden,
Wie du, und Lieb und Fülle sieht und Ruh;
Manch Leben ist, wie Licht und Nacht, verschieden,
In goldner Mitte wohnest du.
Dir glänzt die Sonn in wohlgebauter Halle,
Am Berge reift die Sonne dir den Wein,
Und immer glücklich führt die Güter alle
Der kluge Gott dir aus und ein.
Und Kind gedeiht, und Mutter um den Gatten,
Und wie den Wald die goldne Wolke krönt,
So seid auch ihr um ihn, geliebte Schatten!
Ihr Seligen, an ihn gewöhnt!
O seid mit ihm! denn Wolk und Winde ziehen
Unruhig öfters über Land und Haus,
Doch ruht das Herz bei allen Lebensmühen
Im heilgen Angedenken aus.
Und sieh! aus Freude sagen wir von Sorgen;
Wie dunkler Wein, erfreut auch ernster Sang;
Das Fest verhallt, und jedes gehet morgen
Auf schmaler Erde seinen Gang.