FrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Paul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Aus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Die Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

AUS: SATURNISCHE GEDICHTE
DIE STUNDE DES SCHÄFERS

Rot tritt der mond aus dunstigem himmel vor
Es scheint der nebel tanze – es verlösche
Das rauchige feld .. und das geschrei der frösche
Steigt aus dem schauer-überlaufnen rohr.
Die wasserblumen ruhn · gebeugte schläfer
Die pappelbäume bleichen in der weite
Hoch und gedrängt · ein schemenhaft geleite
Und nach den büschen irren feuerkäfer.
Die käuze wachen auf und streifen sacht
Die schwarze luft mit ihrem schweren fittich
Mit dumpfem leuchten füllet der zenith sich
Und weiss taucht Venus auf – und es ist nacht.
HerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[9] HERBSTLIED

Seufzer gleiten
Die saiten
Des herbsts entlang
Treffen mein herz
Mit einem schmerz
Dumpf und bang.
Beim glockenschlag
Denk ich zag
Und voll peinen
An die zeit
Die nun schon weit
Und muss weinen.
Im bösen winde
Geh ich und finde
Keine statt ..
Treibe fort
Bald da bald dort –
Ein welkes blatt.
Aus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
MondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[10] AUS: GALANTE FESTE
MONDENSCHEIN

Dein herz ist ein erlesenes gefild
Bezaubert von dem takt der bergamasken
Von lautenspielen und von tanz – ein bild
Fast traurig trotz der ausgelassnen masken.
Wenn sie in sanften tönen auch besingen
Der liebe siege und das leichte sein:
Will ihnen rechte freude nicht gelingen
Und ihr gesang verschmilzt im mondenschein –
Im stillen mondenscheine schön und fahl
Vor dem die vögel träumen in den hecken
Und in verzückung schluchzt der wasserstrahl
Der grosse schlanke strahl im marmorbecken.
Der LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[11] DER LAUBGANG

Geschmückt gemalt wie zu den schäferzeiten
In grossen bandes-schleifen zierlich geht
Sie durch den laubgang wo sich schatten breiten
Und wo das moos auf alten bänken steht:
Mit tausend lärvchen tausend zierereien
Als ob im spiel mit lieblingspapageien.
Ihr langes schleppenkleid ist blau · ihr fächer
Im schmalen finger mit den breiten ringen
Erzählt von so verworrnen liebes-dingen
Die sie zuweilen – ganz im traume – lächern.
Blond also! Ihre nase ein zierlich eckchen
Ihr mund voll fleischrot kindlich stolz ist ganz
Entzückend – schöner als das schönheits-fleckchen ·
Es hebt des auges etwas faden glanz.
Die KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[12] DIE KINDLICHEN

Die hohen fersen kämpften und die langen kleider ·
Und je nachdem es boden oder wind gefiel
Erglänzten manchmal beine – aufgefangen leider
Zu häufig – und wir liebten dieses torenspiel.
Und störte eines neidischen insektes stich
Den hals der schönen manchmal unter einem busche ·
So spähten wir ob glanz auf weissen gliedern husche
Und unser närrisches vergnügen mehrte sich.
Verfänglich war ein spätjahr-abend angebrochen ·
Die schönen hingen träumerisch an unserm arm
Und sagten worte so verdächtig ohne harm
Dass unsre herzen seit der zeit verwundert pochen.
Der FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[13] DER FAUN

Der alte faun aus grauem thone ·
Sieht aus dem gras mit lüsternheit ·
Er profezeit uns zweifelsohne
Ein schlimmes end auf heitre zeit
Die mich geleitet dich geleitend
Uns wanderer mit trübem geist
Bis zu der stunde die entgleitend
Beim klang der tamburine kreist.
Amor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[14] AMOR AUF DER ERDE

Der nachtwind warf den liebesgott herab
Der in des parks geheimstem winkel stand
Und boshaft spielte mit des bogens band
Und der uns einst so viel zu denken gab –
Der nachtwind jagte ihn herab · es streichen
Die morgenwinde drüber hin · o trauer!
Den sockel anzusehn wo der erbauer
Geschrieben steht in halbverwischten zeichen.
O trauer! wie der sockel nun verwaist
Für sich! Ein düsterer gedanke kam
Und ging in meinem sinn wo tiefer gram
In eine zukunft schlimm und einsam weist.
O trauer! dich sogar schien zu bekümmern
Das trübe bild wenn du auch keck und heiter
Dem gold- und purpurfalter folgst der weiter
Sich tummelt über den zerstreuten trümmern.
Gefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[15] GEFÜHLSAMES ZWIEGESPRÄCH

Im alten einsamen park wo es fror
Traten eben zwei schatten hervor.
Ihre augen sind tot · ihre lippen erblassen ·
Kaum kann man ihre worte fassen.
Im alten einsamen park wo es fror
Rufen zwei schatten das ehmals hervor. –
Entsinnst du dich unsrer alten minne? –
›Was willst du dass ich mich ihrer entsinne?‹
Dein herz klopft bei meinem namen allein·
Siehst du mich noch immer im traume? – ›Nein‹
Ach die tage so schön · das glück so unsäglich
Wo unsere lippen sich trafen! ›Wohl möglich‹
[16]
Wie blau war der himmel · die hoffnung wie gross! –
›Die hoffnung entfloh in den finsteren schooss.‹
Sie gingen hin in den wirren saaten ·
Die nacht nur hat ihre worte erraten.
Aus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[17] AUS: LIEDER OHNE WORTE
VERGESSENE WEISEN

I

Dies ist die müde verzückung ·
Dies ist der liebe bedrückung ·
Dies ist aller wälder gesang
Unter dem kusse der winde ·
Dies ist durch des laubes gewinde
Der kleinen stimmen klang.
O schwaches und frisches flüstern!
Das murmelt und zwitschert im düstern ·
Das ähnelt dem sanften moll:
Dem hauch auf bewegtem korne –
Und fast auf dem ringligen borne
Der kiesel dumpfem geroll.
Die seele die leidende zage
In dieser schläfernden klage
Es ist die unsere · nicht?
Die meine sprich! und die deine ·
Aus ihnen flieht leise der reine
Psalm in das abendlicht.
II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[18] II

Ich ahne hinter leisem geraun
In feinem umriss alte stimmen
Und in dem tönevollen glimmen ·
Bleiches lieb · ein neues morgengraun.
Herz und seele – in wahnesschleiern –
Sind nur noch ein zwiefach gesicht
Wo zitternd durch trübes licht
Das liedchen dringt von allen leiern.
O stürben wir sacht so dahin!
Lass jahr und tag im gegaukel
Beängstigtes lieb! nur entfliehn –
O sterben auf dieser schaukel.
III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[19] III

Es tränet in mein herz
Wie es tropft auf die häuser ·
Was für ein sehnender schmerz
Dringt mir ins herz!
Ein sanftes geräusch ist der regen
Auf dem boden auf dem dach.
Für ein herz das die leiden bewegen –
O wie singt der regen!
Es regnet ohne grund
Im herzen das sich verzehret.
Was? kein verrat ward ihm kund?
Die trauer ist ohne grund.
Das sind die ärgsten peinen:
Nicht zu wissen warum ..
Liebe keine – hass keinen –
Mein herz hat solche peinen.
IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[20] IV

Wir müssen – siehst du – uns versöhnlich einen:
So können wir noch beide glücklich werden ·
Und trifft auch manches trübe uns auf erden:
Sind wir doch immer – nicht wahr? zwei die weinen.
Vermischen wir mit unsren wirren drängen ·
Verschwistert herz · das kindische belieben
Uns fern zu halten von der menschen gängen
Und frisch vergessen was uns weggetrieben.
Wir wollen kindern · jungen mädchen gleichen ·
Den herzen die um nichts verwundert pochen ·
Die unter keuschem blätterdache bleichen
Und wissen sich nicht einmal losgesprochen.
IX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[21] IX

Die schatten der bäume in umnebelten wogen
Wie rauch verzogen!
Und oben in lüften in dem wirklichen laube
Klagt eine taube.
Wie blicken · wandrer · auf dich diese blassen wasser –
Dich selber noch blasser!
Wie traurig weint es in dem hohen laube:
Dein ertränkter glaube!
SpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[22] SPLEEN

Ganz rot die rosen blinken ·
Der efeu ist schwarz wie die nacht.
Teure · wenn leis du nur winkest
Die alte verzweiflung erwacht.
Zu zart und zu blau war der himmel
Zu mild die luft und zu grün die bucht.
Ich erwarte – ich fürcht es immer –
Von dir eine schreckliche flucht.
Den leuchtenden buchs bin ich müde
Des hulstes gefirnisstes dach
Die endlos weiten gefilde
Und alles – dich nur nicht – ach!
GreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[23] GREEN

Hier siehst du blätter früchte blumenspenden
Und hier mein herz · es schlägt für dich allein!
Zerreiss es nicht mit deinen weissen händen!
Lass dir die kleine gabe teuer sein.
Ich komme eben ganz von tau noch blinkend
Den kühler wind an meiner stirn gefriert ·
Geruhe dass sie dir zu füssen sinkend
In teurer rast die müdigkeit verliert.
Mein haupt noch dröhnend von den lezten küssen
Lass michs an deinen jungen busen tun
Dass es genest von starken wettergüssen
Und lass mich da du schläfst ein wenig ruhn!
Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
[Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[24] VÖGEL IN DER NACHT

*

Was verlier ich mich in eitler klage!
Da ich weiss du liebst mich nicht: ists gut.
Dass mich keiner zu bedauern wage
Will ich leiden mit entschlossnem mut.
Ja ich leide da ich dich geliebt ·
Doch ich halte wie ein krieger stand
Der noch liebe voll sein leben gibt
Blutend für ein undankbares land.
Du in der ich liebe · schönheit fand ·
Trifft auch all mein kummer mich durch dich·
Bleibst du immer doch mein vaterland
Wie mein Frankreich toll und jugendlich.
[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[25] *

Ich gleiche manchmal einem armen schiffe ·
Es läuft entmastet mitten durch die stürme ·
Es sieht kein licht auf Unsrer Frauen türme
Und wartet betend auf den tod am riffe.
Und manchmal leide ich wie jener böse
Der sich verdammt weiss wenn er nicht bekennt ·
Der nicht mehr hofft dass ihn ein priester löse
Und schon im vorgefühl der hölle brennt.
Doch manchmal ach! mich fromme brunst belebt
Des ersten christen vor dem strafgerichte:
Er lächelt seinem heiland zu · ihm bebt
Kein haar am leib · kein nerv im angesichte.
Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[26] AUS: WEISHEIT
I

Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse –
Das unglück traf mein altes herz mit dem geschosse.
Mein altes herzensblut in einem strahl entfuhr
Um zu verflüchten in dem lichte auf der flur.
Mein aug erlosch · ein schrei entfuhr aus meinem munde ·
In wildem zucken ging mein altes herz zugrunde.
Der ritter Unglück hat indessen beigelenkt ·
Ist abgestiegen · hat die hand auf mich gesenkt.
Sein finger erzumkleidet trat in meine wunde –
Er gab mit rauhem wort von seinem willen kunde.
Und sieh! kaum drang sein kalter eisenfinger ein
Ward mir ein neues herz – ein herz so stolz und rein.
Und sieh! erleuchtet wie von einem himmelsdochte
Ein herz so jung und gut in meinem busen pochte.
[27]
Noch blieb ich zitternd und zum zweifel noch geneigt
Wie einer dem der Herr im schlaf gesichte zeigt.
Er aber sass von neuem auf · der gute reiter ·
Er nickte mit dem kopf herab und sprengte weiter.
Er schrie: – und seine stimme gellt mir noch im ohr –
Nun aber vorsicht! solches kommt nur einmal vor.
Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[28] KASPAR HAUSER SINGT:

Sanften blickes ein stiller waise
Zu grosser städte getös
Kam ich auf meiner reise –
Niemand nannte mich bös.
Im zwanzigsten jahre ein grauen
(Man heisst es auch liebesglut)
Gab mir die schönheit der frauen –
Sie waren mir nicht gut.
Wenngleich ohne heimat und erben
Wenngleich ich für tapfer nicht golt ·
Im kriege wollt ich sterben ..
Der tod hat mich nicht gewollt.
Kam ich zu spät · zu frühe?
Ich weiss nicht wie mirs ergeht.
O ihr all! schwer ist meine mühe –
Sprecht für mich ein gebet!
XVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[29] XVII

Teure hände · ehmals die meinen ·
Nach diesem tödlichen irren
Nach diesen heidnischen wirren
Ihr die ganz schönen ganz reinen –
Nach den rheden und uferräumen
Nach den ländern und provinzen –
Hehrer als hände der prinzen
Geleitet ihr mich zu den träumen.
Traum-hände · auf meiner seele ·
Was ihr zu sagen geruhtet
Mitten in sünd und fehle
Zu dieser seele die flutet!
Trügt es mein keusches sinnen
Von geistiger begleitschaft
Von mütterlicher bereitschaft
Von liebe weit und tief innen?
[30]
Strafe · gute begehrte ·
Heils-träume – hände der weihen
O hände · deine · verehrte ·
Hebet euch zum verzeihen!
Stéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Aus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
SeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

AUS: GEDICHTE
SEEBRISE

Das fleisch ist trauernd ach! und alle bücher las ich.
O fliehen dorthin fliehn! ich weiss dass vögel trunken
Inzwischen unbekanntem schaum und hirnmel sind.
Nichts – auch die alten gärten die das auge spiegelt
Nicht – hält dies herz zurück das sich im meere badet.
O nächte! weder die verlassne helle meiner lampe
Auf meinen leeren blättern die die weisse schüzt ·
Noch auch die junge frau die ihren säugling stillt.
Ich zieh ins ferne. Dampfer das getakel schaukelnd
Den anker heb nach einer fremden heissen erde!
Ein leid · um grausam hoffen in verzweifelung ·
Vertraut noch auf der taschentücher lezten gruss.
Vielleicht sind diese masten die die stürme laden
Von denen die ein windstoss neigt auf die zerschellten
Verlornen · ohne mast noch grüner insel flor ...
Doch · o mein herz · horch horch auf der matrosen chor!
ErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[35] ERSCHEINUNG

Der mond war in trauer und weinende engel im traum ·
Den bogen in ihren händen im blumigen raum ·
Im hauchenden · liessen aus den sterbenden saiten
Wie weisse seufzer auf azurne kelche gleiten.
Es war deines ersten kusses gesegneter tag.
Mein schwärmen quälte mich mit geisselndem schlag
Und tauchte mich weise unter im dufte der trauer
Der ohne nachgeschmack lässt und ohne bedauern
Das pflücken eines traums fürs herz das ihn pflückt.
Ich irrte das auge aufs alternde pflaster entrückt –
Da kamst du mit der sonne im haar auf den wegen
Und in dem abend auf einmal mir lächelnd entgegen.
Ich glaubte ich sähe die fee im strahlenhut
Die einst überm schlaf des verwöhnten kindes geruht
Mit halbverschlossenen händen vorübergleiten
Draus weisse sträusse von duftenden sternen schneiten.
Aus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
HerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[36] AUS: HERODIAS
HERODIAS
HERODIAS DIE AMME

AMME
Lebst du? ist dies nicht einer fürstin schatte?
Dein finger und sein ring zum mund mir! wandle
Nicht länger durch vergessne zeit!
HERODIAS
Zurück!
Die blonde flut · mein unbeflecktes haar ·
Den leib der einsamen umbadend · macht
Ihn starr. Mein haar vom licht durchflochten ist
Unsterblich ... Weib! mich tötete ein kuss
Wäre nicht schönheit tod ..
Was zieht mich hin
Und welch verschollner morgen der profeten
Ergiesst ein trübes fest auf sterbendes
Gefild – ich weiss nicht. Winterliche amme ·
Du sahst in dumpfer gruft aus stein und eisen
Wo meiner löwen wilde jahre schleichen
Mich schreiten im verhängnis – unversehrt
In dieser alten fürsten ödem duft.
Doch hast du meinen schreck gesehn? ich stehe
[37]
Von fremder heimat träumend und entblättre
Wie überm brunnen dessen strahl mich grüsst
Die bleichen lilien die in mir sind ..
Und wie verzückt der zarten trümmer fall
Sacht durch mein sinnen hin zu folgen · drängen
Die löwen meines kleides saum und schaun
Auf meine füsse die dem meer geböten ..
Gebiete · du · des greisen körpers schauer
Und komm! da meines haars zu wilde weise
Wie die von mähnen dich beängstet. Hilf mir
Da du mich so nicht mehr zu sehen wagst
Dass ich mich lässig vor dem spiegel kämme!
AMME
Wenn nicht die heitre myrrhe in den urnen –
Willst du geraubte seele alter rosen
Mit ihrer totenhaften macht versuchen ·
Mein kind?
HERODIAS
Lass die gerüche! weisst du nicht
Dass ich sie hasse · amme! oder willst du
Mit ihrem rausch mein mattes haupt ertränken?
Ich mag nicht dass mein haar wie blumen sei
Die über menschenpein vergessen breiten.
[38]
Es sei wie gold für immer frei von düften
Grausamen glanzes oder stumpfen schimmers
Des erzes unfruchtbaren frost bewahrend.
Denn in ihm spiegelten der heimat mauern
Geschmeid und wehr seit meiner öden jugend ..
AMME
Verzeih! das alter wischte dein gebot
Aus meinem geiste wie ein altes buch!
HERODIAS
Genug! halt diesen spiegel vor!
O spiegel ·
Wasser durchs leid im rahmen eingefroren ·
Wie oft und während stunden in verzweiflung
Ob träumen und erinnerungen suchend
Wie blätter unter deinem tiefen eise
Erschien ich mir in dir ein ferner schatten!
Doch schrecken! nachts · bei deiner strengen quelle
Ward meines irren traumes nacktheit kund.
O amme · bin ich schön?
AMME
Ein stern fürwahr.
Doch diese flechte sinkt.
[39] HERODIAS
Halt ein im frevel
Der bis zum quell mein blut erstarrt! bezähme
Den griff – bekannte lästerung! und melde
Welch starker dämon dich so fremd erregt!
Dies küssen · dargebotne dufte und (unsagbar
Mein herz!) o diese hand noch schänderisch –
Denn du berührtest mich – sind eines tags
Der nicht ohn unheil auf dem turme endigt ...
Turm den Herodias mit grauen schaut.
AMME
Seltsame zeit fürwahr! behüt der himmel!
Du schweifst · einsam gespenst und neue furie ·
Und schaust frühreif in dich mit angst – und doch
Anbetungswert gleich den Unsterblichen ·
Mein kind! und furchtbar schön und so geschaffen ..
HERODIAS
Berührst du mich nicht eben?
AMME
Gerne wär ich
Dess eigen dem das los dich aufgespart.
HERODIAS
O schweig!
[40]
AMME
Kommt er nicht dennoch?
HERODIAS
Reine sterne
Hört nicht!
AMME
Wie · wenn nicht unter finstrem schauder ·
Soll man noch unversöhnlicher sich denken
Im gnadeflehn den gott der deiner reize
Kleinod für sich erharrt – und wem · von angst
Verzehrt · bewahrst du den verborgnen glanz
Und deines wesens leer geheimnis?
HERODIAS
Mir!
AMME
O blume einsam trüb die nur bewegt
Ihr schatten den sie starr im wasser blickt!
HERODIAS
Behalt für dich dein mitleid wie dein höhnen!
AMME
Und doch erkläre · du unkindlich kind!
Wird nie die herrische verachtung schwinden ..
[41] HERODIAS
Doch wer berührt mich die die löwen scheuen?
Auch will ich nichts von menschlichem · ein steinbild.
Und siehst du meinen blick nach himmeln suchend:
Denk ich nur deiner milch die ich einst trank.
AMME
O kläglich opfer · dem geschick verfallen.
HERODIAS
Für mich · ich blühe nur für mich · verlassen:
Ihr wisst es · amethystne gärten: endlos
In weissen schluchten blendenden verhüllt ·
Verkanntes gold das alte leuchten bergend
Im düstren schlafe ungenuzten landes!
Ihr steine draus mein auge · reines kleinod ·
Klangvolle helligkeit entnimmt – und ihr
Metalle die ihr meinem jungen haar
Unseligen glanz verleiht und starres wallen ..
Du weib · in schlimmen zeiten aufgezogen
Zur bosheit der sibyllenhöhlen · sprichst
Von einem sterblichen auf dessen wink
Aus meines kleides tulpen · wilder duft ·
Der weisse schauer meiner nacktheit stiege –
Verkünd dass wenn der laue sommer-azur
[42]
Für den die frau unschuldig sich enthüllt · mich
In meiner sternenkeuschheit zitternd sähe:
Ich stürbe ..
Graun der jungfrau lieb ich · will
Im schrecken leben den mein haar mir macht
Um abends auf mein lager schleichend – schlange
Unnahbar – auf der brachen brust zu fühlen
Das kalte rieseln deiner bleichen klarheit
Du die hinstirbt du die vor keuschheit brennt
Du weisse nacht aus eis und grausigem schnee.
Einsame schwester · ewig schwester mir!
Mein traum steigt zu dir aufwärts und schon so
In seltner herzenshelle die ihn dachte
Glaub ich allein mich in der öden heimat
Und alles lebt um mich im götzendienst
Des spiegels der in schlafesstille zeigt
Herodias mit klarem demantblick.
O höchster reiz! ich fühl es .. ja! allein!
AMME
So willst du sterben?
HERODIAS
Arme ahnin – nein!
Sei still und geh! verzeih mir hartem herzen!
[43]
Doch vorher · willst du? schliesse hier! der azur –
Seraphisch lächelt er im tiefen fenster ..
Ich hasse ihn den schönen azur.
Wellen
Dort – wiegen sich. Weisst du nicht fern ein land
Mit düstrem himmel und dem hassesblick
Der Venus die des nachts im laubwerk glüht?..
Dort will ich hin ..
Noch zünde (kindesspiel
Sagst du?) die fackeln wo bei leichtem brand
Das wachs im reinen golde seltsam weint
Und –
AMME
Jezt?
HERODIAS
Leb wohl!
Ihr lüget nackte blumen
Der lippen! Droht doch unbekanntes ding!
Vielleicht auch wisst ihr nichts von dem geheimnis
Und stosst den lezten und zerquälten schrei
Der kindheit · fühlend wie sie unter träumen
Sich endlich löst von kühlen edelsteinen.
Arthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Aus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
VokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

AUS: GEDICHTE
VOKALE

A schwarz E weiss I rot U grün O blau – vokale
Einst werd ich euren dunklen ursprung offenbaren:
A: schwarzer samtiger panzer dichter mückenscharen
Die über grausem stanke schwirren · schattentale.
E: helligkeit von dämpfen und gespannten leinen ·
Speer stolzer gletscher · blanker fürsten · wehn von dolden.
I: purpurn ausgespienes blut · gelach der Holden
Im zorn und in der trunkenheit der peinen.
U: räder · grünlicher gewässer göttlich kreisen ·
Ruh herdenübersäter weiden · ruh der Weisen
Auf deren stirne schwarzkunst drückt das mal.
O: seltsames gezisch erhabener posaunen ·
Einöden durch die erd- und himmelsgeister raunen.
Omega – ihrer augen veilchenblauer strahl.
Der Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[47] DER SCHLÄFER IM TAL

Ein grüner winkel den ein bach befeuchtet
Der toll das gras mit silberflecken säumt ·
Wohin vom stolzen berg die sonne leuchtet –
Ein kleiner wasserfall von strahlen schäumt.
Ein kriegsmann jung barhaupt mit offnem munde
Den nacken badend in dem blauen kraut
Schläft unter freiem himmel · bleich · am grunde
Gestreckt · im grünen bett vom licht betaut.
Ein strauch deckt seine füsse. Wie ein kind
Lächelnd das krank ist hält er seinen schlummer.
Natur umhüll ihn warm! es friert ihn noch.
Ihm zuckt die nase nicht vom duftigen wind.
Er schläft im sonnenschein · die hand auf stummer
Brust – auf der rechten ist ein rotes loch.
FaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[48] FAUNSKOPF

Im busche · grüner schrein mit goldnem guss ·
Im busche voll von blumigem geschwanke ·
In riesenblumen schläft der goldne kuss ·
Dort zeigt sich keck vorm köstlichen geranke
Mit grossen augen der verliebte faun
Der weissen zahns die rote blume beisset
Und wie ein alter wein blutfarbig braun ·
Sein mund mit lachen durchs gezweige reisset.
Ist er geflohen wie ein eichhorn flink ·
Hängt noch an jedem blatte sein getriller
Und es erscheint geschreckt durch einen fink
Der goldne kuss im wald. Dann wird es stiller.
Henri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

AUS: ERSTE VERSE
*

Am wasserplatz der singt und kühl gewährte
Schwieg der zerstreuten meute lang gebell ·
Die jäger flohen auf den rossen schnell
Bei horn und stimmenlärm auf falsche fährte.
Den teich bewegten nicht der hunde zungen
Kein fuss zertrat der graden rohre stolz ·
Kein zug in der verlezten bäume holz
Begräbt die flüchtigen erinnerungen.
Und abends kommt zu mir der hirsch gezähmt ·
Wenn aus der flöte kindlich und verschämt
Mein finger lockt die abgemessnen klänge ·
Er reicht gekniet sein ästiges geweih
Woran ich eine rosenbotschaft hänge
Dir · Süsse · deine diener sind wir zwei.
Nachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[53] NACHWORT

Im alten buch geziert mit krallenschlössern
Hab ich begierig nach der zauberweisheit
Den geist und allen willen eingesezt
Um der juwelen manche kraft zu lernen.
Smaragde helfen zwillinge gebären ·
Rubin macht keusch und hält die lüste fort ·
Der amethyst das auge fleissger nächte ·
Und demant bricht das gift und böses wort.
Ich tötete an seinem tisch den meister ·
Als kymophan er schnizte und gagat
Ein wirksam mittel gegen zaubereien.
Die steine hab ich dir gestohlen · Holde!
Und tat an meine hand sein vorrecht kennend
Den chrysolith der von dem wahnsinn heilt.
Aus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
AbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[54] AUS: WIE IM TRAUM
ABSCHNITT

Wo sich des waldes wege kreuzen – eines abends
Im sturm · mit meinem schatten – eines abends
Die aschen müd von herden und von jahren
Eh ich die vorbestimmung noch erfahren
Liess ich mich hin.
Die wege zogen nach den tagen hin ·
Ich hätte noch mit ihnen ziehen können ·
Und immerfort
Zu ländern meeren träumen immerfort
Bis zu dem tag
Wo mit der magischen geduldigen hand der Tod
Mein aug geschlossen hätte mit dem siegel:
Mit seiner goldnen friedensblume.
Du weg der stolzen eichen und der einsamkeit ·
Dein herber stein ist schlimm für müdigkeiten ·
Dein spitziges geröll für müde füsse.
Dort wird das blut vergangner jahre bluten
Bei jedem schritt.
[55]
Die stolzen eichen schelten in den rauhen winden
Und ich bin matt.
Du weg der klaren birken die sich zitternd
Entblättern · bleich wie deiner bleichen wandrer schmach ·
Der irrenden in deinem zähen schlämme.
Sie gehn zusammen ·
Sich drehend um sich nicht ins angesicht zu sehn –
Du weg aus kot und schweissenden gewässern ·
Wind flüstert deinen blättern seine klage ·
Der grossen sümpfe silber mond und frost
Stehn still im dämmerlichte deiner fähren ·
Und wer dir folgen will
Den führt gram bei der hand.
Du weg der sanften eschen und des leichten sandes
Wo wind den schritt verwischt und wünscht dass man vergesse ·
Dass man wie er von baum zu baume gleite –
Wie goldner sand ist deiner honigblumen farbe ·
Dein bogen so dass man wo's abweicht nicht bemerkt.
Die stadt zu der du führest ist den fremden hold ·
Sacht würden meine füsse über ihre schwelle treten
Wenn sie nicht an dem andern leben haften blieben
Wo hoffnung weinend aus nach toten schatten späht.
[56]
Ich werde nicht zu euren eichen schreiten
Noch längs der birken längs der eschen ·
Zu euren sonnen städten und gewässern ·
O wege!
Ich höre die vergangenheit! sie blutet ·
Die totgeglaubten schritte – ach sie kommen wieder
Und scheinen mir vorauszugehn mit ihren echo.
O wege!
Du leichter du · du schmählicher · du stolzer!
Ich horche zu
Dem wind · begleiter meiner eitlen züge ·
Der weint und wandert durch die eichen weiter.
O seele mein · der abend trauert wegen heut.
O seele mein · der abend schauert wegen morgen.
O seele mein · dem abend bangt es wegen dir.
Ein Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[57] EIN TRAUM VON STUNDEN UND JAHREN

Es ziehn vorbei vergessner stunden züge ...

Den schatten schmückte ich mit bleichen blumen
Und von der decke bis zum estrich hin
Liess ich die wände lange falten tragen
Gefärbt von toten nächten und verlornen tagen
Und meine bleich gewordnen träume
In noch bleicheren schatten
Erschienen darin eingewebt
Mit reinen händen drin die goldne blume bebt.
Des alten und trübsinnigen hauses grund
Von saal zu saal · von stund zu stund
Durchschweifst du · lächelst · weinst ·
Erinnerung mit dem angesicht von einst ·
Schreitest auf sandalen
Lautlos wie neben einem schläfer her.
Die klare silberampel mit dem goldnen öl
Verstreut durch deine wachsam bleichen hände strahlen
Auf der Vergessenen wangen
Auf ihrer augen schlaf und ihrer lippe kühle ·
[58]
Sie die im fahlen kleide mit juwelenspangen
Sich schlummernd stützen in dem alten chorgestühle.
Und meine seele wohnt in trübem haus
Wo bis zum estrich von der decke aus
Die wände lange falten tragen
Von toten nächten und verlornen tagen.
Die fenster ach! sind offen all gen norden.
Der horizont ist himmel weg und flut.
O dass ich noch mit meinen träumen schwebte ·
Geführt wie einst längs weg und flut!
O dass mein traum noch vor mir schwebte
Mit reinen händen drin die goldne blume ruht!
[59][61]
ItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Gabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Aus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
An die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

AUS: PARADIESISCHES GEDICHT
AN DIE LORBEEREN

O lorbeern die im grossen strengen schatten
Ihr den gedankenvollen jüngling hegtet ·
Erzählet mir von ihm · am ersten abend
Erzählet mir von ihm in milden worten ·
Ihr alten lorbeern! weil vielleicht er hört ·
Weil er vielleicht entfernt ist und doch hier.
Wie hat der junge hüter euch geliebt ·
Wie beugtet ihr auf seine freundes-stirne
Die äste oft um euer lob zu hören!
Er las in jenem buche worin züchtig
Die seele zittert und begehrt und weint
Umschlossen vom gewand antiker grazie.
Langsam im kreise stieg der schöne garten
Auf – wie ein traumbild aus dem herzen steigt
Bewässert von der reinen sangesweise ·
[65]
In einem ungewohnten geistigen licht
Das nicht vom himmel sondern auf der erde
Von dem unsterblichen gedicht entflossen.
O lorbeern · ich bin der! nicht mehr verberg ichs –
Ich bin es der im buche las · das licht
Erschaute und im tiefen herzen froh war.
Ist alles hin? der lezte strahl bespottet
Im grossen becken das verfaulte wasser ·
Auf einer hohen mauer schreit der pfau.
In dem geblichnen und versengten grase
Sind tot des ortes liebe schutzgewalten ..
So ist denn jede gottheit hingeschwunden?
Nur kommt ein heisrer klang der glocken näher ·
An welchem leid die fromme flut sich bäumt!
Der schatten dringt zu einem haus allmählich ·
Dem trüben haus wo meine mutter weint.
TrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[66] TROST

Nicht länger weine! der geliebte sohn
Kehrt heim zu dir. Er ist des lügens müde.
Komm mit hinaus! zeit ist es neu zu blühen ·
Du bist zu weiss · dein antlitz gleicht einer lilie.
Komm mit ins freie! der verlassne garten
Bewahrt für uns noch manchen seitenweg.
Ich sage dir wie das geheimnis süss ist
Das auf gewissen fernen dingen schwebt.
Noch manche rose ist am rosenbusche.
Noch manches kraut gibt schüchtern seinen duft.
Obwohl verlassen wird die teure stätte
Noch lächeln wenn du lächeln wirst.
Ich sage dir wie süss das lächeln ist
Gewisser dinge die vergessen dulden.
Was dächtest du wenn jezt mit einem male
Die erde dir zu füssen blumen brächte?
[67]
Dies wird geschehen wenn es auch kein mai ist.
Komm mit · bedecke nicht dein haupt! sanft ist
Septembersonne und noch scheint kein silber
Auf deinem haupt und fein ist noch die falte.
Warum verweigerst du mit müdem blicke?
Die mutter tut des guten sohnes willen ·
Du musst ein wenig sonnenschein geniessen ·
Ein wenig sonne auf dein weisses antlitz.
Du musst getrosten mutes sein · du musst
An alle bösen dinge nicht mehr denken ..
Wenn wir nach jenen rosenbüschen gehen
So red ich leis und deine seele träumt.
Träume · träume! teure seele. Alles
Wird wie in den vergangnen jahren sein.
Ich will in deine reinen hände legen
Mein ganzes innre. Nichts ist noch verloren.
[68]
Träume · träume! ich will dein leben leben ·
In einem neuen leben tief und einfach
Erstehn. Die leichte hostie die reinigt
Ich will aus deinem finger sie empfangen.
Träume! da des träumens zeit gekommen.
Ich rede. Sag · versteht mich deine seele?
Sieh! in den lüften schaukelt und entfacht sich
Fast das gespenst von einem toten mai.
September (sag! vernimmt mich deine seele?)
Hat in den düften und in seiner blässe
So etwas wie die düfte und die blässe
Von einem lenz der aus dem grabe steigt.
Träumen wir! es ist die zeit zu träumen ·
Und lächeln wir! dies hier ist unser lenz.
Zuhause später in den abendstunden
Schlag ich den flügel wieder auf und träume.
[69]
Wie lang lag er im schlaf der flügel! damals
Schon fehlte eine saite · eine saite
Fehlt immer und die tasten mahnen an
Der ahnin wächserne und schmale hände.
Inzwischen von dem abgeblassten vorhang
Wird ein geruch ein zarter sich verbreiten ·
(Du hörst mich?) etwas wie der schwache atem
Von veilchen die ein wenig schon im welken.
Ich werde einen alten walzer spielen
Sehr alt sehr edel · auch ein wenig traurig ·
Der klang wird heiser und verschleiert sein
Als ob er aus dem andern zimmer käme.
Für dich allein will ich ein lied verfassen
Das dich wie eine wiege schaukeln soll
Nach einem alten tone · doch mit etwas
Nachlässiger und schwanker zierlichkeit.
[70]
Wie in der fernen zeit wird alles sein ·
Die seele einfach werden wie sie war
Und wenn du wünschest sachte zu dir kommen
Wie in die hohle hand das wasser kommt.
Der BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[71] DER BETRUG

Ich leide nicht! nein · wenn ich schweigsam bleibe
Am abend wenn ich dir zu füssen sitze –
(O schreck des nahen nächtigen gerichtes
In jenem grossen weissen bette) wisse:
So tu ich es damit die seele besser
Geniesse diese köstlich süsse stille –
(Bei tag und nacht zermartert ein gedanke
Die seele ohne ruhe ohne ruhe!)
Die süsse stille die um mich gezogen
Vielleicht mit allzu ungewohnten freuden.
(Verleih · o Herr · verleih dass ich auf immer
Mein schreckliches geheimnis nicht verrate!)
O dies vergessen-haben · dies verzichten
Auf alles · dir zu füssen · sei gesegnet!
(Die seele wird niemals vergessen können ·
Niemals vergessen · niemals!) sei gesegnet!
Eine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[72] EINE ERINNERUNG

Zu der erde wandte sie die blicke –
Unerklärlich schweigen. Die minuten
Schienen klüfte masslos zu eröffnen.
O dass wir doch unter unversehenem
Schlag auf ewig stumm geblieben wären!
Langsam hob sie auf mich jene augen.
Ihre lippen leer von blut und zuckend
Seh ich noch und ihre ersten worte
Fallen wie die ersten tropfen blutes
Einer wunde die zu bluten anfängt.
Ein TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[73] EIN TRAUM

Sie war gestorben. Sie war kalt. Die wunde
War kaum ersichtlich in der einen seite:
Ein kleiner ausgang für so grosses leben!
Weit minder weiss erschien mir als die leiche
Das linnen · niemals wird das auge sehen
Ein ding das weisser ist als jenes weiss.
In flammen traf der ungestüme sommer
Die scheiben und insekten · ungeheure ·
Im schwülen dunste summten ohne ruhe.
Sie war erstarrt. Ich sagte: schläfst du denn?
Mit einem stumpfen fürchterlichen lächeln
Ganz nahe wiederholt ich: schläfst du? schläfst du?
Schläfst du? und denkend dass die schrille stimme
Nicht meine wäre bebte ich vor angst.
Ich horchte. Aber weder hauch noch stimme!
[74]
Es schien als ob die wände flammen wären.
In jener schwüle hob sich immer stärker
Ein odem wie aus einem grabgewölbe.
Der unbesiegliche geruch des todes
Erstickte mich – ich musste wohl ersticken ·
Ich selber hatte tür und tor geschlossen.
Schläfst du? Schläfst du? sie hatte keine antwort ·
Das linnen schien vor ihr weit minder weiss.
Auf erden werden nie die augen sehen
Ein ding das weisser ist als jenes weiss.
[75][77]
PolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Waclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Aus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
Das BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

AUS: VERSE I–V
DAS BUCH

Sie sprach: du sitzest verstimmt über deinen papieren
Und zupfest im munde die feder die lange nicht ruhte.
Brich ab mit deinen gedichten und ernsten gedanken
Und weihe dem eigenen glück eine kurze minute!
Und saugt dein gemüt durch vieles sinnen gefesselt
Im garten der bücher einen belebenden odem
Und stützest du brütend das schwere haupt mit dem arme
Wie hölzerne götter in indischen pagoden:
So stelle dir vor ich wäre ein buch: ein solches
Das nie zu betrüben und immer zu trösten suche
Und wenn aus der feder dir ein missklang gleitet
So blättere einige seiten in diesem buche!
Im Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[81] IM NEBEL DES HERBSTES

Auf meiner gedanken auen war lange dürre ·
Die gütige sonne strahlte den reifenden feldern ·
Heut stechen die scharfen stoppeln und werfen schweigend
In nebel gehüllt einen langen blick nach den wäldern.
Ich wollte das wasser der sinnlichen quelle schöpfen ·
Im rasen der lüste gelagert mich vergessen.
Es ist zu spät! um die zieh-brunnen braust der nord ·
Ihre schwengel ragen empor wie verödete essen.
Ich schaudere. Doch wenn manchmal die nacht in die augen
Mir schaut und die träume fliegen – o traurige schemen:
Es drückt mein gedanke sich an die brust der begierde
Wie an seine stute der bronzene leib des moslemen.
Palme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[82] PALME IN DER WÜSTE

Herrin · ich sah dich plötzlich schlank wie die palme
Und dachte dass ich im wandern jezt rasten würde
Mein schweres haupt dem schutz deiner haare vertrauend
Wie einem baum ein pilger seine bürde.
Ich wollte zu füssen deines kräftigen lebens
Den lüften lauschen die deiner wimper begegnen ·
Ich möchte die wonnen mystischer liebe trinken ·
Erwartend ob weiche küsse auf mich regnen.
Doch weisheit die jede lust zu zerstören bedacht ist
Lässt mich mit trügendem gleichmut vorübereilen
Damit ich nicht eines traurigen abends bedaure
Die schatten des lieblichen baumes die hinter mir weilen.
Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[83] PHÖNIX STEIGT AUS DEN FLAMMEN

Ewig unsterbliches lied der immer jungen liebe
Fliegt geheimnisvoll durch vermooster jahrhunderte wald
Auf der holdseligen schwermut melodischen flügeln.
Schliessen möchten sich menschliche lippen gleich mimosen
Rosen gleich wenn vom kirchturm der angelus niederfliesst
Wie bei des mondes erscheinen die persischen tulpen.
Auf der holdseligen schwermut melodischen flügeln
Durch die gärten durch meine träume fliegt wonnend dahin
Ewig unsterbliches lied der immer jungen liebe.
Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[84] MEINE GELIEBTE...

Meine geliebte hat augen wie ein see
Augen wie ein see hat meine geliebte.
Warum geliebte?
Siehst du in fernen gefilden irrend
Inmitten der berge ein grünliches meer

So sprich:

In diesen gewässern schlummert ein stück meines lebens.
Meine geliebte hat einen leib ganz weiss
Einen leib ganz weiss hat meine geliebte.
Warum geliebte?
Fällt auf den kirschbaum der schnee der blüten
Und tauchst du dein aug in das sinnige weiss

So sprich:

In diesen blüten beschau ich ein stück meines lebens.
Meine geliebte hat ein berückendes lächeln
Berückendes lächeln hat meine geliebte.
Warum geliebte?
Giessest du dir einen trank in den becher
Und trübt der wein deine schaffenden sinne

So sprich:

In diesem weine schäumt ein stück meines lebens.
[85]
Meine geliebte hat duftende haare
Duftende haare hat meine geliebte.
Warum geliebte?
Wenn du im kies eines parkes wandelnd
Den duft der orangen in dich trinkst

So sprich:

In diesem dufte schwebt ein stück meines lebens.
Meine geliebte kennt ein entzückendes lied
Entzückendes lied kennt meine geliebte.
Warum geliebte?
Wenn unserer freuden ernte vorüber ist
Und hörst du ein lied aus einsamer gasse klingen

So sprich:

In diesem liede schluchzt ein stück meines lebens.
Meine geliebte hat einen türkischen dolch
Einen türkischen dolch hat meine geliebte.
Warum geliebte?
Liebst du mich sehr so schmied ich daraus eine feder
Und wenn du priesterlich hehre sänge schreibst

So sprich:

In dieser feder gleitet ein stück meines lebens.
Der orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[86] DER ORTE GIBTS...

Der orte gibts die eingedenk
Der mensch umgeht mit achtsamkeit
Als ob ereignis längst verschollen
Sich traurig wiederholen könnte –
In diesem leben rätselhaft
Gibts orte welche eingedenk
Der mensch umgeht mit achtsamkeit.
Der orte gibts die wehmutvoll
Der mensch besucht im träum –
Vergangenem ereignis treu
Verhüllt im mantel des gefühls
Schöpft er unendliches bedauern
An orten welche wehmutvoll
Der mensch besucht im traum.
Lilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[87] LILIEN EIGENE BLUMEN

Ich schreite mit des prunkenden herzens gefühlen
Nach traurigen lebens rötlichen gestaden ·
Ich schreite mit weisen gedanken auf marmorner stirne
Durch blinder erinnrungen zerfallene arkaden.
Bevor die sonne den himbeerfarbenen fächer
Entfaltet und meeresvögel den schrei erheben
Besteig ich voll sanftmut das gespenstische fahrzeug
Dess schwarze segel zur insel der toten streben.
Mit angespielter leier zartem gesange
Entfach ich was von sterbender liebe noch glüht
Und segne diese duftende einzige wahre
Von der in der ferne ein herz ohne namen blüht.
Teich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[88] TEICH DER ERINNRUNG

Auf sehnsuchtvollem teiche der weissen erinnrung
Auf schlafenden fluten von angst und von wahn
Segl ich tief einsam in den stunden des seufzens
Auf nachtäugigen angedenkens kahn.
Ich gleite still und die schwäne der gefühle
Tauchen ferne von mir in das dunkel ein ·
Ich gleite wie in einer feudalen ballade
Mondlich beleuchtet von der gedanken schein.
Ich segle schweigend – plötzlich aus klagenden fluten
Hebt sich die maid der reue in sagengrau
Und schluchzt die weissen lilienhände windend
Wie einsame quelle auf der verwitweten au.
Auf sehnsuchtvollem teiche der weissen erinnrung
Auf schlafenden fluten von angst und von wahn
Segl ich tief einsam in den drückenden nebeln
Auf nachtäugigen angedenkens kahn.
Wach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[89] WACH AUF

Wach auf die du mich geleitet durch einsame jahre
Smaragdener stern meines lebens · wach auf!
Wach auf · du leuchtende sfinx · denn es läutet
Zum angelus droben vom turme der kirche – wach auf!
Die kräuter der schlummernden felder duften berückend
Und stimmen ertönen vom grünlichen wasser – wach auf!
Wach auf! dem auge des himmels fallen die lider
Vorm kusse der feierlichen nacht – wach auf!
Wach auf! meine arme erhoben sich zum gebete ·
Erhoben sich wie zwei gespenstische vögel – wach auf!
Erinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
I Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[90] ERINNERUNG AN PAUL VERLAINE

I
AM TOTENBETT

Der Weise der kühn in das auge des lebens schaut
Wird unbereit vom tode nimmer ereilt.
Er klagt weder bittend um ein verlängertes leben
Noch rechtet er mit den jahren verflossener jugend
Noch fürchtet er sich vor unbekannten gefilden
Noch zeichnet er pläne der klugheit in seinen gedanken.
Er schreitet mit stolzem abgemessenem schritte
Und wenn er dem ehernen tod auf dem wege begegnet ·
So bleibt er stehen und bietet die stirn ihm dar:
Er überliefert dem mäher die reifende ähre.
II Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[91] II
NACH DEM BEGRÄBNIS

So bist du geschieden · pauvre Lelian · und liessest
Uns treue hüter deines barmherzigen liedes
Das wirken wird so lang im menschlichen geist
Als unser planet das antlitz der sonne umkreist.
Nachdem sie beturbant dich mit dem weissen lein
Und dich verschlossen in schmucklosen fichtenschrein
Und dich überschüttet mit erde – erdengeschicke –
Wird sich deiner züge deutliche prägung verwischen.
Doch ich werde oft dich noch sehn in der dunkelheit
Wenn regen von den verhüllten gestirnen speit –
Dein sagenhaft haupt in deinem mantel verborgen
Auf Sankt Genovevens lateinischer höhe –
Ich stehe und schaue erfasst von unheimlicher macht
Und zwölfmal schlagen die glocken der mitternacht.
Meine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[92] MEINE MENSCHLICHE LIEBE

Meine menschliche liebe ist nicht von fleisch und von blut ·
Sie schaukelt auf den geistigen b-moll-flügeln –
Sie waltet eigenschaftslos in unendlichkeiten ·
Von sinnbildern frei und frei von ebenbildern.
Ich fühle sie – heimliches flüstern der kommenden tage ·
Ich fühle sie – wonnende nebel des blauen sumpfes ·
Doch ich vermag nicht sie aus den saiten zu locken ·
Vermag sie zu malen nicht und nicht sie zu meisseln.
Wenn ich die worte zum worttag des wohlklangs berufe
Dass flügelgedanken auf durstigen mund sich mir setzen:
Kein wort ist im stande das siegel des rätsels zu brechen ·
Denn nicht ist von dieser welt meine menschliche liebe.
Vielleicht verstände sie irgendein meeresgestade
Wo die sonne in heimweh den glühenden bogen zeichnet
Auf felsen auf stränden wo schildkröten gleich und vögeln
Die roten gedanken ruhen in sattem schlafe.
Regen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[93] REGEN-LANDSCHAFT

Der regen · dunkel · der mond in verdichteten wolken
Ertränkt die elektrischen augen im kühlen bad –
Schlaf-wandelnden jungfrauen gleich in wehenden hemden
Irrt luftiger nebel auf nasser hügel pfad.
Ein haus steht geheimnisvoll am fuss eines hügels
Ohne schutz ohne klang ohne licht ohne lied ·
Die läden sanken herab auf seine fenster
Wie auf ein träumendes auge das müde lid.
Der regen weint gleich der reifen frauenseele ·
Ist ihre heliotropische liebe vorbei –
Die ganze welt ist bedeckt mit feuchtender schwüle ·
Wird finster und ruht nach abgebrochenem schrei.
Ein wesen sonderbar gehüllt ganz in schleier
Pocht heimlich wie eine maus an dem schweigenden haus
Und wartet · pocht wieder und wartet gekauert
Und giesst sich · ein trüber fleck · in die dämmerung aus.
Die SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[94] DIE SCHWALBEN

Wie eine türkin bläulich grün gekleidet ·
So ging sie langsam in der felder fläche.
Auf ihre hüften ihre haare flossen
Wie morgenstrahlen auf zwei bergesbäche.
Zur rechten grüsste sie der weisse roggen ·
Zur linken zitterte der lerchen chor
Und wie die wache bei der fürstin nahen
So stand des feldes pappel grad empor.
Der tag versank schon und die sonne pflanzte
Westwärts das banner der Johannis-nacht
Dess bunte spitzen sich im winde hoben –
Das Ave von dem dorfe schallte sacht.
Auf einmal eine – zwei – drei schwalben – viere
Mehr und mehr schwalben hinter ihr erscheinen ·
Sie ziehen überm haupt ihr blitzeskreise
Und hundert kreise · kronen gleich · in einen.
[95]
Der jungfrau bangt vor ihren schwarzen feinden ·
Sie jagt sie weg · sie schwenkt ihr tuch im winde ·
Doch unbotmässig folgen noch die schwalben
Mit lautem schrei dem unbeschüzten kinde.
Im freien so bestürmt von geistervögeln
Will sie ins schloss zurück in banger eile ·
Sie läuft mit lautem pochen bleich erschrocken
Umkrönt von diesen schwalben schnell wie pfeile.
Zur linken grüsste sie der weisse roggen ·
Zur rechten sah die lerche staunend vor
Und wie die wache bei der fürstin nahen
So stand des feldes pappel grad empor.
Die ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[96] DIE ZAUBERIN

Warum · geheimnisvolle herrin · führst du
Mich und verbirgst mir rätselhaft die wege?
Von deiner stirne strahlen engelslichter ·
Wohin du schreitest ist ein sonnen-land.
Wie der ernährerin ein zartes lamm
Aufmerksam nachläuft also folg ich dir ·
Gleich einem irrlicht auf verstreuten sümpfen
Verlockst du mich und lächelst zauberisch.
Bist du das märchen wohl der berges-grüne
Von dem ich seit den kinderjahren träume?
Bist du nicht sie die auf planeten herrscht?
Dem ritter aus den grauen zeiten gleich
Irr ich dir nach · o Melusine · träumend.
Doch wohin führst du mich? ins land der trauer.
WahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[97] WAHLSPRUCH

Wozu der stolz auf den besitz der gefühle?
Wozu dich rühmen deiner gedanken und taten?
Bist du nicht geschaffen aus einer handvoll erde
Vermischt mit einigen tropfen bittren wassers? –
Ja – doch ich trage mein haupt so hoch erhoben
Und so hoch streben seine wünsche und pläne
Dass dieser turban womit es sich decke nur einzig
Gefüttert sein kann mit den sternen des himmels.
WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[98] WIDMUNGEN
AN S.G.

I

Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue
Im weltraum unsre beiden leben · Gefährte –
Gleich zwei planeten die über wolken träumen ·
Zwei leben traurige und unerklärte.
Geheimnisse gibt es unter der ewigkeit siegeln:
Dass sterne nach ihrem tode die erde betreten ·
Bevor ihr licht gelangt zu der erde tiefe
Erstarrte oft der eisige tod die planeten.
So ist unser lied voll tönender künstlerhöhe
Verurteilt zu der menschlichen augen truge.
In grabesnähe muss es erst erstöhnen
Eh es die erde berühre mit seinem fluge ·
Da zu hoch oben seine klänge fluten ·
Da menschliche blicke zu schwach sind es zu lesen ·
Da es genährt an der jahrtausende busen
Zu ernst ist für das kindliche erdenwesen.
[99]
Einst wenn die trauer unseres sinnens entschlafen
Erblicken die völker zweier sterne schein –
Dies sind dann unsrer entfernten tage strahlen
Die brennen werden über Weichsel und Rhein.
II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

II

Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben
An lauten beifalls felsen brechen würden
So müssten bitter wir die häupter schütteln
Und rückwärts gehen wie enttäuschte besucher.
Und müssten unsre haare mit asche bestreun
Und sieben jahre schweigende busse tun
Und erst im achten den bann der lippen brechen
Zu hören ob edlere seele aus ihnen zittre.
III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[100] III

Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde ·
Wir die vor allen das glück der erde besitzen ·
Besitzend aber es schenken und meiden
Um dann zu leiden.
Wir wissen zu lachen und wir wissen zu schluchzen ·
In wollust die wollust – im grame den gram zu lieben ·
Das grosse und kleine mit weisem maasse zu messen
Und zu vergessen.
Verschieden sind der verschiedenen menschen sitten:
Ein jeder gibt seinem glück einen anderen namen –
Wie unsres glückes klingende silben sich fügen:
Selbst uns genügen.
IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[101] IV

Da unsere augen sich traurig machen mussten
Und unser herz wie ein regentag nebelig weinen ·
Der mund sich gewöhnte bedenkliche lieder zu singen
Und laut die unaufhaltsame trauer zu rühmen:
So ist kein ort wo sich unser fürstliches sinnen
Ergehen könnte als die entferntesten pfade
Wo unschuldig weisse lilien erblühn und die quellen
Mit ihrem schluchzen den schrei unsrer seele begleiten
Nicht ist es sünde zu weinen wenn rhythmischer finger
Die traurigen reime an klingende fäden kann reihen.
Nicht ist es sünde zu schluchzen wenn herz aus oboen
Ein unvergesslich bedauern zu tönen vermag.
So wie Narziss in den eigenen schmerz uns verliebend
Scheuchen wir nicht unsres lebens blasse gedanken
Und weinen! o weinen gleich den pelikanen –
An rosigen küsten der einsamen inselreiche.
V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[102] V

Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen
Mit irrem aug der sorgen menschen-schatten ·
Geschieht es nur wenn – ohne dass wirs wollen –
In uns sich der gedanken reihn verschieben.
Wenn es uns dann erscheint als wär es nötig
Des brodes willen einen tag zu leben
In einfalt einen schönen kurzen tag ·
Lasst breit das fenster offenstehn auf trauer!
Hörst du nicht fern geheimnisvolle laute
Die zu uns von den frohen dörfern schwimmen?
O unbemerkter glanz auf hohen stirnen ·
Besitzer dieser erde · Herrn der gnaden!
Von allen tagen die Gott günstig gibt
Ist nur ein schöner tag: der tag der dichter.
VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[103] VI

Ich möchte wissen ob auf dieser erde
Es fürsten gibt so fürstensinniger kraft
Dass Deine durch sie überfinstert werde –
Du der sich ohne salböl hub zum throne –
Doch hältst Du auch kein zepter auf der erde
Wird über ihr und ihnen Dir die krone.
VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

VII

Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist
Wird ruhig aus des körpers überwurf entschlüpfen ·
Fortfliegen in den sterblichen verhüllte länder –
Nicht lang mehr wird es sein und alles endet dann.
Die seele tritt vom sinnlichen gesanges-mahle ·
Sie zieht hinweg und lobt der gottesgaben güte ·
Die menschen werden gleich den dienern der tyrannen
Sich auf die nachgebliebnen reste gierig stürzen.
Und jene seele die satt hinging wird im spiegel
Der sage wiederum in nebelform erscheinen ·
Gleich einer lilie der gewässer wenn sie senkrecht
In einer mainacht auf entschlafnem teiche hinfähr.
VIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[104] VIII

Wenn du nun scheidest · nicht alltäglicher gast!
Am Rheine wieder des Wortes banner zu schwenken
So nimm auf den schmerzlichen gang meine vorderste trauer
Und meiner redenden augen zartes gedenken.
Erinnern werd ich mich all jener guten tage
Auf deren schwingen der träume zweisang geflogen ·
An jene gespräche · lebendge gedanken spinnend ·
Die angenehm uns den weltlichen dingen entzogen.
Noch schwimmen über die stirn mir wolken des traumes ·
Ich scheide und denke nicht was mit dem morgen droht ·
Wie nach korinthischem mahl auf lateinischer tafel
Wo man zum nachtisch reichliche küsse bot.
Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[105] LIED UNTER TRÄNEN

I

Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich ·
Mit hundert riegeln versperrt in dem häuslichen kloster ·
Und rollt von der höhe des schmerzes gleich einer lawine
Den fluch auf das tal in dem nimmer er schreiten darf ...
Wer das herzleid behüllt mit bösem zorne und welchen
Gewundne gedanken hinführen durch abgrundswege
Ist gleich einem menschen eines erloschenen glaubens
Ohne gott ohne kirche ohne festtag und beten.
II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

II

Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute
Zu wandeln wohin mich unfrei gefühle führen ·
Am Weichselstrand hin im weinen aufzustöhnen
Wie einst die Juden an Babylons trüben gewässern.
Ich könnte gleich diesen altertümlichen Juden
So bangen schrei aus der tiefe der brust aufholen
Und ihn so vielfach modulieren mit schluchzen
Dass leichen röcheln würden · lebendige versteinern.
III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[106] III

Wol hätte ich dies menschliche recht · doch zu sehr verführend
Macht sich der erinnrung nymfe dem auge schön ·
Nicht ganz verblühte veilchen duften zu süss noch
Auf wäldlichen stegen wo schatten ziehn von zwei seelen.
Noch wurde die liebe · zweier herzen geheimnis ·
Nicht unterdrückt durch eigenwillige mächte
Und noch gleich zwei vögeln rufen sich dein mund und mein mund
Einander zu bei stiller bei träumender nacht.
IV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

IV

So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel
Sing ich dem Herrgott mein lob für verflossene tage.
In wortlosen liedern und in biblischen tönen
Vergiesse ich dort mein wesen und all mein lieben.
Schon beben von mächtigen psalmen der seele gewölbe
Und wiegen sich schäumend anschwellende widerhalle ·
An wänden hängend schluchzen erinnerungs-bilder
Und Gott selbst · gleich deiner liebe · lächelt mir zu.
BegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[107] BEGRÜSSUNG

Das herz hat frisch sich geziert auf deinen empfang
Gleich einem schloss im wald zur begrüssung des herren ·
Du trittst in ein mit träumen bemaltes gemach ·
Trittst etwas verwundert etwas gedankenversunken.
Willkommen! es scheine dir dass es mein ruf nicht sei
Den du vernimmst sondern dass auf gegebenen wink
Die sonne ein goldnes willkommen zu füssen dir streue
Dem neuen wohnsitz wonne verkündend und heil.
Hier geben gedanken gleich gärten den schatten der wollust ·
Hier singen die worte gleich vögeln der wälder · hier trinken
Der märchen falter den honig süsser empfindung
In ruhe · stille · einsamer träume welt.
Ein unbescholten leben hebt mir das herz ·
Kein winkel birgt drinnen mit staub erfüllte wüsten ·
In jeder falte für dich geschnittenen kleides
Glänzt frischen gedankens und neuen gefühles faden.
[108]
O müsstest du schreiten in ein nicht schimmerndes haus
Verzichtend auf prunk und gefällige kleinigkeit ·
Sollt ich einen ärmlichen mantel um dich werfen:
Ich schluchzte vor schande · stürbe vor dürftigkeit.
Im Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[109] IM HERBST DES LEBENS

Ich liebe den mann auf dessen hoher stirne
Der herbst des lebens furchen ausgehöhlt ·
Der viel ertragen hat und viel gelitten ·
Dem keine lüge aus den augen schaut ·
Der zu ergötzen zu verfluchen wusste ·
In dessen herzen feuer aufgebrannt ·
Der dieses feuer mit den tränen löschte ·
Verzweiflung kannte und den sehnsuchtsgram.
Der ist imstande andrer herzen bängnis
Wol zu begreifen · andrer seelen schmerz
Versteht er – gleich erinnrungen – zu ehren ·
Er weint mit ihnen ohne dass ers weiss.
Stimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[110] STIMMEN DER EINSAMKEIT

Gedenke meiner wenn dein blick sich senkt
Auf jeden gegenstand den ich berührt ·
Wann die gedanken sich dir trüben wollen
Und leer wird deines herzens heiligtum!
Gedenke meiner wenn in zarte arme
Der reue meine bangen sinne fallen ·
Wann einsamkeit an ihre brust mich drückt ·
Verzweiflung über meinem haupte hinzieht!
Gedenke meiner! himmlisch denke meiner
Wenn meine hoffnung manchmal mich verlässt ·
Erinnerungen wie ein feindlich heer
Herziehend mich zu schwerem kampfe fordern!
Gedenke meiner wenn in schwäche ganz
Den todesengel ich willkommen heisse
Und wenn ich mit der allerbangsten stimme
Ihn frage nach des sonnenaufgangs zeit!
[111]
Gedenke meiner wenn auf harte späne
Gedungnes volk mein haupt wird niederlegen ·
Begräbnisglocken in den wolken schluchzen
Um mich der nicht mehr fühlt und nicht mehr weiss.
BitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[112] BITTE

Geh nicht davon! kalt wird das heiligtum
Wenn Gott und altar fortgetragen wird –
Bleib · lass mein herz dich nicht beschuldigen!
Lass meine augen keine träne spielen!
So märchenhaft fliesst unser stilles leben ·
So gleichgestimmt ist unsrer herzen schlag
Als leuchte über unsren beiden stirnen
Derselbe als bestimmungs-stern.
Mir ist bei dir so still so zauberhaft
Als ob ich auf der harfe töne hörte.
Kein peinender gedanke fällt mich an ·
Gleich einer zarten leier ist mein herz.
Bleib! liebe! lass uns traumeskränze winden
In treuen ketten herzlichen umarmens –
Doch wenn du gehst zerschmettre erst die harfe ·
Dann wird es kalt · es stürzt des glückes haus.
[113]
So auf ein prächtig schloss vom herrn verlassen
Streun angst und wehmut ihren totenblick
Und stolze pfeiler der gewölbe fallen
Und türmen auf ein trauernd träumer-mal.
ÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[114] ÄHRENLESEN

Herrin voll trauer! wie bereitest du leid mir
Dass du ein herz trägst gleich zerschmetterter harfe!
Noch tönt aus den saiten echo alter sänge
Indem der meister irrt in der unterwelt.
Nicht schluchze wie der vorfahren klagefrauen
Und opfere nicht der trauer deine seufzer!
Den becher des verzichtes leere mutig
Und wenn du kannst vergiss deines herzens zögling!
Ehmals lieblich geborgen an zärtlicher brust ·
Nach sanftem himmel fliegend in gedanken ·
Zukunft der unerforschlichen bang lauschend ..
Nun zieh durch unsrer liebe wüste fluren
Wie mit verwehtem haar die bettlerin
Übrige ähren der erinnrung sammelnd!
Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil
[Hier ist die bei nacht zirpende halle]Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[115] AUS: MEINE MUSE

Hier ist die bei nacht zirpende halle
Aus harzigen lärchen vor jahren gezimmert.
Der gottesgebärerin bildnis hängt an der wand
Davor das lämpchen das schaukelnd flimmert.
Und vor der Maria mit kriegerischen narben
Die junge frau in tiefer demut fleht. –
Vom lichte ist an den wänden gezeichnet ein schatten
Der gross ist wie der knieenden gebet.
Und hinter dem fenster venetischen baus
Steigen vom teiche die rhythmischen stimmen
Lautlosen fluges irrt eine fledermaus ..
Glückseligkeit legt mir die hand aufs herz.
Es wächst mein glaube – wächst wolkenwärts
Ich könnte an ihm empor in den himmel klimmen.
[116][119]
Anhang[Hier ist die bei nacht zirpende halle]Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

ANHANG

[119]

Die erste ausgabe des mehr romanischen bandes der Zeitgenössischen Dichter erschien bei Georg Bondi 1905 · zahlreiche gedichte waren vorher in den Bl. f. d. K. gedruckt wie das inhaltsverzeichnis nachweist. Mallarmés Herodias erschien ausserdem 1905 in einem von Melchior Lechter handgeschmückten einzeldrucke. Hinzugekommen sind folgende bisher unveröffentlichte stücke: Verlaine ›Die Stunde des Schäfers‹ (s. 9) und ›Herbstlied‹ (s. 10) W. Lieder. ›Widmungen Vk · von anderwärts schon gedrucktem ein gedicht von W. Lieder (s. 116: aus Bl. f. d. K. V. F.)· sowie alle im anhange vereinigten übersetzungen (aus Bl. F. d. K. I. und III. F.) nebst den vorsprüchen welche die dichter in Deutschland einführten .. die gedichte des Anhangs sind wol unter der aufsicht des übersetzers entstanden · jedoch nicht ganz als eigene arbeit anzusprechen.


Von mitteilung der abweichungen wurde wie im ersten bande abgesehen.

Einleitende Sätze

[120]

EINLEITENDE SÄTZE BEI DER ERSTEN VERÖFFENTLICHUNG IN DEN BLÄTTERN FÜR DIE KUNST

Die reihe der im ersten heft versprochenen werke von fremden künstlern eröffnen wir mit den Parisern · und mit solchen die ungeachtet ihrer bedeutung bei uns gar nicht oder in falscher verbindung genannt werden ... ›nicht jene französische literatur‹ – um den worten eines beaniagten dichters und kritikers herrn Albert Mockel zu folgen – ›die man in Deutschland kennt · wo Leconte de Lisle noch unbekannt ist · sondern die grosse edle französische literatur die ihre wogen rollt von Froissart zu Hugo und von Chateaubriand zu Mallarmé.‹

Die fülle des stoffes ist mit einemmal nicht zur übersicht zu bringen · das begreift man leicht· auch möge man in der aufeinanderfolge der verfasser keine rangordnung erblicken.

Auf der einen seite verkennen wir die schwierigkeiten nicht die bei einer übersetzung aus fremder sprache sich darbieten · bauen aber darauf dass unsre mitarbeiter die seit jahren mit den vertretern der jungen bewegung eng befreundet sind eine getreue und bezeichnende wiedergabe von deren werken und ansichten zu geben vermochten. HH. Stéphane Mallarmé · Paul Verlaine · Jean Moréas und Henri de Régnier sind wir sehr verpflichtet für ihre zustimmung zu unsrem plan und die gewogenheit mit der sie uns ihres rates teilhaftig machten. (Bl. f. d. K. I. F. 2. B.)

[121] FRANCIS VIELÉ-GRIFFIN · STUART MERRILL · ALBERT SAINT-PAUL

Aus der grossen schar begabter dichter des jüngsten Frankreich wählen wir drei: den ersten bezeichnend für eine gewisse engländische feinheit · den anderen den bewunderer der ritter und edelfrauen · den dritten der spiel und tanz leichter frauen bald in einem garten Louis' XV. bald mit japanischem hintergrund hervorruft. (Bl. f. d. K. I. F. 4. B.)

GABRIELE D'ANNUNZIO

Diese verse eines der hervorragendsten dichter des jungen Italien standen zum erstenmal in der römischen ›Antologia Nuova‹. Der verfasser macht uns bekannt dass sie noch in diesem jahre in einem buch ›Margaritae ante porcos‹ erscheinen werden. (Bl. f. d. K. I. F. 3. B.)

WACLAW LIEDER

Wir führen unseren freund den polnischen dichter Waclaw Lieder mit diesen gedichten ein · von denen das erste ›das Buch‹ in seinen ›Poezye‹ enthalten ist · die übrigen zum erstenmal in dieser übertragung veröffentlicht werden. (Bl. f. d. K. II. F. 3. B.)

Die folgenden beiträge entnehmen wir der neuen eben erscheinenden gesamt-ausgabe der werke des Dichters: Die EINLEITUNG zum ganzen werk · sowie zwei seiner ›WIDMUNGEN‹ die sich den früher in diesen Blättern veröffentlichten anreihen. (Bl. f. d. K. IV. F. 4. B.)

Jean MoréasAnhang[Hier ist die bei nacht zirpende halle]Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[122] JEAN MORÉAS
AUS: SYRTES

Zwischen kastanien und zwischen
Dem weissen · dem blauroten flieder
Hopfen die villa umwinden ·
Hopfen und kriechender efeu ·
Blütentrauben aus vasen
An schwertblatt hängen und linden.
Teure hände mit schmächtigen fingern
Ihr giesst uns das gold der muskaten
In der köstlichen frische der lauben ·
Im köstlichen dufte der saaten ·
Im abend wo töne verhauchen
Von geigen und wechselgesängen.
Bei klagendem plätschern der bronnen
Auf matten und teppichen nieder:
Die trägheit · in den locken · den losen.
Im köstlichen dufte der flieder
Gelindertes leid · müde herzen
In langsamem schmachtendem kosen.
[123]

AUS DEM: PÈLERIN PASSIONNÉ
DIE BELEHRUNG

Wir schweifen am gitter des parks entlang
Zur stunde wo der Bär sich neigt ·
Und dabei trägst du – denn ich will's –
Zwischen den bändern in deinem haar
Die blume asfodelos genannt.
Deine augen sehen in meine augen
Zur stunde wo der Bär sich neigt
Und meine augen haben die farbe
Der blume asfodelos genannt.
Deine augen sehen in meine augen ·
Es schwankt dein ganzes wesen ·
Wie der mythische felsen schwankt
(So sagt man) bei der berührung
Der blume asfodelos genannt.
Ich wurde geboren am strand eines meeres dess farbe
An milde dem saphir des orients gleichkommt. Lilien
Spriessen im sande dort · ach! sind sie nicht dein betrübtes
Antlitz · die lilien die bleichen am heimatlichen gestade ·
Ist es dein zierlicher leib nicht · der ragende stengel
Der lilien am heimatlichen gestade?
O liebe du duldetest nimmer dass frohe begierde
Uns leitete · ach! sind das nicht deine augen ·
Das zittern der wasser am heimatlichen gestade?
Stuart MerrillJean MoréasAnhang[Hier ist die bei nacht zirpende halle]Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[124] STUART MERRILL
AUS: GAMMES
DER SCHMERZ DER PRINZESSIN
I

Im königlichen garten durch den duft der rosen
Die dunkeläugige prinzessin · reife schwester
Der blumen irrt und weint geführt von trüben träumen.
Die abertausend stimmen im triumph des morgens
Murmeln ihr von liebe und die sonne schimmert
Im haare das um ihren kinderhals sich schmiegt.
Des wasserstrahles garbe die in goldnen perlen rieselt
Auf rasenplätzen die der buchs umrandet
Schillert in bernstein und in rubicell.
Die brise lachte glücklich in den weiden des gehölzes
Die vögel aus dem grünen dickicht aufgeflogen
Berauschten sich im blau der lüfte mit gezwitscher.
Doch nicht der blüten rosiger und roter nebel
Und nicht das wasser das die sommerwolken spiegelt
Noch das gezweige das sich von belebten worten regt
Vermag die sanfte unvernunft zu scheuchen
Der jungfrau die hinauf zu der terrasse schreitet
Von wo der fürsten blick ins ferne schweift.

[125] II

Mit ihren purpurschuhen streifte sie den marmor ·
Nun hat sie auf der brüstung leiste sich gebeugt
Indessen unter ihr das grün der bäume wogt.
Zu füssen ihr in wiesen und im gras der sümpfe
Vom frührot bis zum ave schluchzen die geläute
Der feierlichen stier- und rinderherden.
Der berge linie vor des ostens sonne
Im amethyst- und azurscheine schwankt
Und stirbt dann mitten in der felder meer.
Bisweilen wie der laute ton der warne-glocke
Schwebt aus der ferne eines hornes seele
Und plötzlich unter einem schreckenshauch erstickt es.
Die hitze lastet schwerer · unter schmalen pfeilern
Der eschen und der fichten schiesst der mittag schon ·
Die brise singt zum herzen der so zarten blumen·
Die blätter weinend seufzen vor verlangen:
Doch traurig wartet die prinzessin heute
Und folgt dem laufe ihrer bösen lust.
Francis Vielé-GriffinStuart MerrillJean MoréasAnhang[Hier ist die bei nacht zirpende halle]Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[126] FRANCIS VIELÉ-GRIFFIN
SANKT MARTINIAN

Sie war zur zeit in Caesarea königin
Durch ihre schönheit die ihr Gott zum schmuck verliehen
Und diese feige liebe die aus uns
Zuweilen irre macht und immer thoren.
Er alles dieses alles jenes satt ·
Vergab sein gold den armen und ging fort
Auf dass des unverständgen herzens leiden
An frommer abgeschlossenheit verscheide.
Obwol er eitle reue in uns weckte
War sein entschluss uns doch befriedigung·
Wir lobten feige seinen mannes-schmerz·
Sein hoher mut war etwas unser stolz:
Denn diese bittre schande SIE zu lieben
Um ihres düftereichen lachens willen ·
Um ihres hohen blickes · ihrer hand ·
Um ihrer nägel mit karmin bemalt
Und um der süssen gifte ihrer launen willen.
Dies machte unsre eitle jugend so verworfen
Dass nichts mehr blieb als die beherzte tat
Des schönen Martinian mit der sanften rede
Der in dem namen aller sie verschmähte.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
(Das vorstehende ist nur der anfang des
umfangreichen gedichtes)
Albert Saint-PaulFrancis Vielé-GriffinStuart MerrillJean MoréasAnhang[Hier ist die bei nacht zirpende halle]Aus: Meine MuseÄhrenlesenBitteStimmen der EinsamkeitIm Herbst des LebensBegrüssungIV [So also hinsitzend an heiliger gefühle orgel]III [Wol hätte ich dies menschliche recht, doch zu sehr verführend]II [Ich hätte ohne zweifel das herzensrecht heute]I [Ein andrer sein glück verlierend verzweifelt unrühmlich]Lied unter TränenVIII [Wenn du nun scheidest, nicht alltäglicher gast]VII [Nicht lang mehr wird es sein und der befreite geist]VI [Ich möchte wissen ob auf dieser erde]V [Wenn manchmal langsam hinter uns sich schleppen]IV [Da unsere augen sich traurig machen mussten]III [Wir aber suchen nicht nach dem glück der erde]II [Wenn unsrer verwandten sänge lezte silben]I [Es schimmerten gleich zwei sternen in frühlingsbläue]WidmungenWahlspruchDie ZauberinDie SchwalbenRegen-LandschaftMeine Menschliche LiebeII Nach dem BegräbnisI Am TotenbettErinnerung an Paul VerlaineWach aufTeich der ErinnrungLilien eigene BlumenDer orte gibts...Meine geliebte...Phönix steigt aus den FlammenPalme in der WüsteIm Nebel des HerbstesDas BuchAus: Verse I-VWaclaw Rolicz-LiederPolenEin TraumEine ErinnerungDer BetrugTrostAn die LorbeerenAus: Paradiesisches GedichtGabriele D'annunzioItalienEin Traum von Stunden und JahrenAbschnittAus: Wie im TraumNachwort[Am wasserplatz der singt und kühl gewährte]Aus: Erste VerseHenri de RegnierFaunskopfDer Schläfer im TalVokaleAus: GedichteArthur RimbaudHerodiasAus: HerodiasErscheinungSeebriseAus: GedichteStéphane MallarméXVII [Teure hände, ehmals die meinen]Kaspar hauser singt:I [Vermummter guter reiter auf dem stillen rosse]Aus: Weisheit[Ich gleiche manchmal einem armen schiffe][Was verlier ich mich in eitler klage]Vögel in der NachtGreenSpleenIX [Die schatten der bäume in umnebelten wogen]IV [Wir müssen - siehst du - uns versöhnlich einen]III [Es tränet in mein herz]II [Ich ahne hinter leisem geraun]I [Dies ist die müde verzückung]Vergessene WeisenAus: Lieder ohne WorteGefühlsames ZwiegesprächAmor auf der ErdeDer FaunDie KindlichenDer LaubgangMondenscheinAus: Galante FesteHerbstliedDie Stunde des SchäfersAus: Saturnische GedichtePaul VerlaineFrankreichGesamtausgabe der WerkeGeorge, StefanZeitgenössische Dichter. Zweiter Teil

[127] ALBERT SAINT-PAUL
AUS: PÉTALES DE NACRE

Gestalten des feenreiches aufgescheucht
Aus dem gras am wasserrand eurer gefilde
Welche blume glänzt im stillen eurer gefilde?
Aus den kiosken des zaubergeweckten palastes
Verstreuten eure schwestern die süssen blüten
Und gruppenweise tanzet ihr auf den blüten.
Welche blume verkündet euch einen abend im gefilde
Für das sich euer herz vergötternd regt?
Das gefilde um dessentwillen man die heimat lässt.
Noch zieren sich mit der erobrung pracht
Eure mütter gebettet unter der palankine zelt ·
Heldinnen des festes und der feenwelt.

*

O meine schwestern geht
In den schönen wald
Die schöne blume pflücken
Die das herz entzückt.
Geht o meine schwestern!
Hütet euch vor furcht
In dem schönen wald
Wenn ihr schwestern geht ·
[128]
Die schöne blume pflücken ·
Die blume die der drache in dem wald bewacht.
Schon fliegen auf den feldern · von den seen · die ibis
Die störche und die marabu des reiches.
*

Was sagt ihr von den turteltauben
Den turteltauben die gefangen
Bei eurem vater?
Sie ruckerten in schlanken weidenkäfigen dem frühling zu.
Und von den freien schwalben
Die ihre nester
Aus erde hingen
An die palastdächer
Eures vaters?
Sie flogen bald zerstreut davon.
Ach was sagst du meine teure
Deren kuss auf der wange
Brennt wie ein nesselblatt
Ach · was sagst du von dir?

*