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An Christiane von Goethe

Frau Hofräthinn Schopenhauer wird dir, mein liebes Kind, einen Braten und eine Schachtel mit Kirschen überbracht haben, wovon ich guten Genuß wünsche. Es geht uns hier ganz gut. Kaaz hat sich wohl befunden, und geht morgen früh ab. Ich habe ihm Geld mitgegeben, daß er Suppen-Ingredienzien schicken soll, wozu er auch etwas Parmesan-Käse legen will, als welcher zu den Macaronis ganz unentbehrlich ist.

Knebel scheint sich in seiner Strohwittwerschaft ganz wohl zu befinden, doch ist mir etwas nachdenklicher als sonst, und ich denke in kurzem wird sich eine Vereinigung der alten Zustände wiedergefunden haben. Der Knabe wird alle Tage braver und besser, nur fehlt es ihm an Beschäftigung und Anregung von außen. Wenn er unter vielen seines gleichen wäre, und recht lebhaften Unterricht erhielte, so könnte etwas aus ihm werden.

Wir haben den Druck des Romans angefangen ohne zu wissen, wie wir damit zu Ende kommen wollen. Indessen, wenn wir den August und September gut anwenden; so ist Hoffnung, daß wir fertig [17] werden. Nutze von deiner Seite beyden Monate so gut es gehen will, um dich auf den Winter vorzubereiten und die guten Tage zu genießen, die wir zu erwarten haben: denn freylich fängt auch der August regnicht und unfreundlich an.

Mit dem Essig, so nahe auch Golmsdorf liegt, ist es doch ein bischen langsam gegangen; es thäte Noth, daß man alle seine Ausrichtung von der Art selbst machte, zu Fuß oder zu Pferd. Indessen hoffe ich dir Donnerstag oder Freytag, einen halben Eymer von dem besten auf einem Schubkarren zu schicken, da ich dich denn bitte, die Badewanne mitzurückzugeben, da ich denn doch mich auch von Zeit zu Zeit im Wasser erfrischen will. Für dießmal lebe wohl und schicke mir alles was angekommen ist. Es muß auch eine Rolle mit Kupferstichen gekommen seyn, wenigstens habe ich den Brief erhalten, der sie ankündigt.

Jena den 1. August 1809.

G.

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