SonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Georg Heym
Ausgewählte Gedichte

[570] Sonnwendtag

Es war am Sommersonnwendtag,
Dein braunes Haar im Nacken lag
Wie Gold und schwere Seiden.
Da nahmst du mir die feine Hand.
Und hinter dir stob auf der Sand
Des Feldwegs an den Weiden.
[570]
Von allen Bäumen floß der Glanz.
Dein Ritt war lauter Elfentanz
Hin über rote Heiden.
Und um mich duftete der Hag,
Wie nur am Sommersonnwendtag,
Ein Dank und Sichbescheiden.
[571]
MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[572] [23]Marathon

1.

Zehntausend steigen von den Bergen nieder,
Die Blüte Hellas', sich dem Tod zu weihen.
Durch Morgendämmrung ziehen ihre Reihen.
Ein Wall von Erz ziehn hin des Heeres Glieder.
Die Lerchen singen ihre Morgenlieder,
Sie schwingen sich zum Himmel ohne Zahl.
Ihr helles Singen füllt das ganze Tal,
Sie steigen in dem Blauen auf und nieder.
Noch sind die Morgenwinde nicht erwacht.
In süßem Schlummer liegt noch weit die Welt,
Der Morgenstern steht noch in keuscher Pracht.
Euböa nur ist weithin schon erhellt.
Da rauscht die Sonne aus des Meeres Schacht
Und vor dem Heere liegen Zelt bei Zelt.
2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand
Heuschrecken gleich, die auf die Felder fielen.
Und tausend Schiffe mit den schwarzen Kielen
Stehn, hochgezogen auf den Ufersand.
[23]
Sie sehn der Griechenpanzer Sonnenbrand:
Die Hörner gellen, alle Pfeifen spielen,
Sie quellen aus den Gassen schon zu vielen,
Die weite Ebene ist mit eins bemannt.
Eunuchen mit den hohen Stimmen schreien
Ins Haremszelt nach dem Satrapenpaar.
Man führt herbei der Feldherrn Dromedar.
Sie treten vor. Die Königswürden leihen,
Tiaren glänzen von dem schwarzen Haar,
Indes die Tore Volk um Völker speien.
3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

3.

Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten
Mit kurzen Schwertern und mit großen Bogen,
Die durch Ägyptens Wüstenein gezogen,
Die gegen Krösus einst am Halys stritten.
Die hagren Libyer mit den Eisensehnen
Auf Eilkamelen Afrikas beritten.
Die Skythen, die sich kurze Pfeile schnitten,
Ihr Haar in Zöpfen, wie der Pferde Mähnen.
[24]
Des Sudans Neger, fettig und beleibt,
Die Luft durchschreiend, brüllend wie ein Stier.
Das Volk von Babylon, das Henna reibt
Und sich die Stirn bemalt mit Weiberzier.
Der Vögte Geißel, die die Menge treibt
Und sausend niederfährt auf Mensch und Tier.
4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

4.

Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt,
Dem Liber singen sie und dem Priap.
Streitwagen ziehen an dem Heer hinab,
Die Sicheln blinken wie im Erntefeld.
Der wilden Baktrer großes Schlachthorn gellt.
Die Inder führen Elefanten vor,
Die laut trompetend schwanken aus dem Tor,
Den Mann im Nacken, der den Stachel hält.
Von Rhodos Männer. Auf den Panzerringen,
Und auf dem Schild, das mit dem Schwert sie schlagen,
Des Sonnengottes Bildnis glänzt in Gold.
Die Kreter, die die Lederschleudern schwingen.
Die Lampsaker am Helm den Phallus tragen,
Abtrünnge Griechen in des Königs Sold.
5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[25] 5.

Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer.
Stets wechselnd wogt es an des Meeres Strande,
In Rot und Weiß und Gold im Sonnenbrande.
Der Krieger Panzer, Leiber, und Gewänder.
Unendliches Geschrei und lautes Lärmen,
Wie Herden brüllen in den großen Ställen.
Die Klänge fallen und die Klänge schwellen,
Wie ein Orkan entsteigen sie den Schwärmen.
Die Opferstiere schrein, die Tod erleiden.
Die Priester, die Kybeles Brüsten dienen,
Verkünden Sieg aus ihren Eingeweiden.
Die Feldherrn thronen unter Baldachinen,
Und wo sie reiten, neigt das Volk sich beiden.
Es küßt nach Perserbrauch den Staub nach ihnen.
6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

6.

In ernster Strenge angeborner Zucht
Die Männer von Athen zur Walstatt steigen.
Wie auf dem Ringplatz stumm zum Todesreigen,
Doch hallt der Grund von der Sandalen Wucht.
[26]
Erhabne Größe der Demokratien,
Das Recht Europas zieht mit euch zu Meere.
Das Heil der Nachwelt tragt ihr auf dem Speere:
Der freien Völker große Harmonien.
Der Republiken Los in den Phalangen,
Der Haß der Freien gegen die Despoten.
Ihr kämpft für Recht, das macht euch frei von Bangen.
Dem Morgen zu! Der Völkerfreiheit Boten,
Unsterblichkeit auf ewig zu erlangen,
Wenn Abend ruht auf eurer Schlachtreihn Toten.
7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

7.

Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde,
Die runden Schilde von den Pfeilen starren.
Die Steine sausen, alle Schleudern knarren
Und der Ballisten ächzende Gewinde.
Die beiden Heere aufeinanderprallen.
Sie beißen sich wie Hunde in sich ein.
Der Tod hält Schlachtfest in den weiten Reihn,
Die blutbeströmt sich ineinanderkrallen.
[27]
Die Sichelwagen mähen durch die Flur
Der Leiber hin, sie wirbeln Glieder auf.
Gassen voll Toter reißt der Wagen Spur.
Wenn sie der Lenker mit dem Stachel stach,
Die Elefanten brüllen allzuhauf,
Und stampfen blinden Wütens alles brach.
8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

8.

Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht,
Die schwache Tiefe weicht vor den Barbaren,
Die, einem Sturmbock gleich, mit allen Scharen
Im Keile stürmen, riesger Übermacht.
Vor manches Griechen Augen wird es Nacht.
Ins Knie sinkt der, helmlos, den Streichen offen
Das bare Haupt. Der stürzt, ins Herz getroffen,
Da eine Lanze durch den Panzer kracht.
Sie schleudern Brände von der Tiere Türmen.
Die Neger schlagen drein mit erznen Keulen.
Die wilden Skythen mit den Rossen stürmen.
Wie Fluten brechen durch der Deiche Haft,
So bricht das Schlachtvolk durch mit Schrein und Heulen,
Zerreißt der Griechenkette stolze Kraft.
9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[28] 9.

Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn,
Wie Adler klafternd über dunklem Grunde.
Hör. Hör. Sie stimmen an mit lautem Munde
Den Kriegsgesang, den hallenden Päan.
Die Götter steigen in das Schlachtgetümmel,
Aus Griechenreihn des Phöbus Pfeile sausen.
Und Ares' Stimme füllt mit lautem Brausen
Des Meeres Tiefen, Erd und weiten Himmel.
Wie eine Löwenmähne ragt sein Haupt.
Er schlachtet mit dem Schwerte in den Horden.
Da fliehn die ersten, ihres Muts beraubt.
Da stürzen viele zu der Schiffe Borden.
Doch Ares mäht noch, blutig und bestaubt,
Und führt die Griechen an zu wildem Morden.
10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

10.

Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch
Des heißen Mittags auf der Ebnen Weiten.
Die Sonnenstrahlen wie durch Nebel gleiten,
Schwarz wälzt sich hin verbrannter Felder Rauch.
[29]
Der Toten Blut und Wunden faulend stinken.
Die Sterbenden, die Durst wahnsinnig macht,
Kriechen auf Vieren durchs Gewühl der Schlacht
Zu den schon Toten, um ihr Blut zu trinken.
Hier haben zwei im Staube sich gefunden.
Ein Perser und ein Grieche. Halb schon tot,
Der in der Brust, der in dem Bauch die Wunden.
Der stärkre Perser drosselt den Hellenen.
Dann läßt er des Erstickten Blut sich munden,
Das wie ein Bach tritt aus des Bauches Venen.
11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

11.

Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen.
Auf seine Beute stürzt ihn Todes Macht.
Verliebten gleich in süßer Liebesnacht,
Im Tode halten sie sich eng umschlungen.
Unzählge Geier schweben auf der Schlacht,
Auf jeden Fels der Berge hingeschwungen.
Sie spähen sorgsam in die Niederungen.
Des Schauspiels Wächter halten stumm sie Wacht.
[30]
Wie sich die Menge drängt in die Arenen,
So fliegen neue stets von Meer und Land.
Schon grau von ihnen sind der Berge Lehnen.
Von Asiens Küste kamen sie zum Feste,
Da sie den Blutgeruch im Wind erkannt,
Der großen Tafeln fürchterliche Gäste.
12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

12.

Die Perser, die den Sieg erstritten meinen,
Ruhn in der Ebne nach des Kampfes Toben.
Kein Feind vor ihnen, alle sind zerstoben.
Tot sind sie alle, tot in Sand und Steinen.
Die Neger hacken mit den Bronzebeilen
Die Hände ab den Toten in dem Staube,
Und füllen Ledersäcke mit dem Raube.
Ihr Zanken schallt herum beim Beuteteilen.
Die Schnüre brechen von den Trankamphoren
Die Thraker schon. Sie lagern sich im Schatten.
Die Skythen lösen sich die blutgen Sporen.
Die Elefanten kauen in dem Sande.
Die Griechensöldner häufen Staub den Toten,
Daß ihre Seele käm zu Hades' Strande.
13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[31] 13.

Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein
In Lagers Ruhe. »Zu den Waffen, auf.«
Und alle sehn erschreckt auf seinen Lauf,
Der schreiend eilt schon fern durch ihre Reihn.
Sie stehen auf, sie legen ihre Hand
Vor ihre Augen. Doch sie sehen nicht.
Der Rauch der Felder beißt sie ins Gesicht.
Sie sehen nichts als Rauch und Felderbrand.
Auf eines Thrakers Schultern wird gehoben
Ein kleiner Skythe, daß er weiter sähe.
Er schaut ins Land von seiner Warte oben.
Die andern drängen sich in ihre Nähe.
Ein großer Kreis hat sich um sie geschoben
Und wartet schweigend, was er wohl erspähe.
14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

14.

Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn
Ins Rauchmeer weit, das ihm das Land verhüllt.
Da blinkt es auf. Da: Waffen. Speer und Schild.
»Die Griechen sind's. Sie sind am Lager schon.«
[32]
Er schreit's hinaus. Da trifft ein Pfeil zum Lohn
Den Schreier in den Mund. Er stürzt herab
Und findet in dem Sand ein schnelles Grab.
Der Staub verstopft ihm seine Kehle schon.
Die andern stürzen schreiend zu den Waffen,
Sie reißen sich die Waffen aus den Händen,
Die Schleudrer suchen Bogen zu erraffen,
Die Bogner Schleudern. Die die Keulen tragen,
Sie reißen Schwerter andern von den Lenden.
Die waffenlose Menge stürmt die Wagen.
15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

15.

Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe.
Wie Wasser springt aus den geborstnen Schläuchen,
So stürzt ihr Blut aus Hals und Kopf und Bäuchen.
Sie sinken reihenweis zum letzten Schlafe.
Den Griechen steigt das Blut bis zu den Knien.
Sie gleiten aus fast auf den glatten Leichen.
Wie Schnitter mähen sie mit großen Streichen.
Kein Widerstand. Ein Rennen, Hasten, Fliehen.
[33]
Wie vor den Bremsen Rinder querfeldein,
Besinnungslos, gejagt von wilder Hast.
»Zu Schiff. Zu Schiff«, hallt laut ihr wildes Schrein.
Durch Hecken, Gräben, Sümpfe und Morast.
Die Hintern hauen auf die Vordern ein
Und werfen von sich Helm und Schildeslast.
16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

16.

Der Lager Tore fassen nicht die Menge.
Die Fliehnden pressen sich an Tores Schwellen.
Die Leiber türmen auf sich zu den Wällen,
Wie eine Woge brausend durch die Enge.
Auf den Erdrückten, die zu tausend fallen,
Stürzt nach die Flucht, hin durch die Lagergassen.
Die Zelte stürzen nieder vor den Massen,
Die wie Lawinen wachsend hin sich ballen.
Die Kranken treten tot sie in den Betten.
Die Fraun und Kinder stößt sie in den Kot.
Nur ein Gedanke: sich zum Schiff zu retten.
Die Menge wälzt herab sich zu dem Strande,
Was in den Weg ihr kommt, das tritt sie tot.
Ins Wasser stürzt sie, wie ein Strom vom Lande.
17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[34] 17.

Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht,
Von hundert Schultern in das Meer geschoben.
Die Menge drängt sich an den Borden oben.
Die Schiffe sinken tief von Last und Wucht.
Die Segel schwanken auf von den Verdecken,
Zu hundert ziehn sie auf sie an den Seilen.
Die Ankerketten kappen sie mit Beilen.
Mit Stangen stoßen ab sie von den Hecken.
Es füllen Raum und Deck sich mit dem Trosse.
Eunuchen, Sklaven, Priester und Soldaten.
Ein Rennen, Schreien, wahnsinnig Gebaren.
Ein Kampf und ziellos Durcheinanderfahren.
Die Elefanten durch die Fluten waten.
Die Schiffe stoßen wütend die Kolosse.
18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

18.

Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß.
Das Wasser tritt durch Löcher, die sie schlugen.
Die Schiffe krachen schon in allen Fugen.
Die Bänke liegen ihren Stößen bloß.
[35]
Die Ruder brechen sie wie trocknes Kraut.
Mit ihren Rüsseln auf das Deck sie langen,
Sich aus den Massen einen Mann zu fangen.
Sie heben hoch ihn und sein Schrein gellt laut.
Man wirft nach ihnen Stricke mit den Schlingen.
Man haut mit Äxten nach den großen Zähnen.
Man wirft Harpunen, und das Meer wird Blut.
Zwei Inder kühn sich von den Borden schwingen.
Sie hauen durch der Hinterfüße Sehnen.
Die Ungeheuer stürzen in die Flut.
19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

19.

Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen
Aufs Meer hinaus. Die Segel faßt der Wind.
Sie blähen auf sich, und die Rudrer sind
Im Raum geschäftig, durch die Flut zu streichen.
Das Volk sitzt wie die Fliegen matt im Rumpf,
An Deck, und Mast. Sie schauen vor sich hin.
An nichts zu denken, ist ihr einzger Sinn.
Trübsinnig, krank, verwundet, faul und stumpf.
[36]
Die Feldherrn hocken traurig in den Ecken.
Wer grad vorbeigeht, speit sie ins Gesicht.
Sie merken's kaum. Sie denken nur der Speichen
Des Rads, auf das sie bald die Glieder strecken.
Sie brüten, wie den König sie erweichen.
Sie wissen, ach, dem Tod entgehn sie nicht.
20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

20.

Die Griechen halten am befreiten Strand.
Sie sehn die Fahrt der Schiffe vor den Winden,
Sie sehn sie langsam in das Graue schwinden,
Wo Meer und Himmel läuft in eine Wand.
Sie schauen auf, und sehn den Genius thronen
Der Freiheit Hellas' und der Nachwelt Zeiten,
Die Götter sehn sie nach den Hallen schreiten,
Vom Schlachtfeld kehrend, wo im Licht sie wohnen.
Greis, Mann und Knabe halten sich umschlungen,
Vom Glanz geblendet, von den Himmels-Strahlen.
Den Göttern Dank, die Asien bezwungen.
Ein frommes Weihelied entsteigt den Talen,
In tausend Stimmen wird es fortgesungen.
Und Pheidippides bindet die Sandalen.
21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[37] 21.

Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt.
Von Osten naht die Nacht. Die Sterne steigen
Von Meer und Inseln in dem kühlen Reigen.
Des Meeres Welle leis am Ufer singt.
Die Griechen schlummern traumlos bei den Toten.
Da tut der Grund sich auf: Der Bote winkt
Im Abgrund stehend. Und wie Wolken schwingt
Der Schatten Heer sich auf und folgt dem Boten.
Die Erde schließt sich hinter ihrem Zug.
Sie folgen ihrem stummen Führer blind,
Der Tiefe zu, der trauervolle Spuk.
Durch Schächte lichtlos flattern sie geschwind.
Durch Kluft und Höhlen geht der stumme Flug
Zum Acheron, der kalt und dunkel rinnt.
22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

22.

Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte,
Dem Bienenstock in hohlem Baume gleich,
Sind in der Finsternis, in Hades' Reich.
Die Welle führt sie durch die dunklen Porte.
[38]
Sie landen an und treten durch die Pforte
In Hades' Dunkel, in den weiten Saal.
Die Schatten wogen um sie ohne Zahl.
In Reihe treten sie, des Zugs Eskorte.
Die toten Krieger nahen Hades' Throne.
Sie sehn sein Riesenhaupt in Nacht sich heben
Und Wolkenmeere ziehn um seine Krone.
Sie nahn den Höfen, da sie wohnen sollen.
Und scharweis sie durch ihre Tore schweben,
Dem Rauch gleich quellend in die dunklen Stollen.
[39]
Der Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Schläfer im Walde

Seit Morgen ruht er. Da die Sonne rot
Durch Regenwolken seine Wunde traf.
Das Laub tropft langsam noch. Der Wald liegt tot.
Im Baume ruft ein Vögelchen im Schlaf.
Der Tote schläft im ewigen Vergessen,
Umrauscht vom Walde. Und die Würmer singen,
Die in des Schädels Höhle tief sich fressen,
In seine Träume ihn mit Flügelklingen.
Wie süß ist es, zu träumen nach den Leiden
Den Traum, in Licht und Erde zu zerfallen,
Nichts mehr zu sein, von allem abzuscheiden,
Und wie ein Hauch der Nacht hinabzuwallen,
Zum Reich der Schläfer. Zu den Hetairien
Der Toten unten. Zu den hohen Palästen,
Davon die Bilder in dem Strome ziehen,
Zu ihren Tafeln, zu den langen Festen.
Wo in den Schalen dunkle Flammen schwellen,
Wo golden klingen vieler Leiern Saiten.
Durch hohe Fenster schaun sie auf die Wellen,
Auf grüne Wiesen in den blassen Weiten.
Er scheint zu lächeln aus des Schädels Leere,
Er schläft, ein Gott, den süßer Traum bezwang.
Die Würmer blähen sich in seiner Schwäre,
Sie kriechen satt die rote Stirn entlang.
[40]
Ein Falter kommt die Schlucht herab. Er ruht
Auf Blumen. Und er senkt sich müd
Der Wunde zu, dem großen Kelch von Blut,
Der wie die Sammetrose dunkel glüht.
[41]
WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[42] [51]Wolken

Der Toten Geister seid ihr, die zum Flusse,
Zum überladnen Kahn der Wesenlosen
Der Bote führt. Euer Rufen hallt im Tosen
Des Sturms und in des Regens wildem Gusse.
Des Todes Banner wird im Zug getragen.
Des Heers carroccio führt die Wappentiere.
Und graunhaft weiß erglänzen die Paniere,
Die mit dem Saum die Horizonte schlagen.
Es nahen Mönche, die in Händen bergen
Die Totenlichter in den Prozessionen.
Auf Toter Schultern morsche Särge thronen.
Und Tote sitzen aufrecht in den Särgen.
Ertrunkene kommen. Ungeborner Leichen.
Gehenkte blaugeschnürt. Die Hungers starben
Auf Meeres fernen Inseln. Denen Narben
Des schwarzen Todes umkränzen rings die Weichen.
Es kommen Kinder in dem Zug der Toten,
Die eilend fliehn. Gelähmte vorwärts hasten.
Der Blinden Stäbe nach dem Pfade tasten.
Die Schatten folgen schreiend dem stummen Boten.
Wie sich in Windes Maul des Laubes Tanz
Hindreht, wie Eulen auf dem schwarzen Flug,
So wälzt sich schnell der ungeheure Zug,
Rot überstrahlt von großer Fackeln Glanz.
[51]
Auf Schädeln trommeln laut die Musikanten,
Und wie die weißen Segel blähn und knattern,
So blähn der Spieler Hemden sich und flattern.
Es fallen ein im Chore die Verbannten.
Das Lied braust machtvoll hin in seiner Qual,
Vor der die Herzen durch die Rippen glimmen.
Da kommt ein Haufe mit verwesten Stimmen,
Draus ragt ein hohes Kreuz zum Himmel fahl.
Der Kruzifixus ward einhergetragen.
Da hob der Sturm sich in der Toten Volke.
Vom Meere scholl und aus dem Schoß der Wolke
Ein nimmer endend grauenvolles Klagen.
Es wurde dunkel in den grauen Lüften.
Es kam der Tod mit ungeheuren Schwingen.
Es wurde Nacht, da noch die Wolken gingen
Dem Orkus zu, den ungeheuren Grüften.
[52]
Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[53] [57]Berlin 1

Der hohe Straßenrand, auf dem wir lagen,
War weiß von Staub. Wir sahen in der Enge
Unzählig: Menschenströme und Gedränge,
Und sahn die Weltstadt fern im Abend ragen.
Die vollen Kremser fuhren durch die Menge,
Papierne Fähnchen waren drangeschlagen.
Die Omnibusse, voll Verdeck und Wagen.
Automobile, Rauch und Huppenklänge.
Dem Riesensteinmeer zu. Doch westlich sahn
Wir an der langen Straße Baum an Baum,
Der blätterlosen Kronen Filigran.
Der Sonnenball hing groß am Himmelssaum
Und rote Strahlen schoß des Abends Bahn.
Auf allen Köpfen lag des Lichtes Traum.
[57]
Berlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Berlin 2

Beteerte Fässer rollten von den Schwellen
Der dunklen Speicher auf die hohen Kähne.
Die Schlepper zogen an. Des Rauches Mähne
Hing rußig nieder auf die öligen Wellen.
Zwei Dampfer kamen mit Musikkapellen.
Den Schornstein kappten sie am Brückenbogen.
Rauch, Ruß, Gestank lag auf den schmutzigen Wogen
Der Gerbereien mit den braunen Fellen.
In allen Brücken, drunter uns die Zille
Hindurchgebracht, ertönten die Signale
Gleichwie in Trommeln wachsend in der Stille.
Wir ließen los und trieben im Kanale
An Gärten langsam hin. In dem Idylle
Sahn wir der Riesenschlote Nachtfanale.
[58]
AprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[59] [66]April

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht,
Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht.
Zwei große Krähen flattern aufgescheucht
Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht.
Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht,
So ruhn die Berge hinten in dem Blau,
Auf die ein feiner Regen niedergeht,
Wie Silberschleier, dünn und zitternd grau.
[66]
StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[67] [71]Styx

1.

Die Nebel graun, die keinem Winde weichen.
Die giftigen Dünste schwängern weit das Tal.
Ein blasses Licht scheint in der Toten Reichen,
Wie eines Totenkopfes Auge fahl.
Entsetzlich wälzt sich hin der Phlegeton.
Wie tausend Niagaras hallt sein Brüllen.
Die Klüfte wanken von den Schreien schon,
Die im Orkan die Feuerfluten füllen.
Sie glühn von Qualen weiß. Wie Steine rollen
Den Fluß herab sie in der trüben Glut,
Wie des geborstenen Eises Riesenschollen
So schmettert ihre Leiber hin die Flut.
Sie reiten aufeinander nackt und wild,
Von Zorn und Wollust aufgebläht wie Schwämme.
Ein höllischer Choral im Takte schwillt
Vom Grunde auf bis zu dem Kamm der Dämme.
Auf einem fetten Greise rittlings reitet
Ein nacktes Weib mit schwarzem Flatterhaar.
Und ihren Schoß und ihre Brüste breitet
Sie lüstern aus vor der Verdammten Schar.
[71]
Da brüllt der Chor in aufgepeitschter Lust.
Das Echo rollt im roten Katarakt.
Ein riesiger Neger steigt herauf und packt
Den weißen Leib an seine schwarze Brust.
Unzählige Augen sehn den Kampf und trinken
Den Rausch der Gier. Er braust durch das Gewühl,
Da in dem Strom die Liebenden versinken,
Den Göttern gleich im heißen Purpurpfühl.
2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen,
Den Spinneweben, die der Cherubim
Erhobene Nasen schon wie Efeu decken,
Dem milden Frieden, der wie Öl so fett,
Ein Bettler, lungert in den Ecken faul,
Dem Tabaksdunst aus den Pastorenpfeifen,
Der Trinität, die bei den Lobgesängen
Von alten Tanten auf dem Sofa schläft,
Dem ganzen großen Armenhospital,
– Verdammten selbst wir uns und kamen her
Auf dieser Insel weite Ödigkeit,
Die wie ein Bootskiel in den Wellen steht,
Um bis zum Ende aller Ewigkeit
Dem ungeheuren Strome zuzuschaun.
[72]
Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[73] [77]Die Ruhigen

Ernst Balcke gewidmet


Ein altes Boot, das in dem stillen Hafen
Am Nachmittag an seiner Kette wiegt.
Die Liebenden, die nach den Küssen schlafen.
Ein Stein, der tief im grünen Brunnen liegt.
Der Pythia Ruhen, das dem Schlummer gleicht
Der hohen Götter nach dem langen Mahl.
Die weiße Kerze, die den Toten bleicht.
Der Wolken Löwenhäupter um ein Tal.
Das Stein gewordene Lächeln eines Blöden.
Verstaubte Krüge, drin noch wohnt der Duft.
Zerbrochne Geigen in dem Kram der Böden.
Vor dem Gewittersturm die träge Luft.
Ein Segel, das vom Horizonte glänzt.
Der Duft der Heiden, der die Bienen führt.
Des Herbstes Gold, das Laub und Stamm bekränzt.
Der Dichter, der des Toren Bosheit spürt.
[77]
Bist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[78] Bist du nun tot ...

Bist du nun tot? Da hebt die Brust sich noch,
Es war ein Schatten, der darüber fegt,
Der in der ungewissen Dämmrung kroch
Vom Vorhang, der im Nachtwind Falten schlägt.
Wie ist dein Kehlkopf blau, draus ächzend fuhr
Dein leises Stöhnen von der Hände Druck.
Das ist der Würgemale tiefe Spur,
Du nimmst ins Grab sie nun als letzten Schmuck.
Die weißen Brüste schimmern hoch empor,
Indes dein stummes Haupt nach hinten sank,
Das aus dem Haar den Silberkamm verlor.
Bist du das, die ich einst so heiß umschlang?
Bin ich denn der, der einst bei dir geruht
Vor Liebe toll und bittrer Leidenschaft,
Der in dich sank wie in ein Meer von Glut
Und deine Brüste trank wie Traubensaft?
Bin ich denn der, der so voll Zorn gebrannt
Wie einer Höllenfackel Göttlichkeit,
Und deine Kehle wie im Rausch umspannt,
In Hasses ungeheurer Freudigkeit?
Ist das nicht alles nur ein wüster Traum?
Ich bin so ruhig und so fern der Gier.
Die fernen Glocken zittern in dem Raum,
Es ist so still wie in den Kirchen hier.
[79]
Wie ist das alles fremd und sonderbar?
Wo bist du nun? Was gibst du Antwort nicht?
– Ihr nackter Leib ist kalt und eisesklar
Im blassen Schein vom blauen Ampellicht. –
Was ließ sie alles auch so stumm geschehn.
Sie wird mir furchtbar, wenn so stumm sie liegt.
O wäre nur ein Tropfen Bluts zu sehn.
Was ist das, hat sie ihren Kopf gewiegt?
Ich will hier fort. – Er stürzt aus dem Gemach.
Der Nachtwind, der im Haar der Toten zischt,
Löst leis es auf. Es weht dem Winde nach,
Gleich schwarzer Flamme, die im Sturm verlischt.
[80]
Der BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Baum

Am Wassergraben, im Wiesenland
Steht ein Eichbaum, alt und zerrissen.
Vom Blitze hohl, und vom Sturm zerbissen.
Nesseln und Dorn umstehn ihn in schwarzer Wand.
Ein Wetter zieht sich gen Abend zusammen.
In die Schwüle ragt er hinauf, blau, vom Wind nicht gerührt.
Von der leeren Blitze Gekränz umschnürt,
Die lautlos über den Himmel flammen.
Ihn umflattert der Schwalben niedriger Schwarm.
Und die Fledermäuse huschenden Flugs,
Um den kahlen Ast, der zuhöchst entwuchs
Blitzverbrannt seinem Haupt, eines Galgens Arm.
Woran denkst du, Baum, in der Wetterstunde
Am Rande der Nacht? An der Schnitter Gered,
In der Mittagsrast, wenn der Krug umgeht,
Und die Sensen im Grase ruhn in der Runde?
Oder denkst du daran, wie in alter Zeit
Einen Mann sie in deine Krone gehenkt,
Wie, den Strick um den Hals, er die Beine verrenkt,
Und die Zunge blau hing aus dem Maule breit?
Wie er da Jahre hing, und den Winter trug,
In dem eisigen Winde tanzte zum Spaß,
Und wie ein Glockenklöppel, den Rost zerfraß,
An den zinnernen Himmel schlug.
[81]
Louis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[82] [87]Louis Capet

Die Trommeln schallen am Schafott im Kreis,
Das wie ein Sarg steht, schwarz mit Tuch verschlagen.
Darauf steht der Block. Dabei der offene Schragen
Für seinen Leib. Das Fallbeil glitzert weiß.
Von vollen Dächern flattern rot Standarten.
Die Rufer schrein der Fensterplätze Preis.
Im Winter ist es. Doch dem Volk wird heiß,
Es drängt sich murrend vor. Man läßt es warten.
Da hört man Lärm. Er steigt. Das Schreien braust.
Auf seinem Karren kommt Capet, bedreckt,
Mit Kot beworfen, und das Haar zerzaust.
Man schleift ihn schnell herauf. Er wird gestreckt.
Der Kopf liegt auf dem Block. Das Fallbeil saust.
Blut speit sein Hals, der fest im Loche steckt.
[87]
RobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[88] [90]Robespierre

Er meckert vor sich hin. Die Augen starren
Ins Wagenstroh. Der Mund kaut weißen Schleim.
Er zieht ihn schluckend durch die Backen ein.
Sein Fuß hängt nackt heraus durch zwei der Sparren.
Bei jedem Wagenstoß fliegt er nach oben.
Der Arme Ketten rasseln dann wie Schellen.
Man hört der Kinder frohes Lachen gellen,
Die ihre Mütter aus der Menge hoben.
Man kitzelt ihn am Bein, er merkt es nicht.
Da hält der Wagen. Er sieht auf und schaut
Am Straßenende schwarz das Hochgericht.
Die aschengraue Stirn wird schweißbetaut.
Der Mund verzerrt sich furchtbar im Gesicht.
Man harrt des Schreis. Doch hört man keinen Laut.
[90]
FronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[91] [97]Fronleichnamsprozession

O weites Land des Sommers und der Winde,
Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.
Die Erde dämmert von den Düften allen,
Von grünen Winden und des Mohnes Farben,
Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
Und weithin brennen aus den hohen Garben.
Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.
Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
Zu beiden Seiten halten Kastellane
Im alten Chorrock, dem von Staub verblaßten.
Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Meßgesang. Die frommen
Und alten Lieder wandern durch die Saaten.
In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
Im Spitzenrock und roten Festtalaren.
[97]
Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
Die Sonne von dem gelben Holzgesicht.
Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
Fliegt weit hinaus durch Land und Felderreihn.
Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
Und matter glänzen die vergilbten Stolen.
Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
Wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.
Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
Die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
Und eine Mühle steht am Himmelsrand,
Die ewig nach den weißen Wolken greift.
[98]
LaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[99] [109]Laubenfest

Schon hängen die Lampions wie bunte Trauben
An langen Schnüren über kleinen Beeten,
Den grünen Zäunen, und von den Staketen
Der hohen Bohnen leuchtend in die Lauben.
Gesumm von Stimmen auf den schmalen Wegen.
Musik von Trommeln und von Blechtrompeten.
Es steigen auf die ersten der Raketen,
Und platzen oben in den Silberregen.
Um einen Maibaum dreht sich Paar um Paar
Zu eines Geigers hölzernem Gestreich,
Um den mit Ehrfurcht steht die Kinderschar.
Im blauen Abend steht Gewölke weit,
Delphinen mit den rosa Flossen gleich,
Die schlafen in der Meere Einsamkeit.
[109]
Gegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[110] Gegen Norden

Die braunen Segel blähen an den Trossen,
Die Kähne furchen silbergrau das Meer.
Der Borde schwarze Netze hangen schwer
Von Schuppenleibern und von roten Flossen.
Sie kehren heim zum Kai, wo raucht die Stadt
In trübem Dunst und naher Finsternis.
Der Häuser Lichter schwimmen ungewiß
Wie rote Flecken, breit, im dunklen Watt.
Fern ruht des Meeres Platte wie ein Stein
Im blauen Ost. Von Tages Stirne sinkt
Der Kranz des roten Laubes, da er trinkt,
Zur Flut gekniet, von ihrem weißen Schein.
Es zittert Goldgewölke in den Weiten
Vom Glanz der Bernsteinwaldung, die enttaucht,
Verlorner Tiefe, wenn die Dämmerung raucht,
In die sich gelb die langen Äste breiten.
Versunkne Schiffer hängen in den Zweigen.
Ihr langes Haar schwimmt auf der See wie Tang.
Die Sterne, die dem Grün der Nacht entsteigen,
Beginnen frierend ihren Wandergang.
[111]
Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[112] [117]Die Tote im Wasser

Die Masten ragen an dem grauen Wall
Wie ein verbrannter Wald ins frühe Rot,
So schwarz wie Schlacke. Wo das Wasser tot
Zu Speichern stiert, die morsch und im Verfall.
Dumpf tönt der Schall, da wiederkehrt die Flut,
Den Kai entlang. Der Stadtnacht Spülicht treibt
Wie eine weiße Haut im Strom und reibt
Sich an dem Dampfer, der im Docke ruht.
Staub, Obst, Papier, in einer dicken Schicht,
So treibt der Kot aus seinen Röhren ganz.
Ein weißes Tanzkleid kommt, in fettem Glanz
Ein nackter Hals und bleiweiß ein Gesicht.
Die Leiche wälzt sich ganz heraus. Es bläht
Das Kleid sich wie ein weißes Schiff im Wind.
Die toten Augen starren groß und blind
Zum Himmel, der voll rosa Wolken steht.
Das lila Wasser bebt von kleiner Welle.
– Der Wasserratten Fährte, die bemannen
Das weiße Schiff. Nun treibt es stolz von dannen,
Voll grauer Köpfe und voll schwarzer Felle.
Die Tote segelt froh hinaus, gerissen
Von Wind und Flut. Ihr dicker Bauch entragt
Dem Wasser groß, zerhöhlt und fast zernagt.
Wie eine Grotte dröhnt er von den Bissen.
[117]
Sie treibt ins Meer. Ihr salutiert Neptun
Von einem Wrack, da sie das Meer verschlingt,
Darinnen sie zur grünen Tiefe sinkt,
Im Arm der feisten Kraken auszuruhn.
[118]
Die Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[119] [122]Die Gefangenen 1

Sie trampeln um den Hof im engen Kreis.
Ihr Blick schweift hin und her im kahlen Raum.
Er sucht nach einem Feld, nach einem Baum,
Und prallt zurück von kahler Mauern Weiß.
Wie in den Mühlen dreht der Rädergang,
So dreht sich ihrer Schritte schwarze Spur.
Und wie ein Schädel mit der Mönchstonsur,
So liegt des Hofes Mitte kahl und blank.
Es regnet dünn auf ihren kurzen Rock.
Sie schaun betrübt die graue Wand empor,
Wo kleine Fenster sind, mit Kasten vor,
Wie schwarze Waben in dem Bienenstock.
Man treibt sie ein, wie Schafe zu der Schur.
Die grauen Rücken drängen in den Stall.
Und klappernd schallt heraus der Widerhall
Der Holzpantoffeln auf dem Treppenflur.
[122]
Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[123] Nach der Schlacht

In Maiensaaten liegen eng die Leichen,
Im grünen Rain, auf Blumen, ihren Betten.
Verlorne Waffen, Räder ohne Speichen,
Und umgestürzt die eisernen Lafetten.
Aus vielen Pfützen dampft des Blutes Rauch,
Die schwarz und rot den braunen Feldweg decken.
Und weißlich quillt der toten Pferde Bauch,
Die ihre Beine in die Frühe strecken.
Im kühlen Winde friert noch das Gewimmer
Von Sterbenden, da in des Osten Tore
Ein blasser Glanz erscheint, ein grüner Schimmer,
Das dünne Band der flüchtigen Aurore.
[124]
Gruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[125] Gruft 1

Die in der großen Gruft des Todes ruhen,
Wie schlafen sie so stumm im hohlen Sarg.
Des Todes Auge schaut auf stumme Truhen
Aus schwarzem Marmorhaupte hohl und karg.
Sein dunkler Mantel starrt von Staub und Spinnen.
Vor alters schlossen sie der Toten Gruft.
Vergessen wohnen sie. Die Jahre rinnen
Ein unbewegter Strom in dumpfer Luft.
Nach Weihrauch duftet es und morschen Kränzen,
Von trocknen Salben ist die Luft beschwert.
Und in geborstnen Särgen schwimmt das Glänzen
Der Totenkleider, dran Verwesung zehrt.
Aus einer Fuge hängt die schmale Hand
Von einem Kind, wie Wachs so weiß und kalt,
Die, balsamiert, sich um das Sammetband
Der schon in Staub zerfallnen Blumen krallt.
Durch kleine Fenster hoch im Dunkel oben
Verirrt sich gelb des Winterabends Schein.
Sein schmales Band, mit blassem Staub verwoben,
Ruht auf der Sarkophage grauem Stein.
Der Wind zerschlägt ein Fenster. Aus den Händen
Nimmt er der Toten dürre Kränze fort
Und treibt sie vor sich hin an hohen Wänden,
In ewigen Schatten weit und dunklen Ort.
[126]
Die VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[127] [133]Die Vorstadt

In ihrem Viertel, in dem Gassenkot,
Wo sich der große Mond durch Dünste drängt,
Und sinkend an dem niedern Himmel hängt,
Ein ungeheurer Schädel, weiß und tot,
Da sitzen sie die warme Sommernacht
Vor ihrer Höhlen schwarzer Unterwelt,
Im Lumpenzeuge, das vor Staub zerfällt
Und aufgeblähte Leiber sehen macht.
Hier klafft ein Maul, das zahnlos auf sich reißt.
Hier hebt sich zweier Arme schwarzer Stumpf.
Ein Irrer lallt die hohlen Lieder dumpf,
Wo hockt ein Greis, des Schädel Aussatz weißt.
Es spielen Kinder, denen früh man brach
Die Gliederchen. Sie springen an den Krücken
Wie Flöhe weit und humpeln voll Entzücken
Um einen Pfennig einem Fremden nach.
Aus einem Keller kommt ein Fischgeruch,
Wo Bettler starren auf die Gräten böse.
Sie füttern einen Blinden mit Gekröse.
Er speit es auf das schwarze Hemdentuch.
Bei alten Weibern löschen ihre Lust
Die Greise unten, trüb im Lampenschimmer,
Aus morschen Wiegen schallt das Schreien immer
Der magren Kinder nach der welken Brust.
[133]
Ein Blinder dreht auf schwarzem, großem Bette
Den Leierkasten zu der Carmagnole,
Die tanzt ein Lahmer mit verbundener Sohle.
Hell klappert in der Hand die Kastagnette.
Uraltes Volk schwankt aus den tiefen Löchern,
An ihre Stirn Laternen vorgebunden.
Bergmännern gleich, die alten Vagabunden.
Um einen Stock die Hände, dürr und knöchern.
Auf Morgen geht's. Die hellen Glöckchen wimmern
Zur Armesündermette durch die Nacht.
Ein Tor geht auf. In seinem Dunkel schimmern
Eunuchenköpfe, faltig und verwacht.
Vor steilen Stufen schwankt des Wirtes Fahne,
Ein Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen.
Man sieht die Schläfer ruhn, wo sie gebrochen
Um sich herum die höllischen Arkane.
Am Mauertor, in Krüppeleitelkeit
Bläht sich ein Zwerg in rotem Seidenrocke,
Er schaut hinauf zur grünen Himmelsglocke,
Wo lautlos ziehn die Meteore weit.
[134]
Der AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Abend

Versunken ist der Tag in Purpurrot,
Der Strom schwimmt weiß in ungeheurer Glätte.
Ein Segel kommt. Es hebt sich aus dem Boot
Am Steuer groß des Schiffers Silhouette.
Auf allen Inseln steigt des Herbstes Wald
Mit roten Häuptern in den Raum, den klaren.
Und aus der Schluchten dunkler Tiefe hallt
Der Waldung Ton, wie Rauschen der Kitharen.
Das Dunkel ist im Osten ausgegossen,
Wie blauer Wein kommt aus gestürzter Urne.
Und ferne steht, vom Mantel schwarz umflossen,
Die hohe Nacht auf schattigem Kothurne.
[135]
HerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Herbst

Die Faune treten aus den Wäldern alle
Des Herbstes Chor. Ein ungeheurer Kranz.
Die Hände haltend, springen sie zum Schalle
Der Widderhörner froh zu Tal im Tanz.
Der Lenden Felle schüttern von dem Sturze,
Die weiß und schwarz wie Ziegenvlies gefleckt.
Der starke Nacken stößt empor das kurze
Gehörn, das sich aus rotem Weinlaub streckt.
Die Hufe schallen, die vom Horne starken.
Den Thyrsus haun sie auf die Felsen laut.
Der Paian tönt in die besonnten Marken,
Der Brustkorb bläht mit zottig schwarzer Haut
Des Waldes Tiere fliehen vor dem Lärme
In Scharen flüchtig her und langem Sprung.
Um ihre Stirnen fliegen Falterschwärme,
Berauscht von ihrer Kränze Duft und Trunk.
Sie nahn dem Bache der von Schilf umzogen
Durch Wiesen rauscht. Das Röhricht läßt sie ein.
Sie springen mit den Hufen in die Wogen
Und baden sich vom Schlamm der Wälder rein.
Das Schilfrohr tönt vom Munde der Dryaden,
Die auf den Weiden wohnen im Geäst.
Sie schaun herauf Ihr Rücken glänzt vom Baden
Wie Leder braun und wie von Öl genäßt.
[136]
Sie brüllen wild und langen nach den Zweigen.
Ihr Glied treibt auf, von ihrer Gier geschwellt.
Die Elfen fliegen fort, wo noch das Schweigen
Des Mittagstraums auf goldnen Höhen hält.
[137]
Der TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[138] [147]Der Tag

Palmyras Tempelstaub bläst auf der Wind,
Der durch die Hallen säuselt in der Zeit
Des leeren Mittags, wo die Sonne weit
Im Blauen rast. Der goldene Atem spinnt,
Der goldene Staub des Mittags sich wie Rauch
Im Glanz der Wüste, wie ein seidenes Zelt
Der ungeheuren Fläche. Dach der Welt.
Wie ferne Flöten tönt des Zephirs Hauch,
Und leise singt der Sand. Doch unverweilt
Jagt hoch das Licht. Damaskus' Rosenduft
Schlägt auf wie eine Woge in die Luft,
Wie eine Flamme, die den Äther teilt.
Der weißen Stiere roter Blutsaft schäumt
Auf Tempelhöfen, wo das Volk im Kranz
Des Blutes Regen fühlt, und seinen Glanz,
Der mit Rubinen ihre Togen säumt.
Ein Tänzer tanzt im blauen Mittagsrot
Auf weißer Platte, der vom Strahle trank. –
Das Licht entflieht. Der Libanon versank,
Der Zedern Haus, das sich dem Gotte bot.
Und westwärts eilt der Tag. Mit tiefem Gold
Ist weit des Westens Wölbung angefüllt:
Des Gottes Rundschild, der die Schultern hüllt
Des Flüchtigen. Sein blauer Helmbusch rollt
[147]
Darob im Sturme weit am Horizont,
Am Meer, und seiner Inseln Perlenseil.
Er eilt dahin, wo schon der Ida steil
Mit Eichen tost und dröhnt der Hellespont.
Das Stromland fort, dem grünen Abend zu.
Wie der Drommete Ton erschallt sein Gang
An Ossas Echo. Troas Schilf entlang,
In rote Wälder tritt sein Purpurschuh,
In Sammetwiesen weich. Dem Feuer nach,
Das einst gen Argos flog, tritt machtvoll er
Auf Chalkis hin. Darunter rauscht das Meer
Hervor aus grüner Grotten Steingemach.
Sein Arm, den er auf Meer und Lande streckt,
Ragt dunkel auf wie eine Feuersbrunst.
Sein Atem füllt das Meer mit schwarzem Dunst,
Des weißes Maul die roten Sohlen leckt.
Auf Marathon schleppt seines Mantels Saum,
Ein violetter Streif, wo schon das Horn
Der Muschel stimmt am Strand der Toten vorn
Der Sturmgott laut aus weißer Brandung Schaum.
Des Rohres rote Fahnen rührt der Wind
Von seines Fußes Fittich um am Strand
Der fernen Elis, da der Nacht Trabant,
Schildknappe Mond, den dunklen Pfad beginnt.
[148]
Der BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[149] Der Blinde

Man setzt ihn hinter einen Gartenzaun.
Da stört er nicht mit seinen Quälerein.
»Sieh dir den Himmel an!« Er ist allein.
Und seine Augen fangen an zu schaun.
Die toten Augen. »O, wo ist er, wie
Ist denn der Himmel? Und wo ist sein Blau?
O Blau, was bist du? Stets nur weich und rauh
Fühlt meine Hand, doch eine Farbe nie.
Nie Purpurrot der Meere. Nie das Gold
Des Mittags auf den Feldern, nie den Schein
Der Flamme, nie den Glanz im edlen Stein,
Nie langes Haar, das durch die Kämme rollt.
Niemals die Sterne. Wälder nie, nie Lenz
Und seine Rosen. Stets durch Grabesnacht
Und rote Dunkelheit werd ich gebracht
In grauenvollem Fasten und Karenz.«
Sein bleicher Kopf steigt wie ein Lilienschaft
Aus magrem Hals. Auf seinem dürren Schlund
Rollt wie ein Ball des Adamsapfels Rund.
Die Augen quellen aus der engen Haft,
Ein Paar von weißen Knöpfen. Denn der Strahl
Des weißen Mittags schreckt die Toten nicht.
Der Himmel taucht in das erloschene Licht
Und spiegelt in dem bleiernen Opal.
[150]
Der Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[151] [153]Der Tod der Liebenden

Durch hohe Tore wird das Meer gezogen
Und goldne Wolkensäulen, wo noch säumt
Der späte Tag am hellen Himmelsbogen
Und fern hinab des Meeres Weite träumt.
»Vergiß der Traurigkeit, die sich verlor
Ins ferne Spiel der Wasser, und der Zeit
Versunkner Tage. Singt der Wind ins Ohr
Dir seine Schwermut, höre nicht sein Leid.
Laß ab von Weinen. Bei den Toten unten
Im Schattenlande werden bald wir wohnen
Und ewig schlafen in den Tiefen drunten,
In den verborgenen Städten der Dämonen.
Dort wird uns Einsamkeit die Lider schließen.
Wir hören nichts in unserer Hallen Räumen,
Die Fische nur, die durch die Fenster schießen,
Und leisen Wind in den Korallenbäumen.
Wir werden immer beieinander bleiben
Im schattenhaften Walde auf dem Grunde.
Die gleiche Woge wird uns dunkel treiben,
Und gleiche Träume trinkt der Kuß vom Munde.
Der Tod ist sanft. Und die uns niemand gab,
Er gibt uns Heimat. Und er trägt uns weich
In seinem Mantel in das dunkle Grab,
Wo viele schlafen schon im stillen Reich.«
[153]
Des Meeres Seele singt am leeren Kahn.
Er treibt davon, ein Spiel den tauben Winden
In Meeres Einsamkeit. Der Ozean
Türmt fern sich auf zu schwarzer Nacht, der Blinden.
In hohen Wogen schweift ein Kormoran
Mit grünen Fittichs dunkler Träumerei.
Darunter ziehn die Toten ihre Bahn.
Wie blasse Blumen treiben sie vorbei.
Sie sinken tief. Das Meer schließt seinen Mund
Und schillert weiß. Der Horizont nur bebt
Wie eines Adlers Flug, der von dem Sund
Ins Abendmeer die blaue Schwinge hebt.
[154]
Die ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[155] [157]Die Professoren

Zu vieren sitzen sie am grünen Tische,
Verschanzt in seines Daches hohe Kanten.
Kahlköpfig hocken sie in den Folianten,
Wie auf dem Aas die alten Tintenfische.
Manchmal erscheinen Hände, die bedreckten
Mit Tintenschwärze. Ihre Lippen fliegen
Oft lautlos auf. Und ihre Zungen wiegen
Wie rote Rüssel über den Pandekten.
Sie scheinen manchmal ferne zu verschwimmen,
Wie Schatten in der weißgetünchten Wand.
Dann klingen wie von weitem ihre Stimmen.
Doch plötzlich wächst ihr Maul. Ein weißer Sturm
Von Geifer. Stille dann. Und auf dem Rand
Wiegt sich der Paragraph, ein grüner Wurm.
[157]
Der HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Hunger

Er fuhr in einen Hund, dem groß er sperrt
Das rote Maul. Die blaue Zunge wirft
Sich lang heraus. Er wälzt im Staub. Er schlürft
Verwelktes Gras, das er dem Sand entzerrt.
Sein leerer Schlund ist wie ein großes Tor,
Drin Feuer sickert, langsam, tropfenweis,
Das ihm den Bauch verbrennt. Dann wäscht mit Eis
Ihm eine Hand das heiße Speiserohr.
Er wankt durch Dampf Die Sonne ist ein Fleck,
Ein rotes Ofentor. Ein grüner Halbmond führt
Vor seinen Augen Tänze. Er ist weg.
Ein schwarzes Loch gähnt, draus die Kälte stiert.
Er fällt hinab, und fühlt noch, wie der Schreck
Mit Eisenfäusten seine Gurgel schnürt.
[158]
OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[159] Ophelia

1.

Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten,
Und die beringten Hände auf der Flut
Wie Flossen, also treibt sie durch den Schatten
Des großen Urwalds, der im Wasser ruht.
Die letzte Sonne, die im Dunkel irrt,
Versenkt sich tief in ihres Hirnes Schrein.
Warum sie starb? Warum sie so allein
Im Wasser treibt, das Farn und Kraut verwirrt?
Im dichten Röhricht steht der Wind. Er scheucht
Wie eine Hand die Fledermäuse auf.
Mit dunklem Fittich, von dem Wasser feucht
Stehn sie wie Rauch im dunklen Wasserlauf,
Wie Nachtgewölk. Ein langer, weißer Aal
Schlüpft über ihre Brust. Ein Glühwurm scheint
Auf ihrer Stirn. Und eine Weide weint
Das Laub auf sie und ihre stumme Qual.
2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß.
Der Felder gelbe Winde schlafen still.
Sie kommt, ein Vogel, der entschlafen will.
Der Schwäne Fittich überdacht sie weiß.
[160]
Die blauen Lider schatten sanft herab.
Und bei der Sensen blanken Melodien
Träumt sie von eines Kusses Karmoisin
Den ewigen Traum in ihrem ewigen Grab.
Vorbei, vorbei. Wo an das Ufer dröhnt
Der Schall der Städte. Wo durch Dämme zwingt
Der weiße Strom. Der Widerhall erklingt
Mit weitem Echo. Wo herunter tönt
Hall voller Straßen. Glocken und Geläut.
Maschinenkreischen. Kampf. Wo westlich droht
In blinde Scheiben dumpfes Abendrot,
In dem ein Kran mit Riesenarmen dräut,
Mit schwarzer Stirn, ein mächtiger Tyrann,
Ein Moloch, drum die schwarzen Knechte knien.
Last schwerer Brücken, die darüber ziehn
Wie Ketten auf dem Strom, und harter Bann.
Unsichtbar schwimmt sie in der Flut Geleit.
Doch wo sie treibt, jagt weit den Menschenschwarm
Mit großem Fittich auf ein dunkler Harm,
Der schattet über beide Ufer breit.
Vorbei, vorbei. Da sich dem Dunkel weiht
Der westlich hohe Tag des Sommers spät,
Wo in dem Dunkelgrün der Wiesen steht
Des fernen Abends zarte Müdigkeit.
[161]
Der Strom trägt weit sie fort, die untertaucht,
Durch manchen Winters trauervollen Port.
Die Zeit hinab. Durch Ewigkeiten fort,
Davon der Horizont wie Feuer raucht.
[162]
Der Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Winter

Der blaue Schnee liegt auf dem ebenen Land,
Das Winter dehnt. Und die Wegweiser zeigen
Einander mit der ausgestreckten Hand
Der Horizonte violettes Schweigen.
Hier treffen sich auf ihrem Weg ins Leere
Vier Straßen an. Die niedren Bäume stehen
Wie Bettler kahl. Das Rot der Vogelbeere
Glänzt wie ihr Auge trübe. Die Chausseen
Verweilen kurz und sprechen aus den Ästen.
Dann ziehn sie weiter in die Einsamkeit
Gen Nord und Süden und nach Ost und Westen,
Wo bleicht der niedere Tag der Winterzeit.
Ein hoher Korb mit rissigem Geflecht
Blieb von der Ernte noch im Ackerfeld.
Weißbärtig, ein Soldat, der nach Gefecht
Und heißem Tag der Toten Wache hält.
Der Schnee wird bleicher, und der Tag vergeht.
Der Sonne Atem dampft am Firmament,
Davon das Eis, das in den Lachen steht
Hinab die Straße rot wie Feuer brennt.
[163]
MarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[164] Marengo

Schwarzblau der Alpen, und der kahlen Flur,
Die Südsturm drohn. Mit Wolken tief verhangen
Ist grau das Feld. Ein ungeheures Bangen
Beengt den Tag. Den Atem der Natur
Stopft eine Faust. Hinab die Lombardei
Ist Totenstille. Und kein Gras, kein Baum.
Das Röhricht regt kein Wind im leeren Raum.
Kein Vogel streift in niedrer Luft vorbei.
Fern sieht man Wagen, wo sich langsam neigt
Ein Brückenpaar. Man hört den dumpfen Fall
Am Wasser fort. Und wieder droht und schweigt
Verhängnis dieses Tags. Ein weißer Ball,
Die erste der Granaten. Und es steigt
Der Sturm herauf des zweiten Prairial.
[165]
Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Das Fieberspital

1.

Die bleiche Leinwand in den vielen Betten
Verschwimmt in kahler Wand im Krankensaal.
Die Krankheiten alle, dünne Marionetten,
Spazieren in den Gängen. Eine Zahl
Hat jeder Kranke. Und mit weißer Kreide
Sind seine Qualen sauber aufnotiert.
Das Fieber donnert. Ihre Eingeweide
Brennen wie Berge. Und ihr Auge stiert
Zur Decke auf, wo ein paar große Spinnen
Aus ihrem Bauche lange Fäden ziehn.
Sie sitzen auf in ihrem kalten Linnen
Und ihrem Schweiß mit hochgezognen Knien.
Sie beißen auf die Nägel ihrer Hand.
Die Falten ihrer Stirn, die rötlich glüht,
Sind wie ein graugefurchtes Ackerland,
Auf dem des Todes großes Frührot blüht.
Sie strecken ihre weißen Arme vor,
Vor Kälte zitternd und vor Grauen stumm.
Schon wälzt ihr Hirn sich schwarz von Ohr zu Ohr
In ungeheurem Wirbel schnell herum.
[166]
Dann gähnt in ihrem Rücken schwarz ein Spalt,
Und aus der weißgetünchten Mauerwand
Streckt sich ein Arm. Um ihre Kehle ballt
Sich langsam eine harte Knochenhand.
2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf
In ihrer Kissen Schatten. Und herein
Kriecht Wassernebel kalt. Sie hören dumpf
Durch ihren Saal der Qualen Litanein.
Das Fieber kriecht in ihren Lagern um,
Langsam, ein großer, gelblicher Polyp.
Sie schaun ihm zu, von dem Entsetzen stumm.
Und ihre Augen werden weiß und trüb.
Die Sonne quält sich auf dem Rand der Nacht.
Sie blähn die Nasen. Es wird furchtbar heiß.
Ein großes Feuer hat sie angefacht,
Wie eine Blase schwankt ihr roter Kreis.
Auf ihrem Dache sitzt ein Mann im Stuhl
Und droht den Kranken mit dem Eisenstab.
Darunter schaufeln in dem heißen Pfuhl
Die Nigger schon ihr tiefes, weißes Grab.
[167]
Die Leichenträger gehen durch die Reihen
Und reißen schnell die Toten aus dem Bett.
Die andern drehn sich nach der Wand mit Schreien
Der Angst, der Toten gräßlichem Valet.
Moskitos summen. Und die Luft beginnt
Vor Glut zu schmelzen. Wie ein roter Kropf
Schwillt auf ihr Hals, darinnen Lava rinnt.
Und wie ein Ball von Feuer dröhnt ihr Kopf.
Sie machen sich von ihren Hemden los
Und ihren Decken, die sie naß umziehn.
Ihr magrer Leib, bis auf den Nabel bloß,
Wiegt hin und her im Takt der Phantasien.
Das Floß des Todes steuert durch die Nacht
Heran durch Meere Schlamms und dunkles Moor.
Sie hören bang, wie seine Stange kracht
Lauthallend unten am Barackentor.
Zu einem Bette kommt das Sakrament.
Der Priester salbt dem Kranken Stirn und Mund.
Der Gaumen, der wie rotes Feuer brennt,
Würgt mühsam die Oblate in den Schlund.
Die Kranken horchen auf der Lagerstatt
Wie Kröten, von dem Lichte rot gefleckt.
Die Betten sind wie eine große Stadt,
Die eines schwarzen Himmels Rätsel deckt.
[168]
Der Priester singt. In grauser Parodie
Krähn sie die Worte nach in dem Gebet.
Sie lachen laut, die Freude schüttelt sie.
Sie halten sich den Bauch, den Lachen bläht.
Der Priester kniet sich an der Bettstatt Rand.
In das Brevier taucht er die Schultern ein.
Der Kranke setzt sich auf. In seiner Hand
Dreht er im Kreise einen spitzen Stein.
Er schwingt ihn hoch, haut zu. Ein breiter Riß
Klafft auf des Priesters Kopf, der rückwärts fällt.
Und es erfriert sein Schrei auf dem Gebiß,
Das er im Tode weit noch offen hält.
[169]
Die Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[170] [177]Die Schläfer

Jakob van Hoddis gewidmet


Es schattet dunkler noch des Wassers Schoß,
Tief unten brennt ein Licht, ein rotes Mal
Am schwarzen Leib der Nacht, wo bodenlos
Die Tiefe sinkt. Und auf dem dunklen Tal,
Mit grünem Fittich auf der dunklen Flut
Flattert der Schlaf, der Schnabel dunkelrot,
Drin eine Lilie welkt, der Nacht Salut,
Den Kopf von einem Greise gelb und tot.
Er schüttelt seine Federn wie ein Pfau.
Die Träume wandern wie ein lila Hauch
Um seine Schwinge, wie ein blasser Tau.
In ihre Wolke taucht er, in den Rauch.
Die großen Bäume wandern durch die Nacht
Mit langem Schatten, der hinüber läuft
Ins weiße Herz der Schläfer, die bewacht
Der kalte Mond, der seine Gifte träuft
Wie ein erfahrner Arzt tief in ihr Blut.
Sie liegen fremd einander, stumm, im Haß
Der dunklen Träume, in verborgner Wut.
Und ihre Stirn wird von den Giften blaß.
Der Baum von Schatten klammert um ihr Herz
Und senkt die Wurzeln ein. Er steigt empor
Und saugt sie aus. Sie stöhnen auf vor Schmerz.
Er ragt herauf, am Turm der Nacht, am Tor
[177]
Der blinden Stille. In die Zweige fliegt
Der Schlaf. Und seine kalte Schwinge streift
Die schwere Nacht, die auf den Schläfern liegt
Und ihre Stirn mit Qualen weiß bereift.
Er singt. Ein Ton von krankem Violett
Stößt an den Raum. Der Tod geht. Manches Haar
Streicht er zurück. Ein Kreuz, Asche und Fett,
So malt er seine Frucht im welken Jahr.
[178]
Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[179] [186]Die Dämonen der Städte

Sie wandern durch die Nacht der Städte hin,
Die schwarz sich ducken unter ihrem Fuß.
Wie Schifferbärte stehen um ihr Kinn
Die Wolken schwarz vom Rauch und Kohlenruß.
Ihr langer Schatten schwankt im Häusermeer
Und löscht der Straßen Lichterreihen aus.
Er kriecht wie Nebel auf dem Pflaster schwer
Und tastet langsam vorwärts Haus für Haus.
Den einen Fuß auf einen Platz gestellt,
Den anderen gekniet auf einen Turm,
Ragen sie auf, wo schwarz der Regen fällt,
Panspfeifen blasend in den Wolkensturm.
Um ihre Füße kreist das Ritornell
Des Städtemeers mit trauriger Musik,
Ein großes Sterbelied. Bald dumpf, bald grell
Wechselt der Ton, der in das Dunkel stieg.
Sie wandern an dem Strom, der schwarz und breit
Wie ein Reptil, den Rücken gelb gefleckt
Von den Laternen, in die Dunkelheit
Sich traurig wälzt, die schwarz den Himmel deckt.
Sie lehnen schwer auf einer Brückenwand
Und stecken ihre Hände in den Schwarm
Der Menschen aus, wie Faune, die am Rand
Der Sümpfe bohren in den Schlamm den Arm.
[186]
Einer steht auf. Dem weißen Monde hängt
Er eine schwarze Larve vor. Die Nacht,
Die sich wie Blei vom finstern Himmel senkt,
Drückt tief die Häuser in des Dunkels Schacht.
Der Städte Schultern knacken. Und es birst
Ein Dach, daraus ein rotes Feuer schwemmt.
Breitbeinig sitzen sie auf seinem First
Und schrein wie Katzen auf zum Firmament.
In einer Stube voll von Finsternissen
Schreit eine Wöchnerin in ihren Wehn.
Ihr starker Leib ragt riesig aus den Kissen,
Um den herum die großen Teufel stehn.
Sie hält sich zitternd an der Wehebank.
Das Zimmer schwankt um sie von ihrem Schrei,
Da kommt die Frucht. Ihr Schoß klafft rot und lang
Und blutend reißt er von der Frucht entzwei.
Der Teufel Hälse wachsen wie Giraffen.
Das Kind hat keinen Kopf. Die Mutter hält
Es vor sich hin. In ihrem Rücken klaffen
Des Schrecks Froschfinger, wenn sie rückwärts fällt.
Doch die Dämonen wachsen riesengroß.
Ihr Schläfenhorn zerreißt den Himmel rot.
Erdbeben donnert durch der Städte Schoß
Um ihren Huf, den Feuer überloht.
[187]
Berlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Berlin 8

Schornsteine stehn in großem Zwischenraum
Im Wintertag, und tragen seine Last,
Des schwarzen Himmels dunkelnden Palast.
Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.
Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus,
Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt,
Und auf vereisten Schienen mühsam schleppt
Ein langer Güterzug sich schwer hinaus.
Ein Armenkirchhof ragt, schwarz, Stein an Stein,
Die Toten schaun den roten Untergang
Aus ihrem Loch. Er schmeckt wie starker Wein.
Sie sitzen strickend an der Wand entlang,
Mützen aus Ruß dem nackten Schläfenbein,
Zur Marseillaise, dem alten Sturmgesang.
[188]
Die ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Züge

Rauchwolken, rosa, wie ein Frühlingstag,
Die schnell der Züge schwarze Lunge stößt,
Ziehn auf dem Strom hinab, der riesig flößt
Eisschollen breit mit Stoß und lautem Schlag.
Der weite Wintertag der Niederung
Glänzt fern wie Feuer rot und Gold-Kristall
Auf Schnee und Ebenen, wo der Feuerball
Der Sonne sinkt auf Wald und Dämmerung.
Die Züge donnern auf dem Meilendamme,
Der in die Wälder rennt, des Tages Schweif.
Ihr Rauch steigt auf wie eine Feuerflamme,
Die hoch im Licht des Ostwinds Schnabel zaust,
Der, goldgefiedert, wie ein starker Greif,
Mit breiter Brust hinab gen Abend braust.
[189]
Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[190] [192]Der Gott der Stadt

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knien um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.
Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik
Der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.
Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.
Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt.
[192]
Die Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[193] [198]Die Gefangenen 2

Den harten Weg entlang im kurzen Trab
Zieht sich der Sträflingstrupp, der heim marschiert
Durch kahle Felder in das große Grab,
Das wie ein Schlächterblock ins Graue stiert.
Sturm singt. Wind pfeift. Vor ihnen weht und irrt
Ein Haufe alter Blätter kunterbunt.
Die Wächter schließen ihren Zug. Es klirrt
An ihrem Rock das große Schlüsselbund.
Das breite Tor geht auf im Riesenbau
Und wieder zu. Des Tages roter Rost
Bedeckt den Westen. Trübe in dem Blau
Zittert ein Stern im bittern Winterfrost.
Und ein paar Bäume stehn den Weg entlang
Im halben Licht verkrüppelt und beleibt.
Wie schwarz aus einer Stirn gekrümmt und krank
Ein starkes Horn steht und nach oben treibt.
[198]
Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[199] [201]Der fliegende Holländer

1.

Wie Feuerregen füllt den Ozean
Der schwarze Gram. Die großen Wogen türmt
Der Südwind auf, der in die Segel stürmt,
Die schwarz und riesig flattern im Orkan.
Ein Vogel fliegt voraus. Sein langes Haar
Sträubt von den Winden um das Haupt ihm groß.
Der Wasser Dunkelheit, die meilenlos,
Umarmt er riesig mit dem Schwingenpaar.
Vorbei an China, wo das gelbe Meer
Die Drachendschunken vor den Städten wiegt,
Wo Feuerwerk die Himmel überfliegt
Und Trommeln schlagen um die Tempel her.
Der Regen jagt, der spärlich niedertropft
Auf seinen Mantel, der im Sturme bläht.
Im Mast, der hinter seinem Rücken steht,
Hört er die Totenuhr, die ruhlos klopft.
Die Larve einer toten Ewigkeit
Hat sein Gesicht mit Leere übereist.
Dürr, wie ein Wald, durch den ein Feuer reist.
Wie trüber Staub umflackert es die Zeit.
[201]
Die Jahre graben sich der Stirne ein,
Die wie ein alter Baum die Borke trägt.
Sein weißes Haar, das Wintersturmwind fegt,
Steht wie ein Feuer um der Schläfen Stein.
Die Schiffer an den Rudern sind verdorrt,
Als Mumien schlafen sie auf ihrer Bank.
Und ihre Hände sind wie Wurzeln lang
Hereingewachsen in den morschen Bord.
Ihr Schifferzopf wand sich wie ein Barett
Um ihren Kopf herum, der schwankt im Wind.
Und auf den Hälsen, die wie Röhren sind,
Hängt jedem noch ein großes Amulett.
Er ruft sie an, sie hören nimmermehr.
Der Herbst hat Moos in ihrem Ohr gepflanzt,
Das grünlich hängt und in dem Winde tanzt
Um ihre welken Backen hin und her.
2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom,
Den durch die Nacht der Liebe Schatten führt,
Im unterirdisch ungeheuern Dom,
Wo schwarzer Sturm die Kirchenlampe schürt,
[202]
Die lautlos flackert, ein zerstörtes Herz,
Von Qual durchlöchert, und die Trauer krankt
Im Tode noch in seinem schwarzen Erz.
An langen Ketten zittert es und schwankt.
Sein roter Schein flammt über Gräber hin.
An dem Altare kniet ein Ministrant,
Zwei Dolche in der offnen Brust. Darin
Noch schwelt und steigt trostloser Liebe Brand.
Durch schwarze Stollen flattert das Gespenst.
Er folgt ihm blind, wo schwarze Schatten fliehn,
Den Mond an seiner Stirn, der trübe glänzt,
Und Stimmen hört er, die vorüberziehn
Im hohlen Grund, der von den Qualen schwillt,
Mit dumpfem Laut. Ein ferner Wasserfall
Pocht an der Wand, und bittre Trauer füllt
Wie ein Orkan der langen Treppen Fall.
Fern kommt ein Zug von Fackeln durch ein Tor,
Ein Sarg, der auf der Träger Schultern bebt
Und langsam durch den langen Korridor
In trauriger Musik vorüberschwebt.
Wer ruht darin? Wer starb? Der matte Ton
Der Flöten wandert durch die Gänge fort.
Ein dunkles Echo ruft er noch, wo schon
Die Stille hockt an dem versunknen Ort.
[203]
Das Grau der Mitternacht wird kaum bedeckt
Von einer gelben Kerze, und es saust
Der Wind die Gänge fort, der bellend schreckt
Den Staub der Grüfte auf, der unten haust.
Maßlose Traurigkeit. In Nacht allein
Verirrt der Wandrer durch den hohen Flur,
Wo oben in der dunklen Wölbung Stein
Gestirne fliehn in magischer Figur.
[204]
Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[205] [208]Die Heimat der Toten

1.

Der Wintermorgen dämmert spät herauf.
Sein gelber Turban hebt sich auf den Rand
Durch dünne Pappeln, die im schnellen Lauf
Vor seinem Haupte ziehn ein schwarzes Band.
Das Rohr der Seen saust. Der Winde Pfad
Durchwühlt es mit dem ersten Lichte grell.
Der Nordsturm steht im Feld wie ein Soldat
Und wirbelt laut auf seinem Trommelfell.
Ein Knochenarm schwingt eine Glocke laut.
Die Straße kommt der Tod, der Schifferknecht.
Um seine gelben Pferdezähne staut
Des weißen Bartes spärliches Geflecht.
Ein altes totes Weib mit starkem Bauch,
Das einen kleinen Kinderleichnam trägt.
Er zieht die Brust wie einen Gummischlauch,
Die ohne Milch und welk herunterschlägt.
Ein paar Geköpfte, die vom kalten Stein
Im Dunkel er aus ihren Ketten las.
Den Kopf im Arm. Im Eis den Morgenschein,
Das ihren Hals befror mit rotem Glas.
[208]
Durch klaren Morgen und den Wintertag
Mit seiner Bläue, wo wie Rosenduft
Von gelben Rosen, über Feld und Hag
Die Sonne wiegt in träumerischer Luft.
Ein alter Schädel flattert aus der Gruft,
Mit einem feuerroten Haar beschwingt,
Das um sein Kinn, hoch oben in der Luft,
Der Wind zu feuriger Krawatte schlingt.
Die leere Grube lacht aus schwarzem Mund
Sie freundlich an. Die Leichen fallen um
Und stürzen in den aufgerissenen Schlund.
Des Grabes Platte überschließt sie stumm.
2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Die Lider übereist, das Ohr verstopft
Vom Staub der Jahre, ruht ihr eure Zeit.
Nur manchmal ruft euch noch ein Traum, der klopft
Von fern an eure tote Ewigkeit,
In einem Himmel, der wie Schnee so fahl
Und von dem Zug der Jahre schon versteint.
Auf eurem eingefallenen Totenmal
Wird eine Lilie stehn, die euch beweint.
[209]
Der Märznacht Sturm wird euren Schlaf betaun.
Der große Mond, der in dem Osten dampft,
Wird tief in eure leeren Augen schaun,
Darin ein großer, weißer Wurm sich krampft.
So schlaft ihr fort, vom Flötenspiel gewiegt
Der Einsamkeit, im späten Weltentod,
Da über euch ein großer Vogel fliegt
Mit schwarzem Flug ins gelbe Abendrot.
Des goldenen Tages Brücke spannt sich weit
Und tönt wie einer großen Leier Ton.
Die Pappeln rauschen mit dem Trauerkleid
Die Straße fort, wo weit der Abend schon
Mit Silberbächen überschwemmt das Land,
Und grenzenlos die ferne Weite brennt.
Die Dämmerung steigt wie ein dunkler Brand
Den Zug entlang, der in die Himmel rennt.
Ein Totenhain, und Lorbeer, Baum an Baum,
Wie grüne Flammen, die der Wind bewegt.
Sie flackern riesig in den Himmelsraum,
Wo schon ein blasser Stern die Flügel schlägt.
Wie große Gänse auf dem Säulenschaft
Sitzt der Vampire Volk und friert im Frost.
Sie prüfen ihrer Eisenkrallen Kraft
Und ihre Schnäbel an der Kreuze Rost.
[210]
Der Efeu grüßt die Toten an dem Tor,
Die bunten Kränze winken von der Wand.
Der Tod schließt auf. Sie treten schüchtern vor,
Verlegen drehend die Köpfe in der Hand.
Der Tod tritt an ein Grab und bläst hinein.
Da fliegen Schädel aus der Erde Schoß
Wie große Wolken aus dem Leichenschrein,
Die Bärte tragen rund von grünem Moos.
[211]
Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Schwarze Visionen

An eine imaginäre Geliebte

1.

Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen
In deinem weißen Tuch, ein Eremit,
Und deine Locken, die in Nacht verwesen,
Bedecken tief dein eingesunknes Lid.
Auf deinen Lippen gruben sich die Male
Der toten Küsse schon in Trichtern ein.
Die ersten Würmer tanzen um das fahle
Vom Grubenwasser bleiche Schläfenbein.
Wie Ärzte stechen lang sie die Pinzette
Der Rüssel, die im Fleische Wurzel schlägt.
Du jagst sie nicht von deinem Totenbette,
Du bist verflucht, zu leiden unbewegt.
Des schwarzen Himmels große Grabesglocke
Dreht trüb sich rund um deine Winterzeit.
Und es erstickt der Schneefall, dicke Flocke,
Was unten in den Gräbern weint und schreit.
2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Der großen Städte nächtliche Emporen
Stehn rings am Rand, wie gelbe Brände weit.
Und mit der Fackel scheucht aus ihren Toren
Der Tod die Toten in die Dunkelheit.
[212]
Sie fahren aus wie großer Rauch und schwirren
Mit leisen Klagen durch das Distelfeld.
Am Kreuzweg hocken sie zuhauf und irren
Den Heimatlosen gleich in schwarzer Welt.
Sie schaun zurück von einem kahlen Baume,
Auf den der Wind sie warf. Doch ihre Stadt
Ist zu für sie. Und in dem leeren Raume
Treibt Sturm sie um den Baum, wie Vögel matt.
Wo ist die Totenstadt? Sie wollen schlafen.
Da tut sich auf im ernsten Abendrot
Die Unterwelt, der stillen Städte Hafen,
Wo schwarze Segel ziehen, Boot an Boot.
Und schwarze Fahnen wehn die langen Gassen
Der ausgestorbnen Städte, die verstummt
Im Fluch von weißen Himmeln und verlassen,
Wo ewig eine stumpfe Glocke brummt.
Die schwarzen Brücken werfen ungeheuer
Die Abendschatten auf den dunklen Strom.
Und riesiger Lagunen rotes Feuer
Verbrennt die Luft mit purpurnem Arom.
Kanäle alle, die die Stadt durchschwimmen,
Sind von den Lilienwäldern sanft umsäumt.
Am Bug der Kähne, wo die Lampen glimmen,
Stehn groß die Schiffer, und der Abend träumt
[213]
Wie zarte goldene Kronen um die Stirnen.
Der tiefen Augen dunkler Edelstein
Umschließt des hohen Himmels blasse Firnen,
Wo weidet schon der Mond im grünen Schein.
Die Toten schaun aus ihrem Winterbaume
Den Schläfern zu in ihrem sanften Reich.
Und das Verlangen faßt sie nach dem Saume
Des roten Himmels und dem Abend weich.
Da stürzt sie Hermes, der die Nacht erschüttert
Mit starkem Flug, ein bläulicher Komet,
Den Grund herab, der meilentief erzittert,
Da singend ihn der Toten Zug durchweht.
Sie nahn den Städten, da sie wohnen sollen,
Draus goldne Winde gehn im Abendflug.
Der Tore Amethyst im tiefen Stollen
Küßt ihrer Reiherschwingen langer Zug.
Die Silberstädte, die im Monde glühen,
Umarmen sie mit ihres Sommers Pracht,
Wo schon im Ost wie große Rosen blühen
Die Morgenröten in die Mitternacht.
3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[214] 3.

Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge
Und flattern über dich wie Frühlingswind.
Wie Nachtigallen rühren sie das karge,
Wachsbleiche Haupt mit ihren Klagen lind.
Mit Sammethänden wollen sie dich grüßen
Von meiner Qual. Und wie ein Weinblatt rot,
So taumeln ihre Küsse dir zu Füßen,
Und ziehn wie Tauben sanft um deinen Tod.
Sie schwingen über dir die Fackelbrände,
Die furchtbar wecken auf die schwarze Nacht.
Sie geben dir in deine weißen Hände
Tränen von Stein, die ich dir dargebracht.
Sie laden Düfte aus den Duft-Amphoren
Und überschütten dich mit Ambra ganz.
Dein schwarzes Haar steht auf, an Himmels Toren,
Wie eines Sterngewölkes dünner Glanz.
Sie werden große Pyramiden bauen,
Darauf sie türmen deinen schwarzen Schrein.
Dann wirst du in die wilde Sonne schauen,
Die in dein Blut stürzt wie ein dunkler Wein.
4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[215] 4.

Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet,
Stößt wie ein Aar zu deinen Häupten weit,
Und ihrer Purpurlippen Traum befeuchtet
Mit Tränentau dein weißes Totenkleid.
Dann nimmst dein Herz du aus den weißen Brüsten
Und zeigst es rings dem stillen Heiligtum.
Und deine stolze Flamme rührt die Küsten
Des Himmels an, die werfen deinen Ruhm
Ins Meer der Toten aus wie starke Wellen.
Die großen Schiffe schwimmen um dich her,
Um deinen Turm, und ihre Lieder schwellen
Wie Abendwolken sanft vom großen Meer.
Und was ich dir in meinen Träumen sage,
Das schrein die Priester aus mit Tuba-Ton.
Der Meere dunkle Buchten füllt die Klage
Um dich wie Schilfrohr sanft und schwarzer Mohn.
5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[216] 5.

Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche,
Wie ein Korund, der tief im Grunde glüht.
In deiner Locken dunkle Flammenbäche
Verliebt, verweilt er auf den Städten müd.
Dann kommen alle Toten aus den Grüften
Und ziehn um dich in langer Prozession.
Von rosa Glase flattern in den Lüften
Die Schatten, die von innern Flammen lohn.
6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

6.

Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche.
Ich folge dir dereinst, du Trauerbild,
Und halte ewig deine Hand, die bleiche,
Die meiner Küsse blasse Lilie füllt.
Dann überschwemmen lange Ewigkeiten
Der Himmel Mauern und das tote Land,
Die, große Schatten, in den Westen schreiten,
Wo ehern ruht der Horizonte Wand.
[217]
Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Columbus

12. Oktober 1492


Nicht mehr die Salzluft, nicht die öden Meere,
Drauf Winde stürmen hin mit schwarzem Schall.
Nicht mehr der großen Horizonte Leere,
Draus langsam kroch des runden Mondes Ball.
Schon fliegen große Vögel auf den Wassern
Mit wunderbarem Fittich blau beschwingt.
Und weiße Riesenschwäne mit dem blassern
Gefieder sanft, das süß wie Harfen klingt.
Schon tauchen andre Sterne auf in Chören,
Die stumm wie Fische an dem Himmel ziehn.
Die müden Schiffer schlafen, die betören
Die Winde, schwer von brennendem Jasmin.
Am Bugspriet vorne träumt der Genueser
In Nacht hinaus, wo ihm zu Füßen blähn
Im grünen Wasser Blumen, dünn wie Gläser,
Und tief im Grund die weißen Orchideen.
Im Nachtgewölke spiegeln große Städte,
Fern, weit, in goldnen Himmeln wolkenlos,
Und wie ein Traum versunkner Abendröte
Die goldnen Tempeldächer Mexikos.
Das Wolkenspiel versinkt im Meer. Doch ferne
Zittert ein Licht im Wasser weiß empor.
Ein kleines Feuer, zart gleich einem Sterne.
Dort schlummert noch in Frieden Salvador.
[218]
Verfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[219] [225]Verfluchung der Städte 5

Ihr seid verflucht. Doch eure Süße blüht
Wie eines herben Kusses dunkle Frucht,
Wenn Abend warm um eure Türme sprüht,
Und weit hinab der langen Gassen Flucht.
Dann zittern alle Glocken allzumal
In ihrem Dach, wie Sonnenblumen welk.
Und weit wie Kreuze wächst in goldner Qual
Der hohen Galgen düsteres Gebälk.
Die Toten schaukeln zu den Glockenklängen
Im Wind, der ihre schwarzen Leichen schwenkt,
Wie Fledermäuse, die im Baume hängen,
Die Toten, die der Abend übersengt.
[225]
Und wie ein Meer von Flammen ragt die Stadt
Wo noch der West wie rotes Eisen glänzt,
In den die Sonne, wie ein Stierhaupt glatt,
Die Hörner streckt, (die dunkles) Blut bekränzt.
[226]
Die blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[227] [230]Die blinden Frauen

Die Blinden gehn mit ihren Wärterinnen,
Schwarze Kolosse, Moloche aus Ton,
Die Sklaven vorwärts ziehn. Und sie beginnen
Ein Blindenlied mit lang gezogenem Ton.
Sie ziehn wie Chöre auf mit starkem Schritte,
Im Eisenhimmel, der sie kalt umspannt.
Der Wind türmt auf der großen Schädel Mitte
Ihr graues Haar wie einen Aschenbrand.
Sie tasten sich an ihrem großen Stabe
Die lange Straße auf zu ihrem Kamm.
Auf ihrer ungeheuren Stirnen Grabe
Brennt eines dunklen Gottes Pentagramm.
Der Abend hängt wie eine Feuertonne
Am Horizont auf einem Pappelbaum.
Der Blinden Arme stechen in die Sonne
Wie Kreuze schwarz am frohen Himmelssaum.
[230]
Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte
1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Das infernalische Abendmahl

1.

Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich,
Ihr, die der Sturm der Qualen stets durchrast,
Ihr, deren Stirn der Lasten weites Reich,
Ihr, deren Auge Kummer schon verglast,
Ihr, denen auf der jungen Schläfe brennt
Wie Aussatz schon das große Totenmal,
Tretet heran, empfangt das Sakrament
Verfluchter Hostien in dem Haus der Qual.
Besteigt die Brücke auf dem schwarzen Fluß,
Darüber wallet der Verfluchten Schar.
Und dunkel grüßt euch groß der Portikus,
Durch den in Dämmrung glänzt der Hochaltar,
Den tausend Kerzen schmücken, die von Blut
Und Fett der Ungebornen sind gedreht.
Wo Knochen hängen, und der rote Sud
Teuflischen Weihrauchs euch entgegenweht.
Wo Priester in der höllischen Soutane
In Reihen knien, zu hellem Meßgeläut,
Wo von den Kanzeln Fahne über Fahne
Wie rote Höllenflamme euch bedräut.
[231]
Ein nackter Abt bläht vor dem Götterbild
Den feisten Bauch, da er die Messe singt.
Er greift den Kelch, mit rotem Blut gefüllt,
Den hoch er auf das Haupt der Menge schwingt.
»Trinket mein Blut.« Er trinkt den Becher leer,
Der in sein Herz wie rote Lava quillt.
Sein Gaumen leuchtet wie ein rotes Meer,
Der von dem Glanz des Götterblutes schwillt.
Auf euren Schläfen, wo der Horst der Qual,
Die schwarze Bastion der Hölle droht,
Springt eine Flamme auf, die spitz und schmal
Wie der Skorpione schwarze Zunge loht.
Nachtschwarze Wolken drängen in den Dom
Voll Sturm und Blitzen durch das große Tor.
Ein Wetter tost. Im schwarzen Regenstrom
Versinkt der Orgel Ton im fernen Chor.
Die Gräber springen auf. Der Toten Hand
Streckt weiß und kalt die Knochenfinger aus.
Sie winken euch aus ihrem dunklen Land.
Und ihr Geschrei erfüllt das Riesenhaus.
Die Fliesen brechen auf. Und Lethe braust
Tief unten über einen Wasserfall.
Der Abgrund schwindelt Meilen tief und saust
Voll ungeheurer Stürme weitem Hall.
[232]
Die Höllensöhne fahren ihn herab
Mit schwarzem Takelwerk durch den Typhon.
Sie schauen singend in das weite Grab
Vom Totenkopfe ihrer Schiffs-Galion.
2. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

2.

Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt
Durch Ewigkeiten fern vom Grund der Qual,
Hoch oben, wo im Dom der Regen stürmt,
Erscheint des Gottes Haupt, wie Morgen fahl.
Die weiten Kirchen füllt der Sphären Traum
Voll Schweigen, das wie leise Harfen klingt,
Da, wie der Mond vom großen Himmelsraum,
Des Gottes weißes Haupt heruntersinkt.
Tretet heran. Sein Mund ist süß wie Frucht,
Sein Blut ist, wie der Wein, langsam und schwer.
Auf seiner Lippen dunkelroter Bucht
Wiegt blaue Glut von fernem Sommermeer.
Tretet heran. Wie Flaum von Faltern zart,
Wie eines jungen Sternes goldne Nacht,
Zittert sein Mund, in seinem goldnen Bart,
Wie Chrysolith in einem tiefen Schacht.
[233]
Tretet heran. Wie einer Schlange Haut
So kühl ist er, weich wie ein Purpurkleid,
Wie Abendrot so sanft, das übergraut
Brennender Liebe wildes Herzeleid.
Der Gram gefallner Engel ruht, ein Traum,
Auf seiner Stirn, der Qualen weißem Thron,
Wie Schläfer traurig, denen floh zum Saum
Des blassen Morgens ihre Vision.
Tiefer als tausend leere Himmel tief
Ist seine Schwermut, wie die Hölle schön,
Wo in den roten Abgrund sich verlief
Ein bleicher Sonnenstrahl aus Mittagshöhn.
Sein Leid ist wie ein Leuchter in der Nacht,
Schauet die Flamme, die sein Haupt umloht,
Und doppelhörnig in der düstren Pracht
Aus seinem Lockenwald ins Dunkel droht.
Sein Leid ist wie ein Teppich, drauf die Schrift
Der Kabbalisten brennt durch Dunkelheit,
Ein Eiland, dem ‹vorbei› ein Segler schifft,
Wenn in den Bergen fern das Einhorn schreit.
Sein Leib trägt eines Schattenwaldes Duft,
Wo großer Sümpfe Trauervögel ziehn,
Ein König, der durch seiner Ahnen Gruft
Nachdenklich geht in weißem Hermelin.
[234]
Tretet heran, entflammt von seinem Gram.
Trinkt seinen Atem, der so kühl wie Eis,
Der über tausend Paradiese kam,
Voll Duft, der jeden Kummer weiß.
Er lächelt, seht. Und eurer Seele Bild
Wird wie ein Weiher, der im Schilfe schweigt,
Wo leis des Hirtengottes Flöte schwillt,
Der durch die Lorbeerschlucht heruntersteigt.
Schlaft ein. Die Nacht, die schwarz im Dome hängt,
Verlöscht die Lampen an dem Hochaltar.
Der große Adler seines Schweigens senkt
Auf eure Stirn sein dunkles Schwingenpaar.
Schlaft, schlaft. Des Gottes dunkler Mund, er streift
Euch herbstlich kühl, wie kalter Gräber Wind,
Darauf des falschen Kusses Blume reift,
Wie Mehltau giftig, gelb wie Hyazinth.
[235]
Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[236] [239]Luna 1

Den blutrot dort der Horizont gebiert,
Der aus der Hölle großen Schlünden steigt,
Sein Purpurhaupt mit Wolken schwarz verziert,
Wie um der Götter Stirn Akanthus schweigt,
Er setzt den großen goldnen Fuß voran
Und spannt die breite Brust wie ein Athlet,
Und wie ein Partherfürst zieht er bergan,
Der Schläfe goldenes Gelock umweht.
Hoch über Sardes und der schwarzen Nacht,
Auf Silbertürmen und der Zinnen Meer,
Wo mit Posaunen schon der Wächter wacht,
Der ruft vom Pontos bald den Morgen her.
Zu seinem Fuße schlummert Asia weit,
Ein blauer Schatten, unterm Ararat
Des Schneehaupt schimmert durch die Einsamkeit,
Bis wo Arabia in das weiche Bad
Der Meere mit den weißen Füßen steigt,
Und fern im Süden, wie ein großer Schwan,
Sein Haupt der Sirius auf die Wasser neigt
[Und singend schwimmt hinab den Ozean.]
Mit großen Brücken, blau wie blanker Stahl,
Mit Mauern weiß wie Marmor ruhet aus
Die große Ninive im schwarzen Tal,
Nur wenig Fackeln werfen noch hinaus
[239]
Ihr Licht, wie Speere weit, wo dunkel braust
Der Euphrat, der sein Haupt in Wüsten taucht.
Die Große ruht, um ihre Stirne saust
Ein Schwarm von Träumen, die vom Wein noch raucht.
Hoch auf der Kuppel, auf dem dunklen Strom
Belauscht allein der bösen Sterne Bahn
In weißem Faltenkleid ein Astronom,
Der neigt sein Szepter dem [Aldebaran],
Der mit dem Monde kämpft um weißern Glanz,
Wo ewig strahlt die ‹Nacht›, und ferne stehn
Am Wüstenrand, im blauen Lichte ganz
Einsame Brunnen, und im Winde wehn
Ölwälder fern um leere Tempel lind,
Ein See von Silber, und in schmaler Schlucht
Uralter Berge tief im Grunde rinnt
Ein Wasser sanft um dunkler Ulmen Bucht.
[240]
Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[241] [248]Der Frühling 5

Er stirbt am Waldrand. Mit verhaltnem Laut
Klagt schon sein Schatten an des Hades Tor.
Der Kranz von Lattich, den sein Haupt verlor,
Fiel unter Disteln und das Schierlingskraut.
Den Pfeil im Hals, verschüttet er sein Blut,
Das schwarze Faunsblut in den grünen Grund
Der abendlichen Halde aus dem Mund
Drauf schon der Tod, ein schwarzer Falter, ruht.
Der Himmel Thrakiens glänzt im Abend grün,
Ein Silberleuchter seinem Sterbeschrei,
Auf fernen Bergen, wo die Eichen glühn.
Tief unter ihm verblaßt die weite Bai,
Darüber hoch die weißen Wolken ziehn,
Und fern ein Purpursegel schwimmt vorbei.
[248]
Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[249] [253]Die Irren 1

Papierne Kronen zieren sie. Sie tragen
Holzstöcke aufrecht auf den spitzen Knien.
Und ihre langen, weißen Hemden schlagen
Um ihren Bauch wie Königshermelin.
Ein Volk von Christussen, das leise schwebt
Wie große Schmetterlinge durch die Gänge,
Und das wie große Lilien rankt und klebt
Um ihres Käfigs schmerzliches Gestänge.
Der Abend tritt herein mit roten Sohlen,
Zwei Lichtern gleich entbrennt sein goldner Bart.
In dunklen Winkeln hocken sie verstohlen
Wie Kinder einst, in Dämmerung geschart.
Er leuchtet tief hinein in alle Ecken,
Aus allen Zellen grüßt ihn Lachen froh,
Wenn sie die roten, feisten Zungen blecken
Hinauf zu ihm aus ihres Lagers Stroh.
Dann kriechen sie wie Mäuse eng zusammen
Und schlafen unter leisem Singen ein.
Des fernen Abendrotes rote Flammen
Verglühen sanft auf ihrer Schläfen Pein.
[253]
Auf ihrem Schlummer kreist der blaue Mond,
Der langsam durch die stillen Säle fliegt.
Ihr Mund ist schmal, darauf ein Lächeln thront,
Das sich, wie Lotos weiß, im Schatten wiegt.
Bis leise Stimmen tief im Dunkel singen
Vor ihrer Herzen Purpur-Baldachin,
Und aus dem Äthermeer auf roten Schwingen
Träume, wie Sonnen groß, ihr Blut durchziehn.
Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Irren 2

Der Tod zeigt seine weiße Leichenhaut
Vor ihrer Kerkerfenster Arsenal.
Das schwarze Dunkel schleicht in trübem Laut
Geborstner Flöten durch der Nächte Qual.
Und weiße Hände strecken sich und klingen
Aus langen Ärmeln in der Säle Tor.
Um ihre Häupter wehen schwarze Schwingen,
Rauchende Fackeln wie ein Trauerflor.
Bebändert stürzt ein Mar durch ihre Betten,
Der ihre Köpfe schlagend, sie erschreckt.
Wie gelbe Schlangen auf verrufnen Stätten,
So wiegt ihr fahles Haupt, von Nacht bedeckt.
[254]
Ein Schrei. Ein Paukenschall. Ein wildes Brüllen,
Des Echo dumpf in dunkler Nacht verlischt.
Gespenster sitzen um sie her und knüllen
Den Hals wie Stroh. Ihr weißer Atem zischt.
Ihr Haar wird bleich, und feucht vor kaltem Grauen.
Sie fühlen Hammerschlag in ihrer Stirn,
Und große Nägel spitz in Geierklauen,
Die langsam treiben tief in ihr Gehirn.
[255]
Die Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[256] Die Irren 5: Die Somnambulen

Schon braust die Mitternacht. Mit langem Haar
In weiße Tücher feierlich gehüllt
Zieht schwankend auf der Somnambulen Schar,
Wie Rauch so weiß, der weit den Himmel füllt.
Aus allen Dächern steigen sie herauf,
Irrlichtern gleich auf einem schwarzen Sumpf.
Sie tanzen auf der Wetterfahnen Knauf,
Mit irren Lächelns fröhlichem Triumph.
Sie schlagen Zimbeln in der leichten Hand
Und irren singend in der grünen Luft.
Vor ihren Brüsten zittert ihr Gewand,
Die wild den Mond berauschen, süß, voll Duft.
Sie kitzeln ihn mit ihren zarten Händen
Und zwicken leicht ihn in das gelbe Ohr.
Sie wiegen sich in ihren magern Lenden
Im Tanzschritt hin, ein weißer Trauerchor.
Sie fliegen durch die Nacht wie Wolken leise
Hoch über spitzer Berge blauem Grat
Hinauf zu ihm auf ihrer leichten Reise
Zu einem Wiegenlied an Abgrunds Pfad.
[257]
Der Mond umfängt sie sanft mit Spinnenarm.
Ihr Haupt wird von dem Kusse weiß gemalt.
Sie ruhn an ihres Bräutigams Herzen warm,
Der tief durch ihre dünne Rippe strahlt.
[258]
Die IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[259] [262]Die Irren

Variation


Ein Königreich. Provinzen roter Wiesen.
Ein Wärter, eine Peitsche, eine Kette.
So klappern wir in Nessel, Dorn und Klette
Durch wilder Himmel schreckliche Devisen,
Die uns bedrohn mit den gezackten Flammen,
Mit großer Hieroglyphen roter Schrift.
Und unsrer Schlangenadern blaues Gift
Zieht krampfhaft sich in unserm Kopf zusammen.
Daß tausend Disteln unsere Beine schlagen,
Daß manchen Regenwürmchens Köpfchen knackt,
Zu unseres wilden Volks Bacchanten-Takt,
Wir hören's ferne nur in unsere Klagen.
Ein gläsern leichter Fuß ward uns gegeben,
Und Scharlachflügel wächst aus unserm Rücken.
So tanzen wir zum Krach der Scherben-Stücken,
Durch lauter Unrat feierlich zu schweben.
Welch göttlich schönes Spiel. Ein Meer von Feuer.
Der ganze Himmel brennt. Wir sind allein,
Halbgötter wir. Und unser haarig Bein
Springt nackt auf altem Steine im Gemäuer.
Verfallner Ort, versunken tief im Schutte,
Wo wie ein Königshaupt der Ginster schwankt,
Des goldner Arm nach unsern Knöcheln langt
Und lüstern fährt herauf in unsrer Kutte.
[262]
Wo eine alte Weide, dürr und stumm,
Mit Talismanen ihren Bauch behängt,
Vor unsrer Göttlichkeit die Arme senkt,
Und uns beschielt mit Augen, weiß und krumm.
Aus ihrem Loch springt eine alte Maus,
Verrückt wie wir. Ein goldner Schnabel blinkt
Am Himmelsrand. Ein leises Lied erklingt,
Ein Schwan zieht in das Feuer uns voraus.
O süßer Sterbeton, den wir geschlürft.
Breitschwingig flattert er im goldnen West,
Wo hoher Pappeln zitterndes Geäst
Auf unsere Stirnen Gitterschatten wirft.
Die Sonne sinkt auf dunkelroter Bahn,
In einer Wetterwolke klemmt sie fest.
Macht schnell und reißt aus seinem schwarzen Nest
Mit Zangen aus den goldnen Wolken-Zahn.
Hui. Er ist fort. Der dunkle Himmel sinkt
Voll Zorn herab in einen schwarzen Teich,
Des Abgrund droht, mit fahlen Wolken bleich,
Unheimlich, eine Nacht, die Unheil bringt.
Und eine Leiche wohnt im tiefen Grund,
Um die ein Aale-Volk geschmeidig hüpft.
Uralt, ein Fisch, der ein zum Ohre schlüpft
Und wieder ausfährt aus dem offnen Mund.
[263]
Ein Unke ruft. Ein blauer Wiedehopf
Meckert wie eine Ziege in dem Sumpf. –
Was werden eure Stirnen klein und dumpf,
Was sträubt sich euch der graue Narren-Schopf?
Ihr wollet Fürsten sein? Ich sehe Bestien nur,
Die weit die Nacht erschrecken mit Gebell.
Was flieht ihr mich? Die Arme flattern schnell,
Wie Gänsen an dem Messer der Tortur.
Ich bin allein im stummen Wetterland,
Ich, der Jerusalem vom Kreuz geschaut,
Jesus dereinst. Der nun den Brotranft kaut,
Den er im Staub verlorner Winkel fand.
[264]
KataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[265] [276]Kata

Ein roter Donner. Und die Sonne tost,
Ein Purpurdrachen. Sein gezackter Schwanz
Peitscht hoch herauf der weiten Himmel Glanz,
Der Eichen Horizont, drin Flamme glost.
Der großen Babel weiße Marmorwand,
Und riesiger Pagoden goldnen Stein
Zerschmettert fast der ungeheure Schein,
Mit lauten Beilen eine Feuerhand.
Musik, Musik. Ein göttlicher Choral.
Das offne Maul der Sonne stimmt ihn an,
Das Echo dröhnt vom weiten Himmelssaal.
Und ruft hervor der dunklen Nacht Tyrann,
Den Mond, Tetrarchen, der im Wolkental
Schon seltsam lenkt das fahle Viergespann.
[276]
Deine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[277] [315]Deine Wimpern, die langen

An Hildegard K.


Deine Wimpern, die langen,
Deiner Augen dunkele Wasser,
Laß mich tauchen darein,
Laß mich zur Tiefe gehn.
Steigt der Bergmann zum Schacht
Und schwankt seine trübe Lampe
Über der Erze Tor,
Hoch an der Schattenwand,
Sieh, ich steige hinab,
In deinem Schoß zu vergessen,
Fern, was von oben dröhnt,
Helle und Qual und Tag.
An den Feldern verwächst,
Wo der Wind steht, trunken vom Korn,
Hoher Dorn, hoch und krank
Gegen das Himmelsblau.
Gib mir die Hand,
Wir wollen einander verwachsen,
Einem Wind Beute,
Einsamer Vögel Flug,
Hören im Sommer
Die Orgel der matten Gewitter,
Baden in Herbsteslicht,
Am Ufer des blauen Tags.
[315]
Manchmal wollen wir stehn
Am Rand des dunkelen Brunnens,
Tief in die Stille zu sehn,
Unsere Liebe zu suchen.
Oder wir treten hinaus
Vom Schatten der goldenen Wälder,
Groß in ein Abendrot,
Das dir berührt sanft die Stirn.
Göttliche Trauer,
Schweige der ewigen Liebe.
Hebe den Krug herauf,
Trinke den Schlaf.
Einmal am Ende zu stehen,
Wo Meer in gelblichen Flecken
Leise schwimmt schon herein
Zu der September Bucht.
Oben zu ruhn
Im Hause der durstigen Blumen,
Über die Felsen hinab
Singt und zittert der Wind.
Doch von der Pappel,
Die ragt im Ewigen Blauen,
Fällt schon ein braunes Blatt,
Ruht auf dem Nacken dir aus.
[316]
Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[317] [320]Hora Mortis

Gebannt in die Trauer der endlosen Horizonte,
Wo nur ein Baum sich wand unter Schmerz,
Sanken wir, Bergleuten gleich, in das Schweigen der Grube
Unserer Qual. Und von Leere schwoll uns das Herz.
Trüb wie die Winde, im Schierling, bei Büschen und Weiden
Haben wir unsere Hände im Dunkel gesenkt,
Und dann gingen wir lässig, und freuten uns unserer Leiden,
Arme Spiegel, darin sich ein düsterer Abend fängt.
Nachtwandlern gleich, gejagt vom Entsetzen der Träume,
Die seufzend sich stoßen im Dunkel mit ›bleicher‹ Hand,
Also schwankten wir in des Herbstes verschwindende Räume,
Der wie ein Riese sich hob in die Nacht und versank.
Aber im Wolkenland, im Finstern, sahn wir die Schatten
Schwarzer Reiher und hörten den traurigen Flug,
Und wir schwanden dahin in Schwermut und bittrem Ermatten,
Blutleere Seele, die Lethe durch Höhlen voll Kummer trug.
[320]
Die Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[321] [333]Die Tauben 2

Doch nachts im Schatten ihrer hohen Träume
Wie unter großer Eichen kühlem Dach
Klingt um sie laut das Dunkel hundertfach
Und Sterne fahren singend durch die Räume
Vom Hauche Gottes durch das All getrieben
Mit goldnen Federn in die Nacht gespreizt,
Kometen, die mit trübem Schrei zerstieben,
Der traurig ihre schlaffen Ohren beizt.
Sie horchen auf des Waldes Ruhe unten
Wie in den Wurzeln blau der Schlummer schwillt
Und auf der Erde schweres Atmen drunten,
Das langsam ihre großen Höhlen füllt.
Und wieder klingt's in ihren Frieden leise,
Wenn das verborgne Silber wachsend schwärt,
Und das Geräusch der Sonne auf der Reise,
Die unten über weite Meere fährt.
[333]
Auf einmal hören sie die Stürme wehen
Und laute Glocke läuten durch die Nacht.
Sie möchten gern dem Schall entgegengehen,
Erhört, entfesselt, in das Licht gebracht.
Doch plötzlich bricht es ab. Und nur ein Zittern
Ist rund im Raum, das sie im Ohre nagt,
Wie tief in seinem Sarge im Verwittern
Ein Toter weint und seine Trauer klagt.
Ein Lächeln kraut sie dann, daß sie noch leben,
Des Schlummers Sabber hängt sich an ihr Kinn
Und jemand kommt mit Fingern leicht, die schweben
Auf ihrem Rettichkopf wie Fliegen hin.
[334]
Die NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Nacht

Alle Flammen starben in Nacht auf den Stufen.
Alle Kränze verwehten. Und unten im Blute verloren
Seufzte das Grauen. Wie hinter Gestorbener Toren
Manchmal es fern noch hallt von dunkelen Rufen.
Eine Fackel noch oben bog aus den Gängen,
Lief im Chor. Und versank wie das Haar der Dämonen
Rot und rauchend. Doch draußen der Waldung Kronen
Wuchsen im Sturm und zerrten sich in die Länge.
Und in Wolken hoch kamen mit wilden Gesängen
Weiß die Greise der Stürme, und riesige Vögel scheuchten
Über den Himmel hinab, wie Schiffe mit feuchten
Segeln, die schwer auf den Wogen hängen.
Aber die Blitze zerrissen mit wilden und roten
Augen die Nacht, die Öde der Säle zu hellen,
Und in den Spiegeln standen mit Köpfen, den grellen,
Drohend herauf mit schwarzen Händen die Toten.
Bleibe bei mir. Daß unsere Herzen nicht stocken
Wenn die Türen sich auftun ins Finstere leise
Und in der Stille es steht. – Und sein Atem von Eise
Unsere Adern verdorrt und die Seelen macht trocken
[335]
Daß sie dünn wie ein Hauch aus der Tiefe sich lösen,
Flattern hinaus in die Nacht und sinken und fallen
Dürr wie die Blätter, die traurig am Boden wallen
Schlürfend ins Leere dahin, im Winde dem bösen.
Wenn der Donner Gelächter im Dunkel verhallen.
[336]
Träumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Träumerei in Hellblau

Alle [Landschaften] haben
Sich mit Blau gefüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.
Blaue Länder der Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels in Fernen
Zergehen in Wind und Licht.
Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.
Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern, und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.
[337]
Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[338] Die Seefahrer

Die Stirnen der Länder, rot und edel wie Kronen
Sahen wir schwinden dahin im versinkenden Tag
Und die rauschenden Kränze der Wälder thronen
Unter des Feuers dröhnendem Flügelschlag.
Die zerflackenden Bäume mit Trauer zu schwärzen,
Brauste ein Sturm. Sie verbrannten, wie Blut,
Untergehend, schon fern. Wie über sterbenden Herzen
Einmal noch hebt sich der Liebe verlodernde Glut.
Aber wir trieben dahin, hinaus in den Abend der Meere,
Unsere Hände brannten wie Kerzen an.
Und wir sahen die Adern darin, und das schwere
Blut vor der Sonne, das dumpf in den Fingern zerrann.
Nacht begann. Einer weinte im Dunkel. Wir schwammen
Trostlos mit schrägem Segel ins Weite hinaus.
Aber wir standen am Borde im Schweigen beisammen
In das Finstre zu starren. Und das Licht ging uns aus.
Eine Wolke nur stand in den Weiten noch lange,
Ehe die Nacht begann, in dem ewigen Raum
Purpurn schwebend im All, wie mit schönem Gesange
Über den klingenden Gründen der Seele ein Traum.
[339]
Der Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[340] [346]Der Krieg 1

Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt,
Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.
In den Abendlärm der Städte fällt es weit,
Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,
Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.
Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.
In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.
Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.
In der Ferne wimmert ein Geläute dünn
Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.
Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an
Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an.
Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,
Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.
Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,
Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.
Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,
Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.
Über runder Mauern blauem Flammenschwall
Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschall.
›Über Toren, wo die Wächter liegen quer,
Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.‹
[346]
In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein
Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.
Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,
Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.
Und mit tausend roten Zipfelmützen weit
Sind die finstren Ebnen flackend überstreut,
Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her,
›Fegt er in die Feuerhaufen, daß die Flamme brenne mehr.‹
Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
Gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.
Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht
In die Bäume, daß das Feuer brause recht.
Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,
Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.
Aber riesig über glühnden Trümmern steht
Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht,
Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,
In des toten Dunkels kalte Wüstenein,
Daß er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,
Pech und Feuer träufet unten auf Gomorrh.
[347]
Die Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Stadt der Qual

Epôs hos en ktêmasin pipteis.


Ich bin in Wüsten eine große Stadt
Hinter der Nacht und toten Meeren weit.
In meinen Gassen herrscht stets wilder Zank
Geraufter Bärte. Ewig Dunkelheit
Hängt über mir wie eines Tieres Haut.
Ein roter Turm nur flackert in den Raum.
Ein Feuer braust und wirft den Schein von Blut
Wie einen Keil auf schwarzer Köpfe Schaum.
Der Geißeln Hyder bäumt in hoher Faust.
In jedem Dunkel werden Schwerter bloß.
Und auf den Toten finstrer Winkel hockt
Ein Volk von bleichen Narren, kettenlos.
Der Hunger warf Gerippe auf mich hin.
Der Brunnen Röhren waren alle leer;
Mit langen Zungen hingen sie darin,
Blutig und rauh. Doch kam kein Tropfen mehr.
Und gelbe Seuchen blies ich über mich.
Die Leichenzüge gingen auf mir her,
Ameisen gleich mit einem kleinen Sarg,
Und winzige Pfeiferleute bliesen quer.
Altäre wurden prächtig mir gebaut
Und sanken nachts in wildem Loderschein.
Im Dunkel war der Mord. Und lag das Blut
Rostfarbner Mantel auf der Treppen Stein.
[348]
Asche war auf der Völker Haupt gestreut,
Zerfetzt verflog ihr hären Kleid wie Rauch.
So saßen sie wie kleine Kinder nachts
In tauber Angst auf meinem großen Bauch.
Ich bin der Leib voll ausgehöhlter Qual.
In meinen Achseln rotes Feuer hängt.
Ich bäume mich, und schreie manchmal laut,
In schwarzer Himmel Grabe ausgerenkt.
[349]
FröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[350] [389]Fröhlichkeit

Es rauscht und saust von großen Karussellen
Wie Sonnen flammend in den Nachmittagen.
Und tausend Leute sehen mit Behagen,
Wie sich Kamele drehn und Rosse schnelle,
Die weißen Schwäne und die Elefanzen,
Und einer hebt vor Freude schon das Bein
Und grunzt im schwarzen Bauche wie ein Schwein,
Und alle Tiere fangen an zu tanzen.
Doch nebenan, im Himmelslicht, dem hellen,
Gehen die Maurer rund, wie Läuse klein,
Hoch ums Gerüst, ein feuriger Verein,
Und schlagen Takt mit ihren Mauerkellen.
[389]
Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die neuen Häuser

Im grünen Himmel, der manchmal knallt
Vor Frost im rostigen Westen,
Wo noch ein Baum mit den Ästen
Schreit in den Abend, stehen sie plötzlich, frierend und kalt,
Wie Pilze gewachsen, und strecken in ihren Gebresten
Ihre schwarzen und dünnen Dachsparren himmelan,
Klappernd in ihrer Mauern schäbigem Kleid
Wie ein armes Volk, das vor Kälte schreit.
Und die Diebe schleichen über die Treppen hinan,
Springen oben über die Böden mit schlenkerndem Bein,
Und manchmal flackert heraus ihr Laternenschein.
[390]
Der Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[391] [395]Der Winter

Der Sturm heult immer laut in den Kaminen
Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel.
Die Häuser recken sich mit leeren Mienen.
Nun wohnen wir in rings umbauter Enge,
Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben,
Wie Seiler zerrend grauer Stunden Länge.
Die Tage zwängen sich in niedre Stuben,
Wo heisres Feuer krächzt in großen Öfen.
Wir stehen an den ausgefrornen Scheiben
Und starren schräge nach den leeren Höfen.
[395]
Halber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[396] [401]Halber Schlaf

Die Finsternis raschelt wie ein Gewand,
Die Bäume torkeln am Himmelsrand.
Rette dich in das Herz der Nacht,
Grabe dich schnell in das Dunkele ein,
Wie in Waben. Mache dich klein,
Steige aus deinem Bette.
Etwas will über die Brücken,
Es scharret mit Hufen krumm,
Die Sterne erschraken so weiß.
Und der Mond wie ein Greis
Watschelt oben herum
Mit dem höckrigen Rücken.
[401]
SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[402] [405]Simson

In leeren Sälen, die so weit
Wie leerer Atem, im Abende tot
Stehet er breit mit dem Feierkleid
Und der türmenden Mütze rot.
Die Mauern flohen von ihm hinweg,
Die krummen Säulen irrten in Nacht hinaus.
Er ist allein in dem riesigen Haus.
Und niemand ist da, der ihn hält.
Alle sind fort. Und ein Mäusegeschrei
Ist oben rund in der Luft.
Und über die Stiege herum
Huscht es wie Hunde vorbei.
[405]
Die Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[406] [427]Die Nacht 3

Jetzt schlafen viele, wie in weißen Särgen,
Und in den Wänden sieht man Betten stehen,
Darin sich schaukelnd große Köpfe drehen.
Doch manche müssen einsam weit noch gehen
Um sich in dunkle Nächte zu verbergen
Wo schwer im Himmel sich die Wolken winden.
Sie hören oft ein großes Wagenrollen
Und schattenhafte Pferde schnell verschwinden
In Straßen fort und Mauern dunkelvollen.
Und manchmal sehen sie in hohen Stürmen
Den grauen Mond in Falten und verquollen
Und Nachtgevögel [singet in den Türmen.]
[427]
Im Irrsal suchen sie den Weg in Fernen
Und tasten mit den Händen rund, den blinden,
Und hinter ihnen kichern die Laternen,
Die schnell in trübe Nacht hinab entschwinden.
Doch in der Dächer Sturz und Häuser Engen,
In leerer Giebel ausgebrannten Sparren,
Sind viele Tote, die im Kühlen hängen
Und mit dem Fuß das Morgengrauen scharren.
[428]
Der Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Garten der Irren

Am roten Teiche stehen viele Schatten
Bei dünner Bäume schwächlichem Gesichte,
In Stille fort. Nur selten daß sich einer
Herunter zu dem trüben Wasser bücket.
Und manche gehn in den entleerten Hecken
In kühlen Gängen, die schon voller Lichte,
Und schleifen mit den Füßen in dem Laube,
Und sitzen wieder sanft in den Verstecken.
Der Strom ist weit hinab im blanken Scheine
Bei Erlen und den krumm gebornen Weiden
Und wer mit leichtem Kahn ihn überbrücket,
Er wird im Licht die gelben Blumen pflücken.
[429]
Die Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[430] [440]Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen

Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen
Und sehen auf die großen Himmelszeichen,
Wo die Kometen mit den Feuernasen
Um die gezackten Türme drohend schleichen.
Und alle Dächer sind voll Sternedeuter,
Die in den Himmel stecken große Röhren.
Und Zaubrer, wachsend aus den Bodenlöchern,
In Dunkel schräg, die einen Stern beschwören.
Krankheit und Mißwachs durch die Tore kriechen
In schwarzen Tüchern. Und die Betten tragen
Das Wälzen und das Jammern vieler Siechen,
Und welche rennen mit den Totenschragen.
Selbstmörder gehen nachts in großen Horden,
Die suchen vor sich ihr verlornes Wesen,
Gebückt in Süd und West, und Ost und Norden,
Den Staub zerfegend mit den Armen-Besen.
Sie sind wie Staub, der hält noch eine Weile,
Die Haare fallen schon auf ihren Wegen,
Sie springen, daß sie sterben, ›nun‹ in Eile,
Und sind mit totem Haupt im Feld gelegen.
Noch manchmal zappelnd. Und der Felder Tiere
Stehn um sie blind, und stoßen mit dem Horne
In ihren Bauch. Sie strecken alle viere
Begraben unter Salbei und dem Dorne.
[440][442]
[Das Jahr ist tot und leer von seinen Winden,
Das wie ein Mantel hängt voll Wassertriefen,
Und ewig Wetter, die sich klagend winden
Aus Tiefen wolkig wieder zu den Tiefen.]
Die Meere aber stocken. In den Wogen
Die Schiffe hängen modernd und verdrossen,
Zerstreut, und keine Strömung wird gezogen
Und aller Himmel Höfe sind verschlossen.
Die Bäume wechseln nicht die Zeiten
Und bleiben ewig tot in ihrem Ende
Und über die verfallnen Wege spreiten
Sie hölzern ihre langen Finger-Hände.
Wer stirbt, der setzt sich auf, sich zu erheben,
Und eben hat er noch ein Wort gesprochen.
Auf einmal ist er fort. Wo ist sein Leben?
Und seine Augen sind wie Glas zerbrochen.
Schatten sind viele. Trübe und verborgen.
Und Träume, die an stummen Türen schleifen,
Und der erwacht, bedrückt von andern Morgen,
Muß schweren Schlaf von grauen Lidern streifen.
[442]
AllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[443] [446]Allerseelen

Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.
Brennt ein Stern in der Höhe zur Nacht.
Wehet das Gras. Und die Wege alle
Werden in Dämmrung zusammengebracht.
Viele sind über die Steige gegangen.
Ihre Schatten sind ferne zu sehn,
Und sie tragen an schwankenden Stangen
Ihre Fackeln, die wandern und wehn.
Mauern sind viele, und Gräber, und wenige Bäume.
Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.
Viele sitzen in Haufen über den Kreuzen,
Ihre Lichter behütend, wenn der Regen schauert.
Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger,
Wo der Abend hänget in wolkiger Zeit
Mit dem wenigen Licht. Und geringer
Rings ist das Nahe, und die Weite so weit.
Doch ewig ist der Wind, der nimmer schweiget
In dunklem Lande, herbstlich schon erbraunet,
Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget
Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.
[446]
Die StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[447] [452]Die Stadt

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein
Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.
Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.
Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.
Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand
Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.
[452]
Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[453] [457]Mit den fahrenden Schiffen

Mit den fahrenden Schiffen
Sind wir vorübergeschweift,
Die wir ewig herunter
Durch glänzende Winter gestreift.
Ferner kamen wir immer
Und tanzten im insligen Meer,
Weit ging die Flut uns vorbei,
Und Himmel war schallend und leer.
Sage die Stadt,
Wo ich nicht saß im Tor,
Ging dein Fuß da hindurch,
Der die Locke ich schor?
Unter dem sterbenden Abend
Das suchende Licht
Hielt ich, wer kam da hinab,
Ach, ewig in fremdes Gesicht.
Bei den Toten ich rief,
Im abgeschiedenen Ort,
Wo die Begrabenen wohnen;
Du, ach, warest nicht dort.
Und ich ging über Feld,
Und die wehenden Bäume zu Haupt
Standen im frierenden Himmel
Und waren im Winter entlaubt.
[457]
Raben und Krähen
Habe ich ausgesandt,
Und sie stoben im Grauen
Über das ziehende Land.
Aber sie fielen wie Steine
Zur Nacht mit traurigem Laut
Und hielten im eisernen Schnabel
Die Kränze von Stroh und Kraut.
Manchmal ist deine Stimme,
Die im Winde verstreicht,
Deine Hand, die im Traume
Rühret die Schläfe mir leicht;
Alles war schon vorzeiten.
Und kehret wieder sich um.
Gehet in Trauer gehüllet,
Streuet Asche herum.
[458]
Die Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[459] [466]Die Nacht

Auf Schlangenhälsen die feurigen Sterne
Hängen herunter auf schwankende Türme,
Die Dächer gegeißelt. Und Feuer springet,
Wie ein Gespenst durch die Gasse der Stürme.
Fenster schlagen mit Macht. Und Mauern, die alten,
Reißen die Tore auf in zahnlosem Munde.
Aber die Brücken fallen über dem Schlunde
Und der Tod stehet draußen, der Alte.
Aber die Menschen rennen, ohne zu wissen
Blind und schreiend, mit Schwertern und Lanzen.
Unten hallet es dumpf, und die Glocken tanzen,
Schlagend laut auf, von den Winden gerissen.
Die Plätze sind rot und tot. Und riesige Monde
Steigen über die Dächer mit steifen Beinen
Den fiebernden Schläfern tief in die Kammer zu scheinen,
Und die Stirne wird fahl wie frierendes Leinen.
[466]
Die MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[467] [474]Die Morgue

Die Wärter schleichen auf den Sohlen leise,
Wo durch das Tuch es weiß von Schädeln blinkt.
Wir, Tote, sammeln uns zur letzten Reise
Durch Wüsten weit und Meer und Winterwind.
Wir thronen hoch auf kahlen Katafalken,
Mit schwarzen Lappen garstig überdeckt.
Der Mörtel fällt. Und aus der Decke Balken
Auf uns ein Christus große Hände streckt.
Vorbei ist unsre Zeit. Es ist vollbracht.
Wir sind herunter. Seht, wir sind nun tot.
In weißen Augen wohnt uns schon die Nacht,
Wir schauen nimmermehr ein Morgenrot.
Tretet zurück von unserer Majestät.
Befaßt uns nicht, die schon das Land erschaun
Im Winter weit, davor ein Schatten steht,
Des schwarze Schulter ragt im Abendgraun.
Ihr, die ihr eingeschrumpft wie Zwerge seid,
Ihr, die ihr runzelig liegt auf unserm Schoß,
Wir wuchsen über euch wie Berge weit
In ewige Todes-Nacht, wie Götter groß.
Mit Kerzen sind wir lächerlich umsteckt,
Wir, die man früh aus dumpfen Winkeln zog
Noch grunzend, unsre Brust schon blau gefleckt,
Die nachts der Totenvogel überflog.
[474]
Wir Könige, die man aus Bäumen schnitt,
Aus wirrer Luft im Vogel-Königreich,
Und mancher, der schon tief durch Röhricht glitt,
Ein weißes Tier, mit Augen rund und weich.
Vom Herbst verworfen. Faule Frucht der Jahre,
Zerronnen sommers in der Gossen Loch,
Wir, denen langsam auf dem kahlen Haare
Der Julihitze weiße Spinne kroch.
Wir, Namenlose, arme Unbekannte,
In leeren Kellern starben wir allein.
Was ruft ihr uns, da unser Licht verbrannte,
Was stört ihr unser frohes Stell-Dich-Ein?
Seht den dort, der ein graues Lachen stimmt
Auf dem zerfallnen Munde fröhlich an,
Der auf die Brust die lange Zunge krümmt,
Er lacht euch aus, der große Pelikan.
Er wird euch beißen. Viele Wochen war
Er Gast bei Fischen. Riecht doch wie er stinkt.
Seht, eine Schnecke wohnt ihm noch im Haar,
Die spöttisch euch mit kleinem Fühler winkt.
– Ein kleines Glöckchen –. Und sie ziehen aus.
Das Dunkel kriecht herein auf schwarzer Hand.
Wir ruhen einsam nun im weiten Haus,
Unzählige Särge tief an hoher Wand.
[475]
Ewige Stille. Und des Lebens Rest
Zerwittert und zerfällt in schwarzer Luft.
Des Todes Wind, der unsre Tür verläßt,
Die dunkle Lunge voll vom Staub der Gruft,
Er atmet schwer hinaus, wo Regen rauscht,
Eintönig, fern, Musik in unserm Ohr,
Das dunkel in die Nacht dem Sturme lauscht,
Der ruft im Hause traurig und sonor.
Und der Verwesung blauer Glorienschein
Entzündet sich auf unserm Angesicht.
Ein Ratte hopst auf nacktem Zehenbein,
Komm nur, wir stören deinen Hunger nicht.
Wir zogen aus, gegürtet wie Giganten,
Ein jeder klirrte wie ein Goliath.
Nun haben wir die Mäuse zu Trabanten,
Und unser Fleisch ward dürrer Maden Pfad.
Wir, Ikariden, die mit weißer Schwinge
Im blauen Sturm des Lichtes einst gebraust,
Wir hörten noch der großen Türme Singen,
Da rücklings wir in schwarzen Tod gesaust.
Im fernen Plan verlorner Himmelslande,
Im Meere weit, wo fern die Woge flog,
Wir flogen stolz in Abendrotes Brande
Mit Segeln groß, die Sturm und Wetter bog.
[476]
Was fanden wir im Glanz der Himmelsenden?
Ein leeres Nichts. Nun schlappt uns das Gebein,
Wie einen Pfennig in den leeren Händen
Ein Bettler klappern läßt am Straßenrain.
Was wartet noch der Herr? Das Haus ist voll,
Die Kammern rings der Karawanserei,
Der Markt der Toten, der von Knochen scholl,
Wie Zinken laut hinaus zur Wüstenei.
Was kommt er nicht? Wir haben Tücher an
Und Totenschuhe. Und wir sind gespeist.
Wo ist der Fürst, der wandert uns voran,
Des große Fahne vor dem Zuge reist?
Wo wird uns seine laute Stimme wehen?
In welche Dämmerung geht unser Flug?
Verlassen in der Einsamkeit zu stehen
Vor welcher leeren Himmel Hohn und Trug?
Ruhen wir uns aus im stummen Turm, vergessen?
Werden wir Welle einer Lethe sein?
Oder, daß Sturm uns treibt um Winteressen,
Wie Dohlen reitend auf dem Feuerschein?
Werden wir Blumen sein? Werden wir Vögel werden,
Im Stolze des Blauen, im Zorne der Meere weit?
Werden wir wandern in den tiefen Erden,
Maulwürfe stumm in toter Einsamkeit?
[477]
Werden wir in den Locken der Frühe wohnen,
Werden wir blühen im Baum, und schlummern in Frucht,
Oder Libellen blau auf den See-Anemonen
Zittern am Mittag in schweigender Wasser Bucht?
Werden wir sein, wie ein Wort von niemand gehöret?
Oder ein Rauch, der flattert im Abendraum?
Oder ein Weinen, das plötzlich Freudige störet?
Oder ein Leuchter zur Nacht? Oder ein Traum?
Oder – wird niemand kommen?
Und werden wir langsam zerfallen,
In dem Gelächter des Monds,
Der hoch über Wolken saust,
Zerbröckeln in Nichts,
– Daß ein Kind kann zerballen
Unsere Größe dereinst
In der dürftigen Faust.
[478]
Die Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[479] [481]Die Tänzerin in der Gemme

Lange verschlossen, tief im runden Steine
Mit einem Trauerbaum und wenig Zweigen,
Noch dreht sie um den Hals den sanften Schleier
Und geht in leisem Tanz in stiller Feier.
Immer noch fort, wo schon die Götter starben
Über den Inseln, und draußen gezogen
Ist das Meer unter schläfrigen Wolken,
Unter den Ufern murrte die Woge.
Orpheus ging einst. Und sie sann seiner Schritte
Durch die Schluchten herunter zur stillen Ebene
Da sie lag im Schilf mit den wolligen Herden.
Aber ferne ging die Flöte des Gottes
Über der grünen Ruhe der toten Fluren,
Die so einsam sang ihre Traurigkeit,
Grauen Gewölben, über den Weiden weit,
Wo die Tiere lagen mit tiefem Horne.
[481]
Spitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Spitzköpfig kommt er

Spitzköpfig kommt er über die Dächer hoch
Und schleppt seine gelben Haare nach,
Der Zauberer, der still in die Himmelszimmer steigt
In vieler Gestirne gewundenem Blumenpfad.
Alle Tiere unten im Wald und Gestrüpp
Liegen mit Häuptern sauber gekämmt,
Singend den Mond-Choral. Aber die Kinder
Knien in den Bettchen in weißem Hemd.
Meiner Seele unendliche See
Ebbet langsam in sanfter Flut.
Ganz grün bin ich innen. Ich schwinde hinaus
Wie ein gläserner Luftballon.
[482]
PilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[483] [486]Pilatus

Ein Lächeln schiefen Grames, das verschwindet
Hinein in seiner Stirne weißes Tor.
Er sitzt auf seinem Stuhl. Seine Hände erhoben
Brechen den Stab und fallen von oben.
Aber wie eine Blume voll grüner Helle
Leuchtet im Dunkel der Höfe der König der Juden.
Und die Stirn, die sie schattig mit Dornen beluden,
Brennt wie ein Stein in fahler Grelle.
Und der Gott steigt hinauf, von den Schultern gehoben
Riesiger Engel, er singet, ein Schwan,
Leicht und klein fährt er auf in der strahlenden Bahn
Und der Vater, im Glanze, wartet sein droben.
Aber der Richter am blauen Gebirge
Hänget im riesigen Mantel wie faltige Frucht.
Wild kommt der Abend über die hallenden Öden.
Schweigsame Wasser fallen in grüner Schlucht.
[486]
JudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Judas

Die Locke der Qual springt über der Stirne
Drin wispern Winde, und viele Stimmen
Die wie Wasser vorüberschwimmen.
Doch er rennet bei Ihm gleich einem Hunde
Und er picket die Worte hervor in dem Kote.
Und er wieget sie schwer. Sie werden tote.
Ach, der Herr ging über die Felder weiß
Sanft hinab am schwebenden Abendtag
Und die Ähren sangen zum Preis,
Seine Füße waren wie Fliegen klein,
In goldener Himmel gelbem Schein.
[487]
Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Garten

Der Mund ist feucht. Und wie bei Fischen breit
Und leuchtet rot in dem toten Garten.
Sein Fuß ist glatt und über den Wegen breit.
Winde gehen hervor aus dem faltigen Kleid.
Er umarmet den Gott, der dünn wie aus Silber
Unter ihm knickt. Und im Rücken die Finger
Legt er ihm schwarz wie haarige Krallen.
Quere Feuer, die aus den Augen fallen.
Schatten gehen und Lichter, manchmal ein Mond.
Ein Gesause der Blätter. Aus warmer Nacht
Trübes Tropfen. Und unten rufen die Hörner
Wandelnder Wächter über der gelben Stadt.

[488][490]
Der Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Baum

Sonne hat ihn gesotten,
Wind hat ihn dürr gemacht,
Kein Baum wollte ihn haben,
Überall fiel er ab.
Nur eine Eberesche
Mit roten Beeren bespickt
Wie mit feurigen Zungen,
Hat ihm Obdach gegeben.
Und da hing er mit Schweben,
Seine Füße lagen im Gras.
Die Abendsonne fuhr blutig
Durch die Rippen ihm naß,
Schlug die Ölwälder alle
Über der Landschaft herauf,
Gott in dem weißen Kleide
Tat in den Wolken sich auf.
In den blumigen Gründen
Ringelte Schlangengezücht,
In den silbernen Hälsen
Zwitscherte dünnes Gerücht.
Und sie zitterten alle
Über dem Blätterreich,
Hörend die Hände des Vaters
Im hellen Geäder leicht.

[490][492]
HymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Hymne

Unendliche Wasser rollen über die Berge,
Unendliche Meere kränzen die währende Erde,
Unendliche Nächte kommen wie dunkele Heere
Mit Stürmen herauf, die oberen Wolken zu stören.
Unendliche Orgeln brausen in tausend Röhren,
Alle Engel schreien in ihren Pfeifen,
Über die Türme hinaus, die gewaltig schweifen
In ewiger Räume verblauende Leere.
Aber die Herzen, im unteren Leben verzehret,
Bei dem schmetternden Schallen verzweifelter Flöten
Hoben wie Schatten sich auf im tödlichen Sehnen,
Jenseit lieblicher Abendröten.

[492][494]
Die StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Städte

Der dunkelnden Städte holprige Straßen
Im Abend geduckt, eine Hundeschar
Im Hohlen bellend. Und über den Brücken
Wurden wir große Wagen gewahr,
Zitterten Stimmen, vorübergewehte.
Und runde Augen sahen uns traurig an
Und große Gesichter, darüber das späte
Gelächter von hämischen Stirnen rann.
Zwei kamen vorbei in gelben Mänteln,
Unsre Köpfe trugen sie vor sich fort
Mit Blute besät, und die tiefen Backen
Darüber ein letztes Rot noch verdorrt.
Wir flohen vor Angst. Doch ein Fluß weißer Wellen
Der uns mit bleckenden Zähnen gewehrt.
Und hinter uns feurige Abendsonne
Tote Straßen jagte mit grausamem Schwert.
[494]
Der Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Der Nebelstädte winzige Wintersonne

Der Nebelstädte
Winzige Wintersonne
Leuchtet mir mitten ins gläserne Herz.
Das ist voll vertrockneter Blumen
Gleich einem gestorbenen Garten.
[Alles, was ehe war,
Ist hinter den Mauern des Schlafes
Schon zur Ruhe gebracht.
Viele Winde der sausenden Straßen
Haben inzwischen auf frierenden Köpfen
Ein Wind-Spiel gemacht.]
Wohl war in Dämmerung noch
Blutiger Wolken Kampf
Und der sterbenden Städte
Schultern zuckten im Krampf.
Wir aber gingen von dannen
‹Zerrissen uns mit einem Mal,›
Dumpf scholl ein Zungen-Gestreite
In Finsternis – Unrat – siebenfarbiger Qual.
Doch niemand rühret das starre
Gestern noch mit der Hand
Da der rostige Mond
Kollerte unter den [Rand]
Zu wolkiger Wolken Geknarre.
[495]
Die VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Vögel

Wie trübe Morgen langsamer Tage
Über den Seen und Sümpfen voll Klage
Über dem schillernden Schilf ruht die Nacht
Regen [beginnt]. In den Bäumen erwacht
Ein Geschrei. Und huschen die Hunde
Rund um die Mauern mit heiserem Munde.
Aber die Türme steigen von Bergen, bleichen,
Hockend stumm um die verschrumpften Teiche.
Eine Fackel brennt auf. Und die Vögel der Öden
Hoch herauf zu Himmels-Böden
Schwer flattern von den kahlen Horsten
Riesiger Bäume mit großen Schwingen zerborsten,
Langsam mit ihren gewaltigen Händen
Fassend die Nacht an den dunkelnden Enden
Drohend wie Schatten und böse Gedanken,
Die in brechenden Wolken schwanken.
Plötzlich stürmet vorbei an dem Mond ein Geschwirre.
Und er schreit wie ein Kind vor der Federn Geklirre.
Schlagend den Flügel, nisten sie über ihm,
Und krähen ein Lied aus den Schnäbeln so grün.
[496]
Meine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[497] [501]Meine Seele

Golo Gangi gewidmet


Meine Seele ist eine Schlange,
Die ist schon lange tot,
Nur manchmal in Herbstesmorgen,
Entblättertem Abendrot
Wachse ich steil aus dem Fenster,
Wo fallende Sterne sind,
Über den Blumen und Kressen
Meine Stirne spiegelt
Im stöhnenden Nächte-Wind.
[501]
Die MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[502] [507]Die Meerstädte

Mit den segelnden Schiffen fuhren wir quer herein
In die Städte voll Nacht und frierender Häfen Schein.
Tausend Treppen leere hingen zum Meere breit,
Dunkel die Schiffer schwangen den Feuerscheit.
[Die Gärten der Meere mit silbernen Straßen gefüllt
Dehnten sich [??] unter der Sterne Bild
Und die riesigen Fische gingen im goldenen Kleid
Mit blitzenden Speeren über die Wasser weit. ]
Glocken nicht brummten. Und Bettler nicht saßen am Pfad.
Rief kein Horn, und niemand den Weg uns vertrat.
Und die Städte alle waren wie Wände bloß.
Sterne nur gingen über den Zinnen sehr groß.
Seebäume saßen geborsten im Mauergestrüpp.
Salzig, und weite [Türme] vor unserem Fuß.
Brücken zerbrochen standen wie Knochengerüpp,
Ferne Feuer warfen sich über den Fluß.

[507][509]
Die Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Höfe luden uns ein

Die Höfe luden uns ein, mit den Armen schmächtig,
Faßten unserer Seelchen zipfeliges Kleid.
Und wir entglitten durch Tore nächtig
In toter Gärten verwunschene Zeit.
Von Regenrohren fiel Wasser bleiern,
Ewig, Wolken flogen so trübe.
Und über der Starre der frostigen Weiher
Rosen hingen in Dürre vom Triebe.
Und wir gingen auf herbstlichen Pfaden, geringern,
Gläserne Kugeln zerrissen unser Gesicht,
Jemand hielt sie uns vor auf den spitzigen Fingern.
Unsere Qualen machten uns Feuerlicht.
Und wir schwanden so schwach in die gläsernen Räume.
Riefen voll Wehmut, da dünne das Glas zerbrach.
Wir sitzen nun ewig, in weißlichen Wolken, zu träumen
›Spärlichem‹ Fluge der Falter im Abend›rot‹ nach.
[509]
Die SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

Die Schlösser

Alt von Blute, und manches im toten Munde
Kauen sie Dunkel. – Wo große Schwerter geblitzt.
Trübe Gelage zur Nacht in der Könige Runde –
Draußen die Sonne die späten Pfeile noch spritzt.
Wir auch gingen herum. Und kamen durch Stiegen und Gänge.
Mancher Vorhang tat sich auf und fiel zu.
Viele Schatten auf bleichen Dielen in Länge
Kamen um unseren Fuß wie Hunde in Ruh.
Über den Höfen, den dunklen voll ›Trauer‹, begannen
Windfahnen oben das knarrende Abendlied.
Und hoch in dem Licht der Götter große Gespanne
Schnelle rollten dahin in den festlichen Süd.
[510]
Die MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[511] [513]Die Messe

Bei dreier Kerzen mildem Lichte
Die Leiche schläft. Und hohe Mönche gehen
Um sie herum, und legen ihre Finger
Manchmal über ihr Angesicht.
Froh sind die Toten, die zur Ruhe kehren
Und strecken ihre weißen Hände aus,
Den Engeln zu, die groß und schattig gehen
Mit Flügelschlagen durch das hohe Haus.
Nur manchmal schallt ein Weinen durch die Wände,
Ein tiefes Schluchzen wälzt sich in der Lust.
Man kreuzet ihre hageren Finger-Hände
Zum Frieden sanft auf die verhaarte Brust.
DionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[14] Dionysos

Am Wege sitzt er. An der Felder Schwelle.
Die Winde, die im weißen Korne spielen,
Sie tragen ihm des Landes Würze zu.
Des Ölbaums grüner Schatten folgt der Sonne.
Im Kreise ziehn am Himmel hin die Stunden.
Nun ward es Mittag. Und der Wind schläft ein.
Die Panther stehen müde im Geschirr.
Wo ist ihr Goldglanz, der von India kam,
Der Welt Entzücken. – Sie sind alt und matt.
Der Gott ist manches Jahr herumgestreift,
Verstoßnen Sklaven gleich, durchs Waldgebirge
Und niemand hat sich seiner mehr erbarmt.
Durch Städte kam er, wo er einst geherrscht.
Die Tempel sind zerstört und schon zerfallen.
Kein Opfer netzt den heilgen Boden mehr.
Durch Dörfer kam er, wo sein Säulchen sonst
Mit Rosen jeden Morgen ward bekränzt
Und wo der Herden Erstling er empfing.
Der Exorzisten Horde in den Kutten
Trieb ihn mit Flüchen aus. Und Scheiterhaufen
Verbrannten seine letzten Söhne lang.
[14]
Ein neuer Gott ist in das Land gekommen.
Des Kreuzwegs Heiligkeit ward frech entweiht
Von seinem Bilde, das am Kreuze hängt.
Nackt, fahl, und wund, so hängt er in dem Tag
Im goldnen Licht des Mittags, anzuschaun,
Ein Schandfleck der geschändeten Natur.
Wo sind die Spiele hin, die Philosophenschulen,
Heros Akademos. Der Männer Schönheit.
Wo ist der Sang der stolzen Olympiaden.
Wo sind die Götter hin. Sie sind verwandelt,
Sie sind zerstreut. Sie wohnen in der Erde.
O. Aphrodite, die zur Spinne ward.
Er sieht herüber zu dem Götterberge.
Des eisern Haupt ins Blau des Himmels ragt.
Verlassen ist er. Einsam alle Zeit.
»Warum, warum.« Und seine Hände suchen
Beim Weinlaub Trost, das ihm zu Häupten hängt,
Und zitternd streicheln sie das reife Korn.
Die Tränen rinnen langsam ins Gesicht
Des greisen Gottes, in den Falten hängend.
Und wie ein Kind schläft er vom Weinen ein.
[15]
Dryaden zwei, die in den Wald geflohn,
Sie treten aus des Waldes Schatten vor.
Vorsichtig spähn sie über Weg und Feld.
Sie sehn den Gott und stürzen ihm zu Fuß:
O Vater, Vater. Ach er schläft. Sie tragen
Behutsam ihn zum Walde Schritt vor Schritt.
Die Panther folgen ihres Herren Spur.
Der Zug verzieht im Wald. Ein goldner Schein
Des Wagens schimmert durch die Stämme noch.
Doch atemlos und stumm wird die Natur.
»Er ist gestorben« ruft es in den Dörfern.
Ein heißer Ostwind streicht durch Asia.
Die Pest tritt in die niedren Türen ein.
Vorm Kruzifix zergeißelt sich das Fleisch,
Blut netzt des neuen Gottes bleichen Fuß.
Kehr wieder, Gott. Kehr wieder aus den Reich
Des grünen Waldes. Denn erfüllt ist nun
Des neuen Gottes kummervolles Reich.
Der Usurpator muß vom Throne stürzen,
Die Bettlergilde die sich angemaßt,
Der Himmlischen Paläste zu bespein.
[16]
Der Himmel ist zum Tollhaus nun geworden.
Krankheit und Wahnsinn herrschen im Olymp.
Drei ward gleich eins. Und Brot ward dort zu Fleisch.
Sie passen in die Königskleider nicht,
Die Zwerge, die wie kleine Affen hocken
Im Götterpurpur auf der Blitze Thron.
Kehr wieder Gott, dem Pentheus einst erlag.
Du Gott der Feste und der Jugendzeit.
Kehr wieder aus des Waldes grünem Reich.
Kehr wieder, Gott. Erlösung, rufen wir.
Erlöse uns vom Kreuz und Marterpfahl.
Tritt aus dem Walde. Finde uns bereit.
Wir wo dir wieder Tempel bauen, Herr.
Wir wollen Feuer an die Kirchen legen,
Vergessen sei des Lebens Traurigkeit.
Wir flehn zu dir in mancher stillen Nacht.
Wir sehen hoffend zu den Sternen auf.
Tritt aus den Sternen. Hör das Rufen, Herr.
[17]
EifersuchtDionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[144] Eifersucht

Die Straße wird zu einem breiten Strich.
Die Häuser werden weiß wie eine Wand.
Die Sonne wird ein Mond. Und unbekannt,
Gleichgültig, fremd, ein jedes Angesicht.
Sie sehen aus wie Blätter von Papier,
Weiß, unbeschrieben. Aber hinten winkt.
Ein schlankes blaues Kleid, das fern versinkt
Und wieder auftaucht, und sich fern verliert.
Auf seinem Nacken sitzt die Eifersucht.
Ein altes Weib, gestiefelt. Einen Dorn
Bohrt in das Hirn sie ihm, und haut den Sporn
In ihres Reittiers weicher Flanken Bucht.
AbendsEifersuchtDionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[144] [176]Abends

Es ist ganz dunkel. Und die Küsse fallen
Wie heißer Tau im dämmernden Gemach.
Der Wollust Fackeln brennen auf und wallen
Mit roter Glut dem dunklen Abend nach.
Das Fieber jagt ihr Blut mit weißem Brand,
Daß sie sich halb schon seinem Durst gewährt.
Sie bebt auf seinem Schoß, da seine Hand
In ihrem Hemd nach ihren Brüsten fährt.
Hinten, im Vorhang, in der Dunkelheit
Steht auf das Bett, der Hafen ihrer Gier.
Wie Wolken auf dem Meere lagert breit
Darauf der Dunst von schwarzem Elixier.
Wie wird es sein? Sie friert in seinem Arm,
Der ihren nackten Leib hinüberträgt.
Es zittert auf in ihrem Schoße warm,
Um den er wild die beiden Arme schlägt.
Ihr blondes Haar brennt durch die Nacht, darein
Die tiefe Hand des feuchten Dunkels wühlt.
Der Sturm der Wollust läßt sie leise schrein,
Da seinen Biß sie in den Brüsten fühlt.
[176]
Die SklavinAbendsEifersuchtDionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[538] Die Sklavin

Hinter Capri steht der Vollmond.
Um die blauen Wasser webt
Er ein breites Silberband.
Rosenduft die Nacht durchschwebt.
An dem Maste lehnt die Sklavin.
Um das Haar den Kranz aus Rosen
Leimt sie, strahlend, prachtvoll, schön,
Wie Diana des Lysipp.
Ihre feinen, schlanken Finger
Schlagen der Kithara Saiten.
Die Musik ist ihr Gewand,
Das der Mond mit Gold umwindet.
Ich, der eben noch mit buhlnden Blicken
Ihren weißen Leib umkoste,
Beuge mich den Harmonien.
Ihre Seele sang sie frei.
Du bist so dunkel, als die Nacht ...Die SklavinAbendsEifersuchtDionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[538] Du bist so dunkel, als die Nacht ...
An Emma R.

Du bist so dunkel, als die Nacht,
Wenn sternenlos sie ihren schwarzen Mantel breitet.
Das letzte Licht ertränkt in tiefstem Schacht;
Nein, dunkler noch, im grausten Dunkel gleitet
Dein weißes, bleiches Angesicht
Und mit geheimem Schimmer
Loht die Nacht vor dir
In magisch blaues Licht getaucht.
Komm, Königin der schwülen Nacht
Und lege deinen, weißen kühlen Arm
Um meine sonnverbrannten, heißen Schläfen,
Komm, führe mich in deinen marmordunkeln Tempel ein,
Den meine Liebe dir erhellen soll.
Dann soll nicht eine einzge Sonne mehr
Dann soll Sternensonnen ›uns‹ ein ›Heer‹,
Die Hochzeitsfackel durch die Nacht entflammen!
Stimme aus der TiefeDu bist so dunkel, als die Nacht ...Die SklavinAbendsEifersuchtDionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

[539] [564]Stimme aus der Tiefe

Willst du denn, daß ich ganz zu Grunde geh?
Du weißt, du schlugst mich oft schon,
Wenn ich dich bat um einen Strahl der Höh.
Ich trug's, denn endlich hofft ich Lohn.
Warum von neuem folterst du mich jetzt
Wo ich die ganze Nacht durch mit dir rang?
Was hab ich dich denn gar zu sehr verletzt.
Ich will Erhörung, ich fleh nicht mehr lang!
Bist du der Liebe Gott, so gib mir Teil an ihr
Und zeig mir nicht bloß Schemen, die entglitten.
Ich hoffe noch: ein Glückstrahl neigt sich mir,
Doch kann ich nicht mehr warten, lange bitten.
WerbungStimme aus der TiefeDu bist so dunkel, als die Nacht ...Die SklavinAbendsEifersuchtDionysosDie MesseDie SchlösserDie Höfe luden uns einDie MeerstädteMeine SeeleDie VögelDer Nebelstädte winzige WintersonneDie StädteHymneDer Baum [1]Der GartenJudasPilatusSpitzköpfig kommt erDie Tänzerin in der GemmeDie MorgueDie Nacht [1]Mit den fahrenden SchiffenDie StadtAllerseelenDie Menschen stehen vorwärts in den StraßenDer Garten der IrrenDie Nacht 3SimsonHalber SchlafDer Winter [1]Die neuen HäuserFröhlichkeitDie Stadt der QualDer Krieg 1Die SeefahrerTräumerei in HellblauDie NachtDie Tauben 2Hora MortisDeine Wimpern, die langenKataDie IrrenDie Irren 5Die Irren 2Die Irren 1Der Frühling 5Luna 12. [Hoch wo das Dunkel seine Schatten türmt]1. [Ihr, denen ward das Blut vor Trauer bleich]Das infernalische AbendmahlDie blinden FrauenVerfluchung der Städte 5Columbus6. [Du zogst voraus nach dem geheimen Reiche]5. [Getrübt bescheint der Mond die stumme Fläche]4. [Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet]3. [Sie grüßen dich in deinem schwarzen Sarge]2. [Der großen Städte nächtliche Emporen]1. [Du ruhst im Dunkel trauriger Askesen]Schwarze Visionen2. [Die Lider übereist, das Ohr verstopft]1. [Der Wintermorgen dämmert spät herauf]Die Heimat der Toten2. [Dich grüßt der Dichter, düsteres Phantom]1. [Wie Feuerregen füllt den Ozean]Der fliegende HolländerDie Gefangenen 2Der Gott der StadtDie ZügeBerlin 8Die Dämonen der StädteDie Schläfer2. [Des Abends Trauer sinkt. Sie hocken stumpf]1. [Die bleiche Leinwand in den vielen Betten]Das FieberspitalMarengoDer Winter2. [Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß]1. [Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten]OpheliaDer HungerDie ProfessorenDer Tod der LiebendenDer BlindeDer TagHerbstDer AbendDie VorstadtGruft 1Nach der SchlachtDie Gefangenen 1Die Tote im WasserGegen NordenLaubenfestFronleichnamsprozessionRobespierreLouis CapetDer BaumBist du nun tot ...Die Ruhigen2. [Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen]1. [Die Nebel graun, die keinem Winde weichen]StyxAprilBerlin 2Berlin 1WolkenDer Schläfer im Walde22. [Viel Kammern, Gänge, Nester, dunkle Orte]21. [Der Tag flieht westwärts, und der Abend sinkt]20. [Die Griechen halten am befreiten Strand]19. [Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen]18. [Die Schiffe schwanken vor der Wilden Stoß]17. [Die Schiffe gleiten rauschend in die Bucht]16. [Der Lager Tore fassen nicht die Menge]15. [Zu spät. Die Griechen schlachten sie wie Schafe]14. [Minuten gehn. Es schaut der Steppensohn]13. [Da stürzt ein Wächter mit Geschrei herein]12. [Die Perser, die den Sieg erstritten meinen]11. [Nun stirbt auch er, vom bittren Los bezwungen]10. [Wie dichte Wolken liegen Dunst und Hauch]9. [Laß reißen. Denn die Flügel fassen Bahn]8. [Der Griechen Mitte wankt schon in der Schlacht]7. [Der Pfeile Wolken fliegen mit dem Winde]6. [In ernster Strenge angeborner Zucht]5. [Orgie des Bunten. Pracht der Morgenländer]4. [Noch trunkne Thraker stürzen aus dem Zelt]3. [Langbärtge Perser ziehn in Heeres Mitten]2. [Voll brauner Zelte liegt der ganze Strand]1. [Zehntausend steigen von den Bergen nieder]MarathonSonnwendtagGedichteHeym, GeorgAusgewählte Gedichte

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Was schauderst du, wenn unser Blick entflammt?
Es krampft sich deine Hand dir unbewußt.
Sind wir denn, ich und du, verdammt,
Den Brand zu wühlen in die Brust?
Ich fühl's an deinen feuchten Händen,
Du weißt es, was wir einsam träumen.
Das Schicksal können wir nicht wenden.
Es hilft uns nicht, daß wir uns bäumen.
[564]
Von Schönheit trunken muß ich dich genießen,
Des Wunderleibes Pracht begreifen,
Daß du und ich im Jauchzen eins verfließen,
Daß wir uns brünstig lichtwärts reifen.
Du, schlag dir deine Brust, daß du bekämpft
In falscher Scham die unerhörte Glut.
Aufs Lager fließt das Licht gedämpft.
Mir rast nach dir und hämmert dumpf mein Blut.
Ich muß verbrennen, es verzehrt mich.
Die Arme werden dürr vor Glut.
Schon viel zu lang hast du gewehrt dich.
Die Kraft ringt sich hinauf, es schwillt die Flut.
[565]